Zuletzt von der Redaktion geprüft: 26.06.2026
Themen in diesem Artikel:
- Was ist Mobile Banking: Erfahre, wie Mobile Banking definiert ist und worin der Unterschied zu klassischem Online-Banking liegt.
- Nutzung in Deutschland: Entdecke, warum 84 % der Deutschen Mobile Banking nutzen und welche Altersgruppen am stärksten wachsen.
- Funktionen im Überblick: Vergleiche alle Funktionen moderner Banking-Apps – von Fotoüberweisung bis Wertpapierhandel.
- Sicherheitsarchitektur: Verstehe, wie 256-Bit-Verschlüsselung, 2FA und App-Sandbox dein Konto schützen.
- Risiken und Angriffsvektoren: Finde heraus, welche konkreten Bedrohungen existieren und wie Angreifer vorgehen.
- Sicherheitstipps für Nutzer: Lerne die 7 wichtigsten Schutzmaßnahmen, die du sofort umsetzen kannst.
Was ist Mobile Banking? Definition und Abgrenzung zum Online-Banking
Mobile Banking bezeichnet die Abwicklung von Bank- und Finanzgeschäften über mobile Endgeräte – also Smartphones, Tablets oder PDAs – per spezieller Banking-App oder mobiloptimiertem Browser. Die einzige technische Voraussetzung ist eine aktive Internetverbindung zwischen deinem Gerät und dem Bankserver. Das klingt simpel, steckt aber hinter einer der größten Verhaltensveränderungen im deutschen Finanzwesen der letzten Dekade.
Mobile Banking ist eine konsequente Weiterentwicklung des stationären Online-Bankings. Während Online-Banking klassisch über den Webbrowser am PC oder Laptop läuft, bringt Mobile Banking dein Konto in die Hosentasche. Du bist nicht mehr an einen Schreibtisch gebunden. Ob im Zug, im Café oder kurz vor dem Einschlafen – Kontostand abfragen, Überweisungen auslösen, Karten sperren: alles geht sofort. Wer die mobile Variante nutzt, sollte auch die Grundlagen des Online-Bankings kennen, von den technischen Voraussetzungen bis zu den wichtigsten Sicherheitsregeln.
Der Unterschied ist aber nicht nur geografischer Natur. Mobile Banking bringt exklusive Zusatzfunktionen mit, die am stationären PC schlicht nicht existieren. Dazu zählen die Fotoüberweisung (Kamera liest Rechnungsdaten automatisch aus), Push-Benachrichtigungen in Echtzeit, biometrische Anmeldung per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung sowie kontaktloses Bezahlen per NFC direkt an der Kasse. Diese Funktionen sind strukturell an das mobile Gerät gebunden – sie lassen sich nicht auf den Browser-PC übertragen.
Beim Zugang gibt es zwei Wege: Entweder nutzt du die native Banking-App deiner Bank, oder du rufst die mobiloptimierte Website über den Smartphone-Browser auf. Die native App ist klar die bessere Wahl. Sie bietet höhere Funktionalität, eine intuitivere Bedienung und läuft in einer sogenannten Sandbox-Umgebung – einer isolierten Laufzeitumgebung, die verhindert, dass ein Angriff auf die App automatisch andere Apps oder das Betriebssystem kompromittiert. Der mobile Browser ist funktional eingeschränkter und bietet diese Sicherheitsisolation nicht in gleichem Maße.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen Online-Banking und Mobile Banking auf einen Blick:
| Kriterium | Online-Banking (Browser/PC) | Mobile Banking (App/Smartphone) |
|---|---|---|
| Zugangsgerät | PC, Laptop | Smartphone, Tablet, PDA |
| Zugangsmethode | Webbrowser | Native App oder mobiler Browser |
| Flexibilität | Ortsgebunden (Gerät nötig) | Ortsunabhängig, jederzeit |
| Benutzerfreundlichkeit | Funktional, weniger intuitiv | Intuitiver, für kleine Bildschirme optimiert |
| Zusatzfunktionen | Keine mobilen Extras | Fotoüberweisung, NFC, Biometrie, Push-Mitteilungen |
| Phishing-Risiko | Höher (Tippfehler → Fake-Seite möglich) | Geringer (App öffnet direkt Bankverbindung) |
| Sicherheit (technisch) | TLS-Verschlüsselung, 2FA | TLS + 256-Bit, 2FA, App-Sandbox, Biometrie |
| Typische Stärke | Komplexe Vorgänge am großen Bildschirm | Schnelle Transaktionen, spontane Kontoabfragen |
Kurz gesagt: Mobile Banking ist nicht einfach Online-Banking auf einem kleineren Bildschirm. Es ist ein eigenständiges Ökosystem mit eigenen Stärken, eigenen Risiken und einer wachsenden Nutzerbasis, die inzwischen quer durch alle Altersgruppen reicht.
