Bank Identification Number: BIN als Code kurz erklärt

Das Wichtigste in Kürze:

Die Bank Identification Number (BIN) steckt in den ersten sechs bis acht Ziffern jeder Kreditkartennummer. Sie ordnet die Karte dem Herausgeber und dem Zahlungsnetzwerk zu, steuert das Routing bei jeder Transaktion und dient der Betrugsprävention. Seit April 2022 gilt die achtstellige BIN nach ISO/IEC 7812.

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Was die BIN ist und wie sie Kreditkarten zuordnet

Damit du mit deiner Kreditkarte überall bequem und sicher bezahlen kannst, steckt hinter jeder Karte ein aufwendiges System aus Kennungen und Prüfmechanismen. Eines der wichtigsten Merkmale trägst du direkt in der Hand: die lange Zahlenreihe auf der Vorderseite. Die ersten sechs bis acht Stellen dieser Kreditkartennummer sind die sogenannte Bank Identification Number, kurz BIN. Sie verrät, welches Institut die Karte ausgegeben hat und über welches Netzwerk Zahlungen abgewickelt werden.

Es gibt unzählige Kartenvarianten, doch eine Sache haben alle gemeinsam: Jede besitzt eine BIN. Sie ist fester Teil der Kartennummer und steht üblicherweise gut lesbar auf der Vorderseite, oft mit einer Hochprägung. Auch rein virtuelle Karten ohne physisches Plastik haben eine vollwertige Kartennummer inklusive BIN, weil das Zahlungssystem sonst nicht wüsste, wohin eine Buchung gehört.

BIN und IIN meinen dasselbe

Häufig liest du statt BIN den Begriff Issuer Identification Number, kurz IIN. Beide Bezeichnungen meinen denselben Zahlenblock. In der internationalen Norm ist mittlerweile durchgängig von der IIN die Rede, während im Alltag und im Zahlungsverkehr weiterhin die ältere Abkürzung BIN dominiert. Für dich als Karteninhaber macht das keinen Unterschied: Gemeint ist immer der Anfang deiner Kartennummer, der auf das herausgebende Institut zeigt.

Wichtig zu verstehen ist, dass die BIN nichts mit deinem Girokonto zu tun hat. Sie ist an die Karte gebunden, nicht an eine bestimmte Kontoverbindung. Für Überweisungen brauchst du deshalb weiterhin die IBAN und bei Zahlungen ins Ausland gegebenenfalls die BIC. Die Kartennummer samt BIN dient ausschließlich der Abwicklung von Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen, nicht dem klassischen Überweisungsverkehr.

📌 Good to know

Verlierst du deine Karte und bekommst Ersatz, erhältst du in aller Regel eine komplett neue Kartennummer. Die BIN deines Instituts bleibt zwar gleich, die individuellen Folgeziffern werden aber neu vergeben, damit die alte Karte endgültig wertlos ist.

Was hinter den Ziffern steckt: der Aufbau nach ISO/IEC 7812

Eine Kreditkartennummer wirkt auf den ersten Blick wie eine zufällige Kette aus Zahlen, ist in Wahrheit aber streng genormt. Grundlage ist die internationale Norm ISO/IEC 7812. Sie legt fest, wie die Nummer aufgebaut ist und wie Herausgeber weltweit eindeutig identifiziert werden. Die meisten Karten tragen eine 16-stellige Nummer, die Norm lässt jedoch Längen von zehn bis neunzehn Stellen zu.

Die Nummer besteht im Kern aus drei Bausteinen. Ganz vorne steht die BIN beziehungsweise IIN mit sechs bis acht Ziffern. Direkt an erster Stelle sitzt die branchenkennzeichnende Ziffer, die grob den Wirtschaftszweig des Herausgebers markiert, etwa Banken oder Reise- und Unterhaltungsanbieter. Danach folgt ein individueller Kontobezug, der die Karte innerhalb des Instituts eindeutig macht. Die allerletzte Ziffer ist eine Prüfziffer.

Was die BIN konkret verrät

Hinter den ersten Stellen stecken mehrere Informationen auf einmal. Sie ordnen die Karte dem herausgebenden Institut zu und benennen zugleich das Zahlungsnetzwerk, über das die Transaktion läuft. Außerdem lässt sich am Code oft die Kartenkategorie ablesen: Eine einfache Standardkarte trägt meist eine andere BIN als eine leistungsstärkere Variante. Auch ob es sich um eine Haupt-, Partner- oder Firmenkarte handelt, kann in diesem Block hinterlegt sein.

Die Prüfziffer am Ende folgt dem sogenannten Luhn-Algorithmus. Aus allen vorangehenden Ziffern wird nach einem festen Rechenverfahren ein Wert gebildet, der die letzte Stelle bestimmt. Tippst du dich beim Onlinekauf um oder dreht ein Betrüger eine Ziffer, fällt der Fehler sofort auf, weil die Prüfsumme nicht mehr aufgeht. So werden simple Zahlendreher erkannt, bevor eine Zahlung überhaupt ans Netzwerk geht.

