Vermögensaufbau nach Generation 2026: Boomer, Millennials und Gen Z im Vergleich

10.09.426 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 01.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Wie viel besitzt deine Generation wirklich? Die Vermögensbefragung der Bundesbank zeigt: Das mittlere Nettovermögen steigt von rund 17.000 € bei den unter 35-Jährigen auf 230.000 € in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen. Wir zeigen dir Median, Mittelwert und Zusammensetzung nach Altersgruppe – und was das für deinen eigenen Vermögensaufbau bedeutet.

Vermögensaufbau nach Generation 2026: Boomer, Millennials und Gen Z im Vergleich

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Vermögen folgt dem Lebenszyklus

Vermögen ist in Deutschland vor allem eine Frage des Alters. Wer jung ist, hat fast nichts angespart, wer kurz vor der Rente steht, hat oft ein Haus abbezahlt und Rücklagen aufgebaut. Diese Kurve ist kein Zufall, sondern das Muster eines ganzen Erwerbslebens: erst ausbilden, dann verdienen, tilgen und sparen, schließlich vom Ersparten leben. Die Struktur dieses Erwerbslebens verändert sich jedoch, was der Anstieg der Teilzeitbeschäftigung und der Rückgang der Vollzeitstellen in der Industrie belegen. Neue Ansätze für den Vermögensaufbau abseits klassischer Karrierewege stellt unser kostenloses E-Book Arbeite weniger, besitze mehr vor.

Die belastbarste Datengrundlage dazu liefert die Deutsche Bundesbank mit ihrer Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF). Für die Vermögensbefragung 2021 wurden mehr als 4.100 Haushalte detailliert zu Besitz und Schulden befragt. Das Ergebnis: Das mittlere Nettovermögen (Median) lag bei rund 106.600 Euro je Haushalt, der Durchschnitt (Mittelwert) bei rund 316.500 Euro.

Das Nettovermögen ist dabei alles zusammengerechnet – Immobilien, Geldanlagen, Betriebsvermögen und Fahrzeuge – abzüglich aller Schulden. Zwischen 2017 und 2021 sind diese Vermögen breit gestiegen. In der aktuelleren Welle 2023 legten sie nominal weiter zu, inflationsbereinigt gingen sie wegen der hohen Teuerung jedoch leicht zurück.

Entscheidend für diesen Artikel ist die Zerlegung nach Alter. Denn der Gesamtwert verdeckt, wie stark sich die Generationen unterscheiden. Ein Blick auf die Kurve über Geldanlagen hinweg zeigt: Der Vermögensaufbau ist kein Sprint, sondern ein Marathon über Jahrzehnte. Solche Daten lassen sich visuell aufbereiten, wie unsere Sammlung von Infografiken zum Thema Finanzen zeigt.

Warum die Kurve so verläuft

Ökonomen sprechen von der Lebenszyklushypothese: Menschen glätten ihren Konsum über das gesamte Leben. In jungen Jahren wird wenig gespart oder sogar Schulden aufgenommen, in der Erwerbsphase wird Vermögen gebildet, im Alter wird es wieder abgebaut. Genau dieses Muster spiegelt sich in den Bundesbank-Zahlen wider – vom kleinen Startvermögen der Jungen bis zum Höchststand kurz vor und nach dem Renteneintritt.

Wichtig ist dabei: Die Zahlen sind eine Momentaufnahme verschiedener Generationen zum selben Zeitpunkt. Sie zeigen nicht nur, wie ein einzelner Haushalt altert, sondern auch, unter welchen wirtschaftlichen Bedingungen jede Generation ihr Vermögen aufbauen konnte. Wer in Zeiten steigender Immobilienpreise und stabiler Beschäftigung erwerbstätig war, hatte es leichter als jemand, der heute mit hohen Kaufpreisen und unsicheren Berufseinstiegen startet. Die Rahmenbedingungen für den Vermögensaufbau hängen stark von der allgemeinen Konjunktur ab, weshalb ein wirtschaftlicher Aufschwung die Chancen für Sparer verändern kann.

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Nettovermögen nach Altersgruppe

Der Zusammenhang zwischen Alter und Vermögen ist eindeutig. Das mittlere Nettovermögen (Median) steigt von rund 11.400 Euro bei den 16- bis 24-Jährigen auf rund 231.000 Euro in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen – und fällt bei den über 75-Jährigen wieder deutlich auf rund 129.500 Euro zurück, weil im hohen Alter vom Vermögen gezehrt und Vermögen weitergegeben wird.

