Kurz gesagt: Beantrage und aktiviere zuerst die neue Karte, stelle dann alle Zahlungen um und kündige die alte Karte erst ganz zum Schluss.
- Neue Karte online beantragen (ca. 15 Minuten) und nach Erhalt aktivieren
- Abos, Daueraufträge und Wallets auf die neue Karte umstellen
- Punkte, Meilen und Guthaben der alten Karte einlösen, Saldo ausgleichen
- Alte Karte in Textform kündigen, Frist höchstens ein Monat (§ 675h BGB)
Wenn du deine Kreditkarte wechseln und zu American Express® umsteigen willst, gilt eine Grundregel: Kündige die alte Karte erst, wenn die neue Karte aktiviert ist und alle Zahlungen darüber laufen. So bist du keinen Tag ohne Kreditkarte. Der Ablauf hat sechs Schritte. Du beantragst die neue Karte online, das dauert etwa 15 Minuten. Nach Identifizierung und Bonitätsprüfung kommt sie meist innerhalb von ein bis zwei Wochen per Post. Dann stellst du Abos, Daueraufträge und Wallets um, sicherst Punkte und Guthaben und gleichst den offenen Saldo aus. Zum Schluss kündigst du die alte Karte. Die Frist beträgt nach § 675h BGB höchstens einen Monat.
Themen in diesem Artikel
Themen in diesem Artikel:
- Gründe für den Wechsel: Erfahre, welche Vorteile, Bonusprogramme und Reiseleistungen einen Kartenwechsel lohnend machen.
- Die richtige Reihenfolge: Lerne die sechs Schritte vom Antrag bis zur Kündigung, damit keine Phase ohne Kreditkarte entsteht.
- Antrag, Dauer und Kosten: Überblick über Voraussetzungen, den 15-Minuten-Antrag, die Identifizierung und Kartenentgelte bis 720 €.
- Abos und Wallets umstellen: Finde heraus, warum Streaming, Versicherungen und Apple Pay nicht automatisch auf die neue Karte wechseln.
- Punkte und Guthaben sichern: Vergleiche, was mit Meilen, Payback-Punkten und Prepaid-Guthaben nach der Kündigung passiert.
- Alte Karte kündigen: Verstehe die Frist von höchstens einem Monat nach § 675h BGB, die Textform und den Musterinhalt.
- Willkommensangebot beim Wechsel: Erfahre, wie Willkommensangebote funktionieren und welche Bedingungen beim Wechsel gelten.
- Checkliste zum Abhaken: Überblick über alle Aufgaben vom Antrag bis zur Kündigungsbestätigung in der richtigen Reihenfolge.
- Häufige Fragen: Finde heraus, wie lang die Kündigungsfrist ist und ob du das anteilige Kartenentgelt zurückbekommst.
American Express Blue Card

American Express Blue Card
Was kann die Karte?
- 25 € Startguthaben!*
- Kostenlose Kreditkarte
- Attraktive Rabatte
Gebühren im Überblick
- 0 € Monatsgebühr
- 2% Fremdwährungsgebühr
- 4% Abhebegebühr
*Es gelten Bedingungen. Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.
American Express Card

American Express Card
Was kann die Karte?
- 10.000 Membership Rewards® Punkte*
- Attraktive Rabatte
- Reisekomfort-Versicherung
- Eine Zusatzkarte inklusive
Gebühren im Überblick
- 5 € Monatsgebühr
- 2 % Fremdwährungsgebühr
- 4% Abhebegebühr
*Es gelten Bedingungen. Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.
American Express Gold Card aus Metall

American Express Gold Card aus Metall
Was kann die Karte?
- 50.000 Membership Rewards® Punkte*
- Mobilitäts- und Shoppingguthaben
- Teilnahme am Bonusprogramm Membership Rewards®
- Umfassende Versicherungen
Gebühren im Überblick
- 20 € Monatsgebühr
- 2% Fremdwährungsgebühr
- 4% Abhebegebühr
*Es gelten Bedingungen. Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.
Warum sich ein Kartenwechsel lohnen kann
Deine erste Kreditkarte hast du vielleicht zusammen mit dem Girokonto bekommen. Sie hat ihren Zweck erfüllt: bezahlen, Hotels reservieren, online einkaufen. Mit den Jahren ändern sich aber die Ansprüche. Du reist öfter, zahlst mehr mit Karte oder willst für deine Umsätze einen spürbaren Gegenwert. Dann lohnt sich die Frage, ob deine Karte noch zu deinem Alltag passt.
