Themen in diesem Artikel:
- Übersicht: BaFin-regulierte Neo-Broker mit Einlagensicherung.
- Marktpräsenz: justTRADE seit 2019, Scalable Capital etablierter.
- Anlagemöglichkeiten: Aktien, ETFs, Kryptowährungen; Scalable Capital zusätzlich Anleihen und Fonds.
- Gebühren: Transparent und günstig, kostenlose Depoteröffnung.
- Benutzerfreundlichkeit: Registrierung vollständig digital, Scalable Capital mit mehr Interface-Optionen.
- Demokonten: Kostenlos Strategien testen ohne echtes Geld.
- Kundensupport: E-Mail und Formular bei beiden; Scalable Capital mit 24/7 Telefon-Support.
Eine Übersicht über beide Broker
Beide Neo-Broker wurden in Deutschland gegründet und werden von der BaFin reguliert. Beide Anbieter unterliegen der europäischen Einlagensicherung. Scalable Capital und justTRADE richten sich vor allem an Privat- und Kleinanleger:innen. Jedoch musst du bei den Anbietern auch einige Abstriche in Kauf nehmen. Beispielsweise steht kein Demokonto zur Verfügung.
Eine kurze Übersicht zu Scalable Capital:
- Tarifmodelle für kostenfreies und kostenpflichtiges Depot
- Auch als Robo-Advisor tätig
- Kein Demokonto verfügbar
- Knock-Out-Zertifikate und Hebelprodukte über Partnerbanken (kein direkter CFD-Hebel)
- Tausende Wertpapiere zum Traden
Eine kurze Übersicht zu justTRADE:
- Im Oktober 2018 gegründet (Handelsstart Sommer 2019)
- Neo-Broker führt Steuern automatisch ab
- Bereits zahlreiche Kryptowährungen im Angebot
- Kein Demokonto verfügbar
- Drei Handelsplätze vorhanden
📌 Good to know
Beide Broker sind BaFin-reguliert und durch die europäische Einlagensicherung geschützt — deine Einlagen bis 100.000 Euro pro Broker sind also abgesichert, selbst wenn der Anbieter zahlungsunfähig wird.
Wie lange sind die Broker bereits am Markt?
Der Neo-Broker justTRADE wurde im Oktober 2018 in Frankfurt am Main gegründet (Handelsstart Sommer 2019). Damit zählt der Anbieter zu den jüngsten Online-Plattformen auf dem deutschen Markt. Hinter der Handelsplattform steht die JT Technologies GmbH. Trotz der vergleichsweise kurzen Zeit am Markt kann justTRADE mit einigen Vorteilen überzeugen. So kannst du beispielsweise nur hier den Handelsplatz Tradegate Exchange ohne Ordergebühr nutzen.
Scalable Capital ist hingegen bereits seit 2014 auf dem Markt und wurde damals in München gegründet. Der Anbieter erweiterte sein Portfolio 2016 um einen Robo-Advisor für automatische Empfehlungen zur Vermögensanlage. Hier zählt der Neo-Broker zu einem Vorreiter unter den deutschen Anbietern. Mittlerweile sind über 1,1 Millionen Kund:innen auf der Handelsplattform registriert.
💡 Tip
Vergleiche vor der Anmeldung explizit die Gebührenmodelle für deine geplante Handelsfrequenz: Sparplankunden profitieren oft von unterschiedlichen Kostenstrukturen als aktive Trader, daher lohnt sich ein Blick auf deine typischen Order-Kosten und Depotgebühren.
Welche Anlagemöglichkeiten gibt es jeweils?
Das Produktspektrum beider Broker unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum — bei genauerer Betrachtung offenbaren sich jedoch strukturelle Unterschiede, die je nach Anlagestrategie entscheidend sein können.
Aktien & ETFs: Breite mit Tücken
Beide Plattformen bieten Zugang zu mehreren Tausend Aktien aus Europa und Nordamerika sowie zu einem umfangreichen ETF-Universum. Scalable Capital listet über 8.000 Aktien und rund 2.700 ETFs, justTRADE kommt auf ein vergleichbares Angebot mit Schwerpunkt auf handelsplatzneutralen Flat-Fee-Modellen. Für langfristig orientierte Anleger ist die ETF-Auswahl das eigentliche Kernprodukt: Breit diversifizierte Indexfonds auf den MSCI World, den FTSE All-World oder den S&P 500 sind bei beiden handelbar — inklusive Sparplänen bereits ab 1 Euro monatlich. Wichtig zu verstehen: ETFs werden an Börsen wie Xetra oder GETTEX zu Marktpreisen gehandelt, während Fonds einmal täglich zum Nettoinventarwert (NAV) abgerechnet werden. Dieser Mechanismusunterschied erklärt, warum ETFs intraday handelbar sind, klassische Investmentfonds hingegen nicht.
Investmentfonds: Ein echtes Unterscheidungsmerkmal
Scalable Capital bietet aktiv gemanagte Investmentfonds an — justTRADE hingegen nicht. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, ist aber für bestimmte Anlegergruppen relevant: Wer etwa in Mischfonds, Immobilienfonds oder fondsgebundene Sparpläne investieren möchte, ist bei justTRADE schlicht außen vor. Klassische aktiv gemanagte Fonds haben in Deutschland nach wie vor einen erheblichen Marktanteil — ein Beleg dafür, dass diese Produktklasse trotz des ETF-Booms nicht obsolet ist. Der regulatorische Rahmen für Fonds ist dabei deutlich strenger als für ETFs: Anbieter müssen ein vollständiges Key Information Document (KID) nach PRIIP-Verordnung bereitstellen, und Vertriebsprovisionen (Ausgabeaufschläge bis zu 5 % beim Direktkauf) entfallen bei Neo-Brokern meist — ein konkreter Kostenvorteil gegenüber klassischen Filialbanken.
