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Deutscher Außenhandel leidet unter Sommerflaute

9. Oktober 2026, 10:06 Uhr6 AufrufeZuletzt geprüft: 09.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Der deutsche Außenhandel steht vor Herausforderungen: Im August sanken die Exporte um 0,8 Prozent auf 137,6 Milliarden Euro, während die Importe um 0,9 Prozent stiegen. Die Schere im Handel mit China öffnet sich weiter und das US-Geschäft bleibt trotz Zöllen wichtig. Experten warnen vor einer schwachen Exportdynamik.

Der deutsche Außenhandel verzeichnete im August 2024 einen erneuten Rückgang. Die Exporte sanken kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent auf 137,6 Milliarden Euro, nachdem sie bereits im Juli um 0,5 Prozent gefallen waren. Die Importe stiegen gleichzeitig um 0,9 Prozent auf 118,1 Milliarden Euro. Der Außenhandelsüberschuss verringerte sich dadurch auf 19,5 Milliarden Euro, nach revidierten 21,6 Milliarden Euro im Vormonat.

Fehlende Dynamik in der Exportwirtschaft

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) bewertet die Entwicklung kritisch. Die jüngste Belebung sei lediglich ein zartes Lüftchen gewesen und keine nachhaltige Erholung des Außenwirtschaftsgeschäfts. Der Exportwirtschaft fehle es an eigener Dynamik. Eine solide Erholung sollte nicht ausschließlich auf einzelnen Märkten oder durch Sondereffekte erfolgen.

China-Handel: Wachsendes Defizit

Die Ausfuhren nach China stiegen im August um 4,7 Prozent, während auch die Importe aus China deutlich zulegten. In den ersten acht Monaten des Jahres sanken die deutschen Exporte nach China insgesamt um 12,9 Prozent, während die Importe aus dem Land um 10,1 Prozent kletterten. Das Handelsdefizit gegenüber China erreichte 76 Milliarden Euro.

BGA-Präsident Dirk Jandura fordert Maßnahmen gegen das wachsende Ungleichgewicht. Europa müsse sich gegen belegte Wettbewerbsverzerrungen zur Wehr setzen können. Schutzmaßnahmen sollten zielgerichtet, verhältnismäßig und WTO-konform gestaltet werden.

USA bleiben wichtigster Einzelmarkt

Die Lieferungen in die Vereinigten Staaten gingen im August um 6,3 Prozent zurück. Über das Jahr betrachtet zeigen die deutschen Exporte in die USA dennoch eine leichte Zunahme von 1,1 Prozent. Damit bleiben die Vereinigten Staaten trotz bestehender Zollbarrieren der wichtigste Einzelmarkt für Deutschland.

Leicht angehobene Jahresprognose

Der BGA hob seine Prognose für das laufende Jahr geringfügig an. Das erwartete Exportvolumen soll nun um 1 Prozent auf 1.580 Milliarden Euro steigen, statt des ursprünglich angenommenen Wachstums von 0,5 Prozent. Der Verband warnte jedoch weiterhin vor bestehenden Schwierigkeiten, insbesondere hinsichtlich der Geschäfte mit den USA und China.

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