Mobile Banking in Deutschland: Nutzung und Verbreitung 2026
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 84 % der Deutschen nutzen Online- bzw. Mobile Banking – ein historischer Höchststand. Noch 2023 lag der Anteil der reinen Online-Banking-Nutzer bei 76 %, 2024 waren es bereits 81 %. Das ist ein Zuwachs von fünf Prozentpunkten in einem einzigen Jahr. Dieser Trend setzt sich fort.
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Smartphone-Nutzung: 76 % aller Online-Banking-Nutzer greifen zumindest gelegentlich per Smartphone auf ihr Konto zu. Und wer einmal mit dem Smartphone angefangen hat, bleibt dabei: 71,9 % der Befragten nutzen Mobile Banking inzwischen regelmäßig. Im März 2023 waren es noch 60,2 % – ein Anstieg von fast zwölf Prozentpunkten in gut einem Jahr.
Ein besonders interessanter Datenpunkt betrifft die ältere Generation. Lange galt Mobile Banking als Domäne der Jungen. Das stimmt so nicht mehr. 65 % der über 55-Jährigen nutzen Mobile Banking – ein Wert, der viele überrascht. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegt die Nutzungsquote bei über 60 %. Das bedeutet: Die ältere Generation holt nicht nur auf, sie überholt die Jüngsten sogar.
Besonders eindrucksvoll sind die Zahlen der meistgenutzten Finanz-App Deutschlands. Ende 2023 zählte sie 16,3 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer – ein Zuwachs von 2,3 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Monatlich kommen über 100.000 neue digitale Nutzer hinzu. Die Gesamtzahl der eingerichteten Online-Banking-Zugänge lag Ende 2023 bei 29,7 Millionen, ebenfalls ein Plus von 1,5 Millionen.
Mobile Banking hat auch einen messbaren Effekt auf das Finanzverhalten. 43 % der Nutzer geben an, durch Mobile Banking mehr Kontrolle über ihre Finanzen zu haben. 23 % verpassen keine Zahlungen mehr, weil sie ihren Kontostand jederzeit im Blick haben. 20 % zahlen Rechnungen pünktlicher als zuvor. Das sind keine abstrakten Nutzwerte – das ist konkreter Alltag.
Gleichzeitig gibt es eine hartnäckige Wahrnehmungslücke: 50 % der Befragten empfinden Mobile Banking als weniger sicher als PC-Banking. Fachleute widersprechen dieser Einschätzung klar. Bei richtiger Nutzung ist App-Banking technisch mindestens gleichwertig – in einigen Aspekten sogar sicherer als der Browser am PC. Mehr dazu im Sicherheitskapitel.
Mobile-Banking-Nutzung in Deutschland nach Gruppe (2024)
Funktionen im Überblick: Was Mobile Banking heute alles kann
Moderne Banking-Apps sind längst keine simplen Kontostand-Anzeiger mehr. Der Funktionsumfang hat sich in den letzten Jahren massiv erweitert – und deckt heute nahezu alles ab, was du auch am PC-Browser erledigen könntest, plus eine ganze Reihe von Extras, die nur mobil möglich sind.
Kontoführung und Zahlungsverkehr
Die Basis ist solide: Kontostand in Echtzeit, vollständige Umsatzübersicht, Kontowecker und Push-Benachrichtigungen, die dich sofort informieren, wenn eine Buchung eingeht oder dein Saldo unter einen bestimmten Wert fällt. Im Zahlungsverkehr kannst du Inlands- und SEPA-Überweisungen auslösen, Daueraufträge einrichten, ändern und löschen sowie Terminüberweisungen und Lastschriftrückgaben verwalten. Das entspricht dem vollen Funktionsumfang des stationären Online-Bankings.
