Wie funktioniert eine Prepaid-Karte

Das Wichtigste in Kürze:

Prepaid-Karten funktionieren nach dem Guthaben-Prinzip: Du lädst einen Betrag auf, den du anschließend für Zahlungen oder Bargeldabhebungen nutzt. Anders als bei klassischen Kreditkarten gewährt der Herausgeber keinen Kreditrahmen – Transaktionen sind nur bis zur Höhe des verfügbaren Guthabens möglich. Rund 8,2 Millionen Prepaid-Karten waren 2022 in Deutschland im Umlauf, vor allem bei Jugendlichen, Reisenden und…

Wie funktioniert eine Prepaid-Karte

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Themen in diesem Artikel:

  • Definition Prepaid-Karte: Erfahre, was eine Prepaid-Karte ist und wie das Guthaben-Prinzip ohne Kreditrahmen funktioniert.
  • Nutzung im Alltag: Lerne, wie du mit deiner Prepaid-Karte kontaktlos zahlst, online einkaufst und Bargeld abhebst.
  • Vor- und Nachteile: Entdecke die Kostenkontrolle ohne Verschuldungsrisiko und welche Einschränkungen bei Mietwagen bestehen.
  • Zielgruppen und Einsatz: Überblick über ideale Nutzer: Jugendliche ab 12 Jahren, Personen ohne Schufa-Eintrag und Budgetbewusste.
  • Gebührenstruktur im Detail: Alles über Jahresgebühren, Auflade-Kosten und versteckte Gebühren bei verschiedenen Anbietern.

Was ist eine Prepaid-Karte? Definition und Funktionsweise

Eine Prepaid-Karte ist eine Zahlungskarte auf Guthabenbasis, die du vor der Nutzung mit einem selbst gewählten Betrag auflädst. Im Gegensatz zu klassischen Kreditkarten gewährt der Herausgeber keinen Kreditrahmen – Zahlungen und Bargeldabhebungen sind ausschließlich bis zur Höhe des verfügbaren Guthabens möglich. Technisch handelt es sich um eine Debitkarte mit Prepaid-Funktion, die im Mastercard- oder Visa-Netzwerk läuft und damit weltweit an Millionen Akzeptanzstellen einsetzbar ist.

Das Guthaben-Prinzip bedeutet: Du überweist beispielsweise 500 Euro auf das Kartenkonto, und dieser Betrag steht dir sofort für Transaktionen zur Verfügung. Jede Zahlung reduziert das Guthaben in Echtzeit – bei einer Tankfüllung über 80 Euro bleiben noch 420 Euro übrig. Sobald das Guthaben aufgebraucht ist, lehnt das Terminal weitere Transaktionen ab, bis du erneut auflädst. Dieses Modell eliminiert das Risiko einer Verschuldung vollständig, da du niemals mehr ausgeben kannst, als du eingezahlt hast.

Rechtlich gelten Prepaid-Karten in Deutschland als E-Geld-Produkte gemäß Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG). Herausgeber benötigen eine Lizenz als E-Geld-Institut oder kooperieren mit lizenzierten Banken. Die BaFin überwacht die Einhaltung der Vorschriften, insbesondere die Trennung von Kundengeldern vom Firmenvermögen. Dein Guthaben ist bis 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, sofern der Herausgeber eine Banklizenz besitzt – bei reinen E-Geld-Instituten greift diese Sicherung nicht, weshalb die Guthaben separat verwahrt werden müssen.

Im Jahr 2022 waren laut Bundesbank rund 8,2 Millionen Prepaid-Karten in Deutschland im Umlauf, ein Rückgang gegenüber 9,1 Millionen im Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei etwa 12 Prozent aller ausgegebenen Karten. Die Nutzung konzentriert sich auf drei Hauptgruppen: Jugendliche und junge Erwachsene ohne eigenes Einkommen, Personen mit negativer Schufa-Auskunft, die keine klassische Kreditkarte erhalten, sowie Reisende, die im Ausland eine sichere Zahlungsmethode mit begrenztem Verlustrisiko suchen.