Die folgende Tabelle zeigt Median und Mittelwert des Nettovermögens nach dem Alter der Hauptverdienerin oder des Hauptverdieners im Haushalt. Alle Werte stammen aus der Vermögensbefragung 2021 der Bundesbank.

Altersgruppe Median Mittelwert
16 bis 24 Jahre 11.400 € 32.000 €
25 bis 34 Jahre 18.700 € 112.900 €
35 bis 44 Jahre 65.200 € 213.300 €
45 bis 54 Jahre 154.700 € 441.200 €
55 bis 64 Jahre 229.300 € 424.500 €
65 bis 74 Jahre 231.000 € 372.000 €
75 Jahre und älter 129.500 € 343.600 €

Nettovermögen je Haushalt nach Altersgruppe (in Tausend Euro)

0 T€100 T€200 T€300 T€400 T€500 T€16 bis 24 Jahre — Median: 11.400 €11,416 bis 24 Jahre — Mittelwert: 32.000 €3216–2425 bis 34 Jahre — Median: 18.700 €18,725 bis 34 Jahre — Mittelwert: 112.900 €11325–3435 bis 44 Jahre — Median: 65.200 €6535 bis 44 Jahre — Mittelwert: 213.300 €21335–4445 bis 54 Jahre — Median: 154.700 €15545 bis 54 Jahre — Mittelwert: 441.200 €44145–5455 bis 64 Jahre — Median: 229.300 €22955 bis 64 Jahre — Mittelwert: 424.500 €42455–6465 bis 74 Jahre — Median: 231.000 €23165 bis 74 Jahre — Mittelwert: 372.000 €37265–7475 Jahre und älter — Median: 129.500 €13075 Jahre und älter — Mittelwert: 343.600 €34475 und älterMedianMittelwert
Median und Mittelwert je Haushalt. Quelle: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht April 2023, Vermögensbefragung (PHF) 2021, S. 47. Stand: Juli 2026.

Auffällig ist der Sprung in der Lebensmitte. Zwischen der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen (Median 18.700 Euro) und den 45- bis 54-Jährigen (154.700 Euro) hat sich der Median mehr als verachtfacht. In diesen Jahren fallen die vermögensbildenden Ereignisse zusammen: gefestigtes Einkommen, Immobilienkauf und beginnende Tilgung. Die Entwicklung der Reallöhne in Deutschland ist dabei eine entscheidende Grundlage für die Sparfähigkeit der Haushalte.

Auch der Übergang von der Erwerbsphase in den Ruhestand ist gut ablesbar. Beim Mittelwert liegt der Gipfel bereits bei den 45- bis 54-Jährigen mit rund 441.200 Euro, beim Median in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen mit rund 231.000 Euro. Bei den über 75-Jährigen fällt der Median dann kräftig auf rund 129.500 Euro – ein Rückgang um rund 44 Prozent gegenüber der Vorgruppe. Das ist kein Verarmen, sondern überwiegend gewolltes Entsparen: Immobilien werden verkauft oder übertragen, Rücklagen für Pflege und Alltag aufgelöst, Vermögen an die nächste Generation weitergegeben.

Bemerkenswert ist zudem, wie flach die Kurve am unteren Ende beginnt. Ein Median von 11.400 Euro bei den 16- bis 24-Jährigen und 18.700 Euro bei den 25- bis 34-Jährigen bedeutet, dass die Hälfte dieser Haushalte jeweils noch weniger besitzt. Für den Start ins Berufsleben ist das normal – es unterstreicht aber, wie stark der spätere Vermögensaufbau von den Entscheidungen der ersten Erwerbsjahre abhängt.

📌 Good to know

Die Bundesbank ordnet Haushalte nach dem Alter der finanziellen Hauptperson ein. Ein "junger" Haushalt kann also durchaus aus mehreren Personen bestehen – die Zahlen gelten pro Haushalt, nicht pro Kopf.

Infografik: Wie viel Vermögen jede Altersgruppe wirklich besitzt

Alle Kernzahlen dieses Artikels in einer interaktiven Grafik: Median und Mittelwert des Nettovermögens je Altersgruppe aus der Vermögensbefragung 2021 der Bundesbank, die Wohneigentumsquote nach Alter und die Kennzahlen zur Zusammensetzung des Vermögens. Wechsle die Ansicht, wähle die Kennzahl und tippe auf die Balken für den Detailwert samt Quelle. Über den Knopf am Fuß der Grafik lädst du die Grafik als PDF herunter.