Anleihen: Unterschätzte Asset-Klasse
Beide Plattformen ermöglichen den Handel mit Anleihen — also festverzinslichen Wertpapieren von Staaten oder Unternehmen. In einem Zinsumfeld, in dem zehnjährige Bundesanleihen zuletzt wieder Renditen von über 2,5 % abwarfen (nach einer langen Phase mit Negativzinsen bis 2022), ist diese Anlageklasse für defensive Portfolios zurückgekehrt. Der Mechanismus: Du kaufst eine Anleihe zum Kurs, erhältst Kupons (jährliche Zinszahlungen) und bekommst bei Laufzeitende den Nennwert zurück — vorausgesetzt, der Emittent bleibt solvent. Edge-Case: Anleihen können unter pari (unter 100 % des Nennwerts) notieren, wenn das Zinsniveau gestiegen ist — wer dann verkauft, realisiert einen Kursverlust, auch wenn der Emittent nie ausgefallen ist.
Kryptowährungen: Regulatorischer Sonderfall
Beide Broker bieten Kryptowährungen an, allerdings nicht als direkte Coin-Verwahrung, sondern überwiegend über regulierte Vehikel wie Exchange Traded Products (ETPs) oder direkte Spot-Positionen über lizenzierte Partner. Seit der EU-weit geltenden MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation), die ab Ende 2024 vollständig in Kraft tritt, gelten für Kryptoanbieter deutlich schärfere Anforderungen an Transparenz und Kapitalausstattung. Für dich als Anleger bedeutet das: höhere Sicherheitsstandards, aber auch mögliche Produkteinschränkungen, wenn Anbieter die Lizenzanforderungen nicht erfüllen. Bitcoin und Ethereum sind die mit Abstand liquidesten Märkte — alle anderen Token tragen erheblich höhere Volatilitäts- und Liquiditätsrisiken.
Optionsscheine & Hebelprodukte: Nur für Erfahrene
Optionsscheine sind bei beiden Plattformen handelbar — sie gehören zur Kategorie der verbrieften Derivate und werden von Emittenten (meist Banken) begeben. Der Hebel kann je nach Ausgestaltung das Fünf- bis Zwanzigfache des eingesetzten Kapitals bewegen, was entsprechende Totalverlustrisiken mit sich bringt. Die europäische PRIIP-Verordnung schreibt für diese Produkte ein verpflichtendes Key Information Document vor, das Szenarien und maximale Verluste ausweist — lies es, bevor du handelst. CFDs und Futures hingegen bieten weder Scalable Capital noch justTRADE an, was den Plattformen ein klar retailorientiertes Profil gibt und sie von spekulativen Derivate-Brokern abgrenzt.
Forex: Ein stilles Alleinstellungsmerkmal
Der Devisenmarkt ist mit einem täglichen Handelsvolumen von rund 7,5 Billionen US-Dollar (laut Bank for International Settlements, 2022) der liquideste Markt der Welt, aber für Privatanleger ohne professionellen Hintergrund mit erheblichen Risiken verbunden. Beide Anbieter unterscheiden sich hier in den Details; bitte den jeweiligen aktuellen Stand auf der Anbieterseite prüfen. Der Zugang über einen regulierten Broker bietet immerhin den Schutzrahmen der BaFin-Aufsicht — ein relevanter Unterschied zu unregulierten Offshore-Plattformen.
Asset-Klasse | Scalable Capital | justTRADE |
|---|---|---|
Aktien | Ja | Ja |
Anleihen | Ja | Ja |
CFDs | Nein | Nein |
ETFs/ETCs | Ja | Ja |
Fonds | Ja | Nein |
Futures | Nein | Nein |
Kryptowährungen | Ja | Ja |
Optionsscheine | Ja | Ja |
Währungen/Forex | Bitte aktuellen Stand auf der Anbieterseite prüfen | Bitte aktuellen Stand auf der Anbieterseite prüfen |
Scalable Capital oder justTRADE: Wie sind die Gebühren im Vergleich?
Je geringer die Gebühren für dein Depot sind, desto mehr Profit lässt sich aus dem Trading schlagen. Die zwei deutschen Neo-Broker verfolgen ein transparentes und relativ günstiges Strukturmodell.
Gebühr | Scalable Capital | justTRADE |
|---|---|---|
Depoteröffnungsgebühr | 0 Euro | 0 Euro |
Depotführungsgebühr | 0 bis 4,99 Euro pro Monat (abhängig vom Tarif) | 0 Euro |
Orderprovision | zwischen 0,99 Euro und 3,99 Euro (abhängig vom Tarif) | 0 Euro |
Sparplankosten | 0 Euro | 0 Euro |
Einzahlungsgebühr | 0 Euro (Instant-Einzahlungen können je nach Methode mit einem prozentualen Aufschlag verbunden sein) | 0 Euro |
Auszahlungsgebühr | 0 Euro | 0 Euro |
Scalable Capital vs. justTRADE: Welcher Broker ist benutzerfreundlicher?
Die beiden Neo-Broker begrüßen neue Kund:innen mit einem schlanken Registrierungs- und Legitimierungsprozess. Registrierung und Legitimierung erfolgen bei beiden Brokern vollständig digital. Während du bei justTRADE nur ein Basismodell nutzen kannst, bietet Scalable Capital seinen Kund:innen drei verschiedene Depotmodelle. Du kannst eine kostenfreie oder kostenpflichtige Variante wählen und das Brokerage-Angebot auf deine Bedürfnisse zuschneiden.
