Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Christian Sewing, fordert eine stärkere Nutzung des Kapitalmarkts für die Altersvorsorge in Deutschland. Auf einer Bundesbank-Konferenz in Frankfurt betonte er, dass ausreichend Kapital vorhanden sei, dieses jedoch zu selten für langfristige Vorsorge und produktive Investitionen eingesetzt werde. Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Mauderer bezeichnete die jüngste Rentenreform mit dem Altersvorsorgedepot als potenziellen „Gamechanger“ für das deutsche Rentensystem.
Altersvorsorgedepot: Staatliche Förderung ab Januar
Seit dem 1. Januar können Sparer über ein Altersvorsorgedepot privat für das Alter vorsorgen. Das Depot ermöglicht Investitionen in ETFs, Aktienfonds und Anleihen. Der Staat fördert diese Form der Vorsorge mit einer jährlichen Zulage von bis zu 300 Euro pro Kind. Kapitalerträge bleiben während der Ansparphase steuerfrei.
Internationale Vergleiche zeigen Nachholbedarf
Sewing verwies auf den Rückstand Deutschlands gegenüber anderen Industrienationen bei der kapitalmarktbasierten Altersvorsorge. In den USA, Großbritannien sowie in den Niederlanden, Dänemark und Schweden ist die Beteiligung am Kapitalmarkt für die Altersvorsorge bereits deutlich weiter verbreitet. Der Erfolg des deutschen Modells hänge laut Sewing weniger von einzelnen Finanzprodukten ab, sondern davon, ob eine breite Beteiligung am Kapitalmarkt zum Standard für Millionen Menschen werde.
Volkswirtschaftliche Effekte durch Kapitalmarktbeteiligung
Mehr Investitionen über den Kapitalmarkt könnten nach Ansicht Sewings nicht nur den individuellen Wohlstand erhöhen, sondern auch positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa haben. Die Reform zielt darauf ab, privates Kapital stärker für produktive Investitionen zu mobilisieren und gleichzeitig die finanzielle Absicherung im Alter zu verbessern.
