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Wirtschaftsinstitute heben Wachstumsprognose deutlich an

27. September 2026, 19:08 Uhr2 AufrufeZuletzt geprüft: 27.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die deutsche Wirtschaft zeigt Anzeichen einer Erholung: Führende Forschungsinstitute erwarten 2023 ein BIP-Wachstum von 1,3 Prozent, unterstützt durch steigende Exporte und staatliche Investitionen. Dennoch bleiben hohe Energiepreise und strukturelle Probleme eine Herausforderung für nachhaltiges Wachstum.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland haben ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich angehoben. Sie erwarten nun ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent, nachdem sie im Frühjahr noch von 0,6 Prozent ausgegangen waren. Oliver Holtemöller, Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, warnt jedoch, dass der Aufschwung auf einem fragilen Fundament ruht.

Energiepreise und geopolitische Risiken belasten Konjunktur

Hohe Energiepreise und strukturelle Probleme beeinträchtigen weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung. In ihrer Frühjahrsprognose hatten die Institute vor einem möglichen Energiepreisschock gewarnt, der im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran befürchtet wurde. Dieser fiel jedoch weniger stark aus als erwartet.

Unterstützung erhält das Wirtschaftswachstum durch eine Belebung der Exporte und eine expansive Finanzpolitik. Die Bundesregierung investiert schuldenfinanziert in Infrastruktur und Verteidigung. Zusätzliche Impulse könnte ein anhaltender Boom im Bereich Künstliche Intelligenz liefern.

Mittelfristige Prognosen bis 2028

Für 2027 rechnen die Institute mit einem BIP-Wachstum von 1,1 Prozent, nachdem zuvor 0,9 Prozent prognostiziert worden waren. Treiber sollen der private Konsum und Investitionen im Wohnungsbau sein. Für 2028 erwarten die Experten allerdings nur noch ein Wachstum von 0,4 Prozent, da strukturelle Probleme und Kapazitätsgrenzen die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft belasten dürften.

Weitere Institutionen heben Prognosen an

Auch andere Konjunkturexperten haben ihre Erwartungen nach oben korrigiert. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung rechnet nun mit einem Wachstum von 1,1 Prozent, was einer Erhöhung um 0,4 Prozentpunkte gegenüber ihrer Juni-Schätzung entspricht. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat seine Prognose von 0,6 Prozent auf 1,0 Prozent angehoben. Als Treiber gelten Geschäfte mit europäischen Partnern sowie staatliche Ausgaben, während private Investitionen stagnieren.