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Ifo: Deutliche Aufhellung des Geschäftsklimas in der Chemiebranche

3. Oktober 2026, 10:03 Uhr16 AufrufeZuletzt geprüft: 03.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Erfahre, wie sich die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie im September deutlich verbessert hat. Trotz anhaltender Herausforderungen profitiert die Branche von steigenden Exporten und Aufträgen, während geopolitische Ereignisse wie der Iran-Krieg die Nachfrage nach europäischen Produkten fördern.

Das Ifo-Geschäftsklima in der deutschen Chemieindustrie ist im September auf +5,5 Punkte gestiegen, nach -2,6 Punkten im August. Damit verzeichnet die drittgrößte Industriebranche Deutschlands den zweiten aufeinanderfolgenden Anstieg. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit +8,8 Punkten, während die Geschäftserwartungen von -15,0 auf +2,3 Punkte kletterten.

Bewertung der Geschäftslage und Erwartungen

Die Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf führt die Verbesserung auf eine gestiegene Bereitschaft der Kunden zurück, Lagerbestände aufzustocken und höhere Preise zu akzeptieren. Dies betrifft sowohl inländische als auch internationale Abnehmer. Die aktuelle Geschäftslage wird mit +8,8 Punkten bewertet, die Erwartungen stiegen um 17,3 Punkte auf +2,3 Punkte.

Treiber der Aufwärtsentwicklung

Mehrere Faktoren stützen die positive Entwicklung:

  • Exportgeschäft und Bestellungen aus dem verarbeitenden Gewerbe
  • Erhöhte staatliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur
  • Gestiegene Nachfrage nach chemischen Vorprodukten
  • Produktionsausfälle und Lieferkettenprobleme in der Golfregion

Strukturelle Herausforderungen bleiben bestehen

Trotz der Aufhellung warnt Anna Wolf vor einer fragilen Erholung, die auf temporären Faktoren basiert. Der Auftragsbestand bleibt niedrig, die Rentabilität steht unter Druck durch hohe Kosten. Lieferengpässe aus dem Nahen Osten und Asien haben die Nachfrage nach deutschen und europäischen Herstellern erhöht und deren preisliche Wettbewerbsfähigkeit kurzfristig verbessert. Große Konzerne wie BASF und Evonik korrigierten ihre Gewinnprognosen nach oben. Strukturelle Standortnachteile bestehen jedoch fort, der Stellenabbau setzt sich weiter fort. Der Branchenverband VCI sieht bislang keine langfristige Erholung.