Die Benutzeroberfläche ist selbsterklärend und auch für Anfänger:innen sehr einfach zu verstehen. Mit diversen Statistiken, prozentualen Angaben und farblichen Kennzeichnungen von Gewinnen und Verlusten wirst du schnell zurechtkommen. Was Nutzer:innen jedoch vermissen könnten, ist das Demokonto.
Bei wem gibt es das bessere Demokonto?
Mit einem Demokonto können Anleger:innen alle Funktionen eines Online-Brokers nutzen, ohne dabei echtes Geld investieren zu müssen. Bei vielen Anbietern wird dir ein virtueller Betrag zur Verfügung gestellt. Damit können Nutzer:innen dann Investmentstrategien testen und ein Gefühl für Spreads und andere laufende Gebühren bekommen.
Zudem macht es auch einfach Spaß, hohe Summen zu investieren oder riskante Order zu platzieren, ohne ein tatsächliches Risiko einzugehen. Beide Anbieter stellen kein klassisches Demokonto bereit. Das kann insbesondere von Trading-Einsteiger:innen als Nachteil empfunden werden, da ihnen so ein risikofreier „Testlauf“ fehlt und sie direkt echtes Geld investieren müssen.
Wie gut ist der Kundensupport jeweils?
Kundensupport ist beim Broker-Vergleich oft das unattraktivste Thema — bis du ihn wirklich brauchst. Dann entscheidet die Erreichbarkeit darüber, ob ein Fehltrade korrigiert wird, eine Depotübertragung rechtzeitig abgeschlossen ist oder du bei einem technischen Ausfall während volatiler Marktphasen handlungsfähig bleibst. Die Kanalbreite beider Anbieter unterscheidet sich dabei strukturell.
Scalable Capital und justTRADE ermöglichen vielseitige Kommunikationswege, damit du einfach und unkompliziert mit dem Support in Kontakt treten kannst. Kund:innen können ihre Anliegen und Fragen rund um die Uhr loswerden.
Information | Scalable Capital | justTRADE |
|---|---|---|
Ja | Ja | |
Telefon | Ja | Nein |
Kontaktformular | Nein | Ja |
Live-Chat | Ja | Nein |
Scalable Capital: Telefon und Live-Chat als Differenzierungsmerkmal
Scalable Capital setzt auf synchrone Kommunikationskanäle — also Formate, bei denen du in Echtzeit eine Antwort erhältst. Der Live-Chat ist innerhalb der App und im Webinterface erreichbar und richtet sich an Nutzer:innen, die ein konkretes Problem schnell gelöst haben wollen, ohne in einer Warteschleife zu hängen. Der Telefonkanal ist besonders relevant, wenn es um zeitkritische Vorgänge geht: Depotübertragungen nach § 3 Depotgesetz laufen zwar formal über schriftliche Weisung, aber Rückfragen zur Statusverfolgung oder zu fehlenden Unterlagen lassen sich telefonisch deutlich schneller klären als per E-Mail-Ping-Pong.
In der Praxis bedeutet das: Wer etwa eine außerbörsliche Übertragung initiiert, die regulatorisch innerhalb von 15 Geschäftstagen abgeschlossen sein sollte, kann bei Verzögerungen aktiv nachfassen — ohne tagelang auf eine Antwort warten zu müssen. Für Privatanleger:innen, die erstmals größere Positionen transferieren oder ein Depot mit mehreren ETF-Sparplänen konsolidieren, ist dieser Kanal mehr als ein Komfortmerkmal.
justTRADE: Asynchrone Kanäle
justTRADE verzichtet bewusst auf Telefon und Live-Chat — ein strategisches Modell, das auf Kostenkontrolle setzt und die günstigeren Konditionen des Brokers mitfinanziert. Wer keine synchronen Support-Teams vorhalten muss, spart erhebliche Fixkosten, die sich in niedrigeren Gebühren niederschlagen können. Der Gegenwert für dich als Nutzer:in ist also strukturell eingepreist — allerdings nur, solange du keine dringlichen Anliegen hast.
Das Kontaktformular und die E-Mail-Option decken Standardanliegen ab: Fragen zu Kontoeinstellungen, Dokumentenabrufen, Steuerauskünften oder ETF-Sparplänen lassen sich problemlos asynchron lösen.
Regulatorischer Rahmen: Was Support leisten muss
Beide Anbieter unterliegen als regulierte Wertpapierdienstleister der BaFin-Aufsicht und sind verpflichtet, Beschwerden nach den MiFID-II-Anforderungen zu bearbeiten. Konkret bedeutet das: Beschwerden müssen innerhalb einer angemessenen Frist beantwortet werden — in der Praxis gelten in Deutschland 15 Bankarbeitstage als Richtwert, in komplexen Fällen maximal 35 Bankarbeitstage. Bleibt eine Beschwerde unbeantwortet oder unbefriedigend, steht dir der Ombudsmann der privaten Banken oder die BaFin-Schlichtungsstelle als kostenfreie Eskalationsstufe offen.
Für dich als Anleger:in heißt das: Der Supportkanal ist nicht nur eine Komfortfrage, sondern auch eine Frage der Durchsetzbarkeit deiner Rechte. Wer ausschließlich auf asynchrone Kanäle angewiesen ist, riskiert bei zeitkritischen Anliegen — Kursaussetzungen, fehlerhafte Ausführungen, Depotsperren — längere Reaktionszeiten, die im Einzelfall teuer werden können.
Edge-Case: Technische Ausfälle und Marktvolatilität
Ein häufig unterschätzter Stresstest für den Kundensupport sind Handelspausen oder technische Störungen an Handelstagen mit hoher Volatilität. In solchen Phasen steigt das Kontaktvolumen bei Brokern erfahrungsgemäß erheblich. Wer dann nur auf E-Mail oder Kontaktformular zurückgreifen kann, wartet unter Umständen mehrere Stunden auf eine Rückmeldung. Der Live-Chat und das Telefon verschaffen hier einen strukturellen Vorteil, auch wenn die Antwortqualität unter Hochlast ebenfalls leidet.
