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Wirtschaftsinstitute kritisieren Tankrabatt

2. Oktober 2026, 19:41 Uhr23 AufrufeZuletzt geprüft: 02.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Zwei führende Wirtschaftsinstitute in Deutschland kritisieren den neuen Tankrabatt als ineffektiv und ungerecht. Sie argumentieren, dass die Maßnahme vor allem Vielfahrern mit großen Autos zugutekommt, während gezieltere Entlastungen für Pendler sinnvoller wären. Zudem entstehen hohe Kosten von 2,5 Milliarden Euro.

Zwei führende Wirtschaftsforschungsinstitute kritisieren den heute in Kraft getretenen Tankrabatt als sozial unausgewogen. Clemens Fuest vom Ifo-Institut München bemängelt, dass die Maßnahme vor allem Viel- und Großfahrer mit hohem Kraftstoffverbrauch begünstigt – eine Gruppe, die sich teure Spritpreise häufig leisten kann. Tomaso Duso vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) weist darauf hin, dass Haushalte ohne Auto keinerlei Vorteile erhalten, aber über Steuern zur Finanzierung beitragen müssen.

Ifo-Institut: Pendlerpauschale statt Gießkannenprinzip

Fuest plädiert für gezielte Unterstützung von Berufspendlern mit langen Arbeitswegen. Eine Erhöhung der Pendlerpauschale wäre ein effektiveres Instrument als ein genereller Rabatt auf Kraftstoffpreise. Der pauschale Tankrabatt führe zu einer Umverteilung zugunsten einkommensstarker Haushalte mit großen Fahrzeugen, während Menschen mit echtem Unterstützungsbedarf nicht ausreichend profitieren.

DIW warnt vor falschen Preissignalen

Duso betont die volkswirtschaftliche Funktion hoher Energiepreise: Sie motivieren Verbraucher zu sparsamem Konsum und signalisieren Raffinerien gleichzeitig Produktionsanreize. Haushalte mit höheren Einkommen und hohem Fahrbedarf profitieren überproportional von der Regelung, während autolose Haushalte ausschließlich die Finanzierungslast tragen.

Eckdaten der Steuersenkung

Parameter Wert
Gültigkeit 1. Oktober bis 31. Dezember
Senkung Energiesteuer 14 Cent pro Liter
Entlastung an Zapfsäule (inkl. MwSt.) 16,7 Cent pro Liter

Bundestag und Bundesrat verabschiedeten die Steuersenkung Ende September. Bereits im Frühjahr war ein ähnlicher zweimonatiger Rabatt gewährt worden.