Ein Wechsel ist dabei kein Schritt gegen deine bisherige Karte. Er ist eine Anpassung an neue Gewohnheiten. Drei Gründe nennen Karteninhaber:innen besonders häufig.
Ein flexibles Bonusprogramm
Viele Bankkarten setzen auf ein Co-Branding-Programm mit einem einzelnen Partner, zum Beispiel einer Airline oder einem Händlerverbund. Bei American Express sammelst du Membership Rewards® Punkte. Mit der American Express Gold Card Rosé aus Metall bekommst du einen Punkt pro ausgegebenem Euro. Mit dem Membership Rewards Turbo erhältst du 50 Prozent mehr Punkte. Der Turbo kostet 15 € im Jahr.
Beim Einlösen bist du nicht auf eine Kategorie festgelegt. Du kannst Punkte für Reisen, Gutscheine und Spenden nutzen. Du kannst sie auch mit Kartentransaktionen verrechnen oder damit das Kartenentgelt begleichen. Diese Flexibilität ist für viele der wichtigste Grund für den Umstieg.
Reiseleistungen und Komfort
Wer regelmäßig fliegt, achtet auf den Komfort vor dem Abflug. Mit der American Express Platinum Card hast du Zugang zu mehr als 1.550 Flughafen-Lounges weltweit, Priority Pass™ eingeschlossen. Je nach Karte kommen Versicherungsleistungen für Reise und Einkauf hinzu. Dafür gelten die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Lies sie vor dem Antrag, damit du weißt, welche Leistungen du konkret nutzen kannst.
Ein Vertragspartner für alles
Bei Visa- und Mastercard-Karten ist die ausgebende Bank dein Vertragspartner. Visa und Mastercard selbst geben keine Karten aus, sie betreiben das Netzwerk. Beantragst du eine Karte direkt bei American Express, ist das Unternehmen selbst Herausgeber. Antrag, Monatsabrechnung, Service und Bonusprogramm laufen dann über eine einzige Stelle. Das macht die Verwaltung übersichtlich, gerade wenn du später eine Zusatzkarte für Familienmitglieder hinzufügen möchtest.
Auch das Design spielt für manche eine Rolle. Die American Express Gold Card aus Metall und die Gold Card Rosé aus Metall liegen schwer in der Hand und fallen an der Kasse auf. Letztlich zählt aber, ob Kartenentgelt und Vorteile zu deinem Ausgabeverhalten passen. Das rechnest du am besten mit deinen echten Umsätzen der letzten zwölf Monate durch.
Charge, Revolving oder Debit: die Abrechnungsart verstehen
Bevor du wechselst, lohnt ein Blick auf die Art, wie deine Karte abrechnet. Drei Modelle sind in Deutschland verbreitet:
- Charge Card: Alle Umsätze eines Abrechnungszeitraums werden in einer Summe abgerechnet und per Lastschrift von deinem Girokonto eingezogen. So arbeiten die Karten von American Express. Du hast jeden Monat einen klaren Überblick über deine Ausgaben, und es fallen keine Sollzinsen an, weil der Betrag vollständig ausgeglichen wird.
- Revolving-Karte: Du zahlst nur einen Teilbetrag der Abrechnung zurück, der Rest wird als Kredit weitergeführt und verzinst. Das bietet Spielraum, macht die Kosten aber schwerer planbar.
- Debitkarte: Jede Zahlung wird direkt oder nach wenigen Tagen von deinem Girokonto abgebucht. Es gibt keinen gesammelten Abrechnungszeitraum.
Wechselst du von einer Debit- oder Revolving-Karte zu einer Charge Card, plane die monatliche Abbuchung der Gesamtsumme in deinem Budget ein. Achte darauf, dass dein Girokonto zum Abbuchungstermin gedeckt ist.