Zusätzlich ist die BIN nicht nur aufgedruckt, sondern auch auf dem Magnetstreifen und im Chip gespeichert. Dadurch kann sie an Kassenterminals und Automaten maschinell ausgelesen werden, ohne dass jemand die Nummer manuell eintippen muss. Diese Redundanz macht die Verarbeitung schnell und robust gegen Lesefehler. Fällt ein Terminal auf die Chip-Auswertung zurück, weil der Magnetstreifen zerkratzt ist, greift es einfach auf dieselbe hinterlegte BIN zu und leitet die Zahlung trotzdem korrekt weiter.

Von sechs auf acht Stellen: die BIN-Umstellung 2022

Über Jahrzehnte umfasste die BIN genau sechs Ziffern. Mit sechs Stellen lassen sich rund eine Million verschiedene Kombinationen bilden, was lange ausreichte. Doch die Zahl der Institute, Fintechs und spezialisierten Kartenanbieter ist weltweit stark gestiegen. Die verfügbaren Nummernbereiche wurden knapp, und ein Engpass zeichnete sich klar ab. Die zuständigen Normungsgremien reagierten und beschlossen die Erweiterung auf acht Stellen.

Umgesetzt wurde der Wechsel zum April 2022. Seitdem verlangen die großen Zahlungsnetzwerke, dass alle beteiligten Dienstleister und Verarbeiter mit achtstelligen Codes umgehen können, und alle neu vergebenen Kennungen sind acht Stellen lang. Durch die zwei zusätzlichen Ziffern vervielfacht sich die Menge zuordenbarer Kombinationen, sodass der Vorrat für viele Jahre gesichert ist.

Was sich für dich ändert

An der Gesamtlänge deiner Kartennummer ändert die Umstellung nichts. Sie bleibt in aller Regel 16-stellig, nur der vordere Identifikationsblock wächst von sechs auf acht Ziffern, während der individuelle Kontoteil entsprechend kürzer ausfällt. Karten, die vor der Umstellung ausgegeben wurden, behalten ihre sechsstellige BIN bis zum Ablauf. Neue und ausgetauschte Karten tragen die achtstellige Variante. Im Zahlungsalltag merkst du davon nichts.

Die eigentliche Arbeit lag bei den Unternehmen im Hintergrund. Zahlungsdienstleister, Händler-Software und Betrugsfilter mussten ihre Systeme anpassen, weil sie die herausgebende Bank nun anhand von acht statt sechs Ziffern erkennen. Wer die Umstellung verschlief, riskierte falsche Zuordnungen, etwa bei Gebühren oder Länderkennungen. Für dich als Nutzer verlief der Übergang deshalb weitgehend unsichtbar.

💡 Tip

Die zentrale Registrierungsstelle für Issuer Identification Numbers ist die American Bankers Association mit Sitz in Washington, D. C. Sie vergibt die Nummernbereiche und sorgt dafür, dass sich weltweit keine zwei Herausgeber dieselbe Kennung teilen.

So sicher läuft die Identifikation im Autorisierungsprozess ab

Bei jeder Kartenzahlung und jeder Bargeldabhebung wird die komplette Kartennummer inklusive BIN übermittelt und ausgewertet. Der Vorgang heißt Routing: Anhand der ersten Ziffern erkennt das System, zu welchem Netzwerk und zu welchem Institut die Karte gehört, und leitet die Anfrage zielgenau dorthin weiter. So wird ermittelt, von welchem Konto das Geld stammt und ob Gebühren anfallen, etwa bei einer Abhebung im Ausland.

Der Weg einer Autorisierung

Steckst du deine Karte in ein Terminal oder gibst die Nummer online ein, startet der Autorisierungsprozess. Das Terminal des Händlers schickt die Daten an seinen Zahlungsdienstleister, der über die BIN das richtige Netzwerk anspricht. Das Netzwerk reicht die Anfrage an das herausgebende Institut weiter, das Deckung, Limit und mögliche Sperren prüft und die Zahlung freigibt oder ablehnt. Die Antwort läuft denselben Weg zurück, meist in Sekundenbruchteilen.

Die BIN ist international gültig, weshalb auch Automaten und Terminals im Ausland deine Karte korrekt einordnen können. Trotzdem lassen sich aus dem Code allein keine Rückschlüsse auf dich als Person ziehen. Aus Datenschutzgründen haben nur berechtigte Institute Zugriff auf die Register, in denen Kartennummern konkreten Inhabern zugeordnet sind. Wer nur die BIN sieht, erfährt lediglich das Institut und die Kartenart, nicht deinen Namen.