Technische Abwicklung und Autorisierung

Bei jeder Transaktion prüft das Zahlungsnetzwerk in Millisekunden, ob ausreichend Guthaben vorhanden ist. Der Händler sendet die Zahlungsanforderung an den Acquirer, der sie an das Kartennetzwerk weiterleitet. Das Netzwerk kontaktiert den Herausgeber der Prepaid-Karte, der das Guthaben abfragt und die Transaktion entweder genehmigt oder ablehnt. Dieser Prozess unterscheidet sich nicht von dem bei klassischen Kreditkarten – für den Händler ist nicht erkennbar, ob du mit Prepaid oder Kreditkarte zahlst.

Ein wichtiger Unterschied liegt in der Reservierung von Beträgen: Hotels, Mietwagenfirmen und Tankstellen blockieren oft einen höheren Betrag als die tatsächlichen Kosten, um Zusatzleistungen abzudecken. Bei einer Hotelreservierung können 150 Prozent des Zimmerpreises für mehrere Tage geblockt werden. Ist dein Prepaid-Guthaben knapp, kann die Autorisierung scheitern, selbst wenn der finale Betrag niedriger ausfällt. Klassische Kreditkarten mit Kreditrahmen haben hier mehr Spielraum.

Wie funktioniert eine Prepaid-Karte im Alltag?

Im täglichen Einsatz verhält sich eine Prepaid-Karte identisch zu einer klassischen Debit- oder Kreditkarte. Du hältst sie an das Kartenterminal für kontaktlose Zahlungen bis 50 Euro oder steckst sie für höhere Beträge ein und gibst deine PIN ein. Online-Käufe funktionieren über die Eingabe von Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfziffer – viele Anbieter unterstützen zusätzlich 3D-Secure-Verfahren wie Mastercard Identity Check oder Visa Secure, bei denen du Transaktionen per SMS-Code oder App bestätigst.

Bargeldabhebungen sind an allen Geldautomaten möglich, die das jeweilige Kartennetzwerk akzeptieren. In Deutschland umfasst das Visa-Netzwerk rund 58.000 Automaten, Mastercard etwa 56.000. Im Ausland funktioniert die Karte an mehreren Millionen Automaten weltweit. Allerdings fallen oft Gebühren an: Viele Prepaid-Anbieter berechnen zwischen 1,75 und 5 Euro pro Abhebung im Inland, im Ausland kommen Fremdwährungsgebühren von 1,5 bis 2 Prozent hinzu. Einige Anbieter gewähren monatlich eine oder zwei kostenfreie Abhebungen.

📌 Good to know

Prepaid-Karten unterstützen meist Apple Pay und Google Pay – du fügst die Karte in der Wallet-App hinzu und zahlst per Smartphone oder Smartwatch. Die Guthaben-Logik bleibt identisch: Transaktionen werden sofort vom Kartenguthaben abgezogen, und bei unzureichendem Guthaben schlägt die Zahlung fehl.

Auflade-Methoden und Limits

Die Aufladung erfolgt über verschiedene Kanäle, je nach Anbieter. Die gängigste Methode ist die Überweisung vom eigenen Girokonto auf das Kartenkonto – die Gutschrift dauert in der Regel ein bis zwei Bankarbeitstage. Einige Anbieter bieten Echtzeit-Überweisungen an, bei denen das Guthaben innerhalb von Sekunden verfügbar ist, oft gegen eine Gebühr von 0,50 bis 1 Euro. Alternativ kannst du an Verkaufsstellen Bargeld einzahlen – Anbieter wie Transcash oder Viabuy kooperieren mit Einzelhandelsketten, die gegen eine Gebühr von 2 bis 5 Prozent Bargeld annehmen und auf die Karte buchen.

