Der deutsche Arbeitsmarkt verzeichnet einen Rückgang der Beschäftigung bei gleichzeitig leicht sinkender Arbeitslosigkeit. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt im September eine Komponente Arbeitslosigkeit von 99,9 Punkten – nahe der neutralen Marke von 100 Punkten. Die Komponente Beschäftigung sank dagegen um 0,1 Punkte auf 99,3 Punkte.
Komponenten des IAB-Arbeitsmarktbarometers im September
Die beiden Teilindikatoren des Barometers entwickeln sich gegenläufig. Während sich die Arbeitslosigkeitskomponente mit 99,9 Punkten fast aus dem negativen Bereich bewegt hat, verharrt die Beschäftigungskomponente bei 99,3 Punkten. Nach Einschätzung von Enzo Weber vom IAB deutet dies auf eine Schrumpfung des Arbeitsmarktes hin. Als Hauptursachen nennt er demografische Veränderungen: Der Renteneintritt der Baby-Boomer-Generation und ein verringerter Nettozuzug nach Deutschland belasten die Beschäftigungsentwicklung.
Strukturwandel belastet Industriesektor
Trotz einer gewissen Stabilisierung des wirtschaftlichen Umfelds belasten Unsicherheiten und strukturelle Probleme insbesondere die Industrie. Zahlreiche Branchen befinden sich in einem fundamentalen Wandel. Die deutsche Automobilindustrie steht exemplarisch vor der Herausforderung, den Übergang von Verbrennungsmotoren zur Elektromobilität zu bewältigen.
Methodik des IAB-Arbeitsmarktbarometers
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer erscheint monatlich und dient als Frühindikator für künftige Entwicklungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Methodik basiert auf einer Befragung aller deutschen Agenturen für Arbeit zu ihren Erwartungen für das kommende Quartal. Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, wird die aktuelle Statistik zur tatsächlichen Lage des deutschen Arbeitsmarktes im September präsentieren.
