Themen in diesem Artikel:
- Was bedeutet dieses Limit?: Erfahre, warum 20.000 Euro ins Premium-Segment fallen und was Charge Card vs. Revolving Card bedeutet.
- Karten im Vergleich: Vergleiche alle Karten mit Limit ab 20.000 Euro – von 0 Euro Jahresgebühr bis 720 Euro pro Jahr.
- Einkommen & Bonität: Finde heraus, warum du über 6.000 Euro netto monatlich brauchst und welcher SCHUFA-Score zählt.
- Kosten & Jahresgebühren: Überblick über Gebühren von 0 bis 720 Euro und versteckte Sollzinsen bis 24,79 % p.a.
- Netzwerk-Vergleich: Vergleiche Akzeptanz, Limits und Bonusprogramme der drei großen Kartennetzwerke im Premium-Segment.
- Limit erhöhen: Lerne, wie du dein bestehendes Limit Schritt für Schritt auf 20.000 Euro anhebst.
- Häufige Fragen: Antworten auf die 6 meistgestellten Fragen rund um hohe Kreditkartenlimits.
Was bedeutet ein Kreditkartenlimit von 20.000 Euro?
Ein Kreditkartenlimit von 20.000 Euro bekommst du nicht mit einer Standard-Kreditkarte. Dieser Wert ist dem Premium-Segment vorbehalten – konkret Platinum-Karten und gehobenen Gold-Karten. Zum Vergleich: Eine typische Einsteigerkarte kommt auf 500 bis 2.500 Euro, eine klassische Gold-Karte auf 2.500 bis 10.000 Euro. Die 20.000-Euro-Marke ist also eine echte Hürde.
Wichtig zu verstehen: Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf ein bestimmtes Limit. Jede Bank legt das Limit individuell fest – auf Basis deiner Bonität, deines Einkommens, deines Beschäftigungsstatus und deiner bisherigen Zahlungsmoral. Das Limit ist damit immer eine Momentaufnahme deiner finanziellen Situation aus Sicht der Bank.
Charge Card vs. Revolving Card – ein entscheidender Unterschied
Gerade im Premium-Segment begegnen dir zwei grundlegend verschiedene Kartenmodelle, die du kennen solltest:
Charge Cards buchen den gesamten Monatsbetrag automatisch und vollständig von deinem Referenzkonto ab. Du kannst nicht in Raten zahlen. Das klingt streng, hat aber einen großen Vorteil: Bei pünktlicher Zahlung fallen keine Sollzinsen an. Viele Premium-Karten im Markt funktionieren nach diesem Prinzip.
Revolving Cards erlauben dir, nur einen Teil des Betrags zu zahlen. Der Rest wird auf den nächsten Monat übertragen – und dann mit Zinsen belastet. Diese Zinsen liegen im Markt typischerweise zwischen 12 und 25 Prozent pro Jahr. Bei einem Limit von 20.000 Euro kann das schnell teuer werden, wenn du nicht aufpasst.
Für ein hohes Limit ist das Kartenmodell also nicht egal. Wer diszipliniert zahlt, profitiert von einer Charge Card. Wer Flexibilität braucht, muss die Zinskosten einkalkulieren.
Das „No Pre-set Spending Limit“ – was steckt wirklich dahinter?
Manche Premium-Karten werben mit dem Konzept „kein voreingestelltes Ausgabenlimit“. Das klingt nach unbegrenzter Verfügbarkeit – ist es aber nicht. Was es tatsächlich bedeutet: Es gibt kein festes, unveränderliches Limit, das einmalig festgelegt wird und dann für immer gilt. Stattdessen wird das Limit flexibel und kontinuierlich an dein Ausgabeverhalten, deine Bonität und dein Einkommen angepasst.
In der Praxis heißt das: Wenn du regelmäßig hohe Beträge ausgibst und pünktlich zahlst, kann dein effektives Limit mit der Zeit deutlich steigen. Es gibt aber immer eine Grenze – sie ist nur nicht starr festgeschrieben. Für die meisten Nutzer liegt das effektive Limit trotzdem im Bereich von 10.000 bis 30.000 Euro, abhängig von der individuellen Situation.
Ein echter Sonderfall ist die Centurion Card, die nur auf Einladung erhältlich ist und theoretisch Limits von über einer Million Euro ermöglichen kann. Das ist aber kein reguläres Produkt und für die allermeisten Verbraucher schlicht nicht relevant.