Wo du mit American Express bezahlen kannst
American Express Karten werden weltweit an Millionen Akzeptanzstellen angenommen. In Deutschland zahlst du neben großen Ketten bei Zehntausenden Einzelhändlern, online wie offline und in nahezu allen relevanten Branchen: im Supermarkt etwa bei Aldi, Edeka, Lidl, Rewe oder Penny, an Tankstellen wie Aral, Esso, Jet oder Shell, online bei Amazon, Zalando oder Apple und auf Reisen bei Lufthansa, SIXT, Hilton oder Marriott.
Wo du mit deiner Karte zahlen kannst, zeigt dir die Amex App oder die Amex Map: Unternehmen und Standort eingeben, schon siehst du die Akzeptanzstellen in deiner Nähe. Kontaktlos, mit Apple Pay oder Google Pay bezahlst du ebenso einfach wie mit der physischen Karte.
*Es gelten Bedingingen. Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.
Die richtige Reihenfolge: Erst die neue Karte, dann die Kündigung
Die wichtigste Regel beim Kreditkartenwechsel ist schnell erklärt: Kündige die alte Karte erst, wenn die neue aktiviert ist und alle Zahlungen umgestellt sind. Wer zuerst kündigt, riskiert eine Lücke. In dieser Zeit fehlt dir die Karte für Hotelbuchungen, Mietwagen-Kautionen oder Online-Käufe. Außerdem schlagen Abbuchungen für Streaming oder Versicherungen fehl, und das kann Mahngebühren nach sich ziehen.
So gehst du in sechs Schritten vor:
- Neue Karte beantragen: online, mit Angaben zu Einkommen und Beruf, Identifizierung per Post-Ident oder Video-Ident und anschließender Bonitätsprüfung.
- Karte erhalten und aktivieren: telefonisch, im Online-Portal oder durch die erste Zahlung mit PIN.
- Daueraufträge, Abos und Wallets umstellen: Streaming, Versicherungen, Mobilität, Online-Shops sowie Apple Pay und Google Pay.
- Punkte, Meilen und Guthaben sichern: einlösen, übertragen oder auf das Girokonto überweisen.
- Offenen Saldo ausgleichen: die letzte Abrechnung der alten Karte vollständig begleichen.
- Alte Karte kündigen: mit Zugangsnachweis und der Bitte um eine schriftliche Bestätigung.
Wie lange der Wechsel dauert
Plane realistisch einige Wochen ein. Der Online-Antrag selbst dauert etwa 15 Minuten. Danach folgen Identifizierung und Bonitätsprüfung, das geht meist innerhalb weniger Tage. Die Platinum Card wird nach erfolgreicher Prüfung in rund fünf Werktagen zugestellt. Allgemein solltest du vom Antrag bis zur Karte im Briefkasten mit ein bis zwei Wochen rechnen.
Danach stellst du deine Abos um. Je nachdem, wie viele Dienste du nutzt, dauert das ein oder zwei Abende. Erst dann kündigst du die alte Karte. Ihre Frist beträgt höchstens einen Monat. In dieser Zeit laufen beide Karten parallel, und das ist gut so. Falls ein Händler noch die alte Karte belastet, fällt es dir in der letzten Abrechnung auf.
Drei Wechselwege im Überblick
- Neuabschluss plus Kündigung: der Standardweg. Du beantragst eine neue Karte bei einem anderen Herausgeber und kündigst die alte. Nur so kommst du an ein Willkommensangebot für Neukund:innen.
- Upgrade beim bestehenden Anbieter: Du tauschst deine Karte gegen eine höherwertige desselben Herausgebers. Die alte Karte wird dabei ungültig und durch die neue ersetzt.
- Girokontowechsel nach dem Zahlungskontengesetz: Seit September 2016 gibt es einen gesetzlichen Kontowechselservice. Er gilt für Zahlungskonten, also Girokonten. Eine Kreditkarte ist ein eigener Vertrag. Beim Kontowechsel wird höchstens das Abrechnungskonto deiner Karte umgestellt, nicht die Karte selbst.
Für den Umstieg zu American Express ist der erste Weg der richtige. Die folgenden Abschnitte führen dich durch jeden Schritt.
Infografik: Kreditkarte wechseln: Ablauf, Kosten und Fristen
Die Grafik fasst den Wechsel zu American Express® zusammen. Fahre über die Werte oder tippe sie an, um Details zu sehen. Alle Angaben stammen aus diesem Ratgeber.
Die richtige Reihenfolge beim Wechsel
Kündige die alte Karte erst, wenn die neue aktiviert ist und alle Zahlungen darüber laufen.
