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Bundesnetzagentur vereinfacht Stromhandel mit privaten Speichern

2. Oktober 2026, 19:41 Uhr34 AufrufeZuletzt geprüft: 02.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die neuen Regeln der Bundesnetzagentur ermöglichen es dir, mit deinem Batteriespeicher aktiv am Strommarkt teilzunehmen. Dank der „MiSpeL“-Festlegung kannst du nun deinen Solarstrom effizienter nutzen und von Förderungen profitieren. Erfahre mehr über die Chancen für Haushalte und Unternehmen!

Die Bundesnetzagentur hat neue Regelungen für die Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten eingeführt. Die sogenannte MiSpeL-Festlegung ermöglicht es Haushalten und Unternehmen, Batteriespeicher und bidirektionale Ladepunkte flexibler zu nutzen und am Strommarkt teilzunehmen. Bisher mussten selbst erzeugter Grünstrom aus Photovoltaikanlagen und Netzstrom in Speichern streng getrennt werden, eine EEG-Förderung galt nur für reine Grünstromspeicher.

MiSpeL-Festlegung schafft neue Flexibilität

Die Bundesnetzagentur bezeichnet das neue Regelwerk als MiSpeL-Festlegung, eine Abkürzung für Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten. Netzbetreiber haben zwölf Monate Zeit für die Umsetzung der neuen Richtlinien. Für spezifische Bestimmungen ist noch eine beihilferechtliche Genehmigung durch die EU-Kommission erforderlich. Die EEG-Förderung bleibt bestehen und wird nun auch auf zwischengespeicherten erneuerbaren Strom angewendet.

Bidirektionale Ladepunkte erstmals integriert

Zwei-Richtungs-Ladepunkte, über die Elektroautos gespeicherten Strom ins Netz zurückspeisen können, waren bisher von der Förderung ausgeschlossen. Mit den neuen Regelungen können diese Systeme nun aktiv ins Energiesystem integriert werden. Bei Rückspeisung von zuvor entnommenem Netzstrom müssen weniger Umlagen und Netzentgelte entrichtet werden, da zurückgespeiste Mengen saldiert werden können. Klaus Müller von der Bundesnetzagentur betont, dass unzählige große und kleine Speicher- und Ladesysteme dadurch aktiv ins Energiesystem integriert werden könnten.

Bestand an Heimspeichern in Deutschland

Laut Datenportal Battery-Charts der RWTH Aachen existieren in Deutschland mehr als 2,7 Millionen Heimspeicher mit einer Kapazität unter 30 Kilowattstunden. Zusammen ergeben diese Systeme etwa 23,6 Gigawattstunden an Speicherkapazität. Eine vollständige Entladung aller Speicher entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch von rund 6.700 Haushalten bei einem durchschnittlichen Verbrauchswert von 3.500 Kilowattstunden pro Haushalt jährlich. Die Anzahl der Elektrofahrzeuge, die technisch zur Rückspeisung ins Netz fähig sind, bleibt laut ADAC derzeit noch gering.