📌 Good to know
Das Limit einer Kreditkarte sagt nichts darüber aus, ob du den vollen Betrag auch ausgeben solltest . Finanzexperten empfehlen, nie mehr als 30 Prozent des verfügbaren Limits zu nutzen – das schont deinen Bonitätsscore und zeigt Banken, dass du verantwortungsvoll mit Kredit umgehst.
Kreditkarten mit 20.000 Euro Limit im Vergleich
Nicht jede Karte, die theoretisch 20.000 Euro erreichen kann, startet auch mit diesem Limit. Der Unterschied zwischen Startlimit und erreichbarem Maximallimit ist enorm – und wird in vielen Vergleichen nicht klar genug kommuniziert. Hier bekommst du beides auf einen Blick.
| Kreditkarte | Netzwerk | Startlimit | Max. Limit | Jahresgebühr |
|---|---|---|---|---|
| Instabank Kreditkarte | Visa | bis 25.000 € | 25.000 € | 0 € |
| Platinum Card (Premium) | Amex-Netzwerk | individuell | 20.000 € + | 720 € |
| Gold Card (Premium) | Amex-Netzwerk | ~10.000 € | bis 20.000 € | 240 € |
| Barclays Visa | Visa | 1.500 € | bis 25.000 € | 0 € |
| Lufthansa Miles & More Mastercard | Mastercard | 3.000 € | bis 30.000 € | ab 55 € |
| Comdirect Visa | Visa | 3.000 € | bis 20.000 € | 0 € (mit Girokonto) |
| Advanzia Gebührenfrei Gold | Mastercard | ~2.000 € | bis 20.000 € | 0 € |
Instabank Visa: Das höchste Startlimit im Markt
Die Instabank Kreditkarte ist aktuell das einzige Produkt im deutschen Markt, das ein Startlimit von bis zu 25.000 Euro ohne Jahresgebühr bewirbt. Das ist ungewöhnlich – die meisten kostenlosen Karten starten bei 1.500 bis 3.000 Euro und bauen das Limit über Zeit auf. Der Haken: Auch hier gilt Bonitätsabhängigkeit. Nicht jeder Antragsteller bekommt das Maximallimit sofort. Wer aber eine sehr gute Bonität mitbringt, kann hier direkt einsteigen, ohne jahrelang ein Limit aufzubauen.
Premium-Charge-Cards: Individuell, aber hoch
Die Platinum Card und die Gold Card im Premium-Segment funktionieren als Charge Cards. Das Startlimit ist individuell und hängt stark von deiner Bonität und deinem Einkommen ab. Bei der Gold Card sind Startlimits um die 10.000 Euro realistisch, bei sehr guter Bonität auch mehr. Die Platinum Card kann deutlich darüber liegen. Beide Karten bieten das Potenzial für Limits jenseits der 20.000-Euro-Marke – aber eben nicht garantiert.
Barclays Visa: Kostenlos mit Wachstumspotenzial
Die Barclays Visa startet mit einem bescheidenen Limit von 1.500 Euro. Wer aber geduldig ist und die Karte regelmäßig und verantwortungsvoll nutzt, kann das Limit auf bis zu 25.000 Euro steigern. Das dauert – aber für Nutzer, die keine hohe Jahresgebühr zahlen wollen, ist das eine solide Option. Wichtig: Barclays ist eine Revolving Card, Teilzahlungen werden verzinst.
Lufthansa Miles & More Mastercard: Meilen und hohes Limit
Wer ohnehin viel fliegt und Meilen sammelt, bekommt mit der Miles & More Mastercard ein Produkt, das beides kombiniert: Limits bis 30.000 Euro und ein etabliertes Meilenprogramm. Die Jahresgebühr beginnt bei 55 Euro – vergleichsweise günstig für ein Produkt mit diesem Limit-Potenzial.
💡 Tip
Vergleiche immer Startlimit und Maximallimit separat. Eine Karte mit 25.000 Euro Maximallimit, die aber mit 1.500 Euro startet, bringt dir kurzfristig wenig – außer du planst, das Limit über 12 bis 24 Monate aufzubauen.
Voraussetzungen: So viel Einkommen und Bonität braucht man
Für ein Kreditkartenlimit von 20.000 Euro gibt es keine offizielle Einkommensgrenze – aber es gibt klare Faustregeln, die Banken intern anwenden. Wer diese kennt, kann realistisch einschätzen, ob ein solches Limit für ihn erreichbar ist.