Fotoüberweisung
Eine der praktischsten mobilen Exklusivfunktionen: Du hältst die Kamera deines Smartphones auf eine Rechnung oder einen Überweisungsträger, und die App liest IBAN, Betrag und Verwendungszweck automatisch aus. Die Daten werden direkt in die Überweisungsmaske übertragen. Tippfehler bei langen IBANs gehören damit der Vergangenheit an. Das spart Zeit und reduziert Fehler erheblich.
Mobile Payment per NFC
Kontaktloses Bezahlen direkt mit dem Smartphone an der Kasse – ohne Karte, ohne Portemonnaie. NFC-Technologie (Near Field Communication) macht das möglich. Du hältst das Smartphone ans Terminal, bestätigst per Biometrie oder PIN, fertig. Diese Funktion ist tief in die Banking-App integriert und funktioniert überall dort, wo kontaktloses Bezahlen akzeptiert wird.
Depotführung und Wertpapierhandel
Wer investiert, findet in modernen Banking-Apps einen vollständigen Depot-Überblick: Bestände einsehen, Echtzeit-Börsenkurse abrufen, Orders aufgeben und ETF- sowie Fondssparpläne verwalten. Gerade für aktive Anleger ist die mobile Verfügbarkeit dieser Funktionen ein echter Mehrwert – Marktbewegungen warten nicht, bis du am PC sitzt.
Kartenverwaltung
Karte verloren? Verdächtiger Umsatz? In der App kannst du Karten sofort sperren und entsperren, Verlust oder Diebstahl melden, Limits anpassen und neue Karten bestellen. Diese Reaktionsgeschwindigkeit ist im Ernstfall entscheidend. Früher musstest du eine Hotline anrufen und in der Warteschleife hängen – heute sind es drei Taps.
Multibanking und Finanzanalyse
Viele Apps bieten Multibanking: Du kannst Konten und Depots verschiedener Banken in einer einzigen App bündeln und verwalten. Dazu kommen Budget- und Ausgabenverfolgungstools mit grafischer Aufbereitung deiner Finanzdaten. Wer wissen will, wie viel er im letzten Monat für Lebensmittel ausgegeben hat, bekommt die Antwort in Sekunden – inklusive Diagramm.
Servicefunktionen und Voice Banking
Direktkontakt zur Bank per Chat oder Rückruf, Terminvereinbarung und Geldautomatensuche runden das Angebot ab. Einige Apps unterstützen zudem Voice Banking – Überweisungen per Sprachassistent. Diese Funktion ist app- und betriebssystemabhängig; die Kompatibilität solltest du vor der Nutzung prüfen.
📌 Good to know
Nicht jede Bank bietet alle Funktionen an. Der Funktionsumfang variiert je nach Institut und App-Version erheblich. Prüfe vor dem Wechsel, welche Features dir wichtig sind – besonders bei Depotführung und Multibanking gibt es große Unterschiede.
Sicherheitsarchitektur: Wie Mobile Banking technisch geschützt ist
Mobile Banking gilt bei vielen als unsicherer als PC-Banking. Das Gegenteil ist bei richtiger Nutzung der Fall. Die technische Sicherheitsarchitektur moderner Banking-Apps ist mehrschichtig und in einigen Punkten dem Browser-Banking überlegen. Hier ist, was konkret dahintersteckt.
Verschlüsselung auf zwei Ebenen
Alle Daten zwischen deiner App und dem Bankserver werden mit 256-Bit-Verschlüsselung gesichert – dem aktuellen Industriestandard. Zusätzlich kommt Transportverschlüsselung via HTTPS/TLS zum Einsatz. Das bedeutet: Selbst wenn jemand den Datenstrom abfängt, sieht er nur unlesbaren Zeichensalat. Diese Kombination aus Ende-zu-Ende- und Transportverschlüsselung ist robust gegen die gängigsten Abhörangriffe.
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
In Deutschland ist die sogenannte starke Kundenauthentifizierung gesetzlich vorgeschrieben. Das bedeutet: Jede sicherheitsrelevante Aktion – Login, Überweisung, Änderung von Stammdaten – muss aus zwei unabhängigen Faktoren bestätigt werden. Typische Kombinationen sind Passwort plus pushTAN oder biometrischer Login plus TAN. Wer nur eines der beiden Elemente kennt oder hat, kommt nicht weiter.
