Kreditkarten mit Mietwagenversicherung: Deckung und Kosten 2026

Das Wichtigste in Kürze:

Kreditkarten mit Mietwagenversicherung übernehmen die Selbstbeteiligung, die dir eine Autovermietung nach einem Schaden berechnet. Je nach Karte liegt die Kaskodeckung zwischen 50.000 und 100.000 Euro, der Restselbstbehalt zwischen 0 und 250 Euro. Der Ratgeber zeigt dir die Unterschiede der gängigen Karten, welche Schadenarten häufig ausgeschlossen sind, welche Bedingungen den Schutz auslösen und ab wie vielen…

Person mit Kreditkarte mit Mietwagenversicherung neben einem Auto mit Schutzschild

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Was die Mietwagenversicherung der Kreditkarte wirklich leistet

Der häufigste Irrtum zuerst: Die Mietwagenversicherung deiner Kreditkarte ist keine eigenständige Kfz-Versicherung. Sie ersetzt nicht die Haftpflicht, die jedes Mietfahrzeug in Europa gesetzlich mitbringt. Sie ist ein Zusatzbaustein, der genau eine Lücke schließt: die Selbstbeteiligung.

So entsteht die Lücke, die die Karte füllt

Jede reguläre Mietwagenrate enthält bereits eine Vollkasko. Allerdings mit Selbstbeteiligung. Beschädigst du das Fahrzeug, zahlst du den Schaden bis zu dieser Grenze selbst. Je nach Fahrzeugklasse und Land bewegt sie sich zwischen 800 und 2.500 Euro. Bei Transportern und Premiumklassen liegt sie oft am oberen Ende.

Genau hier setzt die Kartenpolice an. Sie erstattet dir diesen Betrag, nachdem du ihn an die Vermietung gezahlt hast. Ein 1.400-Euro-Blechschaden kostet dich mit einer erstattungsstarken Karte am Ende nichts. Ohne Karte bleibt der volle Betrag an dir hängen.

CDW, LDW und SLI sauber unterscheiden

In den Bedingungen tauchen drei Kürzel auf. Sie meinen unterschiedliche Dinge, und der Unterschied entscheidet im Ernstfall über mehrere tausend Euro.

CDW steht für Collision Damage Waiver. Damit ist die Haftungsreduzierung bei Schäden am Mietfahrzeug gemeint. LDW steht für Loss Damage Waiver und schließt zusätzlich den Diebstahl des kompletten Fahrzeugs ein. SLI bedeutet Supplemental Liability Insurance und ist eine Zusatz-Haftpflicht für Schäden, die du Dritten zufügst. Diese dritte Komponente bieten nur wenige Karten an, sie ist außerhalb Europas aber besonders wertvoll.

Primärer und sekundärer Schutz

Ein weiterer Punkt, den viele übersehen: Die meisten Kartenpolicen sind sekundär. Das heißt, sie leisten erst, wenn keine andere Versicherung greift. Hast du eine eigene Police für Mietwagen, ist diese zuerst dran. Erst danach springt die Karte für den Rest ein.

Bei einem primären Schutz meldest du den Schaden direkt der Kartenversicherung, ohne den Umweg über andere Verträge. Das spart Zeit und schont im Zweifel den Schadenfreiheitsrabatt anderer Policen. Prüfe deshalb im Produktinformationsblatt, welche Variante deine Karte bietet.

Warum die Vermietung trotzdem eine Kaution blockiert

Auch mit starkem Kartenschutz reserviert die Autovermietung bei Übernahme einen Betrag auf deiner Karte. Diese Blockade entspricht meist der Höhe der Selbstbeteiligung plus Tankfüllung. Sie ist kein Zeichen dafür, dass dein Versicherungsschutz nicht anerkannt wird. Die Vermietung sichert damit lediglich ihren eigenen Anspruch ab, weil sie deine Kartenpolice nicht kennt und auch nicht prüfen kann.