Quelle: Ablauf und Fristen in diesem Ratgeber.
Stand: 15.10.2026
American Express beantragen: Voraussetzungen, Dauer und Kosten
Bevor du den Antrag startest, prüfe kurz die Voraussetzungen. Sie sind überschaubar:
- Du bist mindestens 18 Jahre alt.
- Dein Hauptwohnsitz liegt in Deutschland.
- Du hast eine deutsche Bankverbindung.
- Du hast ein regelmäßiges Einkommen.
- Deine Bonität ist positiv, das wird über die SCHUFA geprüft.
So läuft der Antrag ab
Der Online-Antrag dauert etwa 15 Minuten. Abgefragt werden deine Kontaktdaten, berufliche Angaben und die Bankverbindung, über die später die Monatsabrechnung eingezogen wird. Halte deine IBAN und Angaben zu deinem Einkommen bereit. Danach bestätigst du deine Identität, entweder per Video-Ident am Smartphone oder per Post-Ident in einer Filiale.
Ist die Prüfung abgeschlossen, kommt die Karte per Post. Aktivieren kannst du sie auf drei Wegen: telefonisch, im Online-Portal oder mit der ersten Zahlung mit PIN. Registriere dich gleich im Online-Bereich oder in der App. Dort siehst du Umsätze, die Online-Abrechnung und deinen Punktestand.
Was die Bonitätsprüfung für deinen Score bedeutet
Für eine neue Kreditkarte findet in der Regel eine SCHUFA-Abfrage statt. Unmittelbar nach einem Neuabschluss kann der Score vorübergehend leicht sinken. Mit der Zeit wirken pünktliche Zahlungen eher positiv. Wenn du in den nächsten Monaten eine Baufinanzierung planst, kannst du den Kartenantrag einfach zeitlich davor oder danach legen.
Kartenentgelte und Willkommensangebote im Vergleich
| Karte | Monatlich | Jährlich | Willkommensangebot* |
|---|---|---|---|
| Platinum Card | 60 € | 720 € | bis zu 85.000 Membership Rewards Punkte* |
| Gold Card aus Metall / Gold Card Rosé aus Metall | 20 € | 240 € | bis zu 50.000 Membership Rewards Punkte* |
| American Express Card | 5 € | 60 € im 1. Jahr, ab dem 2. Jahr 0 € bei mindestens 9.000 € Jahresumsatz | 10.000 Membership Rewards Punkte* |
*Höhe, Mindestumsatz und Zeitraum laut den aktuellen Angebotsbedingungen, es gelten Bedingungen.
Kartenentgelt pro Jahr im Vergleich (in Euro)
Ein Hinweis für frühere Karteninhaber:innen: Laut den Angebotsbedingungen kann das Willkommensangebot ausgeschlossen sein, wenn du in den letzten 18 Monaten Hauptkarteninhaber:in derselben Karte warst. Prüfe die aktuellen Bedingungen deshalb vor dem Antrag.
Entgelte im Ausland und beim Bargeld
Zahlst du in einer fremden Währung, rechnet American Express den Betrag zum aktuellen Wechselkurs um und berechnet ein Fremdwährungsentgelt von 2 %. Für Bargeldabhebungen am Automaten fallen 4 % des Betrags an, mindestens 5 €. Auf Reisen bezahlst du deshalb am besten direkt mit der Karte und in Landeswährung, statt Bargeld abzuheben. Vergleiche diese Entgelte mit den Konditionen deiner bisherigen Karte, damit du weißt, was sich für dich ändert.
Abos, Daueraufträge und Wallets auf die neue Karte umstellen
Dieser Schritt kostet die meiste Zeit, und genau hier passieren die meisten Fehler. Deine alte Kreditkarte ist wahrscheinlich bei mehr Diensten hinterlegt, als du im Kopf hast. Gehe die Kategorien deshalb systematisch durch:
- Streaming und Software: Video, Musik, Hörbücher, Cloud-Speicher, Office-Abos, Passwortmanager.
- Versicherungen: Reise-, Haftpflicht- oder Handyversicherungen, die per Kreditkarte abgerechnet werden.
- Mobilität: Carsharing, E-Scooter, Fahrdienste, Bahn-App, Parken, Ladesäulen fürs E-Auto.
