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Deutsche Wirtschaft erfährt temporäre Wachstumsdelle

27. September 2026, 19:08 Uhr5 AufrufeZuletzt geprüft: 27.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die deutsche Wirtschaft steht vor Herausforderungen: Nach einem schwachen dritten Quartal erwartet die Bundesbank zum Jahresende eine Erholung. Doch hohe Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten könnten den Aufschwung bremsen. Die Inflation bleibt ein zentrales Thema, das die Kaufkraft belastet.

Die deutsche Wirtschaft verzeichnet im dritten Quartal 2026 einen leichten Rückgang, doch die Bundesbank erwartet laut Monatsbericht vom September eine positive Entwicklung zum Jahresende. Entscheidend für die weitere Konjunktur sind der Konflikt im Nahen Osten sowie die Normalisierung der Pegelstände wichtiger Wasserstraßen wie des Rheins.

Moderates BIP-Wachstum nach positivem Jahresauftakt

In den ersten beiden Quartalen 2026 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorquartal. Für das dritte Quartal rechnen die Volkswirte der Bundesbank trotz Herausforderungen durch Dürreperioden und niedrige Wasserstände nur mit einem geringen saisonbereinigten Anstieg. Die industrielle Produktion leidet unter den niedrigen Pegelständen des Rheins, während Exporte weniger zum Wachstum beitragen als ursprünglich prognostiziert.

Energiepreise belasten Kaufkraft und Konsum

Der private Konsum bleibt zurückhaltend, da hohe Energiekosten infolge geopolitischer Konflikte die Haushaltsbudgets belasten. Wesentliche Faktoren:

  • Energiepreise steigen aufgrund geopolitischer Spannungen weiter an
  • Kaufkraftverlust durch erhöhte Lebenshaltungskosten

Mit dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni stieg die Teuerungsrate merklich: Im August lagen die Verbraucherpreise um 2,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Bundesbank erwartet anhaltend hohe Inflation

Die Bundesbank rechnet kurzfristig mit keiner Entspannung bei der Teuerungsrate. Stark gestiegene Energiekosten könnten auf dem aktuellen Niveau verharren oder weiter steigen. Steigende Produktions- und Transportkosten infolge teurerer Energiequellen könnten zusätzlich auf andere Preise durchschlagen. Eine längere Phase hoher Preise für Rohöl, Gas und Strom könnte die Rückkehr zur von der Europäischen Zentralbank angestrebten Inflationsrate von 2,0 Prozent verzögern. Dieses mittelfristige Ziel gilt als wesentliche Voraussetzung für den Erhalt der Kaufkraft und die Stabilität des Euro.