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Benötigter Ladestrom für Elektro-Lkw in Europa

27. September 2026, 19:08 Uhr2 AufrufeZuletzt geprüft: 27.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Bis 2045 könnte der Strombedarf für Elektro-Lkw in Europa auf über 200 Terawattstunden jährlich steigen, so eine Studie des Fraunhofer-Instituts und des ICCT. Deutschland wird den größten Bedarf haben, gefolgt von Frankreich und Großbritannien. Entscheidend ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur an zentralen Verkehrsknotenpunkten.

Der Strombedarf für Elektro-Lkw in Europa könnte bis 2045 auf mehr als 200 Terawattstunden pro Jahr steigen. Dies geht aus einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) und des International Council on Clean Transportation (ICCT) hervor. Bereits 2035 wird ein Bedarf von etwa 100 Terawattstunden erwartet.

Abhängigkeit von politischen Rahmenbedingungen

Die Prognose basiert auf einem Szenario mit günstigen politischen Bedingungen zur Förderung batterieelektrischer Lkw. Ohne entsprechende politische Maßnahmen könnte der Strombedarf lediglich ein Drittel der prognostizierten Werte erreichen. Die Entwicklung der Elektromobilität im Schwerlastverkehr hängt damit maßgeblich von politischen Entscheidungen ab.

Strombedarf nach Ländern bis 2045

Deutschland wird mit 43 Terawattstunden den höchsten Strombedarf für Elektro-Lkw aufweisen. Frankreich und Großbritannien folgen mit 35 beziehungsweise 34 Terawattstunden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden laut Statistischem Bundesamt insgesamt 432 Terawattstunden Strom in Deutschland produziert und ins Netz eingespeist. Eine Terawattstunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden.

Ladeinfrastruktur: Depot-Ladung dominiert

Nur ein geringer Anteil des Ladebedarfs wird unterwegs entstehen. Die Mehrheit der Ladevorgänge erfolgt an festen Standorten wie Depots. Die Studienautoren betonen, dass das Laden hauptsächlich entlang bestimmter Güterverkehrskorridore sowie an Industriestandorten und Logistikzentren konzentriert sein wird.

Gezielte Infrastrukturplanung erforderlich

Laut Steffen Link vom ISI sollten beim Ausbau der Ladeinfrastruktur jene Regionen Priorität erhalten, in denen der höchste Bedarf zu erwarten ist. Zentrale Anforderungen umfassen:

  • Konzentration auf Gebiete mit hohem prognostiziertem Bedarf
  • Ausbau entlang wichtiger Güterverkehrskorridore
  • Infrastruktur an Industriestandorten und Logistikzentren

Ohne diese gezielte Planung besteht das Risiko einer unzureichenden Netzinfrastruktur bei einem raschen Umstieg auf elektrische Lkw-Modelle.