- Online-Shops und Marktplätze: gespeicherte Zahlungsdaten in Kundenkonten und Bezahldiensten.
- Reise: Hotel- und Airline-Konten, Buchungsportale, Vielfliegerprogramme.
- Wallets: Apple Pay und Google Pay auf Smartphone und Smartwatch.
Warum nichts automatisch umgestellt wird
Vielleicht hast du schon erlebt, dass eine Ersatzkarte nach Ablauf der alten einfach weiter funktioniert hat. Dahinter stecken Dienste der Kartennetzwerke wie der Visa Account Updater und der Mastercard Automatic Billing Updater. Sie übermitteln neue Kartennummern und Ablaufdaten an teilnehmende Händler. Das klappt aber nur, wenn der Händler mitmacht.
Unsere Einordnung: Diese Dienste sind für Karten gedacht, die derselbe Herausgeber neu ausstellt, etwa bei einem neuen Ablaufdatum oder nach einem Kartenverlust. Wechselst du zu einem anderen Herausgeber, greifen sie nicht. Du hinterlegst die neue Karte bei jedem Händler selbst.
So findest du jede Abbuchung
Am zuverlässigsten ist ein Blick in die Abrechnungen der letzten zwölf Monate. So erwischst du auch Dienste, die nur einmal im Jahr abbuchen, etwa eine Domain, eine Versicherung oder ein Jahresabo. Notiere jede wiederkehrende Belastung in einer Liste und hake sie ab, sobald die neue Karte hinterlegt ist.
Tip: Plane eine Übergangsphase von mindestens einem Abrechnungszyklus mit beiden Karten ein. Taucht in der letzten Abrechnung der alten Karte noch eine wiederkehrende Belastung auf, hast du einen vergessenen Dienst gefunden. Stelle ihn um, bevor die Kündigung wirksam wird.
Vergiss die Wallets nicht. Füge die neue Karte in Apple Pay oder Google Pay hinzu und lege sie als Standardkarte fest. Entferne die alte Karte erst nach der Kündigung. Sonst zahlst du an der Kasse aus Gewohnheit noch mit der falschen Karte.
Punkte, Meilen und Guthaben vor der Kündigung sichern
Bevor du kündigst, schau dir an, was auf deinem alten Kartenkonto liegt. Bonuspunkte, Meilen und Guthaben folgen eigenen Regeln. Manche Programme schützen deine Punkte nur, solange die Karte läuft.
Miles & More Kreditkarten
Mit einer Miles & More Gold oder Blue Credit Card verfallen deine Meilen während der Kartenlaufzeit nicht, unabhängig vom Umsatz. Mit der Kündigung endet dieser Schutz. Es folgt eine Karenzzeit von mindestens drei Monaten nach Ablauf des Quartals, in dem die Kündigung wirksam wird. Danach gilt wieder der normale Verfall. Bei der MyFlex Credit Card sind Meilen von vornherein nicht vor dem Verfall geschützt. Dein Miles & More-Konto bleibt in allen Fällen bestehen.
Für dich heißt das: Löse größere Meilenstände vor der Kündigung ein, etwa für einen Prämienflug oder ein Upgrade. Kleine Restbestände kannst du in der Karenzzeit noch für Prämien aus dem Shop nutzen.
Payback und andere Programme
Payback-Punkte hängen an deinem Payback-Konto, nicht an der Karte. Es gelten die Programmbedingungen des Anbieters. Prüfe dort, wann deine ältesten Punkte verfallen, und löse sie rechtzeitig ein.
Prepaid-Guthaben und Saldo
Hast du eine Prepaid-Kreditkarte, muss dir das Restguthaben nach der Kündigung ausgezahlt werden, in der Regel auf das Referenzkonto. Schneller geht es, wenn du das Guthaben vorher selbst auf dein Girokonto überweist. Bei klassischen Kreditkarten gleichst du stattdessen den offenen Saldo aus. Erst dann ist das Kartenkonto sauber abgeschlossen.
