Themen in diesem Artikel:
- Schnellcheck: Kerndaten beider Broker im Überblick 2026
- Scalable Capital im Detail: Drei Tarife, breites Sortiment, BaFin
- JustTRADE im Detail: Sutor Bank Gruppe und App-Fokus
- Direkter Vergleich: Lizenz, Tarife, Sparpläne, Krypto und Zinsen
- Anlegertyp: Welcher Broker zu welchem Profil passt
- PFOF und MiCAR 2026: Auswirkungen auf beide Broker
- Alternativen: Trade Republic, Finanzen.net Zero und flatex
Scalable Capital vs JustTRADE 2026 im Schnellcheck
Scalable Capital und JustTRADE sind zwei deutsche Online-Broker, die sich 2026 strukturell deutlich voneinander unterscheiden. Scalable Capital ist mit über 1 Million Kundinnen und Kunden inzwischen Europas größter Neobroker, breit aufgestellt zwischen Brokerage und digitaler Vermögensverwaltung. JustTRADE bleibt ein schlanker, App-getriebener Smartphone-Broker, der seit der Übernahme aus der Insolvenz der ehemaligen Wealth Capital Management zur Sutor Bank Gruppe gehört. Beide stehen 2026 vor dem EU-weiten Payment-for-Order-Flow-Verbot zum 1. Juli und passen ihre Preismodelle entsprechend an.
- Scalable Capital: Scalable Capital GmbH, München, BaFin-reguliert, Partnerbank Baader Bank
- JustTRADE: JT Technologies GmbH, Frankfurt, Sutor Bank Gruppe, BaFin-reguliert
- Tarife Scalable: Free Broker, PRIME für 4,99 EUR/Monat, PRIME+ für 6,99 EUR/Monat
- Tarife JustTRADE: Ein schlankes Modell, 1 EUR Fremdkostenpauschale je Order
- Sortiment Scalable: Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Krypto-ETPs, Vermögensverwaltung
- Sortiment JustTRADE: Aktien, ETFs, Fonds, Zertifikate, rund 30 Krypto-Coins direkt handelbar
📌 Good to know
Beide Broker sind BaFin-reguliert und unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 EUR pro Kunde. Wertpapiere zählen in beiden Fällen als Sondervermögen und bleiben auch im Insolvenzfall Eigentum der Anleger.
Scalable Capital im Detail: drei Tarife, breites Sortiment
Scalable Capital wurde 2014 in München gegründet und gehört 2026 zu den führenden Neobrokern in Europa. Hinter dem Brokerage-Angebot steht die Scalable Capital GmbH, die mit der Baader Bank in Unterschleißheim als Partnerbank zusammenarbeitet. Cash-Guthaben unterliegen damit der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 EUR pro Kunde, Wertpapiere zählen als Sondervermögen.
Das Sortiment ist breit: handelbar sind rund 7.000 Aktien, etwa 2.500 ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine sowie rund 30 Kryptowährungen als regulierte Krypto-ETPs. Hinzu kommt mit dem Robo-Advisor eine eigenständige digitale Vermögensverwaltung. Für die Krypto-Dienstleistungen hat Scalable Capital 2026 eine Zulassung nach der EU-Verordnung MiCAR erhalten.
Die Tarifstruktur besteht 2026 aus drei Modellen. Im Free Broker kostet jede Order 0,99 EUR, im PRIME-Tarif fallen für 4,99 EUR pro Monat 0 EUR Ordergebühr ab einem Volumen von 250 EUR an, der PRIME+ Tarif kostet 6,99 EUR pro Monat und bringt zusätzlich Vorteile bei Cash-Verzinsung und Vermögensverwaltung. ETF- und Aktien-Sparpläne sind in allen Tarifen kostenfrei. Eine Verzinsung des Verrechnungskontos wurde im April 2026 eingestellt, parallel führte Scalable im März 2026 ein separates Tagesgeldkonto mit aktuell 2,50 Prozent Zinsen ein.
💡 Tip
Der PRIME-Tarif rentiert sich rechnerisch ab rund sechs Trades pro Monat. Wer hauptsächlich monatlich per Sparplan investiert und nur wenige Einzeltrades platziert, fährt mit dem kostenlosen Free Broker oft günstiger als mit einem Monatsabo.