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Finalarm Infografik · interaktiv
Wie viel Vermögen jede Altersgruppe wirklich besitzt
Der Median steigt von 11.400 Euro bei den Jüngsten auf 231.000 Euro kurz nach der Rente. Ansicht wechseln, Kennzahl wählen, Balken antippen.
106.600 €
Median je Haushalt
die Hälfte besitzt weniger
316.500 €
Mittelwert je Haushalt
verzerrt durch wenige sehr reiche Haushalte
231.000 €
Median-Höchststand
65 bis 74 Jahre
11.400 €
Median 16 bis 24 Jahre
Startpunkt der Generation Z
Ansicht:

Nettovermögen je Haushalt nach Altersgruppe

Wähle Median oder Mittelwert. Der Median ist die ehrlichere Kennzahl für den typischen Haushalt.

Kennzahl:
0 Tsd. €50 Tsd. €100 Tsd. €150 Tsd. €200 Tsd. €250 Tsd. €300 Tsd. €350 Tsd. €400 Tsd. €450 Tsd. €16 bis 24 Jahre16 bis 24 Jahre: 11.400 €11.400 €25 bis 34 Jahre25 bis 34 Jahre: 18.700 €18.700 €35 bis 44 Jahre35 bis 44 Jahre: 65.200 €65.200 €45 bis 54 Jahre45 bis 54 Jahre: 154.700 €154.700 €55 bis 64 Jahre55 bis 64 Jahre: 229.300 €229.300 €65 bis 74 Jahre65 bis 74 Jahre: 231.000 €231.000 €75 Jahre und älter75 Jahre und älter: 129.500 €129.500 €

Alter der finanziellen Hauptperson im Haushalt, Werte in Tausend Euro je Haushalt, nicht je Kopf. Quelle: Deutsche Bundesbank, Vermögensbefragung 2021 der Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF).

Quellen: Deutsche Bundesbank, Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (Vermögensbefragung 2021, Monatsbericht April 2023; Welle 2023, Monatsbericht April 2025) · Statistisches Bundesamt (EVS 2023)
Stand: 30.09.2026

Warum Median und Mittelwert so weit auseinanderliegen

Der Mittelwert liegt in jeder Altersgruppe deutlich über dem Median – teils um ein Mehrfaches. Der Grund ist die schiefe Verteilung des Vermögens. Wenige sehr reiche Haushalte ziehen den Durchschnitt nach oben, während die große Mehrheit darunter liegt.

Der Median ist deshalb die ehrlichere Kennzahl für den Alltag. Er markiert die genaue Mitte: Die eine Hälfte der Haushalte besitzt mehr, die andere weniger. Wenn du wissen willst, wo ein typischer Haushalt deiner Altersgruppe steht, ist der Median dein Maßstab.

Der Mittelwert dagegen teilt das gesamte Vermögen rechnerisch gleichmäßig auf alle auf. Er ist nützlich, um die Vermögensmasse einer Gruppe zu erfassen, überzeichnet aber die Lage des Durchschnittshaushalts. Bei den 25- bis 34-Jährigen etwa liegt der Mittelwert mit rund 112.900 Euro rund sechsmal so hoch wie der Median von 18.700 Euro.

Diese Lücke zwischen Mitte und Durchschnitt ist selbst ein Befund: Vermögen ist in Deutschland stark konzentriert. Eine genauere Aufschlüsselung über alle Haushalte hinweg findest du in unserer Vermögensverteilung.

Für den Generationenvergleich ist der Median besonders praktisch, weil er nicht durch einzelne Milliardenvermögen verzerrt wird. So lässt sich fair beantworten, wie viel ein typischer Haushalt in der jeweiligen Altersgruppe tatsächlich besitzt – und nicht, wie viel er im rechnerischen Durchschnitt besitzen müsste.

Die Schere öffnet sich mit dem Alter zusätzlich. Bei den Jungen sind die absoluten Beträge klein, entsprechend gering ist der Abstand in Euro. Bei den 55- bis 64-Jährigen dagegen trennen Median (229.300 Euro) und Mittelwert (424.500 Euro) bereits knapp 200.000 Euro. In dieser Phase entscheidet sich, ob ein Haushalt zur vermögenden Minderheit aufschließt oder im breiten Mittelfeld bleibt – meist abhängig davon, ob Immobilienbesitz und geerbtes Vermögen hinzukommen.