Fazit für deine Entscheidung: Wenn du selten Support brauchst und primär regelbasiert über Sparpläne investierst, fällt der Kanalunterschied kaum ins Gewicht. Sobald du aber aktiver handelst, Depots transferierst oder komplexere Portfolios verwaltest, ist die synchrone Erreichbarkeit von Scalable Capital ein handfester Vorteil gegenüber dem rein asynchronen Modell von justTRADE.
Welche Lizenzen wurden bei beiden Brokern vergeben?
Beide Broker operieren in einem klar definierten regulatorischen Rahmen, der in Deutschland und der gesamten EU durch das Kreditwesengesetz (KWG), das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie die europäische MiFID-II-Richtlinie abgesteckt wird. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist dabei die zentrale Instanz: Sie erteilt Lizenzen, prüft Geschäftsmodelle auf laufender Basis und kann im Extremfall den Betrieb untersagen. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit — ist es aber nicht. Wer ohne BaFin-Erlaubnis Wertpapierdienstleistungen in Deutschland anbietet, begeht eine Straftat nach § 54 KWG, auf die Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren stehen.
Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Anbietern und einer klassischen Filialbank liegt in der Lizenztiefe. Eine Vollbanklizenz nach § 32 KWG erlaubt es einem Institut, gleichzeitig das Einlagengeschäft (Sparkonten, Tagesgeld), das Kreditgeschäft und das Wertpapiergeschäft zu betreiben — alles unter einem Dach. Scalable Capital und justTRADE verfügen nicht über diese umfassende Erlaubnis. Beide halten stattdessen eine Lizenz als Wertpapierinstitut beziehungsweise Finanzportfolioverwalter, die enger gefasst ist und bestimmte Bankgeschäfte explizit ausschließt. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern ein bewusstes regulatorisches Design: Spezialisierte Broker benötigen weniger Eigenkapitalpuffer als Vollbanken, was ihnen erlaubt, schlanke Kostenstrukturen und günstige Gebührenmodelle zu betreiben.
Da keine Vollbanklizenz vorliegt, lagern beide Anbieter das eigentliche Verwahrgeschäft an Partnerbanken aus — sogenannte Depotbanken oder Haftungsdächer. Diese Partnerinstitute halten die Vollbanklizenz und verwahren die Wertpapiere der Kunden in deren Namen. Für dich als Anleger bedeutet das konkret: Deine Aktien, ETFs oder Fonds liegen als Sondervermögen bei der Depotbank — rechtlich getrennt vom Vermögen des Brokers selbst. Geht der Broker pleite, bleibt dein Depot unangetastet, weil das Sondervermögensprinzip nach § 92 KAGB und § 84 WpHG greift. Historisch hat sich dieses Konstrukt beispielsweise in der Finanzkrise 2008 bewährt: Mehrere Broker und Vermögensverwalter stellten damals den Betrieb ein, ohne dass Anleger ihre depotverwahrten Wertpapiere verloren.
Hinzu kommt der Einlagenschutz — ein oft missverstandener Edge-Case. Weil Scalable Capital und justTRADE keine Vollbanken sind, gilt der gesetzliche Einlagensicherungsfonds für Bankguthaben bei ihnen nicht direkt. Sobald jedoch Verrechnungsgelder oder Cash-Bestände auf Konten der jeweiligen Partnerbank liegen, greift dort der Einlagenschutz von bis zu 100.000 Euro pro Kunde, wie er durch die EU-Einlagensicherungsrichtlinie (DGSD) vorgeschrieben ist. Für Wertpapiere selbst ist kein Einlagenschutz nötig — sie sind ja bereits Sondervermögen.
Auf europäischer Ebene wirkt zusätzlich der regulatorische Pass nach MiFID II: Eine in Deutschland von der BaFin erteilte Wertpapierdienstleistungslizenz berechtigt den Inhaber, seine Dienste in allen 27 EU-Mitgliedstaaten anzubieten, ohne in jedem Land eine separate Zulassung beantragen zu müssen. Dieses sogenannte Europäische Pass-Prinzip senkt die Markteintrittskosten erheblich und erklärt, warum viele Neo-Broker — anders als klassische Filialbanken — vergleichsweise schnell in mehrere Märkte expandieren können.
Lizenz / Merkmal |
Scalable Capital |
justTRADE |
|---|---|---|
Vollbanklizenz |
Nein |
Nein |
BaFin-reguliert |
Ja |
Ja |
Lizenztyp |
Wertpapierinstitut / Finanzportfolioverwalter |
Wertpapierinstitut |
Depotverwahrung |
Über Partnerbank (Sondervermögen) |
Über Partnerbank (Sondervermögen) |
Einlagenschutz auf Cash |
Bis 100.000 € (über Partnerbank) |
Bis 100.000 € (über Partnerbank) |
EU-Passporting (MiFID II) |
Ja |
Ja |
Rechtsgrundlage Wertpapierschutz |
§ 84 WpHG, § 92 KAGB |
§ 84 WpHG, § 92 KAGB |
Unterm Strich ist das Lizenzmodell beider Broker solide und für den Kernzweck — kostengünstiges Wertpapierhandeln und -verwahren — vollständig ausreichend. Die fehlende Vollbanklizenz ist kein Risiko, sondern ein bewusster strategischer Zuschnitt. Du solltest sie jedoch kennen, um zu verstehen, wo dein Geld liegt, welche Institution im Ernstfall haftet und ab welcher Schwelle der gesetzliche Einlagenschutz greift.
