Das Wichtigste in Kürze
- Kurzfassung zu den Zinsen: 0 % auf dem Verrechnungskonto, Geldmarkt-ETFs als Option und was das für 10.000 € bedeutet.
- Warum kein Guthabenzins: Was das Preis-Leistungsverzeichnis zum Verrechnungskonto sagt und wer welche Rolle hat.
- So funktionieren Geldmarkt-ETFs: €STR, Aufschlag, Swap und Thesaurierung einfach erklärt.
- Die zwei gelisteten ETFs: LYX0B6 und DBX0AN: Kosten, Zinsangabe vom 12.07.2026 und der Wert von heute.
- Kosten beim Kauf: Mindermengenzuschlag unter 500 €, Spreads in Randzeiten und Zuwendungen.
- Schutz und Risiken: Sondervermögen statt Einlagensicherung und welche Kursrisiken bleiben.
- Steuern auf Geldmarkt-ETFs: Abgeltungsteuer, Vorabpauschale und warum es keine Teilfreistellung gibt.
- Einordnung ohne Wertung: Welche Fragen du dir vor der Entscheidung stellen kannst.
finanzen.net ZERO – Depot

finanzen.net ZERO – Depot
Vorteile
- 0 € Ordergebühr über gettex, zzgl. Spread
- Keine Depotführungsgebühr
- Sparpläne ab 1 € ohne Ordergebühr
- Handel werktags 7:30 bis 23:00 Uhr
Nachteile
- 1 € Mindermengenzuschlag unter 500 €
- Xetra und Tradegate ab 3,90 € je Order
- 0 % Zinsen auf dem Verrechnungskonto
- Kursrisiko: Verluste sind möglich
Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Maßgeblich sind die Bedingungen des Anbieters.
Kurzfassung: 0 % auf dem Verrechnungskonto, Geldmarkt-ETFs als Option
Zinsen auf freies Guthaben gibt es bei finanzen.net ZERO nicht. Das Preis-Leistungsverzeichnis für Wertpapiere (PLV V13, Stand Oktober 2026) nennt für das Verrechnungskonto einen Guthabenzins von 0 %. Das gilt unabhängig vom Betrag und auch für neue Kundinnen und Kunden. Ein Tagesgeldkonto führt der Broker nicht. Wer bei finanzen.net ZERO nach „Tagesgeld“ sucht, landet auf einer Zinsseite, die zwei Geldmarkt-ETFs als Alternative zum Tagesgeld vorstellt. Die Seite ist als Werbemitteilung gekennzeichnet.
Ein Geldmarkt-ETF ist kein Konto, sondern ein Wertpapier. Du kaufst Fondsanteile, deren Wert jeden Tag um den Euro-Kurzfristzins €STR wächst, abzüglich der Fondskosten. Damit ändert sich vieles: Statt Einlagensicherung schützt dich das Sondervermögen, statt eines Zinses gibt es einen Kurswert, und statt einer Zinsgutschrift fallen Steuern über die Vorabpauschale und beim Verkauf an.
Die wichtigsten Zahlen
- Verrechnungskonto: 0 % Guthabenzins, Kontoführung 0 €, Überweisung aufs Referenzkonto 0 €.
- Gelistete Geldmarkt-ETFs: Amundi EUR Overnight Return UCITS ETF Acc (WKN LYX0B6) und Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C (WKN DBX0AN), beide thesaurierend, laufende Kosten 0,10 % pro Jahr.
- Zinsangabe des Anbieters: 2,27 % vor und 2,17 % nach laufenden Kosten, Stand 12.07.2026.
- Rechnerischer Wert heute: Mit dem €STR vom 08.10.2026 (2,439 %) ergibt die Formel der Anbieterseite rund 2,42 % nach Kosten.
- Ordergebühr: 0 € netto je Order über gettex oder außerbörslich, zuzüglich Spread. Unter 500 € Kurswert kommt 1 € Mindermengenzuschlag hinzu.
Stand der Konditionen: 08.10.2026. Grundlage sind das PLV V13 und die Zinsseite von finanzen.net ZERO, die Zinsangaben dort tragen den Stand 12.07.2026. Alle Kosten des Depots im Detail findest du im Beitrag zu den Gebühren und Kosten bei finanzen.net ZERO. Wie sich der Broker insgesamt aufstellt, steht im Überblick zu finanzen.net ZERO mit Erfahrungen und Konditionen.