Gesetzliche Limits existieren aufgrund von Anti-Geldwäsche-Vorschriften: Anonyme Prepaid-Karten ohne Identitätsprüfung dürfen maximal 150 Euro Guthaben aufweisen und sind auf 2.500 Euro Jahresumsatz begrenzt. Diese Regelung basiert auf der EU-Geldwäscherichtlinie und wurde in Deutschland durch das Geldwäschegesetz umgesetzt. Für höhere Beträge ist eine vollständige Legitimation per VideoIdent oder PostIdent erforderlich – dann entfallen die Limits, und du kannst Beträge bis zu mehreren tausend Euro aufladen.

Einige Anbieter ermöglichen auch Gehalts- oder Renteneingänge direkt auf das Prepaid-Kartenkonto, sofern eine IBAN zugeordnet ist. Das macht die Karte zu einem rudimentären Girokonto-Ersatz, allerdings ohne klassische Banking-Funktionen wie Daueraufträge oder Lastschriften. Für Personen ohne Bankkonto kann das eine praktikable Lösung sein, um am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilzunehmen.

Einsatz im Ausland und Währungsumrechnung

Prepaid-Karten funktionieren weltweit überall dort, wo Mastercard oder Visa akzeptiert werden. Bei Zahlungen in Fremdwährung rechnet das Kartennetzwerk den Betrag zum tagesaktuellen Wechselkurs um und addiert eine Fremdwährungsgebühr, die der Kartenherausgeber festlegt. Üblich sind 1,5 bis 2 Prozent auf den Transaktionsbetrag. Einige spezialisierte Reise-Prepaid-Karten verzichten auf diese Gebühr oder bieten günstigere Konditionen – ein Vergleich lohnt sich vor längeren Auslandsaufenthalten.

Vorsicht bei der Dynamic Currency Conversion (DCC): Händler oder Geldautomaten im Ausland bieten dir oft an, in Euro statt in Landeswährung abzurechnen. Das klingt bequem, ist aber fast immer teurer, da der Händler einen schlechteren Wechselkurs ansetzt und zusätzliche Gebühren berechnet. Wähle immer die lokale Währung – die Umrechnung über das Kartennetzwerk ist transparenter und günstiger.

Vor- und Nachteile von Prepaid-Karten

Der zentrale Vorteil liegt in der absoluten Kostenkontrolle: Du kannst niemals mehr ausgeben, als du aufgeladen hast, was Verschuldung ausschließt. Für Jugendliche, die den Umgang mit Geld lernen, oder Personen, die ihre Ausgaben strikt begrenzen wollen, ist das ein entscheidender Nutzen. Eltern können Taschengeld auf die Karte ihres Kindes überweisen und haben über die App oft Einblick in die Transaktionen – ohne dass das Kind Zugriff auf das Familienkonto erhält.

Prepaid-Karten erfordern keine Bonitätsprüfung, da kein Kreditrisiko für den Herausgeber besteht. Personen mit negativer Schufa-Auskunft, die von klassischen Kreditkarten ausgeschlossen sind, erhalten problemlos eine Prepaid-Karte. Die Beantragung ist unkompliziert: Online-Formular ausfüllen, Identität per VideoIdent nachweisen, fertig. Innerhalb von fünf bis zehn Werktagen erhältst du die Karte per Post. Einige Anbieter verzichten sogar auf die Legitimation, wenn du die Karte nur mit niedrigen Beträgen nutzt.

Im Verlustfall ist das Risiko begrenzt: Geht die Karte verloren oder wird sie gestohlen, kann der Dieb maximal das aufgeladene Guthaben ausgeben. Bei klassischen Kreditkarten mit hohem Kreditrahmen können Betrüger theoretisch Tausende Euro abbuchen, bevor du die Karte sperren lässt. Allerdings haftest du bei rechtzeitiger Sperrung auch bei Kreditkarten nur bis 50 Euro – der praktische Unterschied ist also gering, wenn du schnell reagierst.