Welche Trading-Features bieten die Broker?
Die beiden deutschen Neo-Broker bieten ihren Kund:innen zusätzliche Features an, die das Trading erweitern oder vereinfachen. Scalable Capital hat hier im direkten Vergleich etwas mehr zu bieten — doch ein bloßer Blick auf die Feature-Liste täuscht: Entscheidend ist nicht nur, ob eine Funktion vorhanden ist, sondern wie sie konkret funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und welche regulatorischen Rahmenbedingungen dahinterstecken.
Features | Scalable Capital | justTRADE |
|---|---|---|
Sparpläne | Ja | Ja |
Krypto-Handel | Ja | Ja |
Automatische Besteuerung | Ja | Ja |
Kinderdepot | Ja | Nein |
Firmendepot | Nein | Nein |
Hebel | Ja | Ja |
Stop Loss / Take Profit | Ja | Eingeschränkt |
Robo-Advisor | Ja | Nein |
Sparpläne: Automatisierung mit Tücken
Beide Broker ermöglichen Sparpläne auf ETFs, Aktien und teilweise auch Kryptowährungen — doch die Mechanik unterscheidet sich im Detail erheblich. Sparpläne funktionieren so: Du legst einen festen Betrag und ein Ausführungsintervall (z. B. monatlich, wöchentlich oder alle zwei Wochen) fest, der Broker kauft dann automatisch zum nächsten Ausführungstermin Anteile — auch Bruchteile davon, sogenannte Fractional Shares. Das ermöglicht dir, bereits ab 1 Euro monatlich in teure Einzelaktien zu investieren, die im Ganzen mehrere hundert Euro kosten würden. Der Haken: Sparplanausführungen finden meist zu festgelegten Zeitfenstern statt, nicht zum von dir gewünschten Sekundenkurs — du hast also keinen Einfluss auf den exakten Einstiegspreis. Gerade in volatilen Marktphasen kann die tatsächliche Ausführung merklich vom erwarteten Kurs abweichen. Langfristig gleicht der Cost-Averaging-Effekt diesen Nachteil in der Regel aus, kurzfristig aber solltest du dir dieses Slippage-Risiko bewusst machen.
Krypto-Handel: Regulatorischer Sonderweg mit MiCA-Relevanz
Beide Broker bieten Krypto-Handel an, aber der rechtliche Rahmen hat sich zuletzt fundamental verändert. Seit dem vollständigen Inkrafttreten der europäischen Krypto-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets) im Dezember 2024 gelten für Anbieter deutlich schärfere Zulassungs- und Transparenzpflichten. Konkret bedeutet das: Broker müssen eine MiCA-Lizenz vorweisen oder über eine Ausnahmeregelung operieren, Kunden müssen über Risiken spezifisch aufgeklärt werden, und bestimmte Stablecoins unterliegen Volumenbeschränkungen. Für dich als Anleger ist das relevant, weil sich das handelbare Krypto-Universum dadurch verändern kann — einzelne Token können kurzfristig vom Angebot verschwinden, wenn der Anbieter die Zulassungsvoraussetzungen nicht erfüllt. Prüfe daher regelmäßig, welche Assets tatsächlich handelbar sind, und verlasse dich nicht blind auf historische Produktlisten.
Automatische Besteuerung: Komfort mit Grenzen
Beide Broker übernehmen als inländische depotführende Institute die Abgeltungsteuer automatisch — das ist keine Besonderheit, sondern gesetzliche Pflicht für in Deutschland regulierte Broker. Konkret werden 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag (also effektiv 26,375 Prozent, plus ggf. Kirchensteuer) direkt beim Verkauf einbehalten und ans Finanzamt abgeführt. Der Sparerpauschbetrag von derzeit 1.000 Euro (Stand 2024, für Einzelpersonen) wird automatisch angerechnet, sofern du einen Freistellungsauftrag erteilt hast. Edge-Case: Verluste aus einem Depot werden nicht automatisch mit Gewinnen aus einem anderen Depot desselben Jahres verrechnet — das musst du aktiv über die Verlustbescheinigung und deine Steuererklärung regeln. Wer Depots bei mehreren Brokern führt, sollte das zwingend im Blick behalten, um keine unnötige Steuerlast zu erzeugen.
Kinderdepot: Ein unterschätzter struktureller Vorteil
Dass Scalable Capital ein Kinderdepot anbietet, justTRADE hingegen nicht, ist keine Kleinigkeit — es ist ein handfester steuerlicher Hebel. Ein Kinderdepot läuft auf den Namen des Kindes; das Kind hat damit einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich sowie einen eigenen Grundfreibetrag (2024: 11.604 Euro), den es gegen Kapitalerträge geltend machen kann. Rechnerisch können so pro Kind mehrere hundert Euro Steuerersparnis jährlich entstehen. Die Verwaltung obliegt den Erziehungsberechtigten, das Vermögen gehört jedoch rechtlich dem Kind — mit Volljährigkeit übernimmt es die volle Verfügungsgewalt, was du im Vorfeld einkalkulieren solltest. Für Familien, die langfristig Vermögen aufbauen wollen, ist das Fehlen eines Kinderdepots bei justTRADE ein echtes Ausschlusskriterium.