Was das bei 10.000 € bedeutet
Liegen 10.000 € ein Jahr lang auf dem Verrechnungskonto, bringen sie 0 €. Mit der Zinsangabe vom Juli wären es im Geldmarkt-ETF rechnerisch rund 217,00 € vor Steuern gewesen, mit dem €STR von Anfang Oktober rund 242,40 €. Beide Werte setzen voraus, dass der Zins zwölf Monate gleich bleibt. Das tut er praktisch nie, denn der Fonds folgt jeder Bewegung des €STR. Spread und Steuern sind noch nicht abgezogen.
10.000 € zwölf Monate geparkt: Zinsertrag vor Steuern
Die Grafik zeigt keine Prognose. Sie zeigt nur, wie groß der Abstand zwischen einem unverzinsten Guthaben und einem Fonds ist, der den Geldmarktzins weitergibt, solange dieser Zins auf dem heutigen Niveau bleibt. Senkt die Europäische Zentralbank den Einlagensatz, schrumpft der Abstand. Hebt sie ihn an, wächst er.
Interaktiver Geldmarkt-ETF-Rechner
Was bringt dein Geld im Geldmarkt-ETF statt auf dem Verrechnungskonto?
Trag Betrag, Dauer, €STR und die Zahl deiner Orders ein. Der Rechner zeigt den Ertrag nach Fondskosten, Mindermengenzuschlag und Spread im Vergleich zu 0 % auf dem Verrechnungskonto.
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Zins nach Kosten
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Zinsertrag vor Steuern
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Zuschlag und Spread
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Nach Steuern
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Geldmarkt-ETF gegenüber Verrechnungskonto mit 0 %
Rechenweg wie auf der Anbieterseite: Zins nach Kosten = €STR + 0,085 % − 0,10 %, vereinfacht ohne Zinseszins Betrag × Zins × Monate ÷ 12. Mindermengenzuschlag 1 € je Order unter 500 € Kurswert, Kauf und Verkauf getrennt. Spread Betrag × Spanne für Kauf und Verkauf zusammen. Steuer 26,375 % ohne Kirchensteuer, keine Teilfreistellung. Der Zins ist nicht garantiert, Kursverluste sind möglich.
Stand der Konditionen: 08.10.2026, laut Preis-Leistungsverzeichnis Wertpapiere V13 (Stand Oktober 2026) und Hilfebereich von finanzen.net ZERO; Tradegate 2,00 € je Order bis 31.10.2027, danach höchstens 3,90 €. Keine Anlageberatung. Wertpapiere können an Wert verlieren, bis hin zum Totalverlust. Spread und Wertentwicklung sind Annahmen, keine Prognose. Alle Angaben ohne Gewähr.
finanzen.net ZERO - Depot
Aktien, ETFs und Sparpläne
Vorteile
Nachteile
- 1 € Mindermengenzuschlag unter 500 €
- Xetra und Tradegate ab 3,90 € je Order
- 0 % Zinsen auf dem Verrechnungskonto
- Kursrisiko: Verluste sind möglich
Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Maßgeblich sind die Bedingungen des Anbieters.
Warum es auf das Guthaben keinen Zins gibt
Das Verrechnungskonto bei finanzen.net ZERO ist ein reines Abwicklungskonto. Von hier fließt das Geld in Käufe, hierhin fließen Verkaufserlöse, Dividenden und Ausschüttungen. Im PLV steht für dieses Konto dreimal die Null: 0 € Kontoführung, 0 € für die Überweisung aufs Referenzkonto und 0 % Guthabenzins. Eine Staffel, einen Aktionszins oder einen Bonus für bestimmte Beträge gibt es nicht.
Wer hinter dem Konto steht
Für die Einordnung lohnt ein Blick auf die Rollen. Die finanzen.net zero GmbH in Karlsruhe ist keine Bank. Sie arbeitet als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH und vermittelt die Aufträge in deren Namen. Depot und Verrechnungskonto führt die Baader Bank AG in Unterschleißheim, die auch die Orders abwickelt. Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist also eine Einlage bei der Baader Bank. Zinsen darauf könnte nur die Bank zahlen, und laut PLV tut sie das nicht.
