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EU plant Schutzmaßnahme: Öffentliche Aufträge bleiben in Europa

12. September 2026, 17:24 Uhr30 AufrufeZuletzt geprüft: 12.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die EU-Kommission plant ein neues Regelwerk für öffentliche Beschaffungen, um europäische Unternehmen im Wettbewerb mit globalen Mächten wie China besser zu positionieren. Ziel ist es, staatliche Gelder strategischer einzusetzen und kommunale Behörden zu ermutigen, europäische Anbieter stärker zu berücksichtigen.

Die EU-Kommission hat ein neues Regelwerk für öffentliche Beschaffungen vorgeschlagen, das europäischen Anbietern bei der Vergabe von Aufträgen Vorrang einräumen soll. Das Volumen öffentlicher Aufträge in der EU beläuft sich auf 2,6 Billionen Euro jährlich und entspricht 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné begründet die Initiative mit dem wirtschaftlichen Wettbewerb gegenüber China und Indien.

Freiwillige Bevorzugung europäischer Unternehmen

Die vorgeschlagenen Regeln sehen vor, dass öffentliche Stellen in der EU europäische Firmen gegenüber Anbietern aus Drittstaaten bevorzugen können. Diese Möglichkeit besteht insbesondere dann, wenn die betreffenden Drittstaaten europäischen Bietern keinen gleichberechtigten Marktzugang gewähren. Die Anwendung bleibt den Behörden freigestellt und stellt keine Verpflichtung dar.

Umfang öffentlicher Beschaffungen in der EU

Öffentliche Aufträge umfassen ein breites Spektrum an Bereichen:

  • Ausstattung von Bildungseinrichtungen und Krankenhäusern
  • Infrastrukturprojekte wie Straßenbau
  • IT-Ausstattung in Verwaltungen

Nach Angaben der EU-Kommission nutzen viele kommunale Behörden die bestehenden Möglichkeiten zur Bevorzugung europäischer Anbieter bisher nicht vollständig aus. Séjourné bezeichnete staatliche Finanzmittel als wichtigen Hebel, der strategischer eingesetzt werden sollte.

Zustimmungsverfahren erforderlich

Das vorgeschlagene Regelwerk benötigt die Zustimmung des Europäischen Parlaments sowie aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Séjourné verwies darauf, dass Länder wie China und Indien öffentliche Beschaffungen bereits als Teil ihrer Industrie- und Wirtschaftsstrategien nutzen.