| Programm/Guthaben | Regel bei Kündigung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Miles & More (Gold/Blue Card) | Verfallsschutz endet, Karenzzeit von mindestens 3 Monaten nach Quartalsende | Meilen vorher einlösen |
| Miles & More MyFlex | Kein Verfallsschutz | Meilen laufend einlösen |
| Payback | Eigene Programmbedingungen, unabhängig von der Karte | Bedingungen prüfen |
| Prepaid-Guthaben | Auszahlung auf das Referenzkonto | Vorher selbst überweisen |
| Membership Rewards | Bleiben bestehen, solange eine Karte mit Membership Rewards aktiv ist | Vor Kündigung der letzten Karte einlösen oder übertragen |
Ein Blick nach vorn
Auch für deine neuen Membership Rewards Punkte lohnt sich das Wissen. Sie bleiben erhalten, solange du eine Karte mit Membership Rewards besitzt. Wechselst du später zwischen Karten von American Express, etwa von der Gold Card zur Platinum Card, bleibt dein Punktekonto bestehen. Kündigst du irgendwann deine letzte Karte mit Membership Rewards, regeln die Teilnahmebedingungen, wie lange und wofür du Punkte noch einlösen kannst. Lies sie in diesem Fall vorher nach.
Alte Kreditkarte kündigen: Frist, Form und Musterinhalt
Die Kündigung ist der letzte und einfachste Schritt, denn das Gesetz steht auf deiner Seite. Ein Kreditkartenvertrag ist ein sogenannter Zahlungsdiensterahmenvertrag. Nach § 675h BGB kannst du ihn jederzeit kündigen. Eine vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist darf höchstens einen Monat betragen. Längere Fristen sind unwirksam. Einen Grund musst du nicht nennen.
Prüfe dennoch die Vertragsbedingungen deiner alten Karte. Dort steht, ob eine Mindestlaufzeit vereinbart ist und zu welchem Termin die Kündigung wirkt, oft zum Monatsende.
Good to know: Früher waren drei Monate Frist zum Ende der Laufzeit üblich. Diese Regel gilt seit 2009 nicht mehr. Umgekehrt muss die Bank dir bei einer ordentlichen Kündigung mindestens zwei Monate Zeit lassen (§ 675h Abs. 2 BGB). Hast du das Kartenentgelt im Voraus bezahlt, erstattet dir der Herausgeber den Anteil für die Zeit nach dem Vertragsende (§ 675h Abs. 4 BGB).
An wen die Kündigung geht
Adressat ist der Kartenherausgeber. Hast du deine Visa- oder Mastercard über deine Hausbank bekommen, kündigst du bei dieser Bank. Ein Schreiben an Visa oder Mastercard läuft ins Leere, denn die Netzwerke sind nicht dein Vertragspartner.
Welche Form gilt
Rechtlich reicht die Textform nach § 126b BGB. Eine E-Mail, ein Formular im Online-Banking oder ein Brief ohne Unterschrift sind gültig. Entscheidend ist, dass du den Zugang nachweisen kannst.
| Weg | Rechtlich gültig | Nachweis |
|---|---|---|
| Einschreiben mit Rückschein | ja | stark |
| Brief oder Fax | ja | mittel |
| E-Mail / Online-Banking-Formular | ja (Textform) | Bestätigung anfordern |
| Telefon / App | nur, wenn der Anbieter es anbietet | schwach |
Was ins Kündigungsschreiben gehört
- Dein Name, deine Anschrift und gegebenenfalls deine E-Mail-Adresse
- Die letzten vier Ziffern der Kartennummer, gegebenenfalls Kunden- oder Kartenkontonummer
- Der Kündigungstermin: ein festes Datum oder „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“
- Der Widerruf der Einzugsermächtigung für dein Girokonto
- Die Bitte um eine schriftliche Bestätigung und um anteilige Erstattung des Kartenentgelts
Lass den Sicherheitscode (CVC) und das Ablaufdatum weg. Beides braucht der Herausgeber für die Kündigung nicht, und so bleiben deine Kartendaten geschützt.
Musterinhalt
Kündigung meines Kreditkartenvertrags
Karteninhaber:in: Vorname Nachname, Straße Hausnummer, PLZ Ort
Karte mit den Endziffern 1234, Kundennummer 000000Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit kündige ich meinen Kreditkartenvertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Die erteilte Einzugsermächtigung widerrufe ich mit Wirksamwerden der Kündigung. Bitte erstatten Sie mir das im Voraus gezahlte Kartenentgelt anteilig auf mein Referenzkonto. Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung und den Beendigungstermin schriftlich.Mit freundlichen Grüßen
Vorname Nachname
Nach der Kündigung schickst du die alte Karte je nach Vertragsbedingungen zurück oder zerschneidest sie quer durch Chip und Magnetstreifen. Bewahre die Kündigungsbestätigung und die letzte Abrechnung auf, bis die Erstattung auf deinem Konto eingegangen ist.
