Themen in diesem Artikel:
- Gründe für die Ärzte-PKV: Erfahre, warum spezielle Tarife für Mediziner oft die bessere Wahl sind und welche Vorteile sie bieten.
- Spezielle Ärztetarife: Verstehe, wie Gruppentarife mit Ärztekammern und dem Marburger Bund zu Einsparungen von bis zu 100 € führen.
- Vergleich der Leistungen: Entdecke die entscheidenden Leistungsunterschiede zwischen PKV und GKV, wie Chefarztbehandlung und Einbettzimmer.
- Zugangsvoraussetzungen: Erfahre, wann du als angestellter, niedergelassener oder verbeamteter Arzt die Voraussetzungen für einen PKV-Wechsel erfüllst.
- Der Wechselprozess: Lerne die vier zentralen Schritte für einen reibungslosen Wechsel von der GKV in die private Krankenversicherung kennen.
- Bedeutung der Gesundheitsprüfung: Verstehe, warum ein früher Einstieg und ehrliche Angaben bei der Gesundheitsprüfung für deine Beiträge so wichtig sind.
- PKV im Studium & Ausbildung: Informiere dich über günstige Ausbildungstarife und die strategische Bedeutung einer Anwartschaftsversicherung.
- Kosten und Beitragsgestaltung: Erfahre, welche Faktoren die Beitragshöhe beeinflussen und wie du mit Selbstbeteiligung und Rückstellungen planst.
Warum die PKV für Ärzte eine attraktive Option ist
Als Ärztin oder Arzt kümmerst du dich täglich um die Gesundheit anderer Menschen. Dabei sollte deine eigene Absicherung nicht zu kurz kommen. Die gute Nachricht: Du kannst dich in vielen Fällen frei zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) entscheiden. Dank spezieller Tarife ist die private Krankenversicherung (PKV) für Medizinerinnen und Mediziner oftmals nicht nur günstiger, sondern bietet auch deutlich bessere Leistungen. Wann genau du dich privat versichern kannst und worauf du dabei achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.
Besondere Tarife für Ärztinnen und Ärzte in der PKV
Du kannst dich als Ärztin oder Arzt besonders günstig privat versichern. Die speziellen Tarife für Mediziner sind häufig bei identischen Leistungen günstiger als normale Tarife oder bieten dir bessere Leistungen zu gleichen Kosten. Im Durchschnitt sparst du mit Ärztetarifen etwa 100 Euro monatlich im Vergleich zu herkömmlichen Tarifen.
Diese attraktiven Konditionen haben vor allem zwei Gründe: Versicherer gehen davon aus, dass du als Ärztin oder Arzt wegen deines medizinischen Fachwissens besonders gesundheitsbewusst lebst und dadurch weniger Krankheitskosten verursachst. Außerdem bieten private Versicherer in Kooperation mit den Ärztekammern und dem Marburger Bund für praktizierende Ärztinnen und Ärzte rabattierte Gruppentarife an. Das sind Unisex-Tarife mit günstigeren Beiträgen, die auch für deine Familienmitglieder gelten.
📌 Good to know
Auch für Zahnärztinnen, Zahnärzte und Apotheker haben einige private Krankenversicherungen günstige Angebote parat. Spezielle Zahnarzttarife berücksichtigen zum Beispiel, dass Zahnärzte ihre Familienmitglieder zu Selbstkosten behandeln können. Apotheker können Rabatte erhalten, wenn sie sich keine Medikamente erstatten lassen.
Typische Mehrleistungen der PKV für Ärzte im Vergleich zur GKV
Neben dem Preisvorteil sind es vor allem die umfangreicheren Leistungen, die die PKV für viele Mediziner attraktiv machen. Die vertraglich garantierten Leistungen können – anders als in der GKV – vom Versicherer nicht nachträglich gekürzt werden. Zu den typischen Mehrleistungen gehören:
- Freie Arzt- und Krankenhauswahl: Du kannst dich von Spezialisten und in Privatkliniken behandeln lassen, ohne an eine Überweisung oder Kassenzulassung gebunden zu sein.
- Chefarztbehandlung und Ein- oder Zweibettzimmer: Im Krankenhaus hast du Anspruch auf die Behandlung durch den Chefarzt und eine komfortablere Unterbringung.
- Alternative Heilmethoden: Kosten für Behandlungen durch Heilpraktiker oder für Naturheilverfahren werden je nach Tarif übernommen.
- Umfassender Zahnersatz: Die PKV erstattet oft 80-100 % der Kosten für Implantate, Inlays und andere hochwertige Versorgungen, während die GKV nur einen Festzuschuss leistet.
- Kürzere Wartezeiten: Privatpatienten erhalten oft schneller Termine bei Fachärzten und im Krankenhaus.
