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Unerwartet starker Anstieg der Auftragseingänge

7. Juli 2026, 12:51 Uhr763 AufrufeZuletzt geprüft: 19.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Erfahre, wie die deutsche Industrie nach einem Rückschlag im April im Mai wieder an Fahrt gewinnt. Trotz eines unerwartet hohen Anstiegs der Aufträge bleibt eine kräftige Erholung aus. Experten sehen in Großaufträgen und gestiegenen Auslandsbestellungen Hoffnungsschimmer, warnen jedoch vor weiteren Herausforderungen.

Die deutschen Industrieaufträge sind im Mai 2024 um 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Volkswirte hatten lediglich ein Plus von 1,1 Prozent erwartet. Damit fiel die Erholung nach dem April-Rückgang deutlicher aus als prognostiziert, konnte die Verluste des Vormonats jedoch nicht vollständig ausgleichen.

Entwicklung nach April-Einbruch

Im April waren die Auftragseingänge um revidierte 3,2 Prozent zurückgegangen. Eine frühere Schätzung hatte den Rückgang noch auf 3,8 Prozent beziffert. Der Mai-Anstieg wurde maßgeblich durch Großaufträge getragen: Ohne diese größeren Bestellungen hätte der Zuwachs nur 1,0 Prozent betragen.

Regionale Unterschiede bei Auslandsaufträgen

Die Auslandsnachfrage stieg insgesamt um 2,2 Prozent. Dabei zeigten sich jedoch deutliche regionale Unterschiede:

  • Aufträge aus Eurozone-Ländern: plus 11,2 Prozent
  • Bestellungen aus Nicht-Eurozone-Staaten: minus 3,2 Prozent
  • Inlandsbestellungen: plus 1,3 Prozent

Verhaltene Prognosen für Industrieerholung

Commerzbank-Ökonom Marco Wagner sieht in den Zahlen Hoffnung auf eine moderate Erholung nach langer Stagnation, warnt jedoch vor überzogenem Optimismus. Eine rasche und kräftige Erholung sei aufgrund einer Erosion der Standortqualität unwahrscheinlich. VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel teilt diese zurückhaltende Einschätzung und verweist auf die schrumpfende Automobilindustrie, die erhebliche Auswirkungen auf Zulieferer im Maschinenbau habe. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Stahlproduktion 2023 wider, die als Grundstoffindustrie ebenfalls vor großen Herausforderungen steht.

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