💡 Tip

Vergleiche dich immer mit dem Median deiner Altersgruppe, nicht mit dem Mittelwert. Der Durchschnitt suggeriert einen Wohlstand, den die meisten Haushalte real nie erreichen.

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Woraus das Vermögen besteht

Das Vermögen der Deutschen steckt vor allem in Steinen. Sachwerte – allen voran die selbst genutzte Immobilie – machen im Durchschnitt gut drei Viertel des Bruttovermögens aus. Geldvermögen wie Sparguthaben, Versicherungen und Wertpapiere folgen mit Abstand, dazu kommen Betriebsvermögen und Fahrzeuge. Die strategische Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen wird als Asset Allocation bezeichnet.

Genau hier liegt der Schlüssel zum Alterseffekt: Wer eine Immobilie besitzt und abbezahlt, baut mit jeder Rate Vermögen auf. Die Wohneigentumsquote steigt daher stark mit dem Alter und erklärt einen großen Teil des Vermögenszuwachses über den Lebenszyklus.

Altersgruppe Wohneigentumsquote
16 bis 24 Jahre keine Angabe (Fallzahl zu gering)
25 bis 34 Jahre rund 15 %
35 bis 44 Jahre rund 36 %
45 bis 54 Jahre rund 53 %
55 bis 64 Jahre rund 58 %
65 bis 74 Jahre rund 60 %
75 Jahre und älter rund 49 %

Wohneigentumsquote nach Altersgruppe (Prozent der Haushalte)

0 %20 %40 %60 %80 %25 bis 34 Jahre — Wohneigentumsquote 15 %15 %25–3435 bis 44 Jahre — Wohneigentumsquote 36 %36 %35–4445 bis 54 Jahre — Wohneigentumsquote 53 %53 %45–5455 bis 64 Jahre — Wohneigentumsquote 58 %58 %55–6465 bis 74 Jahre — Wohneigentumsquote 60 %60 %65–7475 Jahre und älter — Wohneigentumsquote 49 %49 %75 und älter
Anteil der Haushalte mit selbst genutztem Wohneigentum. Für die 16- bis 24-Jährigen weist die Bundesbank wegen zu geringer Fallzahl keinen Wert aus. Quelle: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht April 2023, Vermögensbefragung (PHF) 2021, S. 49. Stand: Juli 2026.

Bei Wertpapieren zeigt sich ein anderes Bild. Nur rund 15 Prozent der Haushalte hielten 2021 direkt Aktien, rund 21 Prozent besaßen Fondsanteile. Jüngere Haushalte sind hier zwar überdurchschnittlich aktiv, weil ETF-Sparpläne populärer geworden sind, verwalten aber naturgemäß noch kleine Beträge. Der große Vermögenshebel bleibt für die meisten die Immobilie – nicht das Depot. Die Konditionen dafür unterscheiden sich erheblich, wie ein Depot-Vergleich zeigt. Die Kosten und das Angebot der verschiedenen Anbieter von ETF-Sparplänen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Für den Aufbau von Geldvermögen lohnt ein Blick auf das Sparverhalten in Deutschland: Wie viel zurückgelegt wird, entscheidet über Jahrzehnte mit über die spätere Vermögensposition.

Warum Wohneigentum den Unterschied macht

Der Blick auf die Wohneigentumsquote erklärt einen großen Teil der Alterskurve. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen besitzt nur rund jeder siebte Haushalt eine eigene Immobilie, zwischen 55 und 74 Jahren sind es rund 60 Prozent. Weil Immobilien den größten Vermögensblock stellen, hebt jede zusätzliche selbst genutzte Wohnung oder jedes Haus den Median einer Altersgruppe kräftig an.

Dahinter steckt ein doppelter Effekt. Zum einen wächst der Wert der Immobilie oft mit der Zeit, zum anderen sinkt mit jeder Tilgungsrate die Restschuld. Beides zusammen lässt das Nettovermögen von Eigentümern deutlich schneller steigen als das von Mieterhaushalten. Die Immobilie wirkt so wie ein erzwungener Sparplan über zwei bis drei Jahrzehnte.

Boomer, Millennials und Gen Z im Vergleich

Übersetzt man die Altersgruppen in Generationen, wird der Abstand greifbar. Die Babyboomer (heute etwa Mitte 60 bis Anfang 80) sitzen auf den höchsten Vermögen: Sie haben ganze Jahrzehnte mit steigenden Immobilienpreisen und langer Erwerbsbiografie hinter sich. Ihr Median liegt in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen mit rund 231.000 Euro an der Spitze; jenseits der 75 sinkt er auf rund 129.500 Euro.