JustTRADE im Detail: Sutor Bank und App-Fokus
JustTRADE wurde 2019 in Frankfurt am Main gegründet und ging als schlanker App-Broker an den Markt. Nach der Insolvenz der ursprünglichen Muttergesellschaft Wealth Capital Management wurde JustTRADE 2024 von der Sutor Bank Gruppe übernommen. Betreiber ist seitdem die JT Technologies GmbH, die Konten und Depots werden bei der Sutor Bank in Hamburg geführt. Die Sutor Bank besteht seit 1921 und besitzt eine BaFin-Vollbanklizenz.
Das Sortiment ist bewusst übersichtlich gehalten. Anleger handeln Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikate und Optionsscheine sowie rund 30 Kryptowährungen. Im Unterschied zu Scalable Capital ermöglicht JustTRADE einen echten Krypto-Direkthandel über eine integrierte Wallet-Lösung. Als Handelsplätze stehen unter anderem gettex, Lang & Schwarz Exchange, Quotrix und die führenden Auslandsbörsen wie XETRA, NYSE und NASDAQ zur Verfügung.
Die Kostenstruktur ist einfach: Depot- und Kontoführung sind kostenlos. Beim Handel fallen je Order 1 EUR Fremdkostenpauschale an, eine darüber hinausgehende klassische Ordergebühr wird nicht erhoben. Sparpläne und Krypto-Staking sind gebührenfrei. Eine Verzinsung des Verrechnungskontos bietet JustTRADE 2026 nicht – das ist im Vergleich zu Scalable Capital, Trade Republic oder Finanzen.net Zero ein klarer Nachteil für Anleger, die größere Cash-Bestände parken wollen.
📌 Good to know
JustTRADE ist rein App-basiert konzipiert. Eine vollwertige Desktop-Plattform fehlt – wer regelmäßig am großen Bildschirm tradet, sollte das vor Depoteröffnung in der Demo der App prüfen. Für reine Buy-and-Hold-Strategien ist die App-Ausrichtung in der Regel kein Hindernis.
Direkter Vergleich: Lizenz, Tarife und Konditionen 2026
Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Kennzahlen beider Broker für das Jahr 2026 gegenüber. Beide Anbieter sind in Deutschland reguliert und über die Einlagensicherung abgesichert, unterscheiden sich aber deutlich beim Tarifmodell, beim Sortiment und bei der Cash-Verzinsung.
| Kriterium | Scalable Capital | JustTRADE |
|---|---|---|
| Lizenz und Aufsicht | BaFin, Partnerbank Baader Bank | BaFin, Partnerbank Sutor Bank |
| Tarife | Free, PRIME 4,99 EUR/Monat, PRIME+ 6,99 EUR/Monat | Ein Modell ohne Monatsabo |
| Ordergebühr Aktien und ETFs | 0,99 EUR Free, 0 EUR ab 250 EUR im PRIME | 1 EUR Fremdkostenpauschale je Order |
| Sparpläne | Aktien, ETFs und Fonds, kostenlos ab 1 EUR Rate | Aktien, ETFs und Fonds, kostenfrei ab 25 EUR Rate |
| Kryptowährungen | Rund 30 als regulierte Krypto-ETPs, MiCAR-Lizenz | Rund 30 Coins, echter Direkthandel mit Wallet |
| Zinsen Verrechnungskonto | Keine Zinsen mehr seit April 2026, separates Tagesgeld | Keine Zinsen auf das Cash-Guthaben |
| Vermögensverwaltung | Eigener Robo-Advisor zubuchbar | Keine Vermögensverwaltung im Angebot |
| Plattform | Web-App und native Mobile-App | App-fokussiert, Web nur eingeschränkt |
Scalable Capital ist damit das vielseitigere Gesamtpaket mit mehr Tarifoptionen, eigener Vermögensverwaltung und einem aktiven Tagesgeld-Angebot. JustTRADE punktet beim simplen, sehr günstigen App-Trading und beim echten Krypto-Direkthandel – verzichtet aber bewusst auf Cash-Zinsen und Vermögensverwaltung.