Die 2-bis-3-fache Monatsgehalt-Regel
Banken orientieren sich bei der Limitvergabe typischerweise am 2- bis 3-fachen des Netto-Monatsgehalts. Das bedeutet konkret: Für ein Limit von 20.000 Euro brauchst du ein Nettoeinkommen von deutlich über 6.000 Euro pro Monat – das entspricht einem Jahresnetto von über 72.000 Euro. Als Bruttoreferenz werden häufig mindestens 50.000 Euro Jahresbrutto genannt, wobei das je nach Steuerklasse und Abzügen stark variiert.
Das folgende Diagramm zeigt, welches Netto-Monatseinkommen du je nach angestrebtem Limit rechnerisch benötigst – basierend auf der 3-fachen Monatsgehalt-Faustregel:
Benötigtes Netto-Monatseinkommen nach Kreditkartenlimit
SCHUFA-Score: Die unsichtbare Hürde
Neben dem Einkommen ist der SCHUFA-Score der wichtigste Faktor. Als Richtwert gilt: Ein Score über 95 Prozent wird als positiv bewertet. Unter 90 Prozent wird es kritisch – viele Banken lehnen dann hohe Limits ab oder vergeben nur deutlich niedrigere Beträge. Negativeinträge wie Mahnbescheide, Insolvenzen oder Zahlungsausfälle sind in der Regel K.O.-Kriterien für ein Limit von 20.000 Euro.
Du kannst deinen SCHUFA-Score einmal jährlich kostenlos abfragen – das ist eine Datenkopie nach Art. 15 DSGVO. Es lohnt sich, das vor einem Antrag zu tun, um Überraschungen zu vermeiden.
Festanstellung vs. Selbstständigkeit
Wer in einem festen Anstellungsverhältnis arbeitet, hat es deutlich leichter. Das Einkommen ist planbar und nachweisbar – ein aktueller Gehaltsnachweis reicht in der Regel aus.
Selbstständige und Freiberufler werden von Banken konservativer bewertet. Typischerweise verlangen Banken Nachweise über zwei bis drei erfolgreiche Geschäftsjahre – in Form von Steuerbescheiden oder betriebswirtschaftlichen Auswertungen. Das bewilligte Limit liegt dann oft bei ein bis zwei Monatsgewinnen, nicht beim Dreifachen. Wer als Selbstständiger ein Limit von 20.000 Euro anstrebt, braucht also nachgewiesene Gewinne von mindestens 7.000 bis 10.000 Euro pro Monat über mehrere Jahre.
Zahlungsmoral und Kontohistorie
Banken schauen nicht nur auf aktuelle Zahlen. Wer bereits eine Kreditkarte hat und diese über Monate hinweg pünktlich und vollständig bezahlt, baut intern eine positive Zahlungshistorie auf. Das ist oft der entscheidende Hebel für eine spätere Limiterhöhung. Wer hingegen regelmäßig nur Mindestbeträge zahlt oder Zahlungen verzögert, signalisiert der Bank ein erhöhtes Risiko – selbst bei gutem Einkommen.
Jahresgebühren und Kosten: Lohnt sich eine Premium-Kreditkarte?
Eine Kreditkarte mit 20.000 Euro Limit kostet dich entweder nichts – oder bis zu 720 Euro pro Jahr. Der Unterschied liegt nicht nur im Preis, sondern in dem, was du dafür bekommst. Hier lohnt sich ein genauer Blick.
Jahresgebühren ausgewählter Kreditkarten mit hohem Limit
Kostenlose Karten: Günstig, aber mit Einschränkungen
Karten wie die Barclays Visa, die DKB Visa Credit oder die Instabank Kreditkarte kosten keine Jahresgebühr. Das klingt attraktiv – und ist es auch, wenn du das Limit primär als Sicherheitspuffer brauchst und keine Zusatzleistungen benötigst. Der Nachteil: Diese Karten bieten in der Regel keine Reiseversicherungen, keinen Lounge-Zugang und kein starkes Bonusprogramm. Außerdem sind sie Revolving Cards – bei Teilzahlung fallen Zinsen von 19 bis 25 Prozent pro Jahr an.
Besonders bei der Advanzia Gebührenfrei Mastercard Gold solltest du aufpassen: Wer nicht innerhalb von sieben Wochen vollständig zahlt, wird mit über 20 Prozent p.a. belastet. Bargeldabhebungen werden sofort verzinst. Die TF Mastercard Gold liegt sogar bei einem effektiven Sollzins von 24,79 Prozent p.a. Bei einem Limit von 20.000 Euro kann das schnell mehrere hundert Euro Zinsen pro Monat bedeuten.