Wichtig ist deshalb ein ausreichender Verfügungsrahmen. Bei einer Selbstbeteiligung von 2.000 Euro sollte auf der Karte entsprechend Luft sein. Ist der Rahmen zu knapp, verweigert die Station im schlimmsten Fall die Übergabe. Die Blockade wird nach Rückgabe wieder freigegeben, das dauert je nach Bank einige Werktage.

📌 Good to know

Die Kartenpolice deckt den Schaden am Mietfahrzeug. Wertsachen, die im Auto liegen und gestohlen werden, fallen nicht darunter. Dafür brauchst du eine Reisegepäckversicherung oder deine Hausratpolice mit Außenversicherung.

Deckungssummen im Vergleich: Diese Karten schützen wie stark

Die maximale Kaskodeckung bestimmt, bis zu welcher Schadenshöhe die Karte überhaupt einspringt. In Deutschland reicht die Spanne bei den gängigen Karten von 50.000 Euro bis 100.000 Euro pro Schadensfall.

Kaskodeckung pro Schadensfall im Kartenvergleich

0 25.000 50.000 75.000 100.000 Euro 100.000 75.000 75.000 75.000 50.000 easybank Platinum Double Eurowings Premium Miles & More Gold TARGOBANK Premium Santander BestCard Premium Maximale Kaskodeckung je Schadensfall, Stand 2026

Warum die Deckungshöhe selten der Engpass ist

Auf den ersten Blick wirkt der Unterschied zwischen 50.000 und 100.000 Euro dramatisch. In der Praxis ist er es selten. Ein Totalschaden an einem Kompaktwagen der Mietklasse bleibt deutlich unter 50.000 Euro. Selbst gehobene Mittelklassefahrzeuge erreichen diese Grenze im Neuwert kaum.

Relevanter wird die Deckungshöhe bei teuren Fahrzeugklassen, etwa großen SUV oder Vans. Wer regelmäßig solche Wagen mietet, sollte auf die obere Kategorie achten. Für die klassische Urlaubsanmietung reicht auch die niedrigste Stufe komfortabel aus.

Die Haftpflicht macht den Unterschied

Deutlich wichtiger ist die Frage, ob die Karte eine Zusatz-Haftpflicht mitbringt. Innerhalb Europas sind die gesetzlichen Mindestdeckungen der Mietwagen-Haftpflicht komfortabel. In Nordamerika sieht das anders aus. Dort liegen die Pflichtdeckungen einzelner Bundesstaaten teils im niedrigen fünfstelligen Bereich, während Schadensersatzforderungen nach Personenschäden schnell in die Millionen gehen.

Die easybank Platinum Double kombiniert deshalb 100.000 Euro Kaskodeckung mit einer Zusatz-Haftpflicht bis 1 Million Euro. Diese Kombination ist unter den Karten mit moderater Jahresgebühr selten. Wer eine USA-Rundreise plant, sollte diesen Punkt vor allen anderen prüfen.

Selbstbehalt, Mietdauer und Jahresgebühr im direkten Vergleich

Die spannendere Kennzahl ist nicht die Deckungssumme, sondern der Selbstbehalt pro Schadensfall. Er entscheidet, wie viel nach der Erstattung tatsächlich bei dir hängen bleibt.

Karte Jahresgebühr Kaskodeckung Selbstbehalt Max. Mietdauer
easybank Platinum Double 99 Euro 100.000 Euro 0 Euro 90 Tage
Eurowings Kreditkarte Premium 99 Euro 75.000 Euro 230 Euro 30 Tage
Santander BestCard Premium 99 Euro 50.000 Euro 0 Euro 30 Tage
Miles & More Gold Credit Card 138 Euro 75.000 Euro 200 Euro 30 Tage
TARGOBANK Premium 97 Euro 75.000 Euro 250 Euro 31 Tage
Advanzia Mastercard Gold 0 Euro Vollkasko weltweit 0 Euro laut Bedingungen

Was der Selbstbehalt konkret bedeutet

Rechne es an einem realistischen Beispiel durch. Du beschädigst beim Rangieren die Fahrertür, die Vermietung berechnet 1.500 Euro und zieht die vereinbarte Selbstbeteiligung von 1.200 Euro ein. Mit einer Karte ohne Restselbstbehalt bekommst du diese 1.200 Euro vollständig zurück. Mit einer Karte, die 250 Euro einbehält, bleiben 250 Euro an dir hängen.