Sicherheit während des Wechsels
In der Übergangszeit hast du zwei Karten in Umlauf. Bewahre beide sicher auf und gib die Daten der neuen Karte nur auf Seiten ein, die du selbst aufgerufen hast. Kommen E-Mails oder SMS, die dich wegen des Wechsels zur Eingabe von Kartendaten, PIN oder Zugangsdaten auffordern, ist Vorsicht geboten: Seriöse Kartenherausgeber fragen diese Daten nicht per Link ab. Bei Online-Zahlungen mit American Express schützt dich zusätzlich SafeKey® mit einem Code per E-Mail oder SMS.
Geht eine Karte verloren oder bemerkst du verdächtige Umsätze, lass sie sofort sperren. Für Schäden vor der Sperrmeldung haftest du nach § 675v BGB höchstens mit 50 Euro, sofern du nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hast. Nach der Sperrmeldung haftest du grundsätzlich nicht mehr. Zerschneide die alte Karte erst, wenn die Kündigung bestätigt ist, und entsorge sie so, dass Chip und Kartennummer unbrauchbar sind.
Willkommensangebot beim Wechsel
Wenn du als Neukund:in zu American Express wechselst, kannst du von einem Willkommensangebot profitieren. Für die Platinum Card sind es bis zu 85.000 Membership Rewards Punkte*, für die Gold Card bis zu 50.000 Membership Rewards Punkte*. Für die American Express Card sind es 10.000 Membership Rewards Punkte*.
Die genaue Punktzahl hängt von deinem Umsatz in einem festgelegten Zeitraum nach Kartenerhalt ab. Höhe, Mindestumsatz und Zeitraum stehen in den aktuellen Angebotsbedingungen. Lies sie vor dem Antrag genau, denn Angebote werden regelmäßig angepasst.
Den Wechsel klug planen
Der Zeitpunkt des Wechsels hat Einfluss darauf, wie leicht du den Mindestumsatz erreichst. Steht in den nächsten Monaten eine größere Ausgabe an, etwa eine Urlaubsbuchung, neue Möbel oder eine Versicherungsprämie, passt der Antrag gut davor. Dann laufen diese Ausgaben ohnehin über die neue Karte.
Ein weiterer Vorteil der richtigen Reihenfolge: Stellst du deine Abos früh um, zählen auch sie zum Umsatz. Streaming, Mobilfunk oder Versicherungen summieren sich über ein paar Monate. Kauf aber nichts, nur um eine Umsatzschwelle zu knacken. Das Angebot soll dein normales Ausgabeverhalten belohnen.
Wer das Angebot nutzen kann
Willkommensangebote richten sich an Neukund:innen der jeweiligen Karte. Laut den Angebotsbedingungen kann der Bonus ausgeschlossen sein, wenn du in den letzten 18 Monaten Hauptkarteninhaber:in derselben Karte warst. Wer die Platinum Card oder die Gold Card früher schon besessen hat, sollte das vor dem Antrag prüfen.
Was du mit den Punkten machst
Die Punkte aus dem Willkommensangebot landen auf deinem Membership Rewards Konto. Du kannst sie für Reisen, Gutscheine oder Spenden einlösen. Du kannst sie auch mit Kartenumsätzen verrechnen oder das Kartenentgelt damit begleichen. So startest du mit einem Punktestand, der sich direkt in einen Gegenwert verwandeln lässt.
*Höhe, Mindestumsatz und Zeitraum laut den aktuellen Angebotsbedingungen, es gelten Bedingungen.
Checkliste: Kreditkartenwechsel zum Abhaken
Mit dieser Liste behältst du den Überblick. Arbeite sie von oben nach unten ab. Die Reihenfolge ist bewusst so gewählt, dass du jederzeit eine funktionierende Karte hast.
