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Befristete Jobs dominieren den Arbeitsmarkt für junge Menschen

23. August 2026, 14:29 Uhr593 AufrufeZuletzt geprüft: 20.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Befristete Arbeitsverträge sind in Deutschland besonders bei jungen Menschen verbreitet, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. Während der Anteil befristeter Jobs insgesamt rückläufig ist, bleibt die Unsicherheit für viele Arbeitnehmer hoch. Gewerkschaften und Sozialverbände fordern daher umfassende Reformen, um mehr Planungssicherheit zu schaffen und den Arbeitsmarkt gerechter zu gestalten.

In Deutschland arbeiten 18,3 Prozent der 15- bis 25-jährigen Erwerbstätigen mit befristeten Verträgen – nahezu jeder fünfte junge Arbeitnehmer. Damit liegt die Befristungsquote in dieser Altersgruppe mehr als dreimal so hoch wie im Gesamtdurchschnitt von 6 Prozent, was rund 2,2 Millionen Beschäftigten entspricht. Bei den 55- bis 65-Jährigen beträgt die Quote lediglich 2,8 Prozent. Viele junge Menschen nehmen solche Jobs an, um die Kosten für Studium oder Ausbildung zu finanzieren.

Rückgang atypischer Beschäftigungsformen

Der Anteil befristeter Jobs ist seit 2015 von 7 Prozent auf aktuell 6 Prozent gesunken. Insgesamt arbeiten 6,4 Millionen Menschen oder 17,2 Prozent der Kernerwerbstätigen in atypischen Beschäftigungsformen wie Befristungen, Minijobs, kurzer Teilzeit oder Zeitarbeit. Langfristig zeigt sich ein deutlicher Rückgang: Vor einigen Jahren lag dieser Anteil noch bei 20,8 Prozent. Detaillierte Zahlen zur Entwicklung und Verbreitung von geringfügiger Beschäftigung liefert die aktuelle Minijob-Statistik.

Befristungen: Selten freiwillig, oft kurzfristig

Nur 2,7 Prozent der befristet Beschäftigten haben diese Vertragsform freiwillig gewählt. Über die Hälfte der befristeten Verträge läuft weniger als ein Jahr. Besonders verbreitet sind Befristungen im Bildungssektor mit 11,2 Prozent sowie im Gastgewerbe mit 8,8 Prozent.

Nachteile befristeter Arbeitsverhältnisse

Stefan Körzell, Vize-Vorsitzender des DGB, kritisiert die Unsicherheiten befristeter Beschäftigung: Betroffene könnten ihr Leben schwer planen und Interessen am Arbeitsplatz kaum durchsetzen. Unbefristete Verträge seien unerlässlich für Mietverträge, Familiengründung oder langfristige Bindung an Unternehmen.

Debatte um sachgrundlose Befristungen

Die Regierungskoalition plant, sachgrundlose Befristungen auf bis zu 48 Monate zu verlängern. Neue Arbeitsverhältnisse könnten bis Ende 2030 bis zu sechsmal verlängert werden. Körzell fordert stattdessen die vollständige Abschaffung sachgrundloser Befristungen und betont, sichere Beschäftigung sei ein Standortvorteil. Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung unterstützt die geplanten Änderungen mit Verweis auf fehlende Risikoinvestitionen und neue Stellenangebote.

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