Zugangsvoraussetzungen für die Ärzte-PKV
Eine private Krankenversicherung bietet dir einen umfangreichen Schutz. Ob du dich als Ärztin oder Arzt privat versichern lassen kannst, hängt davon ab, ob du angestellt, verbeamtet bist oder eine eigene Praxis betreibst.
- Angestellte Mediziner: Du bist grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Eine private Krankenversicherung kommt für dich nur in Betracht, wenn dein Gehalt die Versicherungspflichtgrenze (auch Jahresarbeitsentgeltgrenze, JAEG) überschreitet. Für das Jahr 2024 liegt diese Grenze bei 69.300 Euro brutto.
- Niedergelassene Ärzte: Betreibst du deine eigene Praxis, giltst du als Freiberufler. Du hast die freie Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung, ganz unabhängig von deinem Einkommen.
- Verbeamtete Ärzte (z.B. im öffentlichen Gesundheitsdienst): Als Mediziner im Staatsdienst kannst du dich frei zwischen GKV und PKV entscheiden. Für Beamte ist die PKV meist die bessere Wahl, da du Beihilfe von deinem Dienstherrn erhältst. Diese deckt 50-80 % der Krankheitskosten, sodass du nur eine Restkostenversicherung benötigst, was die Beiträge sehr günstig macht.
💡 Tip
Prüfe als angestellter Arzt oder angestellte Ärztin regelmäßig dein Jahresgehalt. Sobald du die Versicherungspflichtgrenze überschreitest, kannst du in die PKV wechseln und von den speziellen Medizinertarifen profitieren. Die Entscheidung solltest du rechtzeitig treffen, da du nur zu bestimmten Fristen wechseln kannst.
Der Wechselprozess: Schritt für Schritt
Der Wechsel von der GKV in die PKV erfordert eine gute Planung. Halte dich an die folgenden Schritte, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen:
- Status prüfen: Stelle sicher, dass du die Voraussetzungen erfüllst (z. B. Überschreiten der JAEG als Angestellter oder Status als Freiberufler).
- Tarife vergleichen: Hole Angebote von mehreren Versicherern ein und vergleiche nicht nur den Preis, sondern vor allem die Leistungen. Achte auf Details wie Selbstbeteiligung, Hilfsmittelkatalog und Regelungen zur Beitragsanpassung im Alter.
- Antrag stellen und Gesundheitsprüfung: Fülle den Antrag wahrheitsgemäß aus. Die Gesundheitsprüfung ist die Basis für die Risikobewertung des Versicherers.
- GKV kündigen: Kündige deine gesetzliche Krankenversicherung erst, wenn du die schriftliche Zusage deines neuen PKV-Anbieters erhalten hast. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel zwei volle Monate zum Monatsende.
Als angestellter Arzt erhältst du von deinem Arbeitgeber einen Zuschuss zu deinem PKV-Beitrag. Dieser ist genauso hoch wie der Anteil, den er zur GKV zahlen würde, maximal jedoch die Hälfte deines tatsächlichen PKV-Beitrags.
Die Gesundheitsprüfung – wichtiger Faktor für deinen Beitrag
Auch du als Ärztin oder Arzt musst bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung eine Gesundheitsprüfung absolvieren. Diese ist entscheidend für deinen Versicherungsbeitrag. Bei gesundheitlichen Einschränkungen kann der Anbieter Risikoaufschläge verlangen, Leistungsausschlüsse vereinbaren oder dich sogar ganz ablehnen.
Weil sich der Gesundheitszustand in der Regel mit dem Alter verschlechtert, ist es umso besser, je früher du die Entscheidung für die private Krankenversicherung triffst. Je jünger und gesünder du beim Eintritt bist, desto günstiger fallen deine Beiträge aus. Auch beim internen Wechsel in einen besseren Tarif oder einem Wechsel des Versicherers wird eine Gesundheitsprüfung fällig. Ein früher Einstieg sichert dir also langfristig bessere Konditionen.
📌 Good to know
Trotz deines medizinischen Fachwissens solltest du bei der Gesundheitsprüfung absolut ehrlich sein. Verschweigst du Vorerkrankungen, kann der Versicherer später Leistungen verweigern oder den Vertrag kündigen. Das gilt auch für vermeintlich harmlose Beschwerden.
Das gilt für Medizinstudierende und Ärzte in Ausbildung
Ärztinnen und Ärzte in der Ausbildung sind normalerweise in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Da sie im Regelfall angestellt sind, gelten die gleichen Voraussetzungen wie für fertig ausgebildete angestellte Ärzte. Für sie kann eine Anwartschaftsversicherung sinnvoll sein, mit der sie sich bei Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze später privat krankenversichern können – zu günstigen Konditionen und ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Die Wahl zwischen GKV und PKV müssen auch Medizinstudierende treffen. Die privaten Krankenversicherer bieten spezielle Ausbildungstarife mit sehr günstigen Beiträgen an. Der Vorteil: Du steigst als Studentin oder Student bereits in die PKV ein, wenn du jung und gesund bist. Eine Gesundheitsprüfung ist dann zu Beginn deiner Berufstätigkeit nicht mehr notwendig. Beachte jedoch: Ein Wechsel zurück in das gesetzliche System ist danach nur noch in Ausnahmefällen möglich. Diese Entscheidung solltest du daher gut durchdenken.