Die Generation X (etwa Mitte 40 bis Anfang 60) steht mitten in der Vermögensbildung. Mit einem Median zwischen rund 154.700 Euro (45 bis 54) und 229.300 Euro (55 bis 64) tilgt sie Immobilienkredite und legt für den Ruhestand zurück. Diese Gruppe holt beim Vermögen am schnellsten auf.

Die Millennials (heute etwa 30 bis 45) stellen in der Befragung von 2021 den Großteil der 25- bis 34-Jährigen (Median rund 18.700 Euro) und der 35- bis 44-Jährigen (Median rund 65.200 Euro). Sie sind später ins Berufsleben gestartet, haben oft länger studiert und treffen auf hohe Immobilienpreise – der Vermögensaufbau beginnt bei ihnen spürbar später als bei den Boomern im gleichen Alter.

Die Generation Z taucht in der Befragung von 2021 erst am Rand auf: Sie stellt einen Teil der jüngsten Gruppe der 16- bis 24-Jährigen, deren Median bei rund 11.400 Euro liegt. Das ist keine Schwäche, sondern normal: In dieser Phase überwiegen Ausbildung, Berufseinstieg und erste Anschaffungen, oft noch mit Studienschulden. Vermögen entsteht hier erst am Anfang. In dieser Lebensphase sind es oft geringfügige Beschäftigungen, die erste Einkünfte sichern, wie die Minijob-Statistik 2026 zeigt. Die finanzielle Belastung in dieser Zeit ist hoch, wie die Statistik zu den Kosten von Studium und Ausbildung zeigt.

Die Erbschaftswelle verschiebt die Karten

Ein Faktor wird die Generationenbilanz in den kommenden Jahren stark prägen: die Weitergabe des Boomer-Vermögens. Weil diese Generation so viel besitzt, fließen künftig erhebliche Summen an Kinder und Enkel. Erbschaften gehören damit zu den wichtigsten – und ungleich verteilten – Quellen privaten Vermögens. Wer erbt, springt beim Vermögensaufbau oft eine ganze Generationenstufe nach vorn.

Diese Erbschaftswelle hat eine Kehrseite: Sie verstärkt bestehende Ungleichheit. Vermögen wird überwiegend innerhalb von Familien weitergegeben, die ohnehin schon Vermögen haben. Für den Vergleich der Generationen bedeutet das, dass der Rückstand der Jüngeren nicht allein durch eigene Sparleistung aufgeholt wird, sondern auch stark davon abhängt, ob und wie viel geerbt wird.

Wichtig für die Einordnung: Die jüngeren Altersgruppen bis Mitte 40 – 2021 überwiegend Millennials, am unteren Rand die ersten Gen-Z-Jahrgänge – stehen heute an einer anderen Stelle ihrer Biografie als die Boomer im gleichen Alter. Ein direkter Vergleich der absoluten Beträge über die Generationen hinweg hinkt deshalb. Aussagekräftiger ist die Frage, ob eine Generation in ihrer jeweiligen Lebensphase mehr oder weniger aufbauen konnte als die vorherige – und hier deuten längere Ausbildungszeiten und hohe Immobilienpreise auf einen späteren Start der Jüngeren hin.

Was die Zahlen für deinen Vermögensaufbau bedeuten

Aus den Daten lassen sich drei nüchterne Lehren ziehen. Erstens: Zeit ist der stärkste Hebel. Der Vermögenszuwachs über den Lebenszyklus zeigt, dass regelmäßiges Sparen über Jahrzehnte mehr bewirkt als kurzfristige Höchstrenditen. Wer früh anfängt, nutzt den Zinseszins am längsten. Die praktischen Schritte, um einen Sparplan einzurichten, sind dabei unkompliziert.

Zweitens: Sachwerte tragen den Löwenanteil. Ob eigene Immobilie oder breit gestreute Wertpapiere – wer Vermögen aufbauen will, kommt an substanzhaltigen Anlagen kaum vorbei. Reines Sparguthaben verliert durch Inflation real an Wert, wie die 2023er Welle der PHF-Studie deutlich gemacht hat. Die Digitalisierung erfasst dabei auch diese Anlageklasse, wie die zunehmende Bedeutung elektronischer Wertpapiere zeigt.