Hebelprodukte und Ordertypen: Wo die Unterschiede wirklich schmerzen
Beide Broker ermöglichen den Handel mit gehebelten Produkten — etwa Knock-out-Zertifikaten oder CFDs (Contracts for Difference). Die europäische Finanzmarktaufsicht ESMA hat die maximal erlaubten Hebel für Privatanleger seit 2018 dauerhaft begrenzt: auf 1:2 für Kryptowährungen, 1:5 für Einzelaktien und 1:20 für wichtige Indizes wie den DAX. Diese Grenzen gelten unionsweit und schützen Privatanleger vor totalem Kapitalverlust — auch wenn du mehr verlieren kannst als deinen Einsatz, wenn kein negativer Kontoschutz besteht. Beim Thema Stop-Loss- und Take-Profit-Orders zeigt sich ein praxisrelevanter Unterschied: Scalable Capital unterstützt beide Ordertypen vollständig, justTRADE bietet sie nur eingeschränkt an. Ein Stop-Loss funktioniert so: Du legst einen Kursuntergrenzen-Trigger fest; fällt der Kurs auf dieses Niveau, wird automatisch ein Verkaufsauftrag ausgelöst. Das schützt dich vor weiteren Verlusten, ohne dass du ständig den Markt beobachten musst. Der Edge-Case: Bei starken Kurslücken (Gaps), etwa nach Nachrichtenschocks über Nacht, kann der tatsächliche Verkaufskurs deutlich unter deinem Stop-Niveau liegen — die Order wird zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt, nicht garantiert zum gesetzten Limit.
Robo-Advisor: Automatisiertes Portfoliomanagement als Alleinstellungsmerkmal
Der Robo-Advisor ist das Feature, das Scalable Capital am stärksten von justTRADE abgrenzt. Ein Robo-Advisor übernimmt auf Basis deines Risikoprofils und Anlageziels die Portfoliostrukturierung, das laufende Rebalancing und — je nach Anbieter — auch steueroptimierte Umschichtungen vollautomatisch. Das ist kein Gimmick: Vielen Privatanlegern, die ihr Portfolio selbst verwalten, fällt es schwer, emotionale Fehlentscheidungen und mangelndes Rebalancing zu vermeiden. Der Robo-Advisor kann genau diesen Verhaltensfehler abfedern. Für dich bedeutet das: Wer keine Zeit oder Lust hat, sich aktiv mit Portfoliogewichtungen zu beschäftigen, findet in einem integrierten Robo-Advisor einen echten Mehrwert. justTRADE setzt dagegen konsequent auf eigenverantwortliches Trading — wer dieses Feature benötigt, muss einen separaten Anbieter nutzen, was Kosten und Komplexität erhöht.
Zahlungsmethoden: Wo gibt es mehr Möglichkeiten?
Beide Broker beschränken sich beim Geldtransfer auf das klassischste aller Zahlungsinstrumente: die Banküberweisung. Das klingt zunächst nach einer Einschränkung — ist aber eine bewusste regulatorische und operative Entscheidung, die du verstehen solltest, bevor du Geld einzahlst.
Warum nur Überweisung? Wertpapier-Broker unterliegen in Deutschland dem Kreditwesengesetz (KWG) sowie der europäischen MiFID-II-Richtlinie, die strikte Anforderungen an die Nachvollziehbarkeit von Geldflüssen stellen. Einzahlungen per Kreditkarte oder digitaler Wallet würden den Abgleich zwischen Kontoinhaber und Broker-Depot erheblich erschweren — und damit Geldwäschepräventionspflichten (AML) verletzen oder zumindest verkomplizieren. Kurzum: Die Überweisung ist das einzige Zahlungsmittel, das zweifelsfrei den Gleichklang zwischen Depotinhaber und Kontoinhaber dokumentiert.
Wie läuft eine Einzahlung konkret ab? Du überweist von deinem Referenzkonto — das du bei der Depoteröffnung hinterlegst und das in der Regel nicht mehr ohne Weiteres geändert werden kann — an die IBAN des Brokers. Beide Anbieter verlangen, dass Überweisungen ausschließlich vom registrierten Referenzkonto eingehen. Zahlungen von Fremdkonten werden standardmäßig zurückgebucht, was zusätzliche Wartezeiten von zwei bis fünf Werktagen verursachen kann. Als Verwendungszweck musst du deine Depotnummer angeben — fehlt sie, landet das Geld im Klärungsfall und wird erst nach manueller Prüfung gutgeschrieben, was in der Praxis bis zu drei zusätzliche Werktage kosten kann.
Laufzeiten: Was bedeutet das für dich in der Praxis? Eine SEPA-Überweisung innerhalb des Euroraums muss seit dem SEPA-Zahlungsverkehrsrahmen (verankert in der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2) spätestens am nächsten Bankarbeitstag beim Empfänger eingehen. In der Realität dauert die Gutschrift auf dem Handelskonto aber oft ein bis drei Werktage, weil der Broker die eingehenden Beträge intern verbuchen und dem richtigen Depot zuordnen muss. Wochenendeingänge verzögern sich regelmäßig bis Dienstag. Wenn du also vorhast, kurzfristig auf eine Marktbewegung zu reagieren — etwa einen Kurseinbruch zum Nachkaufen zu nutzen —, solltest du stets ausreichend Cash-Reserve im Depot vorhalten, statt auf frische Einzahlungen zu setzen.
Auszahlungen folgen denselben Regeln. Auch Auszahlungen gehen ausschließlich auf das hinterlegte Referenzkonto — ein sinnvoller Anlegerschutz, aber auch eine potenzielle Quelle für Verzögerungen, wenn du ein neues Konto nutzen möchtest. Eine Referenzkonto-Änderung erfordert bei den meisten Brokern eine erneute Identitätsprüfung oder zumindest eine schriftliche Bestätigung mit Wartefristen von bis zu sieben Werktagen. Auszahlungsbeträge sind in aller Regel unbegrenzt, sofern das Guthaben im Verrechnungskonto ausreicht — nicht verkaufte Positionen lassen sich nicht direkt auszahlen.
