In Deutschland ist der Anteil der Verbraucher mit Zahlungsschwierigkeiten im vergangenen Jahr auf 8,1 Prozent gestiegen, nach 7,9 Prozent im Vorjahr. Dies geht aus einer Analyse der Schufa hervor, die Daten zu rund 69 Millionen Verbrauchern auswertet. Schufa-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz konstatiert einen wachsenden finanziellen Druck auf Teile der Bevölkerung, sieht jedoch keine umfassende Verschuldungskrise.
Erstmalige Zahlungsschwierigkeiten: Anstieg um 12 Prozent
Die Zahl der Menschen, die erstmals mit Zahlungsschwierigkeiten konfrontiert sind, stieg um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung setzt einen Trend fort, der mit dem Inflationsanstieg Mitte 2021 begann und bis 2023 anhielt. Betroffene können Rechnungen oder Kreditraten nicht rechtzeitig begleichen und werden von Unternehmen oder Banken an die Schufa gemeldet.
Privatinsolvenzen: 88.000 Anträge
Die Zahl der Privatinsolvenzanträge erhöhte sich um 8,3 Prozent auf insgesamt 88.000. Trotz des Anstiegs liegt dieser Wert deutlich unter den Höchstständen zwischen 2006 und 2012, als jährlich über 100.000 Anträge gestellt wurden. Birkholz betont, dass nicht von einer Pleitewelle gesprochen werden könne.
Altersstruktur der Antragsteller
Mehr als die Hälfte der Privatinsolvenzantragsteller befand sich im Alter zwischen 30 und 49 Jahren. Weitere 13 Prozent waren zwischen 20 und 29 Jahren alt, während ein Prozent älter als 74 Jahre war.
Geschlechterverteilung
Unter den Antragstellern waren 58 Prozent Männer und 42 Prozent Frauen. Die Auswertung basiert auf dem archivierten Datenbestand der Schufa vom 31. Dezember 2025.