Wovon der Broker lebt
Wenn Orders 0 € kosten und das Guthaben nichts bringt, stellt sich die Frage nach dem Geschäftsmodell. Das PLV legt es offen. Je Order erhält die DonauCapital ein Vermittlungsentgelt von 2,10 € (bei Fonds 4,50 €), das mit einer Gutschrift der Bank verrechnet wird. Daraus ergibt sich der Netto-Preis von 0 €. Für jede Sparplanausführung fließt 1 € an die DonauCapital. Dazu kommen Zuwendungen nach § 70 WpHG, bei Fonds und ETFs etwa Bestandsprovisionen zwischen 0,00 und 2,50 % pro Jahr. Auch auf der Zinsseite weist der Anbieter darauf hin, dass beim Handel der dort vorgestellten Wertpapiere Zuwendungen fließen können. Wie hoch sie im Einzelfall sind, zeigt die Ex-ante-Kosteninformation vor jeder Order.
Was das für dich praktisch heißt
Unverzinstes Guthaben verliert bei steigenden Preisen an Kaufkraft. Bei kleinen Beträgen, die nur ein paar Tage zwischen zwei Käufen liegen, spielt das kaum eine Rolle. Anders bei einer größeren Reserve, die über Monate im Depot liegt, etwa weil du nach einem Verkauf noch nicht neu investieren willst. Für genau diesen Fall stellt der Broker die Geldmarkt-ETFs vor. Ob du diesen Weg gehst, das Geld auf ein verzinstes Konto bei einer Bank überweist oder es bewusst liegen lässt, ist deine Entscheidung. Für jede Variante gibt es nachvollziehbare Gründe, die weiter unten zur Sprache kommen.
Wichtig ist der Unterschied in der Logik: Bei einem Konto entscheidet die Bank, welchen Zins sie zahlt. Bei einem Geldmarkt-ETF entscheidet niemand. Der Ertrag folgt einem Referenzzins, den die EZB jeden Bankarbeitstag veröffentlicht. Das macht ihn transparent, aber auch beweglich in beide Richtungen.
Wie Geldmarkt-ETFs funktionieren: €STR, Overnight-Ansatz, thesaurierend
Banken im Euroraum leihen sich jeden Tag gegenseitig Geld, oft nur über Nacht. Der Zins für diese unbesicherten Übernachtgeschäfte heißt €STR, ausgeschrieben Euro Short-Term Rate. Die Europäische Zentralbank berechnet ihn aus den Meldungen großer Banken und veröffentlicht ihn an jedem Bankarbeitstag. Die Zeitreihe ist auf der Seite der EZB zur Euro Short-Term Rate öffentlich abrufbar. Der €STR liegt in der Regel knapp unter dem Einlagensatz der EZB, also dem Zins, den Banken für Geld bei der Notenbank bekommen.
Der Overnight-Ansatz
Die beiden Geldmarkt-ETFs auf der Zinsseite bilden einen Index ab, der eine tägliche Geldanlage zum €STR simuliert. Beim Xtrackers ist das der Deutsche Bank Euro Overnight Rate Index, beim Amundi der Solactive Euro Overnight Return Index. Laut Anbieterseite entsprechen beide dem €STR zuzüglich eines Aufschlags von 0,085 %. Im Fonds fallen dann laufende Kosten von 0,10 % pro Jahr an. Daraus ergibt sich die Formel, mit der finanzen.net ZERO rechnet:
Zins nach Kosten = €STR + 0,085 % − 0,10 %
Am 08.10.2026 lag der €STR bei 2,439 %. Eingesetzt ergibt das rund 2,42 % pro Jahr. Am 12.07.2026, dem Stand der Anbieterseite, lag der €STR bei etwa 2,18 %, daher die dort genannten 2,17 %. Die Differenz erklärt sich durch die Zinsentscheidungen der EZB: Sie hob den Einlagensatz im Juni 2026 von 2,00 % auf 2,25 % und im September 2026 auf 2,50 % an. Der €STR folgte jeweils unmittelbar.