Drittens: Vergleiche mit Augenmaß. Wenn dein Vermögen unter dem Median deiner Altersgruppe liegt, heißt das nicht, dass du etwas falsch machst. Erbschaften, Immobilienbesitz und Einkommen verzerren die Zahlen stark. Der Median ist ein Orientierungspunkt, kein Urteil.

Konkret heißt das für den Alltag: eine Notreserve von mehreren Monatsausgaben aufbauen, danach regelmäßig und automatisiert investieren, teure Konsumschulden meiden und die eigene Sparquote im Blick behalten. Mehr Orientierung dazu bündelt unser Bereich Geldanlagen.

Hilfreich ist auch, die eigene Position nicht statisch zu sehen. Ein 30-Jähriger mit 5.000 Euro Erspartem und ein 60-Jähriger mit 200.000 Euro können beide auf einem soliden Pfad sein – entscheidend ist die Richtung, nicht der aktuelle Stand. Die Bundesbank-Kurve zeigt genau diesen Pfad: Vermögen wächst mit den Jahren, wenn die Grundregeln eingehalten werden.

Die gute Nachricht der Statistik: Vermögensaufbau ist planbar. Die Kurve steigt bei fast allen – die Frage ist nur, wie früh du sie für dich in Bewegung setzt.

Quellen und Methodik

Alle Vermögenszahlen stammen aus der Vermögensbefragung 2021 der Studie "Private Haushalte und ihre Finanzen" (PHF) der Deutschen Bundesbank (Veröffentlichung 2023, mehr als 4.100 befragte Haushalte); es handelt sich um die aktuellste vollständige Aufschlüsselung nach Altersgruppen. Der Trend zur Welle 2023 (Veröffentlichung April 2025) ist ergänzend eingeordnet. Werte sind je Haushalt ausgewiesen. Zum Vergleich: Das Statistische Bundesamt weist in der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023 ein durchschnittliches Nettovermögen von rund 230.400 Euro je Haushalt aus. PHF (Befragung der Bundesbank) und EVS (Destatis) sind unterschiedliche Erhebungen mit unterschiedlicher Stichprobe, Vermögensabgrenzung und Methodik – die Durchschnittswerte weichen deshalb voneinander ab. Stand: Juli 2026.

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Diese Beiträge behandeln angrenzende Themen und gehören nicht unmittelbar zum Text oben:

Häufig gestellte Fragen

Q

Wie viel Vermögen hat ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland?

Das mittlere Nettovermögen (Median) lag laut Bundesbank 2021 bei rund 106.600 Euro je Haushalt, der Durchschnitt (Mittelwert) bei rund 316.500 Euro. Die Differenz entsteht durch wenige sehr vermögende Haushalte.

Q

Warum haben junge Menschen so wenig Vermögen?

Unter 35-Jährige stehen am Anfang: Ausbildung, Berufseinstieg, erste Anschaffungen und teils Studienschulden dominieren. Der Median liegt bei den 16- bis 24-Jährigen bei rund 11.400 Euro und bei den 25- bis 34-Jährigen bei rund 18.700 Euro. Vermögen entsteht typischerweise erst mit gefestigtem Einkommen und Immobilienbesitz.

Q

In welchem Alter ist das Vermögen am höchsten?

Beim Median ist das Nettovermögen in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen mit rund 231.000 Euro am höchsten, beim Mittelwert bei den 45- bis 54-Jährigen mit rund 441.200 Euro. Ab 75 sinkt der Median deutlich auf rund 129.500 Euro, weil im hohen Alter vom Ersparten gelebt und Vermögen weitergegeben wird.

Q

Woraus besteht das Vermögen der Deutschen hauptsächlich?

Der größte Teil steckt in Sachwerten, vor allem in Immobilien – im Durchschnitt gut drei Viertel des Bruttovermögens. Geldvermögen folgt mit Abstand. Nur rund 15 Prozent der Haushalte hielten 2021 direkt Aktien, rund 21 Prozent besaßen Fondsanteile. Voraussetzung für den Handel mit diesen Wertpapieren ist ein Depot, wobei es zahlreiche Alternativen bei Online-Brokern gibt.

Q

Was ist der Unterschied zwischen Median und Mittelwert beim Vermögen?

Der Median markiert die genaue Mitte: Die eine Hälfte der Haushalte besitzt mehr, die andere weniger. Der Mittelwert verteilt das gesamte Vermögen rechnerisch auf alle und wird durch sehr reiche Haushalte nach oben gezogen. Für den typischen Haushalt ist der Median aussagekräftiger.

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