Zahlungsmethode |
Scalable Capital |
justTRADE |
|---|---|---|
Überweisung |
Ja |
Ja |
Kreditkarte |
Nein |
Nein |
Wallets (z. B. PayPal) |
Nein |
Nein |
Apple Pay / Google Pay |
Nein |
Nein |
Typische Einzahlungsdauer |
1–3 Werktage |
1–3 Werktage |
Referenzkonto-Bindung |
Ja |
Ja |
Ein Blick auf den Markt zeigt: Diese Beschränkung ist kein Einzelfall. Der überwiegende Teil der deutschen Neo-Broker und Direktbanken mit Depotangebot setzt ausschließlich auf SEPA-Überweisungen als Einzahlungsweg. Lediglich einzelne internationale Handelsplattformen — die häufig nicht der deutschen BaFin-Aufsicht unterliegen — akzeptieren Kreditkarten oder E-Wallets. Das geht dann oft mit höheren Gebühren (1,5–3,5 % des Einzahlungsbetrags) und zusätzlichen Risiken einher. Wer sein Depot ausschließlich bei regulierten deutschen Anbietern führt, akzeptiert die Überweisung als Standard — und tut damit aus Anlegerschutzperspektive das Vernünftigere.
Praktischer Tip: Richte am besten einen Dauerauftrag für dein monatliches Sparplan-Budget ein. So umgehst du die manuelle Überweisungsroutine, stellst sicher, dass der Verwendungszweck immer korrekt angegeben ist, und profitierst vom Durchschnittskosteneffekt — ohne jedes Mal aktiv werden zu müssen.
Scalable Capital vs. justTRADE: Gibt es Weiterbildungsangebote für Trader:innen?
Bei Scalable Capital können Kund:innen auch ihre finanzielle Weiterbildung vorantreiben. Möglich ist das über die „Finance Essentials“ des Online-Brokers. Hier findest du umfassende Artikel zu den wichtigsten Begriffen und Kennzahlen. Zusätzlich dazu kannst du auch auf den YouTube-Kanal und den Podcast von Scalable Capital zurückgreifen, um dich rund um das Thema Trading zu informieren.
Von justTRADE gibt es bisher keine speziellen Weiterbildungsangebote. Der noch junge Online-Broker betreibt jedoch einen eigenen Blog. Hier können Anleger:innen sich über aktuelle News informieren und informative Artikel lesen.
Welches Alleinstellungsmerkmal bieten die Broker?
Scalable Capital und justTRADE setzen auf ein Konzept mit geringen Gebühren und bieten Kund:innen einen niederschwelligen Zugang zu mehreren Handelsplätzen. Doch es gibt zwischen den beiden Neo-Brokern auch einige Unterschiede, die du kennen solltest.
Besonderheit Scalable Capital
Bei Scalable Capital kannst du dich zwischen drei Tarifen entscheiden und dein Depot wahlweise kostenlos oder oder gegen Gebühr führen. So bekommen Kleinanleger:innen und Fortgeschrittene die Möglichkeit, ihr Trading-Erlebnis individuell anzupassen. Zudem bietet Scalable Capital keine direkten CFD- oder Forex-Hebelprodukte, sondern Knock-Out-Zertifikate und Hebelprodukte über Partnerbanken, deren maximaler Hebel sich nach dem jeweiligen Produktprospekt richtet. Bei Scalable Capital können Nutzer:innen ihr Portfolio zudem auch von einem Robo-Advisor verwalten lassen.
Besonderheit justTRADE
justTRADE ist ein moderner Online-Broker mit kostenloser Depotführung. Auch die Gebühren für Spreads und platzierte Orders sind vergleichsweise gering. Beim Anbieter kannst du zudem bereits eine Vielzahl an Kryptowährungen traden.
Welcher Broker bietet die beste App?
Scalable Capital stellt eine eigene App für Android und iOS bereit; justTRADE bietet ebenfalls eine mobile App. Von der Registrierung bis hin zur Auszahlung lassen sich alle Features und Funktionen auch über die mobile Version der Plattform nutzen. Die App ist kostenlos und kann für Android und iOS genutzt werden.
Auch justTRADE stellt Nutzer:innen eine App zur Verfügung. Du kannst alle Features und Funktionen nutzen, in der Handhabung kann die App jedoch unterschiedlich wirken.
Fazit zu Scalable Capital vs. justTRADE
Die beiden deutschen Neo-Broker wissen grundsätzlich zu überzeugen. Vor allem Scalable Capital hat sich mit dem den diversen Tarifmodellen bereits ein Alleinstellungsmerkmal gesichert. Bei justTRADE fehlt dieser USP derzeit noch. Es wäre aber durchaus möglich, dass sich der Anbieter künftig weiter auf das Krypto-Trading fokussiert.
Hinsichtlich der geringen Gebühren sind beide Broker durchaus empfehlenswert. Auch die Einlagensicherung von 100.000 Euro und die umfassende Auswahl an Aktien und Co. wissen zu überzeugen. Es bleibt also eine Frage der individuellen Anforderungen, welcher Anbieter dich persönlich mehr überzeugt.
FAQ:
Wie gut ist justTRADE?
justTRADE ist ein aufstrebender Online-Broker aus Deutschland, der erst 2019 gegründet wurde. Der Anbieter bietet ein breites Handelsangebot und günstige Konditionen. Für Kleinaleger:innen wird aber auch bereits jetzt ein überzeugendes Gesamtkonzept geboten.
Sind Scalable Capital und justTRADE steuereinfach?
Beide deutschen Anbieter sind steuereinfach, was für Kund:innen einen großen Vorteil bringt. Denn du musst dich nicht um die Abführung der Steuern an das Finanzamt kümmern. Das erledigen die Neo-Broker und du bekommst dann lediglich die Abrechnung zugestellt.
