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Zigarettenpreise stehen vor drastischem Anstieg

16. Oktober 2026, 10:03 Uhr6 AufrufeZuletzt geprüft: 16.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Bereite dich auf steigende Zigarettenpreise in Deutschland vor: Eine Gesetzesnovelle sieht ab 2027 schrittweise höhere Tabaksteuern vor, die den Packungspreis bis 2030 um bis zu vier Euro erhöhen könnten. Die Maßnahme soll nicht nur die Staatskasse füllen, sondern auch den Gesundheitsschutz fördern. Doch Kritiker warnen vor einem möglichen Anstieg des Schwarzmarktes.

Der Bundestag wird voraussichtlich am Donnerstag eine schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer ab 2027 beschließen. Eine Packung Zigaretten könnte bis 2030 rund vier Euro teurer werden als heute. Der durchschnittliche Preis liegt aktuell bei 8,05 Euro pro Packung.

Preisentwicklung bis 2030

Nach der geplanten Steuerreform soll der durchschnittliche Zigarettenpreis von derzeit 8,05 Euro auf 9,10 Euro im kommenden Jahr steigen. In den Folgejahren sind weitere Erhöhungen vorgesehen: 2028 wird ein Durchschnittspreis von 9,91 Euro erwartet, 2029 etwa 10,81 Euro und 2030 rund 11,78 Euro. Markenzigaretten könnten von aktuell unter zehn Euro auf bis zu 14 Euro pro Packung steigen.

Auch Feinschnitt-Tabak wird teurer. Eine 30-Gramm-Packung kostet derzeit zwischen sechs und acht Euro und enthält doppelt so viel Tabak wie herkömmliche Zigarettenpackungen. Michael von Foerster vom Verband der deutschen Rauchtabakindustrie rechnet damit, dass sich ein Teil der Konsumenten verstärkt dem Feinschnitt zuwenden wird, um Geld zu sparen.

Befürchtete Ausweicheffekte

Branchenexperten warnen vor einer Zunahme des Schwarzmarkts. Jan Mücke vom Bundesverband der Tabakwirtschaft befürchtet, dass Verbraucher auf illegale Alternativen oder den EU-Auslandsmarkt ausweichen könnten. Die Differenz zwischen legalen Zigarettenpackungen und selbstgedrehten Varianten werde geringer, was langfristig zu Kundenverlusten bei legalen Unternehmen und staatlichen Steuerausfällen führen könnte.

Erwartete Steuermehreinnahmen

Die Bundesregierung begründet die Steuererhöhung mit der Haushaltskonsolidierung und dem Schutz der öffentlichen Gesundheit. Im vergangenen Jahr nahm der Fiskus 17,6 Milliarden Euro durch Tabaksteuern ein. Ab 2027 erhofft sich die Regierung 1,5 Milliarden Euro Mehreinnahmen jährlich. Bis 2030 sollen die zusätzlichen Einnahmen auf 4,5 Milliarden Euro steigen.

Die Tabakindustrie steht diesen Prognosen skeptisch gegenüber. Von Foerster warnt, dass der Hoffnungsposten Mehreinnahmen keine Realität werden dürfte. Mücke bezeichnet die Pläne als völlig unrealistische Luftschlösser und verweist darauf, dass ähnliche Steueranhebungen in Nachbarstaaten vergleichbare Ausweicheffekte verursacht haben.

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