💡 Tip

Speichere die Sperr-Hotline deines Kartenanbieters im Smartphone unter einem leicht erkennbaren Namen wie „Karte sperren“. Im Notfall sparst du wertvolle Minuten, die verhindern, dass Unbefugte dein Guthaben abräumen. Die zentrale Sperr-Nummer 116 116 funktioniert für die meisten deutschen Karten rund um die Uhr.

Nachteile und Einschränkungen

Prepaid-Karten stoßen bei bestimmten Transaktionen an Grenzen. Viele Mietwagenfirmen akzeptieren keine Prepaid-Karten, da sie eine Kaution in Höhe von 500 bis 1.500 Euro blockieren müssen – und bei Prepaid-Karten ist unklar, ob ausreichend Guthaben vorhanden ist. Auch Hotels verlangen oft eine klassische Kreditkarte für die Reservierung. Einige Online-Dienste wie Streaming-Abos oder Carsharing-Anbieter lehnen Prepaid-Karten ab, weil sie wiederkehrende Zahlungen nicht zuverlässig abbuchen können.

Die Gebührenstruktur ist oft intransparent und summiert sich: Jahresgebühr, Auflade-Gebühr, Abhebegebühr, Fremdwährungsgebühr, Inaktivitätsgebühr – bei ungünstigen Anbietern können schnell 50 bis 100 Euro pro Jahr zusammenkommen. Klassische Girokonten mit kostenloser Debitkarte sind oft günstiger, wenn du ohnehin ein Bankkonto besitzt. Ein detaillierter Vergleich der Konditionen ist unerlässlich, bevor du dich für einen Anbieter entscheidest.

Prepaid-Karten bieten meist keine Zusatzleistungen wie Reiseversicherungen, Cashback-Programme oder Bonuspunkte, die bei Premium-Kreditkarten Standard sind. Auch der Kundenservice ist oft eingeschränkt – viele Anbieter bieten nur E-Mail-Support, keine Telefon-Hotline. Bei Problemen wie fehlerhaften Abbuchungen oder Betrugsverdacht kann das frustrierend sein, wenn du tagelang auf eine Antwort warten musst.

Für wen lohnt sich eine Prepaid-Karte?

Prepaid-Karten sind ideal für Jugendliche ab 12 oder 14 Jahren, je nach Anbieter. Viele Banken bieten keine klassischen Kreditkarten für Minderjährige an, Prepaid-Karten hingegen schon. Eltern können das Taschengeld digital überweisen, und der Jugendliche lernt, mit einem festen Budget zu wirtschaften. Die Karte funktioniert für Online-Käufe, Kino-Tickets oder Einkäufe im Supermarkt – ohne dass die Eltern bei jedem Kauf involviert sein müssen. Einige Anbieter bieten spezielle Jugend-Prepaid-Karten mit reduzierten Gebühren und Eltern-Kontroll-Apps an.

Personen mit negativer Schufa-Auskunft profitieren ebenfalls: Eine Insolvenz, unbezahlte Rechnungen oder zu viele Kreditanfragen führen oft dazu, dass Banken klassische Kreditkarten ablehnen. Prepaid-Karten umgehen dieses Problem, da keine Bonitätsprüfung stattfindet. Du erhältst eine vollwertige Zahlungskarte mit Mastercard- oder Visa-Logo, die im Alltag nicht von einer Kreditkarte zu unterscheiden ist – nur du selbst weißt, dass es sich um Prepaid handelt.

Reisende schätzen Prepaid-Karten als Notfall-Zahlungsmittel: Du lädst einen begrenzten Betrag auf, beispielsweise 500 Euro für eine zweiwöchige Reise, und nutzt die Karte für Hotels, Restaurants und Mietwagen. Geht die Karte verloren, ist das Risiko überschaubar. Einige Anbieter ermöglichen es, mehrere Karten auf ein Konto zu bestellen – du nimmst eine Hauptkarte und eine Ersatzkarte mit und lagerst die Ersatzkarte separat im Hotelsafe.