Premium-Karten: Teuer, aber mit konkretem Gegenwert
Die Platinum Card im Premium-Segment kostet 720 Euro pro Jahr. Das ist viel – aber der Gegenwert ist konkret und messbar:
- 200 Euro Reiseguthaben pro Jahr
- 150 Euro Restaurantguthaben pro Jahr
- 200 Euro SIXT ride Guthaben pro Jahr
- Zugang zu über 1.550 Flughafen-Lounges weltweit (Priority Pass)
- Hotelstatus bei Marriott Bonvoy (Gold) und Hilton Honors (Gold)
- Mietwagenstatus bei Avis und Sixt
- Umfangreiche Reise- und Auslandsversicherungen
- 24/7-Concierge-Service
Allein die drei Guthaben summieren sich auf 550 Euro pro Jahr. Wer diese Leistungen tatsächlich nutzt, zahlt effektiv nur 170 Euro Netto-Jahresgebühr. Für Vielreisende und Geschäftsreisende, die ohnehin Lounges nutzen und Hotels buchen, rechnet sich das schnell.
Break-even: Ab wann lohnt sich die Jahresgebühr?
Die Gold Card kostet 240 Euro pro Jahr – das erste Jahr ist häufig kostenlos. Wenn du die enthaltenen Versicherungsleistungen (Reiserücktritt, Auslandskrankenversicherung) und Bonuspunkte aktiv nutzt, erreichst du den Break-even bei moderater Nutzung. Wer die Karte nur als Backup im Schubfach liegen hat, zahlt drauf.
Faustregel: Wenn du mindestens vier bis sechs Mal pro Jahr verreist und die Guthaben vollständig abrufst, lohnt sich eine Premium-Karte mit Jahresgebühr. Wer seltener reist, ist mit einer kostenlosen Karte mit hohem Limit besser bedient – solange er die Revolving-Zinsen vermeidet.
Premium-Netzwerk-Vergleich: Welches Kartennetz ist das richtige?
Im Premium-Segment konkurrieren drei große Netzwerke um deine Gunst. Sie unterscheiden sich nicht nur beim Limit, sondern auch bei Akzeptanz, Bonusprogrammen und Kartentyp. Hier ist der direkte Vergleich:
| Kriterium | Premium-Netzwerk A (Charge) | Visa (Infinite) | Mastercard (World Elite) |
|---|---|---|---|
| Max. Limit (regulär) | 20.000 € + individuell | bis 30.000 € + | bis 30.000 € + |
| Jahresgebühr | 240–720 € | variiert je Bank | 500–1.000 € |
| Akzeptanz Deutschland | wächst, noch Lücken | nahezu überall | nahezu überall |
| Akzeptanz weltweit | geringer als Visa/MC | sehr hoch | sehr hoch |
| Bonusprogramm | eigenes Punktesystem | bankabhängig | bankabhängig |
| Lounge-Zugang | Priority Pass (Platinum inkl.) | je nach Karte | je nach Karte |
| Kartentypus | überwiegend Charge Card | überwiegend Revolving | überwiegend Revolving |
| Verfügbarkeit | direkt beantragbar | direkt beantragbar | teils nur auf Einladung |
Akzeptanz: Der entscheidende Alltagsfaktor
Visa und Mastercard werden in Deutschland nahezu überall akzeptiert – vom Supermarkt über die Tankstelle bis zum kleinen Café. Das Charge-Card-Netzwerk hat in den letzten Jahren deutlich aufgeholt, aber es gibt noch immer Lücken: Vor allem kleine Händler, Handwerker und manche Behörden akzeptieren es nicht. Wer die Karte als einziges Zahlungsmittel nutzen will, sollte das einkalkulieren.
International sieht es ähnlich aus: Visa und Mastercard sind in fast jedem Land der Welt akzeptiert. Das Charge-Card-Netzwerk hat eine starke Präsenz in den USA, Großbritannien und Westeuropa, ist aber in manchen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas weniger verbreitet.
Bonusprogramme: Eigenständig vs. bankabhängig
Das Charge-Card-Netzwerk betreibt ein eigenes, geschlossenes Punktesystem. Das hat Vor- und Nachteile: Einerseits sind die Punkte flexibel einsetzbar – für Reisen, Hotels, Gutscheine oder Transfers zu Airline-Programmen. Andererseits bist du an das System gebunden und kannst Punkte nicht einfach auf ein anderes Programm übertragen.
