Ab 2027 wird E-Zigaretten-Liquid in Deutschland deutlich teurer. Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben eine Steuererhöhung auf 38 Cent pro Milliliter beschlossen, die bis 2030 schrittweise auf 44 Cent steigen soll. Ein typisches 10-Milliliter-Liquid wird dadurch um etwa 1,43 Euro teurer als heute.
Steuererhöhung übertrifft ursprüngliche Pläne
Der Finanzausschuss des Bundestags hat dem Vorhaben bereits zugestimmt. Die finale Abstimmung im Plenum gilt als sicher. Die beschlossene Steuer liegt deutlich über den ursprünglichen Plänen des Bundesfinanzministeriums, das lediglich einen Anstieg auf 33 Cent mit weiteren jährlichen Erhöhungen bis maximal 36 Cent vorgesehen hatte. Knappe Haushaltsmittel zwangen Bundesregierung und Koalitionsfraktionen zu einer Verschärfung der steuerlichen Maßnahmen.
Preisentwicklung bis 2030
Dustin Dahlmann vom Bündnis für Tabakfreien Genuss erläutert die Auswirkungen: Der aktuelle Preis vieler 10-Milliliter-Liquids liegt bei rund 12 Euro. Unter Berücksichtigung der Steuererhöhung sowie erwarteter Kostensteigerungen bei Energie, Löhnen, Transport und Logistik könnte der Preis bis 2030 knapp 15 Euro betragen. Die Preiserhöhung fließt vollständig in Steuern und gestiegene Betriebskosten, nicht in höhere Gewinnmargen der Hersteller oder Händler.
Herausforderungen für die Branche
Die Reform stellt für Hersteller und Händler von E-Zigaretten-Liquids eine erhebliche Herausforderung dar. Parallel zur Verschärfung bei E-Zigaretten wurden einige Vorschriften für Zigarren und Zigarillos gelockert. Die Branche äußert Besorgnis über mögliche Auswirkungen auf illegale Aktivitäten, nachdem bereits im vergangenen Jahr eine Tabaksteuererhöhung durchgeführt wurde.
