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Anstieg bei intelligenten Stromzählern verzeichnet langsames Wachstum

27. September 2026, 19:08 Uhr5 AufrufeZuletzt geprüft: 27.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Erfahre, warum Deutschland beim Einsatz intelligenter Stromzähler hinterherhinkt und welche Fortschritte dennoch erzielt werden. Die Bundesnetzagentur berichtet über den aktuellen Stand und die Herausforderungen beim Rollout von Smart Metern, die den Stromverbrauch effizienter gestalten könnten.

In Deutschland waren bis Ende Juni 2024 lediglich 5,9 Prozent der über 54 Millionen Messstellen mit intelligenten Stromzählern ausgestattet. Im ersten Halbjahr wurden 765.000 neue Smart Meter installiert. Die Bundesnetzagentur hatte zuvor Aufsichtsverfahren gegen Netzbetreiber eingeleitet, die gesetzliche Vorgaben zum Ausbau nicht erfüllten. Behördenpräsident Klaus Müller beobachtet nun Fortschritte beim nationalen Rollout.

Funktionsweise intelligenter Stromzähler

Ein Smart Meter besteht aus einem digitalen Zähler und einer Kommunikationseinheit. Die Geräte erfassen den Stromverbrauch alle 15 Minuten und übermitteln die Daten an Netzbetreiber sowie Energielieferanten. Haushalte können dadurch nachvollziehen, wann sie wie viel Strom verbrauchen. Bei speziellen Tarifen ermöglicht dies die Verlagerung stromintensiver Tätigkeiten wie Wäschewaschen oder das Laden von Elektroautos in Zeiten hoher Verfügbarkeit von Wind- und Sonnenenergie, wenn der Strom günstiger ist. Netzbetreiber profitieren durch effizientere Netzsteuerung.

Europäischer Vergleich zeigt deutlichen Rückstand

Deutsche Netzbetreiber sind bisher nur unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, private Kunden mit intelligenten Zählern auszurüsten – etwa bei Anschluss von Wärmepumpen oder größeren Solaranlagen. Laut EU-Agentur Acer werden bis Ende 2025 etwa 66 Prozent aller erfassten Haushaltskunden in der EU und Norwegen mit intelligenten Zählern ausgestattet sein. In vielen Mitgliedstaaten liegt die Ausstattungsquote bereits über 80 Prozent.

Länder mit nahezu vollständiger Abdeckung

Folgende Länder erreichten eine Abdeckungsrate von mindestens 99 Prozent:

  • Dänemark
  • Finnland
  • Italien
  • Estland
  • Lettland
  • Portugal
  • Schweden
  • Slowenien
  • Spanien

Potenzial für Energiewende und Verbrauchskontrolle

Der verstärkte Einsatz intelligenter Messtechnologien könnte die Umsetzung nachhaltiger Energieziele unterstützen. Detaillierte Informationen zum Energiebedarf ermöglichen Verbrauchern bewussteres Handeln. Eine Anpassung gesetzlicher Rahmenbedingungen könnte dazu beitragen, dass mehr Haushalte Zugang zu dieser Technologie erhalten.