💡 Tip
Sichere dir als Medizinstudent oder Arzt in Ausbildung eine kleine Anwartschaftsversicherung für etwa 5-10 Euro monatlich. Diese „friert“ deinen aktuellen Gesundheitszustand ein und ermöglicht dir später den PKV-Einstieg ohne erneute Gesundheitsprüfung – selbst wenn zwischenzeitlich Erkrankungen auftreten.
Das kostet die PKV für Ärztinnen und Ärzte
Die Beitragshöhe für den Arzttarif der PKV ist abhängig von deinem Eintrittsalter, Gesundheitszustand und den gewählten Leistungen. Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung spielt dein Einkommen keine Rolle. Für gesunde Gutverdiener ist die private Krankenversicherung deswegen meist günstiger als die gesetzliche Krankenkasse.
Ein wichtiger Baustein der PKV sind die Altersrückstellungen. Ein Teil deines Beitrags wird angespart, um die altersbedingt steigenden Gesundheitskosten im Rentenalter abzufedern und die Beiträge stabil zu halten. Ein früher Einstieg führt zu höheren Rückstellungen und damit zu tendenziell niedrigeren Beiträgen im Alter.
Als Medizinerin oder Mediziner kannst du zudem eine Selbstbeteiligung vereinbaren, um deine laufenden Beiträge zu reduzieren. Damit zahlst du im Krankheitsfall einen vereinbarten Teil der Kosten selbst. Das kann sich für dich lohnen, weil du dank deines medizinischen Wissens Gesundheitsrisiken besser einschätzen und kleinere Behandlungen eventuell selbst tragen kannst.
Quellen
- Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung
- Marburger Bund – Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
Häufig gestellte Fragen
Warum sind PKV-Tarife für Ärzte günstiger?
Ärztinnen und Ärzte erhalten Rabatte durch Gruppentarife, die Versicherer in Kooperation mit Ärztekammern und dem Marburger Bund anbieten. Zudem kalkulieren Versicherer mit einem geringeren Krankheitsrisiko aufgrund des medizinischen Fachwissens und eines gesundheitsbewussten Lebensstils. Im Schnitt beträgt die Ersparnis etwa 100 Euro monatlich.
Ab welchem Gehalt können angestellte Ärzte in die PKV wechseln?
Angestellte Ärzte können in die PKV wechseln, wenn ihr Jahresgehalt die Versicherungspflichtgrenze (JAEG) überschreitet. Für das Jahr 2024 liegt diese Grenze bei 69.300 Euro brutto. Dieser Wert wird jährlich von der Bundesregierung angepasst.
Kann ich als niedergelassener Arzt jederzeit in die PKV wechseln?
Als niedergelassener Arzt mit eigener Praxis hast du den Status eines Freiberuflers und damit die freie Wahl zwischen GKV und PKV, unabhängig von deinem Einkommen. Ein Wechsel ist grundsätzlich jederzeit möglich, wobei die Kündigungsfristen der bisherigen Versicherung beachtet werden müssen.
Was passiert bei Vorerkrankungen mit meinem PKV-Beitrag?
Bei Vorerkrankungen kann der Versicherer Risikozuschläge erheben, die deinen Beitrag erhöhen. Alternativ sind Leistungsausschlüsse für bestimmte Behandlungen möglich. Bei schwerwiegenden Erkrankungen kann ein Antrag auch abgelehnt werden. Deshalb ist ein früher Einstieg in jungen, gesunden Jahren vorteilhaft.
Lohnt sich die PKV auch für Medizinstudierende?
Die PKV kann sich für Medizinstudierende durch spezielle Ausbildungstarife mit günstigen Beiträgen lohnen. Der größte Vorteil ist die Sicherung des guten Gesundheitszustands in jungen Jahren, was eine spätere Gesundheitsprüfung überflüssig macht. Ein Wechsel zurück in die GKV ist nach dem Studium jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Wie funktioniert die Anwartschaftsversicherung für Ärzte in Ausbildung?
Eine Anwartschaftsversicherung „friert“ deinen aktuellen Gesundheitszustand für einen geringen monatlichen Beitrag ein. Sie sichert dir das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen vollwertigen PKV-Tarif zu wechseln. Das ist besonders sinnvoll, wenn du den Wechsel in die PKV fest planst, aber die Voraussetzungen aktuell noch nicht erfüllst.