Alternativen und Abgrenzung

Für Personen mit regulärem Einkommen und positiver Bonität sind klassische Debitkarten oder Kreditkarten meist die bessere Wahl. Debitkarten, die direkt mit dem Girokonto verbunden sind, kosten oft nichts und bieten ähnliche Funktionen – ohne Auflade-Aufwand. Kreditkarten mit echtem Kreditrahmen ermöglichen größere Anschaffungen und bieten oft Versicherungsleistungen wie Reiserücktritts- oder Auslandskrankenversicherung, die bei Prepaid-Karten fehlen.

Digitale Bezahldienste wie PayPal oder mobile Wallets (Apple Pay, Google Pay) konkurrieren ebenfalls mit Prepaid-Karten, insbesondere bei Online-Zahlungen. PayPal bietet Käuferschutz und ist bei vielen Online-Shops akzeptiert – allerdings benötigst du ein verknüpftes Bankkonto oder eine Kreditkarte als Funding-Quelle. Prepaid-Karten können hier als Backup dienen, wenn du PayPal nicht nutzen möchtest oder der Händler nur Kartenzahlung akzeptiert.

Ein detaillierter Kreditkartenvergleich hilft dir, die passende Lösung für deine Bedürfnisse zu finden – ob Prepaid, Debit oder klassische Kreditkarte. Entscheidend sind deine finanzielle Situation, dein Nutzungsverhalten und die gewünschten Zusatzleistungen. Weitere Informationen zu den verschiedenen Kartentypen findest du in unserem Hub Kreditkarten-Typen.

Kosten, Gebühren und Konditionen im Detail

Die Kostenstruktur von Prepaid-Karten variiert erheblich zwischen Anbietern. Jahresgebühren liegen zwischen null und 40 Euro – kostenlose Modelle finanzieren sich oft über Transaktionsgebühren, während Anbieter mit Jahresgebühr häufig günstigere Einzelkosten bieten. Einige Anbieter berechnen eine einmalige Ausstellungsgebühr von 10 bis 20 Euro beim ersten Erhalt der Karte, andere verzichten darauf.

Auflade-Gebühren sind ein kritischer Kostenfaktor: Überweisungen vom eigenen Konto sind oft kostenfrei, Echtzeit-Überweisungen kosten 0,50 bis 1 Euro, Bargeldeinzahlungen am Schalter oder in Partnergeschäften zwischen 2 und 5 Prozent des eingezahlten Betrags. Wer monatlich 200 Euro bar auflädt und 4 Prozent Gebühr zahlt, gibt allein dafür 96 Euro pro Jahr aus – mehr als die meisten Jahresgebühren klassischer Kreditkarten.

Gebührenart Typische Spanne Bemerkung
Jahresgebühr 0 – 40 Euro Oft im ersten Jahr reduziert oder erlassen
Aufladung (Überweisung) 0 – 1 Euro Echtzeit-Überweisungen meist kostenpflichtig
Bargeldabhebung Inland 1,75 – 5 Euro Manche Anbieter: 1-2 kostenfreie Abhebungen/Monat
Bargeldabhebung Ausland 2 – 5 Euro + 1,5–2 % Fremdwährung Doppelbelastung: Fixbetrag plus Prozentsatz
Fremdwährungszahlung 1,5 – 2 % Auf den Transaktionsbetrag, nicht auf Guthaben
Inaktivitätsgebühr 2 – 5 Euro/Monat Nach 6-12 Monaten ohne Transaktion
Ersatzkarte 5 – 15 Euro Bei Verlust oder Diebstahl

Inaktivitätsgebühren sind eine versteckte Falle: Nutzt du die Karte länger nicht, ziehen manche Anbieter monatlich 2 bis 5 Euro vom Guthaben ab. Nach einem Jahr ohne Nutzung können so 60 Euro verschwinden. Lies die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sorgfältig, bevor du eine Prepaid-Karte beantragst, und kündige sie rechtzeitig, wenn du sie nicht mehr benötigst.