Visa und Mastercard haben kein eigenes Bonusprogramm. Was du bekommst, hängt vollständig von der ausgebenden Bank ab. Das kann sehr gut sein – wie bei der Miles & More Mastercard – oder sehr schwach, wie bei manchen Basis-Karten.
Empfehlung je nach Nutzerprofil
Vielreisende und Geschäftsreisende profitieren am meisten von einer Premium-Charge-Card mit Lounge-Zugang, Versicherungen und Concierge-Service. Die höhere Jahresgebühr amortisiert sich schnell.
Alltagsnutzer, die primär ein hohes Limit für große Anschaffungen oder als Sicherheitspuffer brauchen, sind mit einer kostenlosen Visa oder Mastercard mit hohem Maximallimit besser bedient – solange sie Revolving-Zinsen konsequent vermeiden.
Meilensammler sollten die Miles & More Mastercard oder eine vergleichbare Co-Branding-Karte in Betracht ziehen, die Meilen direkt gutschreibt und gleichzeitig hohe Limits ermöglicht.
Kreditkartenlimit erhöhen: So funktioniert der Weg zu 20.000 Euro
Du hast bereits eine Kreditkarte, aber das Limit liegt noch weit unter 20.000 Euro? Dann ist eine Limiterhöhung der realistischste Weg. Hier erfährst du, wie das konkret funktioniert – und welche Fehler du vermeiden solltest.
Mindestwartezeit: 3 bis 6 Monate
Die meisten Banken verlangen, dass du die Karte mindestens 3 bis 6 Monate genutzt hast, bevor du eine Limiterhöhung beantragen kannst. Diese Zeit ist nicht verschwendet: Nutze sie aktiv, zahle pünktlich und vollständig, und zeige der Bank, dass du mit dem Limit verantwortungsvoll umgehst. Wer in den ersten Monaten nur Mindestbeträge zahlt oder das Limit ständig voll ausschöpft, signalisiert ein erhöhtes Risiko.
So beantragst du die Erhöhung
Der Antrag läuft je nach Bank unterschiedlich ab:
- Online-Banking: Viele Banken bieten eine direkte Funktion im Kundenportal an. Bei kleineren Erhöhungen (z. B. von 5.000 auf 8.000 Euro) läuft das oft vollautomatisch innerhalb von Minuten.
- Telefonisch: Beim Kundenservice kannst du eine Erhöhung beantragen und direkt mit einem Mitarbeiter sprechen. Das ist sinnvoll, wenn du eine größere Erhöhung anstrebst.
- Schriftlich / Filiale: Bei manchen Banken, insbesondere bei größeren Erhöhungen Richtung 20.000 Euro, ist ein formeller Antrag mit Einkommensnachweis erforderlich.
In jedem Fall führt die Bank eine erneute Bonitätsprüfung durch. Das bedeutet: Ein SCHUFA-Abruf wird gemacht. Mehrere Anfragen in kurzer Zeit können deinen Score kurzfristig belasten – beantrage Limiterhöhungen also nicht im Monatstakt.
Welche Unterlagen brauchst du?
Für eine Erhöhung auf 20.000 Euro wirst du in der Regel folgende Unterlagen benötigen:
- Aktuelle Gehaltsabrechnungen (letzte 2 bis 3 Monate)
- Für Selbstständige: Steuerbescheide der letzten 2 bis 3 Jahre oder aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen
- Nachweis über bestehende Verbindlichkeiten (andere Kredite, Leasingverträge)
Je transparenter du die Unterlagen einreichst, desto schneller und reibungsloser läuft die Prüfung. Banken schätzen vollständige Anträge – unvollständige Unterlagen führen zu Verzögerungen von mehreren Wochen.
Bearbeitungsdauer: Von Minuten bis Wochen
Die Bearbeitungsdauer variiert stark. Automatisierte Online-Systeme entscheiden bei kleinen Erhöhungen in wenigen Minuten. Bei großen Sprüngen – etwa von 5.000 auf 20.000 Euro – kann die manuelle Prüfung mehrere Wochen dauern. Plane das ein, wenn du das höhere Limit zu einem bestimmten Zeitpunkt brauchst.