Über mehrere Jahre gerechnet relativiert sich der Unterschied. Ein Schaden alle fünf Jahre bedeutet 50 Euro Mehrkosten pro Jahr. Das ist weniger, als der Gebührenunterschied zwischen einzelnen Karten ausmacht. Wichtiger ist deshalb, dass die Karte zu deinem übrigen Nutzungsprofil passt.

Mietdauer als unterschätzte Falle

Die maximale Mietdauer pro Anmietung liegt bei den meisten Karten bei 30 Tagen. Die easybank Platinum Double erlaubt 90 Tage. Wer eine mehrmonatige Reise plant, fällt bei 30-Tage-Karten nach Ablauf der Frist aus dem Schutz.

Der Ausweg ist simpel: Teile lange Anmietungen in mehrere kürzere Mietverträge auf. Jeder neue Vertrag startet die Frist neu. Achte dabei darauf, dass du jeden einzelnen Vertrag wieder vollständig mit der Karte bezahlst.

Was gedeckt ist und wo die Ausschlüsse lauern

Die Grundabdeckung ist bei allen Karten ähnlich. Die Unterschiede stecken in den Ausschlüssen, und genau dort werden Reisende regelmäßig überrascht.

Das ist in der Regel gedeckt

Versichert sind Schäden, die während der Mietdauer direkt am Fahrzeug entstehen. Dazu zählen selbstverschuldete Unfälle, Kollisionen mit anderen Fahrzeugen oder festen Objekten, Vandalismus und Unfallflucht durch Dritte. Auch der Diebstahl des kompletten Fahrzeugs fällt bei einer LDW-Deckung darunter. Schäden durch äußere Einflüsse wie Brand, Hagel oder Wildunfälle sind bei einer Vollkasko-Logik ebenfalls typischerweise eingeschlossen.

Diese Schadenarten fehlen häufig

Reifen-, Glas- und Unterbodenschäden stehen bei vielen Karten explizit auf der Ausschlussliste. Das ist heikel, weil genau diese Schäden am häufigsten auftreten. Ein Steinschlag in der Windschutzscheibe kostet je nach Fahrzeug 400 bis 900 Euro. Ein Reifenschaden auf einer Schotterpiste liegt ähnlich.

Ebenfalls oft ausgeschlossen ist der Schlüsselverlust. Ein Ersatzschlüssel mit Wegfahrsperre schlägt schnell mit mehreren hundert Euro zu Buche. Einige wenige Policen decken diese Positionen mit ab, das ist aber die Ausnahme und gehört ins Kleingedruckte geprüft.

Ausgeschlossene Fahrzeugklassen

Nahezu alle Karten begrenzen den Schutz auf klassische Pkw. Ausgeschlossen sind in der Regel Luxusfahrzeuge, Oldtimer, Wohnmobile und Camper, Transporter, Lkw, Motorräder und Quads. Die Miles & More Gold Credit Card etwa versichert nur Fahrzeuge mit maximal sieben Sitzplätzen. Auch Carsharing-Angebote fallen bei vielen Karten heraus, weil es sich rechtlich nicht um eine klassische Anmietung handelt.

Ein weiterer Punkt betrifft das Fahrzeugalter. Manche Bedingungen schließen Wagen aus, die älter als zehn Jahre sind. Bei großen internationalen Vermietern ist das kein Thema, bei lokalen Anbietern in Urlaubsregionen durchaus.

Verhaltensbedingte Ausschlüsse

Grobe Fahrlässigkeit kostet dich den Schutz. Dazu zählen Alkohol am Steuer, deutlich überhöhte Geschwindigkeit oder Fahrten mit einem nicht im Mietvertrag eingetragenen Fahrer. Auch Fahrten auf unbefestigten Straßen sind bei vielen Policen ein Ausschlussgrund, selbst wenn der Mietvertrag sie erlaubt.