Welcher Broker passt zu welchem Anlegertyp?
Die Entscheidung zwischen Scalable Capital und JustTRADE hängt 2026 weniger an wenigen Cent Ordergebühr, sondern am eigenen Anlageprofil. Beide sind seriös reguliert und seit Jahren am Markt, sprechen aber unterschiedliche Anlegertypen an.
Scalable Capital ist die bessere Wahl, wenn:
- Langfristiger Vermögensaufbau mit ETFs, Aktien und Fonds im Vordergrund steht
- Verschiedene Tarif-Stufen je nach Trading-Frequenz gewünscht sind
- Ein Robo-Advisor als Ergänzung oder Kerninvestment interessant ist
- Cash-Bestände separat über ein verzinstes Tagesgeldkonto geparkt werden
- Regulierte Krypto-ETPs der bevorzugte Weg in den Kryptomarkt sind
JustTRADE ist die bessere Wahl, wenn:
- Ein schlankes, App-zentriertes Trading ohne Monatsgebühren bevorzugt wird
- Krypto-Direkthandel mit echtem Coin-Besitz wichtig ist
- Das Depot eher selten und in mittelgroßen Volumina genutzt wird
- Eine deutsche Vollbank als verwahrender Partner bevorzugt wird
- Keine Cash-Verzinsung im Broker benötigt wird
PFOF-Verbot und MiCAR 2026: Auswirkungen auf beide Broker
Zum 1. Juli 2026 tritt in der EU das vollständige Verbot von Payment for Order Flow in Kraft. Damit dürfen Broker keine Rückvergütungen mehr von Market Makern und Handelsplätzen wie gettex, Tradegate oder Lang & Schwarz annehmen. Sowohl Scalable Capital als auch JustTRADE haben ihre Erlösmodelle in der Vergangenheit teilweise über PFOF refinanziert und passen ihre Preise und Strukturen entsprechend an.
Scalable Capital reagiert auf das Verbot vor allem über die Abo-Tarife PRIME und PRIME+ sowie über den Aufbau eines eigenen Handelsplatzes. JustTRADE arbeitet seit der Übernahme durch die Sutor Bank Gruppe ohnehin an einer schlankeren Erlösstruktur und hat das Modell mit der 1-EUR-Fremdkostenpauschale bereits 2023 als ersten Schritt eingeführt. Anleger sollten in jedem Fall die aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnisse beider Broker vor einer Depoteröffnung prüfen.
Parallel greift zum 1. Juli 2026 das Ende der nationalen Übergangsfrist der EU-Verordnung MiCAR. Krypto-Dienstleistungen dürfen ab diesem Datum nur noch mit einer MiCAR-Lizenz angeboten werden. Scalable Capital hat 2026 eine MiCAR-Zulassung erhalten und kann das Krypto-ETP-Angebot damit regulär weiterführen. JustTRADE wickelt den Krypto-Direkthandel über lizenzierte Partner ab.
Alternativen zu Scalable Capital und JustTRADE
Wer sich nicht zwischen Scalable Capital und JustTRADE entscheiden möchte, findet 2026 in Deutschland eine ganze Reihe weiterer Broker mit teils sehr unterschiedlichen Schwerpunkten. Die wichtigsten Alternativen sind Trade Republic, Finanzen.net Zero und flatex.
- Trade Republic: Neobroker mit verzinstem Verrechnungskonto und 1 EUR Fremdkosten je Order
- Finanzen.net Zero: Kostensieger Stiftung Warentest 12/2025 mit 0 EUR Order ab 500 EUR über gettex
- flatex: Klassische Vollbank mit 5,90 EUR Festpreis je Order und kostenlosen Sparplänen
- Smartbroker+: Baader Bank als Partner, max. 4 EUR je Order und 41 Kryptowährungen
- ING: Direktbank-Lösung mit Depot, Tagesgeldkonto und Sparplänen aus einer Hand
Für klassische ETF- und Aktien-Sparpläne bietet sich vor allem ein Vergleich zwischen Scalable Capital, Trade Republic und Finanzen.net Zero an. Wer ein verzinstes Tagesgeldkonto direkt im Broker-Umfeld nutzen möchte, ist bei Trade Republic oder über das separate Scalable-Tagesgeld richtig.
