Verbraucherzentralen fordern ein bundesweit einheitliches Tarifsystem für den öffentlichen Nahverkehr, das sich ausschließlich an der Fahrzeit orientiert. Statt komplexer Zonen- und Ringtarife sollen künftig nur noch fünf Ticketvarianten gelten: für 15, 30, 60 und 120 Minuten sowie für 24 Stunden. Das System soll sowohl digital als auch an Automaten verfügbar sein und den Nahverkehr besonders für Gelegenheitsfahrer attraktiver machen.
Zeitbasiertes Tarifmodell als Alternative zu Zonensystemen
Ramona Pop vom Bundesverband der Verbraucherzentralen betont die Notwendigkeit eines überall gleich funktionierenden Tarifsystems. Die derzeitige Tariflandschaft mit unterschiedlichen Zonen, Ringen und Kurzstreckenregelungen überfordert nicht nur Touristen, sondern hält potenzielle Fahrgäste vom Umstieg auf Bus und Bahn ab. Das vorgeschlagene zeitbasierte Modell würde sich am Fahrplan orientieren und wäre nach einmaliger Einarbeitung in jedem Verkehrsverbund anwendbar.
Deutschlandticket mit 14,5 Millionen Nutzern
Das Deutschlandticket hat sich seit seiner Einführung zu Jahresbeginn als Erfolgsmodell etabliert und zählt mittlerweile 14,5 Millionen Kunden. Es ermöglicht die uneingeschränkte Nutzung aller regionalen Verkehrsmittel ohne Tarifbeschränkungen und ist monatlich kündbar. Der aktuelle Preis liegt bei 63 Euro pro Monat. Für Vielfahrer und Pendler stellt das Ticket bereits eine deutliche Vereinfachung dar, während Gelegenheitsnutzer weiterhin mit komplexen Einzeltarifen konfrontiert sind.
Preisgestaltung und künftige Entwicklung
Für das kommende Jahr ist eine Neuberechnung des Deutschlandticket-Preises geplant, die erstmals einen Index berücksichtigt, der Personal-, Energie- und weitere Kosten einbezieht. Verbraucherverbände warnen vor deutlichen Preissteigerungen, nachdem das Ticket bereits von ursprünglich 49 Euro auf zunächst 58 Euro und schließlich auf die aktuellen 63 Euro angehoben wurde. Die Bekanntgabe des neuen Preises steht in Kürze bevor.