Nicht gedeckt sind außerdem meist die Nutzungsausfallgebühren, die dir die Vermietung berechnet, weil das Fahrzeug während der Reparatur nicht vermietbar ist. Diese Position taucht auf der Rechnung oft separat auf und bleibt an dir hängen.

💡 Tip

Fotografiere den Mietwagen bei Übernahme und Rückgabe rundum, inklusive Reifen, Felgen, Dach und Windschutzscheibe. Diese Bilder mit Zeitstempel sind dein stärkstes Argument, wenn die Vermietung dir einen Vorschaden zuordnen will.

Diese Bedingungen musst du erfüllen, damit der Schutz greift

Der beste Versicherungsumfang nützt nichts, wenn eine formale Bedingung nicht erfüllt ist. Die folgenden Punkte entscheiden im Schadensfall über Erstattung oder Absage.

Der qualifizierende Karteneinsatz

Die wichtigste Regel: Die Miete muss vollständig mit genau dieser Karte bezahlt werden. Das bloße Hinterlegen der Karte als Kaution reicht bei den meisten Anbietern nicht aus. Buchst du über ein Reiseportal und zahlst dort mit einer anderen Karte, bist du im Zweifel raus.

Einzelne Karten akzeptieren auch eine Teilzahlung, verlangen dann aber mindestens 50 Prozent der Reisekosten über die Karte. Diese Variante findest du eher bei Reiseversicherungspaketen als beim reinen Mietwagenschutz. Wenn du unsicher bist, zahle im Zweifel alles mit der Karte, die den Schutz mitbringt. Wie sich das mit anderen Kartentypen verhält, zeigt der Ratgeber zu Mietwagen mit Prepaid-Kreditkarte.

Reisebezug bei Anmietungen im Inland

Viele Policen greifen im Ausland uneingeschränkt, im Inland aber nur unter Bedingungen. Typisch ist die Anforderung, dass die Anmietung im Rahmen einer Reise erfolgt. Als Reise gilt dabei entweder ein Ziel mindestens 50 Kilometer vom Wohnsitz entfernt, eine gebuchte Übernachtung oder ein gebuchter Flug.

Die Eurowings Kreditkarte Premium etwa versichert Inlandsanmietungen ausdrücklich nur in Verbindung mit einer gebuchten Übernachtung. Wer den Wagen für einen Umzug am Wochenende mietet, hat keinen Schutz. Prüfe diesen Punkt, wenn du überwiegend in Deutschland mietest.

Eingetragene Fahrer und Mietdauer

Der Karteninhaber muss im Mietvertrag als Fahrer stehen. Zusatzfahrer sind bei den meisten Karten mitversichert, sofern sie ebenfalls im Vertrag eingetragen sind. Fährt der Partner ohne Eintrag und verursacht einen Schaden, verweigern sowohl Vermietung als auch Kartenversicherung die Leistung.

Die maximale Mietdauer haben wir oben aufgeführt. Sie gilt pro Anmietung, nicht pro Jahr. Innerhalb eines Jahres kannst du also beliebig oft mieten, solange jede einzelne Anmietung die Frist einhält.

USA, Kanada und besondere Zielgebiete

Die Kaskodeckung gilt bei den meisten Karten weltweit. Bei der Haftpflicht sieht es anders aus. Für Nordamerika lohnt der Blick darauf, ob deine Karte eine Zusatz-Haftpflicht mitbringt oder ob du sie separat am Schalter kaufst. Einige Anbieter schließen zudem einzelne Länder komplett aus. Australien, Italien und Neuseeland tauchen in solchen Ausschlusslisten immer wieder auf.

Kosten am Mietschalter gegen Kartenschutz: die Rechnung

Am Mietwagenschalter bekommst du regelmäßig ein Angebot: Vollkasko ohne Selbstbeteiligung gegen Tagesaufschlag. Der Preis liegt je nach Anbieter und Station zwischen 10 und 30 Euro pro Tag. Der häufigste Korridor sind 15 bis 20 Euro.

