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Nachlassendes Interesse an klassischen Sandalen

Das Wichtigste in Kürze:

Der Schuhmarkt in Deutschland steht unter Druck: Klassische Sandalen verlieren stark an Beliebtheit, während Sneaker weiterhin im Trend liegen. Der neue «Branchenbericht Schuhe» zeigt, dass Verbraucher weniger Geld für Schuhe ausgeben und auf vielseitigere Modelle setzen. Auch der Online-Handel gewinnt zunehmend an Bedeutung.

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Der deutsche Schuhmarkt verzeichnet einen anhaltenden Rückgang, besonders betroffen sind klassische Sandalen. Im vergangenen Jahr gaben Verbraucher 548 Millionen Euro für klassische Sandalen aus, ein Minus von 12 Prozent gegenüber 2019. Der gesamte Schuhmarkt schrumpfte um 5,5 Prozent. Diese Zahlen stammen aus dem Branchenbericht Schuhe des Handelsforschungsinstituts IFH Köln und der BBE Handelsberatung.

Sneaker verdrängen Sandalen im Sommer

Marktexperte Hansjürgen Heinick vom IFH erklärt den Rückgang mit veränderten Tragegewohnheiten. Sneaker haben sich als ganzjährige Alternative etabliert und werden auch im Sommer durchgehend getragen. Der früher übliche Wechsel vom Büroschuh zur Sandale entfällt zunehmend. Wer bereits Sneaker besitzt, sieht oft keinen Bedarf mehr an zusätzlichen Sandalen. Betroffen vom Rückgang sind Damen-, Herren- und Kindersandalen, wobei die Zahlen sowohl Ledersandalen als auch Modelle mit rekonstruiertem Leder umfassen.

Gesamtmarkt unter Druck: 9,3 Milliarden Euro Umsatz

Der gesamte Schuhmarkt erreichte einen Umsatz von etwa 9,3 Milliarden Euro. Mehrere Faktoren belasten die Branche: Haushalte kaufen weniger Schuhpaare, Verbraucher bevorzugen bequeme Modelle im smart-casual-Stil, und Outfits sollen vielseitiger und saisonunabhängig tragbar sein. Dies benachteiligt spezialisierte Sommerschuhe wie Sandalen.

Preisentwicklung bei Schuhen moderat

Die Preise für Schuhe entwickelten sich deutlich moderater als andere Warengruppen. Während Lebensmittelpreise um 37 Prozent stiegen, verteuerten sich Herrenschuhe um 9 Prozent, Sportschuhe um 6 Prozent und Kinderschuhe um 7 Prozent. Laut Statistischem Bundesamt blieben die Schuhpreise seit Juli des Vorjahres durchschnittlich stabil oder sanken leicht.

Strukturwandel im Einzelhandel

Die Zahl stationärer Schuhhändler ist stark rückläufig. Nach Schätzungen des Branchenverbands BTE existieren aktuell etwa 8.200 Läden in Deutschland. Sowohl einzelne Unternehmer als auch größere Filialnetzwerke sind vom Rückgang betroffen. Die Bedeutung stationärer Verkaufsstellen nimmt kontinuierlich ab.


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