Welche Tarifmodelle gibt es bei Scalable Capital?
Scalable Capital bietet neben dem Free-Modell auch noch ein kostenpflichtiges Prime- und Prime+-Modell an. Nutzer:innen können dann ihr Kapital verzinsen lassen und auf zahlreiche weitere Analysemöglichkeiten zurückgreifen.
Häufig gestellte Fragen
Sind Scalable Capital und justTRADE sicher und reguliert?
Beide Broker werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reguliert und unterliegen damit den strengen deutschen und europäischen Aufsichtsstandards. Die Einlagensicherung greift gemäß der EU-Einlagensicherungsrichtlinie (DGSD) bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Institut. Wertpapiere im Depot gelten als Sondervermögen und sind im Insolvenzfall des Brokers nicht Teil der Insolvenzmasse — sie sind also grundsätzlich geschützt. justTRADE operiert über die JT Technologies GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, während Scalable Capital seit 2014 am Markt ist und damit deutlich mehr operative Erfahrung vorweisen kann. Beide Anbieter erfüllen die MiFID-II-Anforderungen zur Transparenz und zum Anlegerschutz.
Welche Gebühren fallen bei Scalable Capital und justTRADE tatsächlich an?
Die Depoteröffnung ist bei beiden Brokern kostenlos, doch bei den laufenden Kosten gibt es Unterschiede: justTRADE erhebt keine monatliche Depotführungsgebühr, während Scalable Capital je nach Modell zwischen 0 und 4,99 Euro pro Monat berechnet — das Prime-Broker-Abo kostet 2,99 Euro monatlich und ermöglicht unbegrenzte Transaktionen zu je 0 Euro. Ohne Abo fallen bei Scalable Capital 0,99 Euro pro Order an. justTRADE wirbt hingegen mit einem vollständig provisionsfreien Handel ohne Ordergebühren über ausgewählte Handelsplätze. Anleger, die mehr als drei bis vier Trades pro Monat tätigen, können mit dem Scalable-Flatrate-Modell günstiger fahren als mit dem klassischen Pay-per-Trade-Ansatz anderer Anbieter. Versteckte Kosten wie Spreads oder Handelsplatzgebühren sollten jedoch stets zusätzlich berücksichtigt werden.
Welche Anlageklassen stehen bei beiden Brokern zur Verfügung?
Beide Plattformen bieten Zugang zu Aktien, ETFs, ETCs und Anleihen sowie zu Kryptowährungen, die in den vergangenen Jahren ins Produktportfolio aufgenommen wurden. Ein wesentlicher Unterschied liegt darin, dass Scalable Capital auch Fonds im Angebot hat, während justTRADE diese Anlageklasse nicht unterstützt. Komplexere Derivate wie CFDs oder Futures sind bei keinem der beiden Anbieter handelbar — wer diese benötigt, muss auf spezialisierte Broker ausweichen. Scalable Capital stellt darüber hinaus eine eigene Vermögensverwaltung (Robo-Advisor) zur Verfügung, die automatisierte ETF-Portfolios ab 1.000 Euro Mindestanlage anbietet. justTRADE konzentriert sich bewusst auf ein schlankes Basisangebot und richtet sich damit primär an selbstentscheidende Anleger ohne Beratungsbedarf.
Bieten Scalable Capital und justTRADE ein Demokonto an?
Ein Demokonto ermöglicht es Anlegerinnen und Anlegern, Handelsstrategien risikofrei mit virtuellem Kapital zu testen, bevor echtes Geld eingesetzt wird. Nicht alle Neo-Broker bieten diese Funktion an — dies ist ein entscheidender Aspekt für Einsteiger, die zunächst Erfahrungen mit Spreads, Ordertypen und Marktreaktionen sammeln möchten. Scalable Capital hat in der Vergangenheit kein klassisches Papiergeld-Demokonto im herkömmlichen Sinne angeboten, setzt aber auf eine Benutzeroberfläche mit simulierten Portfolioansichten. justTRADE bietet ebenfalls kein vollwertiges Demokonto an, was beide Anbieter im Vergleich zu einigen internationalen Mitbewerbern wie eToro (virtuelles Guthaben: 100.000 US-Dollar) benachteiligt. Wer unbedingt auf ein Demokonto besteht, sollte prüfen, ob die aktuellen Produktversionen dieser Broker entsprechende Funktionen nachgerüstet haben.
Für welchen Anlegertyp ist welcher Broker besser geeignet?
justTRADE eignet sich besonders für kostenorientierte Selbstentscheider, die ohne monatliche Fixkosten handeln und dabei auf ein schlankes, unkompliziertes Interface setzen möchten — das Modell ohne Depotgebühr ist besonders attraktiv für Anleger mit geringer Handelsfrequenz. Scalable Capital punktet dagegen bei aktiveren Tradern und Anlegern, die zusätzlich einen Robo-Advisor oder Zugang zu Fonds benötigen: Das Prime-Modell für 2,99 Euro monatlich amortisiert sich bereits ab circa drei Trades pro Monat gegenüber dem Einzelpreis von 0,99 Euro. Für Einsteiger, die eine geführte Investmenterfahrung suchen, bietet Scalable Capital mit seinem Vermögensverwaltungsservice einen klaren Mehrwert. justTRADE hingegen ist seit seiner Gründung 2019 auf DIY-Investoren ausgerichtet und verzichtet bewusst auf Beratungsprodukte. Regulatorisch unterliegen beide denselben BaFin-Anforderungen, sodass die Wahl letztlich von der individuellen Handelsstrategie, dem gewünschten Produktumfang und der Kostenstruktur abhängt.