€STR von Oktober 2025 bis Oktober 2026
Swap statt Anleihen
Ein Geldmarkt-ETF muss nicht selbst Übernachtgeld verleihen. Die Swap-Variante, zu der der Name des Xtrackers ausdrücklich gehört, hält ein Portfolio aus Wertpapieren und tauscht dessen Ertrag über einen Vertrag mit einer Bank gegen den Ertrag des Index. Für dich zählt das Ergebnis: Der Fondspreis steigt Tag für Tag um den Indexzins, abzüglich Kosten. Für Details zur Konstruktion, zu Sicherheiten und Gegenparteien sind der Verkaufsprospekt und das Basisinformationsblatt maßgeblich, die auf der Zinsseite verlinkt sind.
Thesaurierend: Der Zins steckt im Kurs
Beide gelisteten ETFs sind thesaurierend. Es gibt also keine Zinsgutschrift auf dem Verrechnungskonto. Die Erträge werden laufend im Fonds angesammelt, der Anteilspreis steigt entsprechend. Der Anbieter beschreibt es so: Bei einem Zinsanstieg beschleunigt sich der Anstieg des Kurswerts, bei einer Zinssenkung verlangsamt er sich. Bei negativen Zinsen sind rückläufige Kurse zu erwarten. Das ist keine Theorie, denn in der Phase negativer Leitzinsen bis 2022 verloren Geldmarktfonds im Euroraum tatsächlich leicht an Wert.
Deinen Ertrag realisierst du über den Verkauf. Kaufst du heute Anteile und verkaufst sie in sechs Monaten, entspricht die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs ungefähr dem in dieser Zeit aufgelaufenen Geldmarktzins nach Kosten, abzüglich des Spreads. Es gibt keine Laufzeit und keine Kündigungsfrist. Verkaufen kannst du zu den Handelszeiten, also werktags von 7:30 bis 23:00 Uhr und samstags von 14:00 bis 19:00 Uhr.
Kein fester Zins
Die Anbieterseite sagt es selbst: Der Zinssatz ist nicht garantiert und fällt unmittelbar mit dem €STR. Du kannst mit dem genannten Satz rechnen, bis sich der €STR ändert, nicht länger. Wer Planbarkeit über einen festen Zeitraum sucht, findet sie bei Geldmarkt-ETFs nicht.
Infografik: Verrechnungskonto, Tagesgeld oder Geldmarkt-ETF?
Wie Zins, Schutz, Kosten, Verfügbarkeit und Steuer beim Verrechnungskonto, beim Tagesgeld allgemein und beim Geldmarkt-ETF geregelt sind, und was der Mindermengenzuschlag bei kleinen Beträgen bewirkt.
Drei Wege im Vergleich
Wähle ein Merkmal.
Ohne Wertung. Tagesgeld allgemein, kein bestimmtes Angebot. Keine Anlageberatung. Wertpapiere können an Wert verlieren, bis hin zum Totalverlust.
Stand: 08.10.2026, laut finanzen.net/zero
Die zwei vom Anbieter gelisteten Geldmarkt-ETFs
Auf der Zinsseite nennt finanzen.net ZERO zwei Geldmarkt-ETFs. Beide haben dieselben laufenden Kosten, dieselbe Ertragsverwendung und dieselbe Zinsangabe. Die Nennung hier ist keine Empfehlung, sondern gibt wieder, was der Anbieter listet.
| ETF (vom Anbieter gelistet) | WKN | Ertragsverwendung | Laufende Kosten | Zins Referenzindex vor / nach Kosten (Stand 12.07.2026) | Rechnerisch nach Kosten (€STR 08.10.2026) |
|---|---|---|---|---|---|
| Amundi EUR Overnight Return UCITS ETF Acc | LYX0B6 | thesaurierend | 0,10 % p. a. | 2,27 % / 2,17 % | rund 2,42 % |
| Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C | DBX0AN | thesaurierend | 0,10 % p. a. | 2,27 % / 2,17 % | rund 2,42 % |
Die rechte Spalte ist eine eigene Rechnung mit der Formel der Anbieterseite und dem €STR, den die EZB für den 08.10.2026 veröffentlicht hat. Sie ist eine Momentaufnahme. Am Tag deines Kaufs kann der Wert schon anders sein.