App-Sandbox: Isolation als Schutzprinzip
Banking-Apps laufen in einer isolierten Laufzeitumgebung – der sogenannten Sandbox. Ein Angriff auf die Banking-App ermöglicht keinen automatischen Zugriff auf andere Apps oder das Betriebssystem. Diese Isolation ist ein struktureller Sicherheitsvorteil gegenüber dem Browser-Banking, wo ein kompromittierter Browser potenziell mehr Schaden anrichten kann.
Biometrische Anmeldung
Fingerabdruck oder Gesichtserkennung ersetzen das Passwort beim Login. Das erhöht nicht nur den Komfort, sondern auch die Sicherheit: Biometrische Merkmale lassen sich nicht erraten, nicht per Phishing stehlen und nicht per Keylogger abgreifen. Sie sind an dein Gerät gebunden und nur lokal gespeichert – kein Biometrie-Datum verlässt dein Smartphone.
TAN-Verfahren im Vergleich
Für die Transaktionsfreigabe gibt es verschiedene TAN-Verfahren mit unterschiedlichem Sicherheitsniveau. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten im Überblick:
| Verfahren | Funktionsprinzip | Gerät | Sicherheitsniveau |
|---|---|---|---|
| pushTAN / S-pushTAN | TAN per verschlüsselter Push-Nachricht in separater App | Smartphone | Hoch (verschlüsselt, App-isoliert) |
| chipTAN | TAN-Generierung per physischem Lesegerät + Bankkarte | TAN-Lesegerät + Karte | Sehr hoch (Hardware-Faktor) |
| SMS-TAN | TAN per SMS auf Mobilnummer | Mobiltelefon | Mittel (SIM-Swapping-Risiko) |
| Biometrie (Login) | Fingerabdruck oder Gesichtserkennung | Smartphone | Hoch (für Login-Stufe) |
Das pushTAN-Verfahren ist in Deutschland weit verbreitet. Das Verfahren ist bei mehreren großen deutschen Bankengruppen das meistgenutzte TAN-Verfahren zur Transaktionsfreigabe. Die TAN wird verschlüsselt in einer separaten App übermittelt – kein physisches Zusatzgerät nötig. chipTAN bietet durch den Hardware-Faktor das höchste Sicherheitsniveau, erfordert aber ein physisches Lesegerät.
Phishing-Schutz durch direkte App-Verbindung
Beim Browser-Banking besteht das Risiko, durch einen Tippfehler auf einer gefälschten Bankwebseite zu landen. Eine native App öffnet immer direkt die echte Bankverbindung – kein Tippfehler, keine Weiterleitung, kein Fake. Das eliminiert eine der häufigsten Angriffsvektoren im digitalen Banking vollständig.
Risiken und Angriffsvektoren: Was wirklich gefährlich ist
Mobile Banking ist sicher – aber nicht unverwundbar. Die Risiken liegen meist nicht in der Technologie selbst, sondern im Nutzerverhalten und in der Umgebung, in der Banking stattfindet. Wer die Angriffsvektoren kennt, kann sie gezielt ausschalten.
Phishing: Die häufigste Bedrohung
Phishing ist nach wie vor der häufigste Angriffsweg. Gefälschte E-Mails, die täuschend echt aussehen, fordern dich auf, auf einen Link zu klicken und deine Zugangsdaten einzugeben. Die Zielseite ist eine exakte Kopie der echten Bankwebseite – aber deine Daten landen beim Angreifer. Varianten sind SMS-Phishing (Smishing) und gefälschte App-Benachrichtigungen. Erkennungszeichen: unerwartete Aufforderungen, Dringlichkeit, unbekannte Absenderadressen.
Malware und Schadsoftware
Schadsoftware auf dem Smartphone kann Zugangsdaten abgreifen, Bildschirminhalte mitschneiden oder Tastatureingaben protokollieren. Infektionswege sind meistens Apps aus inoffiziellen Quellen, manipulierte Download-Links oder kompromittierte WLAN-Netzwerke. Wer ausschließlich Apps aus offiziellen Stores lädt und sein Betriebssystem aktuell hält, reduziert dieses Risiko erheblich.
