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Volkswagen mit Millionenstrafe belegt

11. Oktober 2026, 16:57 Uhr8 AufrufeZuletzt geprüft: 11.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die deutsche Finanzaufsicht hat Volkswagen wegen eines Verstoßes gegen die Ad-hoc-Publizitätspflicht mit einer Geldbuße von 1,2 Millionen Euro belegt. Der Autohersteller akzeptiert die Strafe, bleibt jedoch bei seiner Meinung, alle Pflichten erfüllt zu haben. Die Bafin kritisiert die späte Veröffentlichung der optimistischen Geschäftsaussichten für 2023.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat gegen Volkswagen eine Geldstrafe von 1,2 Millionen Euro verhängt. Der Vorwurf: Der Konzern hat am 3. März 2023 seine Geschäftsprognose nicht als Ad-hoc-Meldung veröffentlicht, sondern lediglich per Pressemitteilung kommuniziert. Die Bafin wertet die deutlich über den Markterwartungen liegende Prognose als kursrelevante Insiderinformation, die einer sofortigen Pflichtveröffentlichung bedurft hätte.

Volkswagen akzeptiert Strafe ohne Schuldeingeständnis

Volkswagen hat die Geldbuße angenommen, um das Verfahren abzuschließen. Ein Konzernsprecher betonte jedoch, dass das Unternehmen weiterhin der Auffassung sei, alle Veröffentlichungspflichten erfüllt zu haben. Nach Ansicht von VW seien durch die Pressemitteilung alle relevanten Marktteilnehmer ausreichend informiert worden. Die Bafin setzte die Strafe bereits am 1. Oktober fest.

Ad-hoc-Publizitätspflicht: Rechtliche Anforderungen

Börsennotierte Unternehmen in Deutschland müssen Insiderinformationen, die den Aktienkurs signifikant beeinflussen können, unverzüglich veröffentlichen. Die Ad-hoc-Publizitätspflicht gilt insbesondere bei deutlichen Abweichungen von Markterwartungen.

Sanktionsrahmen bei Verstößen

  • Verstöße gegen die Ad-hoc-Publizitätspflicht können mit Geldbußen geahndet werden
  • Der maximale Sanktionsrahmen beträgt 2,5 Millionen Euro
  • Die Bafin bewertet deutliche Abweichungen in Geschäftszahlen als meldepflichtige Insiderinformationen

Kursreaktion auf optimistische Prognose

Die Geschäftsprognose vom 3. März 2023 führte zu einem sprunghaften Kursanstieg der Volkswagen-Aktie um mehr als zehn Prozent. Die unerwartet positive Einschätzung des Managements überraschte Anleger während des laufenden Börsenhandels erheblich.

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