Vor dem Antrag
- Umsätze der letzten zwölf Monate prüfen und passende Karte wählen
- Voraussetzungen klären: 18 Jahre, Wohnsitz und Bankverbindung in Deutschland, regelmäßiges Einkommen
- Aktuelle Angebotsbedingungen und Versicherungsbedingungen lesen
- Vertragsbedingungen der alten Karte auf Mindestlaufzeit und Kündigungstermin prüfen
Antrag und Aktivierung
- Online-Antrag ausfüllen, IBAN und Einkommensangaben bereithalten
- Identität per Video-Ident oder Post-Ident bestätigen
- Karte nach Erhalt aktivieren: Telefon, Online-Portal oder erste Zahlung mit PIN
- Im Online-Bereich und in der App registrieren
Umstellung
- Abrechnungen nach wiederkehrenden Belastungen durchsuchen
- Streaming, Software, Versicherungen und Mobilitätsdienste umstellen
- Zahlungsdaten in Online-Shops, Reise- und Hotelkonten aktualisieren
- Neue Karte in Apple Pay oder Google Pay als Standard festlegen
Abschluss der alten Karte
- Meilen, Punkte und Prepaid-Guthaben einlösen oder überweisen
- Letzte Abrechnung abwarten und Saldo vollständig ausgleichen
- Kündigung mit Zugangsnachweis an den Herausgeber senden
- Bestätigung und Erstattung des anteiligen Kartenentgelts kontrollieren
- Alte Karte zurücksenden oder zerschneiden, aus den Wallets entfernen
Für den gesamten Ablauf brauchst du in der Praxis etwa vier bis sechs Wochen. Davon entfällt der größte Teil auf Wartezeiten: Zustellung der Karte, ein Abrechnungszyklus zur Kontrolle und die Kündigungsfrist. Deine aktive Arbeit beschränkt sich auf den Antrag, ein oder zwei Abende für die Umstellung und ein kurzes Kündigungsschreiben.
Häufig gestellte Fragen
Welche Reihenfolge ist beim Kreditkartenwechsel richtig?
Beantrage zuerst die neue Karte und aktiviere sie. Stelle danach Abos, Daueraufträge und Wallets um, löse Punkte ein und gleiche den Saldo aus. Erst dann kündigst du die alte Karte mit Zugangsnachweis.
Wie lang ist die Kündigungsfrist einer Kreditkarte?
Nach § 675h BGB darf die vertragliche Kündigungsfrist für dich höchstens einen Monat betragen. Längere Fristen sind unwirksam. Manche Banken verzichten ganz auf eine Frist. Einen Kündigungsgrund musst du nicht nennen.
Bekomme ich das Kartenentgelt der alten Karte zurück?
Ja, anteilig. Hast du das Entgelt im Voraus für das ganze Jahr bezahlt, erstattet dir der Herausgeber nach § 675h Abs. 4 BGB den Anteil für die Zeit nach Vertragsende. Bitte im Kündigungsschreiben ausdrücklich darum.
Muss die Kündigung unterschrieben sein?
Nein. Die Textform nach § 126b BGB reicht, also E-Mail, Online-Banking-Formular oder ein Brief ohne Unterschrift. Am besten nachweisbar ist ein Einschreiben mit Rückschein. Fordere zusätzlich eine schriftliche Bestätigung an.
Wie lange dauert es, bis die neue Karte da ist?
Der Online-Antrag dauert etwa 15 Minuten. Nach Identifizierung und Bonitätsprüfung kommt die Karte meist innerhalb von ein bis zwei Wochen per Post. Plane deshalb mindestens zwei Wochen Vorlauf vor der Kündigung ein.
Werden meine Abos automatisch auf die neue Karte umgestellt?
Nein. Updater-Dienste der Kartennetzwerke übertragen nur Ersatzkarten desselben Herausgebers an teilnehmende Händler. Wechselst du den Herausgeber, hinterlegst du die neue Karte bei Streaming, Versicherungen, Shops und Wallets selbst.
Hilft der gesetzliche Kontowechselservice beim Kreditkartenwechsel?
Nur indirekt. Der Service nach dem Zahlungskontengesetz gilt seit September 2016 für Girokonten. Er stellt höchstens das Abrechnungskonto deiner Karte um. Den Kreditkartenvertrag selbst wechselst du separat per Neuantrag und Kündigung.