Was der Zusatzschutz am Schalter über die Mietdauer kostet

0 100 200 300 400 Euro 54 € 126 € 252 € 378 € 3 Miettage 7 Miettage 14 Miettage 21 Miettage Kalkuliert mit 18 Euro Tagesaufschlag

Der Break-even liegt bei rund sechs Tagen

Rechne mit 18 Euro pro Tag als realistischem Mittelwert. Eine Karte mit 99 Euro Jahresgebühr ist damit nach etwa sechs Miettagen ausgeglichen. Ein einziger Sommerurlaub mit Mietwagen reicht also, um die Gebühr wieder einzuspielen.

Bei 14 Miettagen im Jahr zahlst du am Schalter rund 252 Euro. Die Karte kostet dich 99 Euro und deckt zusätzlich weitere Reiseleistungen ab. Der Vorteil wächst mit jeder weiteren Anmietung, weil die Jahresgebühr konstant bleibt.

Die dritte Option: separate Jahrespolice

Neben Karte und Schalterprodukt gibt es eine eigenständige Jahrespolice, die ausschließlich die Selbstbeteiligung bei Mietwagen ausschließt. Sie kostet 50 bis 100 Euro pro Jahr und funktioniert unabhängig vom Zahlungsmittel. Das ist praktisch, wenn du mal mit einer anderen Karte bezahlst oder über ein Portal buchst.

Der Nachteil: Die Police deckt nur den Mietwagen. Eine Kreditkarte bündelt den Schutz mit weiteren Leistungen und kostet in einigen Fällen gar keine Jahresgebühr. Wenn du die übrigen Kartenvorteile ohnehin nutzt, ist die Karte der bessere Hebel. Einen breiteren Überblick über Kartentypen und Leistungen liefert der große Kreditkarten Vergleich.

Wann sich der Schalterschutz trotzdem lohnt

Ein Argument spricht für das Schalterprodukt: Du musst nicht in Vorleistung gehen. Bei einem Schaden zahlst du nichts und reichst nichts ein. Wer nur alle paar Jahre einmal mietet und die Bürokratie scheut, fährt damit bequemer. Wirtschaftlich ist es bei mehr als sechs Miettagen pro Jahr aber die teuerste Variante.

Schadensfall und Erstattung der Selbstbeteiligung Schritt für Schritt

Der Schutz steht und fällt mit der Dokumentation. Fehlt ein Beleg, verzögert sich die Erstattung oder fällt ganz aus. Halte dich an diese Reihenfolge.

Schritt 1: Meldung vor Ort

Melde den Schaden sofort der Autovermietung. Bei Unfällen mit Fremdbeteiligung, Diebstahl oder Vandalismus rufe zusätzlich die örtliche Polizei. Ein Polizeibericht ist bei diesen Fällen meist Pflichtbestandteil des Erstattungsantrags. In vielen Ländern musst du am Unfallort warten, bis die Polizei aufgenommen hat.

Schritt 2: Dokumentation sichern

Lass dir von der Vermietung einen Schadensbericht und ein Rückgabeprotokoll ausstellen und unterschreiben. Fotografiere den Schaden aus mehreren Perspektiven. Notiere Namen und Kontaktdaten der Mitarbeitenden, die den Wagen zurückgenommen haben.

Schritt 3: Selbstbeteiligung zahlen

Die Vermietung zieht die Selbstbeteiligung in der Regel direkt von der hinterlegten Karte ein. Sichere dir den Belastungsbeleg oder den Auszug aus der Kartenabrechnung. Ohne diesen Zahlungsnachweis erstattet keine Versicherung.