Der BIN-Check im Onlinehandel

Beim Bezahlen im Internet läuft zusätzlich ein sogenannter BIN-Check. Der Händler gleicht die ersten Ziffern mit Datenbanken ab und erkennt so das herausgebende Institut und das Ursprungsland der Karte. Passt das Land der Karte nicht zur Lieferadresse oder häufen sich verdächtige Muster, kann die Zahlung genauer geprüft oder abgelehnt werden. Der BIN-Check ist damit eine erste, schnelle Filterstufe gegen Missbrauch.

BIN-Betrug: Was eine BIN-Attack ist und wie du dich schützt

So nützlich die öffentliche BIN für die Abwicklung ist, so sehr versuchen Kriminelle, sie auszunutzen. Weil die ersten Stellen einer Kartennummer bekannt und für ein Institut immer gleich sind, kennen Angreifer den Anfang gültiger Nummern bereits. Bei einer sogenannten BIN-Attack nehmen sie eine reale BIN als Ausgangspunkt und lassen automatisiert die restlichen Ziffern durchprobieren, bis eine gültige Kombination samt Ablaufdatum und Prüfnummer entsteht.

Solche Versuche laufen oft über viele kleine Testzahlungen bei Onlinehändlern. Findet ein Bot eine funktionierende Kombination, wird die Karte für echte, größere Einkäufe missbraucht. Betroffen ist dabei nicht nur der einzelne Inhaber, sondern auch Händler, die mit Rückbuchungen und Gebühren belastet werden. Deshalb setzen Zahlungsdienstleister auf Ratenbegrenzungen, Betrugsscoring und zusätzliche Prüfungen, um solche Angriffsmuster früh zu stoppen.

Wie du dich absicherst

Dein wichtigster Schutz ist die starke Kundenauthentifizierung. Bei Onlinezahlungen bestätigst du den Kauf zusätzlich per App-Freigabe, TAN oder biometrischem Merkmal. Allein mit erratenen Kartendaten kommt ein Betrüger dann nicht durch, weil ihm die zweite Bestätigung fehlt. Ergänzend gilt: Kartennummer, Ablaufdatum und die dreistellige Prüfnummer auf der Rückseite solltest du niemals unnötig weitergeben und nur auf vertrauenswürdigen Seiten eintippen.

Kontrolliere deine Umsätze regelmäßig und melde ungewöhnliche Buchungen sofort deinem Institut, damit die Karte gesperrt und Beträge zurückgeholt werden können. Wer tiefer in die Grundlagen rund um Karten, Konten und Zahlungsverkehr einsteigen möchte, findet weitere verständliche Erklärstücke in unserem Bereich Wirtschaftswissen. Je besser du verstehst, was hinter den Ziffern steckt, desto souveräner gehst du mit deiner Karte um.

📌 Good to know

Die BIN allein ist kein Sicherheitsrisiko, denn sie ist öffentlich bekannt. Kritisch wird es erst, wenn Ablaufdatum, Prüfnummer und die vollständige Nummer zusammenkommen. Genau deshalb hängt echte Sicherheit an der zusätzlichen Freigabe, nicht an der Geheimhaltung der ersten Ziffern.

Häufig gestellte Fragen

Q

Wo finde ich die BIN auf meiner Karte?

Die BIN steht ganz vorne in der langen Kartennummer auf der Vorderseite deiner Kreditkarte. Es sind schlicht die ersten sechs bis acht Ziffern dieser Zahlenreihe, die auf das herausgebende Institut zeigen.

Q

Welche Informationen enthält die BIN?

Die ersten Ziffern verraten das herausgebende Institut, das Zahlungsnetzwerk und oft die Kartenart. Auch ob es sich um eine Haupt-, Partner- oder Firmenkarte handelt, kann in diesem Block hinterlegt sein. Deinen Namen enthält die BIN nicht.

Q

Was ist ein BIN-Check?

Beim BIN-Check gleicht ein Onlinehändler die ersten Kartenziffern mit Datenbanken ab, um Institut und Ursprungsland der Karte zu erkennen. Passt etwas nicht zusammen, lässt sich verdächtiges Verhalten früh erkennen und die Zahlung genauer prüfen.

Q

Warum hat die BIN jetzt acht statt sechs Stellen?

Weil die Zahl der Kartenanbieter stark gewachsen ist, wurden die sechsstelligen Nummernbereiche knapp. Zum April 2022 stellten die großen Netzwerke auf achtstellige Kennungen um. Die Gesamtlänge der Kartennummer bleibt dabei unverändert.

Q

Ist die BIN ein Sicherheitsrisiko?

Die BIN allein ist öffentlich und harmlos. Gefährlich wird es erst, wenn vollständige Nummer, Ablaufdatum und Prüfnummer zusammenkommen. Schutz bietet vor allem die zusätzliche Freigabe per App oder TAN bei Onlinezahlungen.


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