Die Inflationsrate in Deutschland ist im September auf 3,3 Prozent gestiegen und liegt damit erstmals seit Dezember 2023 wieder über der Drei-Prozent-Marke. Haupttreiber der Teuerung sind stark gestiegene Preise für Kraftstoffe und Heizöl, während andere Energieträger wie Strom und Erdgas günstiger wurden. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit seine vorläufigen Schätzungen.
Energiepreise: Kraftstoffe und Heizöl mit massiven Anstiegen
Verbraucher mussten im September für Kraftstoffe und Haushaltsenergie durchschnittlich 14,9 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahr. Dies markiert den dritten Monat in Folge mit steigenden Energiekosten und den höchsten Anstieg seit Februar 2023. Besonders deutlich verteuerten sich:
- Kraftstoffe: plus 37 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat
- Leichtes Heizöl: plus 75 Prozent
- Brennholz und Holzpellets: plus 15,6 Prozent
Im Gegensatz dazu sanken die Preise für Strom um 5,5 Prozent, für Erdgas um 2,8 Prozent und für Fernwärme um 1,0 Prozent.
Nahrungsmittel und Dienstleistungen mit moderater Entwicklung
Die Preise für Lebensmittel stiegen insgesamt moderat. Während Eier um 15,2 Prozent und frisches Gemüse um 12 Prozent teurer wurden, verbilligten sich Speisefette und Speiseöle um 15 Prozent. Frisches Obst wurde ebenfalls günstiger.
Dienstleistungen wie Pauschalreisen oder Friseurbesuche verteuerten sich um durchschnittlich 2,7 Prozent. Die Nettokaltmieten legten um 1,9 Prozent zu. Silke Tober vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung weist darauf hin, dass die Kerninflationsrate ohne schwankende Lebensmittel- und Energiekomponenten konstant bei 2,4 Prozent blieb.
Ausblick: Abhängigkeit von fossilen Energieträgern im Fokus
Greenpeace fordert eine Verringerung der deutschen Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Finanzexperte Mauricio Vargas warnt vor den Auswirkungen geopolitischer Krisen auf die Verbraucherkaufkraft durch unkontrollierte Preissprünge bei Energie.