Häufig gestellte Fragen
Ist Scalable Capital besser als JustTRADE?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten, weil beide Broker unterschiedliche Anlegertypen ansprechen. Scalable Capital bietet 2026 mit drei Tarifen, einem eigenen Robo-Advisor und einem separaten Tagesgeldkonto das deutlich breitere Gesamtpaket und richtet sich an Anleger, die ein breites Sortiment und Skalierbarkeit suchen. JustTRADE punktet als schlanker App-Broker mit einfacher Gebührenstruktur und echtem Krypto-Direkthandel über die Sutor Bank Gruppe. Wer langfristig Vermögen aufbauen und parallel Cash verzinst halten möchte, ist bei Scalable Capital strukturell besser aufgehoben. Wer Wert auf simples App-Trading und echte Krypto-Wallets legt, fährt mit JustTRADE oft passender.
Existiert JustTRADE 2026 noch?
Ja, JustTRADE ist 2026 weiterhin am Markt aktiv. Nach der Insolvenz der ehemaligen Muttergesellschaft Wealth Capital Management wurde der Broker 2024 von der Sutor Bank Gruppe übernommen. Betreiber ist seitdem die JT Technologies GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, die Konten und Depots werden bei der Sutor Bank in Hamburg geführt. Die Sutor Bank besitzt eine BaFin-Vollbanklizenz und ist Mitglied der gesetzlichen Einlagensicherung. Wertpapiere zählen weiterhin als Sondervermögen. Das Geschäftsmodell wird im Zuge des PFOF-Verbots 2026 angepasst, der Broker bleibt aber mit App, Sparplänen und Krypto-Direkthandel verfügbar.
Welche Tarife bietet Scalable Capital 2026 an?
Scalable Capital bietet 2026 drei Brokerage-Tarife an. Im Free Broker fällt keine Monatsgebühr an, dafür kostet jede Order 0,99 EUR. Im PRIME-Tarif zahlen Anleger 4,99 EUR pro Monat und handeln ab einem Volumen von 250 EUR ohne Ordergebühr. Der PRIME+ Tarif kostet 6,99 EUR pro Monat und ergänzt PRIME um Vorteile bei der Cash-Verzinsung im Rahmen des separaten Tagesgeldkontos sowie um Sonderkonditionen bei der Vermögensverwaltung. Sparpläne auf Aktien, ETFs und Fonds sind in allen Tarifen kostenlos. Rechnerisch lohnt sich PRIME ab etwa sechs Einzeltrades pro Monat.
Welche Gebühren fallen bei JustTRADE 2026 an?
Die Depot- und Kontoführung ist bei JustTRADE 2026 kostenfrei. Pro Order fällt eine Fremdkostenpauschale von 1 EUR an, eine zusätzliche klassische Ordergebühr wird nicht erhoben. Sparpläne auf Aktien, ETFs und Fonds sowie das Krypto-Staking sind gebührenfrei. Eine Verzinsung des Verrechnungskontos bietet JustTRADE 2026 nicht – größere Cash-Bestände sollten daher auf einem separaten Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank geparkt werden. Im Zuge des EU-weiten PFOF-Verbots zum 1. Juli 2026 sind weitere Anpassungen am Preismodell möglich, ein Blick in das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis vor Depoteröffnung ist daher sinnvoll.
Wie wirkt sich das PFOF-Verbot ab Juli 2026 aus?
Zum 1. Juli 2026 dürfen Broker in der EU keine Rückvergütungen mehr von Market Makern und Handelsplätzen annehmen. Vor allem Neobroker hatten Payment for Order Flow als Erlösquelle genutzt und müssen die wegfallenden Einnahmen kompensieren. Scalable Capital reagiert vor allem über die Monats-Tarife PRIME und PRIME+ sowie über einen eigenen Handelsplatz. JustTRADE hat das Modell mit der 1-EUR-Fremdkostenpauschale bereits 2023 als ersten Schritt eingeführt und passt das Erlösmodell seit der Übernahme durch die Sutor Bank Gruppe weiter an. Anleger sollten in beiden Fällen vor einer Depoteröffnung das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis prüfen.