Öffentliche WLAN-Netzwerke
Öffentliche WLAN-Hotspots – im Café, am Flughafen, im Hotel – sind ein klassisches Einfallstor für sogenannte Man-in-the-Middle-Angriffe. Ein Angreifer positioniert sich zwischen dein Gerät und den Router und kann den Datenverkehr mitlesen oder manipulieren. Selbst wenn die Bankverbindung verschlüsselt ist, kann ein kompromittiertes Netzwerk andere Angriffsvektoren öffnen. Die Empfehlung ist eindeutig: Kein Mobile Banking über öffentliches WLAN.
Geräteverlust und -diebstahl
Ein verlorenes oder gestohlenes Smartphone ohne ausreichenden Geräteschutz ist ein offenes Tor zur Banking-App. Wer kein Passwort, keine PIN und keine biometrische Sperre eingerichtet hat, gibt Unbefugten potenziell vollen Zugriff. Hinzu kommt: Wer die SIM-Karte hat, kann SMS-TANs empfangen. Im Verlustfall zählt jede Minute – Karte und Zugang müssen sofort gesperrt werden.
Social Engineering
Angreifer rufen an, geben sich als Bankmitarbeiter aus und versuchen, Zugangsdaten oder TANs zu erfragen. Wichtig zu wissen: Keine Bank fragt jemals telefonisch nach deiner vollständigen TAN oder deinem Passwort. Wer solche Anrufe erhält, sollte sofort auflegen und die Bank über die offizielle Nummer kontaktieren.
💡 Tip
Richte auf deinem Smartphone eine automatische Bildschirmsperre nach 30 Sekunden ein. Das kostet dich nichts, schützt dich aber im Verlustfall erheblich – besonders wenn du die Banking-App geöffnet hattest.
Sicherheitstipps für Nutzer: So schützt du dich effektiv
Die gute Nachricht: Die meisten Risiken beim Mobile Banking lassen sich durch einfache Verhaltensregeln auf ein Minimum reduzieren. Du musst kein IT-Experte sein. Diese sieben Maßnahmen reichen aus, um sicher zu banken.
1. Kein Mobile Banking über öffentliches WLAN
Das ist die wichtigste Einzelregel. Öffentliche WLAN-Netzwerke sind nicht vertrauenswürdig. Nutze für Banking-Transaktionen immer das Mobilfunknetz (LTE oder 5G). Das ist nicht nur sicherer, sondern in Deutschland auch nahezu überall verfügbar. Wenn du unterwegs unbedingt WLAN nutzen musst, aktiviere vorher ein VPN – das verschlüsselt deinen gesamten Datenverkehr zusätzlich.
2. Smartphone mit PIN oder Passwort schützen
Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Viele Nutzer verzichten auf die Gerätesperre. Ohne sie ist dein Smartphone im Verlustfall ein offenes Buch. Aktiviere mindestens eine sechsstellige PIN, besser noch biometrische Entsperrung plus PIN als Fallback. Die Bildschirmsperre sollte nach spätestens einer Minute automatisch aktiviert werden.
3. Apps nur aus offiziellen Stores laden
Lade die Banking-App ausschließlich aus dem Google Play Store oder dem Apple App Store. Gefälschte Banking-Apps aus inoffiziellen Quellen sind ein bekannter Angriffsweg. Prüfe vor dem Download den Entwicklernamen und die Bewertungen. Die offizielle App deiner Bank hat in der Regel Millionen von Bewertungen – eine gefälschte App hat das nicht.
4. Betriebssystem und Apps regelmäßig aktualisieren
Sicherheitslücken in Betriebssystem und Apps werden durch Updates geschlossen. Wer Updates ignoriert, lässt bekannte Einfallstore offen. Aktiviere automatische Updates für Betriebssystem und Apps – dann passiert das im Hintergrund, ohne dass du daran denken musst.
5. Keine Links aus verdächtigen E-Mails anklicken
Deine Bank schickt dir keine E-Mail mit der Aufforderung, deine Zugangsdaten zu bestätigen. Wenn du eine solche E-Mail erhältst, klicke keinen Link an. Öffne die Banking-App direkt oder gib die Bankadresse manuell im Browser ein. Im Zweifel ruf bei deiner Bank an – über die offizielle Nummer auf der Rückseite deiner Karte.
