Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli senkt seine Umsatzprognose für das laufende Jahr deutlich: Statt der ursprünglich erwarteten vier bis sechs Prozent Wachstum rechnet das Unternehmen nur noch mit maximal zwei Prozent. Als Hauptgründe nennt der Konzern aus Kilchberg bei Zürich die hohe Preissensibilität der Verbraucher sowie die extreme Sommerhitze in Europa, die den gesamten Schokoladenmarkt belastete.
Rückläufige Nachfrage in deutschsprachigen Märkten
Besonders in Deutschland, der Schweiz und Österreich blieb das Auftragsvolumen hinter den Erwartungen zurück. Viele Kunden halten ihre Einkäufe zurück oder verzichten ganz auf den Kauf, wenn die Preise steigen. Diese Preissensibilität zwingt Lindt zu strategischen Anpassungen im Vertrieb.
Preissenkungen und Rabattaktionen als Gegenmaßnahme
Lindt reagiert mit gezielten Preisreduzierungen auf die schwächelnde Nachfrage:
- Schoko-Weihnachtsmänner (70 Gramm) kosten aktuell 3,69 Euro statt zuvor 3,99 Euro
- Excellence-Tafeln wurden von 4,99 Euro auf 2,99 Euro reduziert
- Am Standort Düsseldorf macht das Unternehmen mit großen Aufstellern auf die Preissenkungen aufmerksam
Kakaopreisentwicklung und Marktsituation
Laut Statistischem Bundesamt stieg der Durchschnittspreis einer Schokoladentafel seit 2020 um 69 Prozent. Hauptursachen waren befürchtete Ernteausfälle durch Pflanzenkrankheiten und Extremwetter in Westafrika. Anfang dieses Jahres sanken die Rohkakaopreise an internationalen Börsen wieder deutlich, da mehr Kakao geerntet wurde. Große Lebensmitteleinzelhandelsketten passten daraufhin die Verkaufspreise zahlreicher Eigenmarkenprodukte an.
Strategie für kommendes Geschäftsjahr
Für die Zukunft setzt Lindt auf ein Maßnahmenpaket: Das Unternehmen erwartet sinkende Kakaopreise und plant zusätzliche Kosteneinsparungen. Gleichzeitig will der Konzern verstärkt in seine Marken investieren, neue Produkte lancieren und eine angepasste Preisstrategie verfolgen. Lindt betreibt weltweit zwölf Produktionsstätten in Europa und den USA, beschäftigt über 15.000 Mitarbeitende und betreibt 650 eigene Shops. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 5,9 Milliarden Franken (gut 6,2 Milliarden Euro).
