Die Deutsche Bahn verzeichnete im September eine Pünktlichkeitsquote von 52,4 Prozent im Fernverkehr – nahezu jeder zweite Fernzug erreichte sein Ziel verspätet. Dieser Wert markiert den zweitschlechtesten Monatswert des laufenden Jahres. Die Reisendenpünktlichkeit, die Zugausfälle einbezieht und Verspätungen bis 14 Minuten 59 Sekunden toleriert, lag bei 58,6 Prozent.
Infrastrukturprobleme als Hauptursache
Eine hohe Anzahl von Störungen an den Anlagen führte zu den Verzögerungen. Besonders betroffen war die Strecke zwischen Berlin und Wolfsburg, wo ICE-Züge aufgrund des schlechten Streckenzustands vielerorts langsamer fahren mussten. Die Verbindung Hannover-Berlin wurde für umfassende Sanierungsarbeiten gesperrt, die bis Mitte Dezember 2027 abgeschlossen sein sollen.
Auswirkungen der Sanierungsmaßnahmen
Während der Bauarbeiten werden Züge über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Diese alternative Streckenführung verlängert die Fahrzeit zwischen Berlin und Hannover um etwa 80 Minuten. Ein Zug gilt ab sechs Minuten Verzögerung als verspätet, Zugausfälle fließen nicht in diese Statistik ein.
Zielvorgaben und langfristige Perspektiven
Bahnchefin Evelyn Palla hatte für das laufende Jahr eine Pünktlichkeitsrate von mindestens 60 Prozent im Fernverkehr als Ziel ausgegeben. Angesichts des bisherigen Jahresverlaufs erscheint dieses Ziel schwer erreichbar. Der bundeseigene Konzern investiert mit Milliardenmitteln des Bundeshaushalts in Generalsanierungen vielbefahrener Streckenabschnitte. Diese Sanierungsprogramme sollen sich bis in die 30er Jahre erstrecken und langfristig stabilere Netzstrukturen sowie pünktlicheren Reiseverkehr ermöglichen.