Vergleich mit klassischen Kreditkarten

Klassische Kreditkarten mit Kreditrahmen bieten oft bessere Konditionen für Vielnutzer: Viele Anbieter verzichten auf Jahresgebühren bei regelmäßiger Nutzung, Bargeldabhebungen im Inland sind häufig kostenfrei, und Fremdwährungsgebühren liegen ebenfalls bei 1,5 bis 2 Prozent – identisch zu Prepaid-Karten. Der entscheidende Unterschied liegt im Kreditrahmen: Du musst nicht vorab aufladen, sondern erhältst eine monatliche Abrechnung und zahlst entweder den Gesamtbetrag oder in Raten zurück.

Für Personen mit stabiler Bonität und diszipliniertem Ausgabeverhalten sind klassische Kreditkarten meist günstiger und flexibler. Prepaid-Karten punkten hingegen bei fehlender Bonität, strengem Budgetmanagement oder als zusätzliche Sicherheitskarte für Reisen. Eine Übersicht zu den verschiedenen Kartentypen und deren Einsatzbereichen findest du in unseren Grundlagen.

Häufig gestellte Fragen

Q

Was ist der Unterschied zwischen einer Prepaid-Karte und einer normalen Kreditkarte?

Der zentrale Unterschied liegt im Kreditrahmen: Eine klassische Kreditkarte gewährt dir einen Verfügungsrahmen, den du später zurückzahlst – du kannst also mehr ausgeben, als du aktuell auf dem Konto hast. Bei einer Prepaid-Karte lädst du vorab Guthaben auf, und Zahlungen sind nur bis zu diesem Betrag möglich. Prepaid-Karten erfordern keine Bonitätsprüfung, während klassische Kreditkarten eine positive Schufa-Auskunft voraussetzen. Technisch nutzen beide dieselben Zahlungsnetzwerke, für Händler ist der Unterschied nicht erkennbar.

Q

Was kostet eine Prepaid-Karte im Jahr?

Die Jahresgebühr liegt zwischen null und 40 Euro, abhängig vom Anbieter. Hinzu kommen Transaktionskosten: Bargeldabhebungen kosten oft 1,75 bis 5 Euro pro Vorgang, Fremdwährungszahlungen 1,5 bis 2 Prozent Aufschlag, Auflade-Gebühren bei Bareinzahlung 2 bis 5 Prozent. Bei intensiver Nutzung können sich die Gesamtkosten auf 50 bis 100 Euro pro Jahr summieren. Kostenlose Modelle finanzieren sich meist über höhere Einzelgebühren – ein detaillierter Vergleich der Konditionen ist vor der Beantragung unerlässlich.

Q

Wie lange dauert die Beantragung einer Prepaid-Karte?

Die Beantragung erfolgt online in wenigen Minuten: Formular ausfüllen, Identität per VideoIdent nachweisen, fertig. Die Karte erhältst du per Post innerhalb von fünf bis zehn Werktagen. Einige Anbieter bieten Express-Versand gegen Aufpreis an, dann kann die Karte bereits nach zwei bis drei Tagen eintreffen. Bei anonymen Prepaid-Karten ohne Identitätsprüfung entfällt das VideoIdent-Verfahren, dafür gelten niedrigere Guthaben- und Umsatzlimits gemäß Geldwäschegesetz.

Q

Kann ich eine Prepaid-Karte im Ausland nutzen?

Ja, Prepaid-Karten mit Mastercard- oder Visa-Logo funktionieren weltweit an Millionen Akzeptanzstellen und Geldautomaten. Bei Zahlungen in Fremdwährung fällt eine Gebühr von typischerweise 1,5 bis 2 Prozent an, Bargeldabhebungen kosten zusätzlich 2 bis 5 Euro pro Vorgang. Einige Anbieter bieten spezielle Reise-Prepaid-Karten mit reduzierten Auslandsgebühren an. Wichtig: Mietwagenfirmen und Hotels akzeptieren oft keine Prepaid-Karten für Kautionen – prüfe die Akzeptanz vorab oder nimm eine klassische Kreditkarte als Backup mit.


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