Schrittweise vorgehen statt großer Sprünge
Banken bewilligen große Limitsprünge seltener als schrittweise Erhöhungen. Wer heute bei 3.000 Euro liegt, sollte nicht direkt 20.000 Euro beantragen. Realistischer ist ein Weg über mehrere Stufen: 3.000 → 7.000 → 12.000 → 20.000 Euro, jeweils nach 6 bis 12 Monaten positiver Nutzungshistorie. Das dauert länger, hat aber eine deutlich höhere Erfolgsquote.
📌 Good to know
Manche Banken erhöhen das Limit auch automatisch – ohne dass du aktiv werden musst. Die DKB Visa Credit etwa steigt das Limit automatisch mit zunehmender Kontonutzung. Prüfe regelmäßig im Online-Banking, ob dein aktuelles Limit noch deiner Situation entspricht.
Was tun bei Ablehnung?
Wenn die Bank ablehnt, frag nach dem Grund. Häufige Ursachen sind ein zu niedriger SCHUFA-Score, ein zu kurzer Nutzungszeitraum oder unzureichende Einkommensnachweise. In vielen Fällen lässt sich das Problem beheben: SCHUFA-Fehler korrigieren, weitere 6 Monate warten, oder einen aktuelleren Einkommensnachweis einreichen. Eine Ablehnung ist kein endgültiges Nein – sondern oft nur ein „noch nicht“.
Häufige Fragen zur Kreditkarte mit 20.000 Euro Limit
Welche Kreditkarte hat ein Startlimit von 20.000 Euro?
Die Instabank Kreditkarte (Visa) wird mit einem Startlimit von bis zu 25.000 Euro beworben – das höchste bekannte Startlimit im deutschen Markt ohne Jahresgebühr. Voraussetzung ist eine sehr gute Bonität. Andere Karten starten deutlich niedriger und bauen das Limit über Zeit auf.
Wie viel muss ich verdienen, um ein Kreditkartenlimit von 20.000 Euro zu bekommen?
Als Faustregel gilt das 2- bis 3-fache des Netto-Monatsgehalts. Für 20.000 Euro Limit brauchst du rechnerisch über 6.000 Euro netto pro Monat – das entspricht einem Jahresnetto von über 72.000 Euro. Als Bruttoreferenz werden häufig mindestens 50.000 Euro Jahresbrutto genannt.
Welchen SCHUFA-Score brauche ich für ein hohes Kreditkartenlimit?
Ein SCHUFA-Score über 95 Prozent gilt als positiv und erhöht die Chancen auf ein hohes Limit deutlich. Unter 90 Prozent wird es kritisch. Negativeinträge wie Mahnbescheide oder Insolvenzen sind in der Regel K.O.-Kriterien für ein Limit von 20.000 Euro.
Was bedeutet „kein voreingestelltes Ausgabenlimit“ bei Premium-Karten?
Das bedeutet kein festes, unveränderliches Limit – nicht die Abwesenheit jeglicher Grenze. Das Limit wird flexibel und individuell basierend auf Bonität, Einkommen und Ausgabeverhalten angepasst. In der Praxis liegt es für die meisten Nutzer zwischen 10.000 und 30.000 Euro.
Können Selbstständige eine Kreditkarte mit 20.000 Euro Limit bekommen?
Ja, aber die Hürden sind höher als für Angestellte. Banken verlangen Nachweise über zwei bis drei erfolgreiche Geschäftsjahre. Das bewilligte Limit fällt oft konservativer aus – typischerweise ein bis zwei Monatsgewinne. Für 20.000 Euro sind nachgewiesene Gewinne von mindestens 7.000 bis 10.000 Euro monatlich erforderlich.
Welche kostenlosen Kreditkarten können ein Limit von 20.000 Euro erreichen?
Die Barclays Visa (bis 25.000 Euro), die Comdirect Visa (bis 20.000 Euro, mit Girokonto) und die Instabank Kreditkarte (bis 25.000 Euro) sind gebührenfrei und können hohe Limits erreichen. Das Startlimit ist bei Barclays und Comdirect jedoch deutlich niedriger und muss über Zeit aufgebaut werden.
Wie lange dauert es, bis eine Limiterhöhung auf 20.000 Euro bewilligt wird?
Automatisierte Online-Systeme entscheiden bei kleineren Erhöhungen in wenigen Minuten. Bei großen Sprüngen Richtung 20.000 Euro kann die manuelle Prüfung mehrere Wochen dauern. Empfehlenswert ist ein schrittweiser Aufbau über mehrere Erhöhungen mit jeweils 6 bis 12 Monaten Abstand.



