In Deutschland hat sich im letzten Jahr ein bemerkenswerter Wandel in den alltäglichen Bezahlgewohnheiten vollzogen. Laut einer umfassenden Studie der Bundesbank haben die Menschen ihre Einkäufe immer häufiger ohne Bargeld getätigt. Dies bedeutet, dass Karten und Smartphones zunehmend Scheine und Münzen ersetzen.
Obwohl Bargeld auch im Jahr 2025 das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel an den Ladenkassen blieb, zeigte sich erstmals seit Beginn der Erhebungen der Bundesbank im Jahr 2008, dass die bargeldlosen Zahlungsmethoden insgesamt dominieren.
Fortschreitender Trend zu bargeldlosen Zahlungen
Burkhard Balz vom Vorstand der Bundesbank erklärte in Frankfurt: „Der Trend hin zu bargeldlosen Zahlungen setzt sich fort.“ Im vergangenen Jahr zahlten die Menschen in Deutschland bei mehr als der Hälfte ihrer Transaktionen (55 Prozent) ohne Bargeld. Diese Daten wurden zwischen dem 8. September und dem 2. Dezember 2025 gesammelt.
Nutzung von Girocard und mobilen Zahlmethoden
Eines der am häufigsten eingesetzten Mittel war dabei die Debitkarte mit einem Anteil von 26 Prozent, insbesondere die Girocard, oft noch als EC-Karte bekannt. Bei höheren Beträgen werden Karten verstärkt genutzt; daher hatte die Debitkarte gemessen an den Gesamtausgaben bereits seit 2023 den größten Anteil, obwohl dieser um 4 Prozentpunkte auf nunmehr 28 Prozent sank.
Zunahme des mobilen Bezahlens
- Das Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch stieg erneut um vier Prozentpunkte auf insgesamt 10 Prozent aller Transaktionen an.
Bargeld bleibt weiterhin relevant
Trotz des digitalen Trends wird bei etwa 45 Prozent aller Zahlungen nach wie vor Bargeld verwendet – ein Wert, der im europäischen Vergleich hoch ist. Im Jahr 2023 lag dieser Anteil noch bei 51 Prozent; zum Vergleich: Im Jahr 2008 waren es sogar noch beeindruckende 83 Prozent.
Ältere Menschen sowie Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder geringer digitaler Erfahrung greifen eher zu Bargeld zurück. Interessanterweise gaben etwa 12 Prozent an, dass sie ohne Bargeld große Schwierigkeiten hätten, ihre täglichen Geschäfte abzuwickeln; für weitere 29 Prozent trifft dies zumindest teilweise zu.