Schritt 4: Unterlagen einreichen

Für den Antrag brauchst du üblicherweise diese Dokumente:

  • Kopie des Mietvertrags mit allen eingetragenen Fahrern
  • Schadensbericht der Vermietung und, falls vorhanden, Polizeibericht
  • Zahlungsnachweis über die Selbstbeteiligung
  • Endabrechnung der Autovermietung
  • Kostenvoranschlag oder Reparaturrechnung mit Schadensaufstellung
  • Übergabe- und Rückgabeprotokoll des Fahrzeugs

Schritt 5: Fristen und Auszahlung

Die meisten Anbieter verlangen die Meldung innerhalb von vier Wochen nach Reiserückkehr. Einzelne Versicherer geben bis zu drei Monate nach Fahrzeugrückgabe. Reiche lieber früh und unvollständig ein als spät und vollständig. Fehlende Belege kannst du nachliefern, eine verpasste Frist rettet niemand.

Nach vollständiger Einreichung dauert die Bearbeitung rund vier Wochen. Fehlen Unterlagen, verlängert sich das entsprechend. Bewahre alle Originale auf, bis das Geld auf deinem Konto ist. Welche weiteren Absicherungen eine Karte mitbringen kann, erklärt der Ratgeber zur Kreditkarte mit Krankenversicherung.

Häufige Ablehnungsgründe vermeiden

Die meisten abgelehnten Anträge scheitern nicht am Schadenshergang, sondern an Formalien. An erster Stelle steht die Zahlung mit einer anderen Karte als der versichernden. An zweiter Stelle folgt der nicht eingetragene Fahrer. Danach kommen überschrittene Meldefristen und fehlende Schadensberichte.

Prüfe deshalb schon bei der Buchung drei Dinge: Zahlst du mit der richtigen Karte, stehen alle Fahrer im Vertrag, und liegt die Mietdauer innerhalb der Grenze deiner Police? Diese drei Minuten am Anfang ersparen dir im Schadensfall wochenlange Nachforderungen.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich den Mietwagen komplett mit der Kreditkarte bezahlen?

Ja, bei den meisten Karten ist die vollständige Zahlung der Mietkosten mit genau dieser Karte Pflicht. Das bloße Hinterlegen als Kaution reicht nicht aus und führt im Schadensfall zur Ablehnung.

Sind Glas- und Reifenschäden über die Kreditkarte mitversichert?

Meist nicht. Reifen-, Glas- und Unterbodenschäden sowie Schlüsselverlust stehen bei vielen Policen ausdrücklich auf der Ausschlussliste. Nur einzelne Anbieter erstatten diese Positionen, das gehört vor der Buchung geprüft.

Wie lange darf die Anmietung maximal dauern?

Bei den meisten Karten gelten 30 Tage pro Anmietung, einzelne Anbieter erlauben bis zu 90 Tage. Die Grenze gilt je Mietvertrag, nicht pro Jahr. Längere Reisen teilst du in mehrere Verträge auf.

Gilt der Schutz auch in den USA und Kanada?

Die Kaskodeckung gilt bei den meisten Karten weltweit und damit auch in Nordamerika. Entscheidend ist dort die Zusatz-Haftpflicht, die nur wenige Karten mitbringen. Ohne sie bleibt eine relevante Deckungslücke.

Kann ich den Zusatzschutz am Mietwagenschalter ablehnen?

Ja, sofern deine Karte den Schutz mitbringt und du die Bedingungen erfüllst. Nimm die Versicherungsbestätigung deiner Karte ausgedruckt mit, das erleichtert die Diskussion am Schalter erheblich.

Wie lange dauert die Erstattung der Selbstbeteiligung?

Nach vollständiger Einreichung aller Unterlagen dauert die Bearbeitung in der Regel rund vier Wochen. Fehlen Belege, verlängert sich die Frist deutlich. Die Meldung selbst muss meist binnen vier Wochen nach Reiserückkehr erfolgen.

Sind Zusatzfahrer über meine Karte mitversichert?

In der Regel ja, wenn sie im Mietvertrag als berechtigte Fahrer eingetragen sind. Fährt jemand ohne Eintrag und verursacht einen Schaden, verweigern sowohl Vermietung als auch Kartenversicherung die Leistung.


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