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Inflation überschreitet erstmals seit Ende 2023 die Drei-Prozent-Marke

1. Oktober 2026, 13:50 Uhr9 AufrufeZuletzt geprüft: 01.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Im September erreichte die Inflation in Deutschland mit 3,3 Prozent einen neuen Höchststand, angetrieben durch steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Während Nahrungsmittelpreise nur leicht stiegen, verteuerte sich Energie drastisch. Ein neuer Tankrabatt ab Oktober soll Entlastung bringen.

Die Inflationsrate in Deutschland hat im September 2024 erstmals seit Ende 2023 wieder die Drei-Prozent-Marke überschritten. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes erreichte die Teuerung 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Haupttreiber sind die stark gestiegenen Energiepreise, insbesondere an den Tankstellen. Zwischen August und September 2024 verteuerten sich die Lebenshaltungskosten um 0,6 Prozent.

Energiepreise: Anstieg um 14,9 Prozent

Deutsche Verbraucher mussten im September 14,9 Prozent mehr für Kraftstoffe und Haushaltsenergie ausgeben als ein Jahr zuvor. Die andauernden Spannungen im Nahen Osten und die Aktivitäten der Huthi-Miliz im Jemen entlang der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab haben die weltweite Ölversorgung belastet. Der Preis für Brent-Öl stieg zeitweise über 100 Dollar pro Barrel. Die Importpreise erhöhten sich bereits im August um über acht Prozent.

Moderate Entwicklung bei Nahrungsmitteln

Nahrungsmittelpreise zeigten eine deutlich moderatere Entwicklung mit einem Anstieg von nur 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dienstleistungen wie Pauschalreisen und Restaurantbesuche verteuerten sich um 2,7 Prozent.

Geplanter Tankrabatt ab Oktober

Die Bundesregierung plant zur Entlastung der Autofahrer einen Tankrabatt ab dem 1. Oktober bis zum Jahresende. Die Steuern auf Sprit sollen um etwa 17 Cent pro Liter sinken. Diese Maßnahme orientiert sich an einem früheren Rabatt, der bereits im Mai und Juni eingesetzt wurde.

EZB-Zinspolitik: Erhöhung auf 2,75 Prozent erwartet

Die Europäische Zentralbank steht angesichts der anhaltend hohen Inflation vor weiteren geldpolitischen Anpassungen. Wirtschaftsexperten erwarten, dass die EZB den Einlagenzins in diesem Jahr auf 2,75 Prozent anheben wird. Das Ifo-Institut prognostiziert, dass Energieversorger ihre Preise für Strom und Gas insbesondere während des Winters erhöhen werden.

Auswirkungen höherer Leitzinsen

  • Sparer profitieren von besseren Konditionen bei Banken
  • Kredite werden teurer, was die Nachfrage dämpfen kann
  • Erschwerter Zugang zu günstigen Krediten kann Investitionen hemmen
  • Übermäßig starke Zinserhöhungen könnten das Wirtschaftswachstum bremsen

Die EZB verfolgt das vorrangige Ziel, die Stabilität des Euro zu gewährleisten und die Kaufkraft der Bevölkerung zu schützen. Ihr Inflationsziel liegt bei zwei Prozent.