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Stahlproduktion steigt – Trendwende bleibt aus

Das Wichtigste in Kürze:

In der deutschen Stahlbranche zeichnet sich ein leichter Aufschwung ab, doch die Lage bleibt angespannt. Trotz steigender Produktion ist die Nachfrage in Schlüsselbranchen wie Bau und Autoindustrie schwach. Neue EU-Zollregeln könnten jedoch helfen, den Markt zu stabilisieren und eine nachhaltige Erholung zu fördern.

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Die deutsche Stahlbranche verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 eine Produktionssteigerung von neun Prozent auf 18,6 Millionen Tonnen Rohstahl. Trotz dieses Zuwachses bleibt die Branche unter Druck: Die Produktion liegt unter dem Vorjahresniveau von 19,4 Millionen Tonnen aus dem ersten Halbjahr 2024, und hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2025 würden nur etwa 37 Millionen Tonnen erreicht – deutlich unter der wirtschaftlich notwendigen Schwelle von 40 Millionen Tonnen.

Schwache Nachfrage in Schlüsselindustrien bremst Erholung

Die anhaltend geringe Nachfrage aus Bauwesen, Maschinenbau und Automobilindustrie verhindert eine nachhaltige Trendwende. Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, betont, dass eine echte Erholung erst mit der Rückkehr der realen Stahlnachfrage einsetze. Die steigenden Produktionszahlen dürften nicht über die weiterhin schwierige Lage der Industrie hinwegtäuschen.

EU-Zollregelungen als Schutz vor Billigimporten

Seit Juli gelten neue EU-Zollregelungen, die unter bestimmten Bedingungen Zusatzzölle auf Stahlimporte vorsehen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, unfaire Wettbewerbsbedingungen durch asiatische Billigimporte abzumildern. Rippel bezeichnet das Handelsschutzinstrument als unverzichtbar, damit künftige Nachfragesteigerungen die Kapazitätsauslastung deutscher und europäischer Unternehmen positiv beeinflussen können.

Forderungen nach politischen Impulsen und Infrastrukturinvestitionen

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl fordert zusätzliche politische Unterstützung für eine langfristige Erholung der Branche. Geplante staatliche Infrastruktur-Investitionen von 500 Milliarden Euro müssten schnellstmöglich ihre Wirkung entfalten und könnten einen entscheidenden Konjunkturimpuls liefern. Zudem spricht sich Rippel für ein verbindliches „Made-in-EU-Kriterium“ bei öffentlichen Aufträgen aus, um heimische Produzenten zu bevorzugen.

Hohe Energiekosten verschärfen Strukturprobleme

Hohe Energiekosten belasten deutsche Stahlerzeuger zusätzlich und zwingen Unternehmen wie Thyssenkrupp Steel Europe zum Abbau Tausender Stellen. Der Hersteller Salzgitter hat jedoch kürzlich seine Prognose für das Jahr 2026 angehoben, was als positives Signal gewertet wird.


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