6. Komplexe, regelmäßig gewechselte Passwörter
Dein Banking-Passwort sollte mindestens zwölf Zeichen lang sein, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten und nirgendwo sonst verwendet werden. Nutze einen Passwort-Manager, wenn du dir viele komplexe Passwörter nicht merken kannst. Wechsle das Passwort mindestens einmal im Jahr oder sofort, wenn du einen Verdacht auf Kompromittierung hast.
7. Bei Geräteverlust sofort handeln
Wenn dein Smartphone verloren geht oder gestohlen wird, zählt jede Minute. Sperre deine Karten sofort – entweder über eine andere Banking-App, über den zentralen Sperr-Notruf (in Deutschland: 116 116) oder direkt bei deiner Bank. Ändere außerdem sofort dein Banking-Passwort von einem anderen Gerät aus. Viele Banken bieten auch die Möglichkeit, die App-Session remote zu beenden.
Diese sieben Regeln klingen nach viel, sind aber schnell zur Gewohnheit geworden. Die meisten davon musst du nur einmal einrichten – danach laufen sie automatisch. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Schutz, den sie bieten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Mobile Banking und wie unterscheidet es sich von Online-Banking?
Mobile Banking ist die Abwicklung von Bankgeschäften über Smartphone oder Tablet per App oder mobilem Browser. Online-Banking läuft klassisch über den Webbrowser am PC. Mobile Banking bietet zusätzliche Funktionen wie NFC-Zahlung, Fotoüberweisung und biometrische Anmeldung – und ist ortsunabhängig rund um die Uhr nutzbar.
Ist Mobile Banking wirklich sicher?
Ja, bei richtiger Nutzung. Banken setzen auf 256-Bit-Verschlüsselung, TLS-Transportverschlüsselung, gesetzlich vorgeschriebene Zwei-Faktor-Authentifizierung und App-Sandbox-Isolation. Technisch gilt App-Banking als mindestens gleichwertig sicher wie Browser-Banking – in einigen Aspekten sogar sicherer.
Was ist pushTAN und wie funktioniert es?
pushTAN ist ein TAN-Verfahren, bei dem die Transaktionsnummer verschlüsselt per Push-Nachricht in einer separaten App auf dein Smartphone übermittelt wird. Kein physisches Zusatzgerät nötig. Es ist in Deutschland weit verbreitet – es ist bei mehreren großen deutschen Bankengruppen das meistgenutzte TAN-Verfahren zur Transaktionsfreigabe.
Darf ich Mobile Banking über öffentliches WLAN nutzen?
Nein, das wird klar abgeraten. Öffentliche WLAN-Netzwerke sind anfällig für Man-in-the-Middle-Angriffe. Nutze für Banking-Transaktionen immer das Mobilfunknetz (LTE/5G). Wenn WLAN unvermeidbar ist, schützt ein aktives VPN den Datenverkehr zusätzlich.
Was ist Fotoüberweisung?
Fotoüberweisung ist eine Funktion vieler Banking-Apps, bei der die Smartphone-Kamera Überweisungsdaten – IBAN, Betrag, Verwendungszweck – automatisch von einer Rechnung ausliest und in die Überweisungsmaske überträgt. Das spart Zeit und eliminiert Tippfehler bei langen IBANs.
Was ist Multibanking?
Multibanking ermöglicht es, Konten und Depots verschiedener Banken in einer einzigen Banking-App zu bündeln und zu verwalten. Du siehst alle Finanzen auf einen Blick – ohne zwischen mehreren Apps wechseln zu müssen. Nicht jede Bank bietet diese Funktion an.
Wie verbreitet ist Mobile Banking in Deutschland?
84 % der Deutschen nutzen 2024 Online- bzw. Mobile Banking. 71,9 % der Befragten nutzen Mobile Banking regelmäßig – gegenüber 60,2 % im März 2023. Auch 65 % der über 55-Jährigen sind inzwischen dabei. Die meistgenutzte Finanz-App Deutschlands zählt 16,3 Millionen aktive Nutzer.



