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Industrie verzeichnet unerwartet starken Rückgang bei Aufträgen

8. Oktober 2026, 13:10 Uhr11 AufrufeZuletzt geprüft: 08.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie ist im August überraschend stark gesunken, was vor allem auf den Rückgang bei Großaufträgen im Verteidigungsbereich zurückzuführen ist. Trotz dieses Dämpfers bleibt der Ausblick positiv: Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und die Erholung könnte weiter an Fahrt gewinnen.

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie ist im August saisonbereinigt um 10,6 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden führt den Rückgang hauptsächlich auf fehlende Großaufträge aus dem Verteidigungssektor zurück. Ohne Berücksichtigung von Großbestellungen lag der Auftragseingang lediglich 0,1 Prozent unter dem Juliwert. Im Vorjahresvergleich ergab sich ein Plus von 2,7 Prozent.

Großaufträge verzerren Monatsbild

Der starke Rückgang im August resultiert vor allem aus weniger Bestellungen für Militärfahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe. Im Juli war der Auftragseingang noch um revidierte 3,2 Prozent gestiegen. Analysten hatten für August lediglich einen Rückgang von rund einem Prozent erwartet.

Dreimonatsvergleich zeigt positive Tendenz

Der weniger volatile Dreimonatsvergleich zeichnet ein stabileres Bild: Von Juni bis August stieg die Zahl neuer Aufträge um 1,3 Prozent gegenüber den drei Vormonaten. Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft bei Union Investment, betont, dass sich die Lage seit Herbst 2025 deutlich verbessert habe. Die Auftragsbücher böten rechnerisch Arbeit für etwa neun Monate.

Kapazitätsauslastung statt Investitionen

Viele Unternehmen nutzen laut Herzum ihre bestehenden Kapazitäten zur Bearbeitung zusätzlicher Aufträge, anstatt diese auszubauen. Ob aus den vollen Auftragsbüchern tatsächlich Wachstum entsteht, hängt von künftigen Investitionen ab. Bisher fehlt vielen Firmen offenbar das Vertrauen, ihre Produktion entsprechend hochzufahren.

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