Worin sich die beiden unterscheiden
Auf dem Papier kaum. Unterschiede liegen in Details, die du in den Basisinformationsblättern nachlesen kannst: der Fondsanbieter (Amundi bzw. DWS mit der Marke Xtrackers), der jeweilige Referenzindex, die Konstruktion und die Gegenparteien. Für den Ertrag spielen auch die Abweichung zwischen Fonds und Index sowie der Spread an der Handelsplattform eine Rolle. Den Spread siehst du vor jeder Order in der Ordermaske. Eine Rangfolge der beiden Fonds ergibt sich aus der Zinsseite nicht, und wir stellen auch keine auf.
Warum die Zinsangabe ein Datum braucht
Die Zahlen auf der Zinsseite sind keine Live-Werte. Sie tragen den Stand 12.07.2026. Zwischen Juli und Oktober hat sich der €STR um gut 0,25 Prozentpunkte bewegt. Wer die Seite liest, sollte die Prozentzahl deshalb immer zusammen mit ihrem Datum sehen und für einen aktuellen Wert die Formel mit dem neuesten €STR der EZB rechnen. Das klingt aufwendig, ist aber eine einfache Addition.
Was die Seite sonst noch zeigt
Unterhalb der Geldmarkt-ETFs listet die Zinsseite ETFs mit fester Laufzeit als Alternative zum Festgeld. Deren Renditeangaben tragen einen älteren Stand vom März 2025. Weil es sich um Anleihefonds mit Zinsänderungs-, Ausfall- und teils Währungsrisiko handelt, haben sie mit dem Thema dieses Beitrags, dem Parken von Guthaben zum Tageszins, wenig zu tun. Wir lassen sie deshalb außen vor.
Kosten beim Kauf: Mindermengenzuschlag unter 500 €, Spreads in Randzeiten
Ein Geldmarkt-ETF wird bei finanzen.net ZERO wie jeder andere ETF gehandelt. Über gettex oder außerbörslich mit der Bank kostet die Order laut PLV 0 € Netto-Preis, zuzüglich des marktüblichen Spreads. An Tradegate fallen bis 31.10.2027 2,00 € je Order an, danach höchstens 3,90 €, an Xetra mindestens 3,90 €. Bei einem Produkt, dessen Ertrag im Bereich von gut 2 % pro Jahr liegt, entscheiden genau diese Nebenkosten darüber, ob sich ein Kauf überhaupt rechnet.
Der Mindermengenzuschlag
Für Orders unter 500 € Kurswert berechnet finanzen.net ZERO einen Mindermengenzuschlag von 1 €, bei Aktien, Fonds, ETFs und Anleihen gleichermaßen. Er fällt beim Kauf und beim Verkauf getrennt an. Die Zinsseite weist selbst darauf hin, dass Einzelorders unter 500 € damit kurzfristig nicht sinnvoll sind. Wie stark der Zuschlag wirkt, zeigt eine einfache Rechnung über drei Monate:
| Anlagebetrag | Zinsertrag in 3 Monaten (rechnerisch 2,42 %) | Mindermengenzuschlag Kauf + Verkauf | Ergebnis vor Spread und Steuern |
|---|---|---|---|
| 300 € | 1,82 € | 2,00 € | -0,18 € |
| 499 € | 3,02 € | 2,00 € | 1,02 € |
| 500 € | 3,03 € | 0,00 € | 3,03 € |
| 2.000 € | 12,12 € | 0,00 € | 12,12 € |
| 10.000 € | 60,60 € | 0,00 € | 60,60 € |
Vereinfachte Rechnung ohne Zinseszins, mit konstantem Zins und ohne Spread. Unter 500 € frisst der Zuschlag den Ertrag von drei Monaten fast vollständig oder ganz auf. Ab 500 € Kurswert je Order fällt er weg. Bei längerer Haltedauer verschiebt sich die Schwelle, denn dann verteilt sich der Zuschlag auf mehr Zinstage. Den eigenen Fall kannst du im Rechner weiter oben mit Betrag, Dauer und Anzahl der Orders durchspielen.
Sparpläne als Sonderfall
Sparpläne auf ETFs kosten laut PLV 0 € und sind vom Mindermengenzuschlag ausgenommen. Die Sparrate beginnt bei 1 €. Ob ein bestimmter Geldmarkt-ETF als Sparplan angeboten wird, siehst du in der App bei der Auswahl des Wertpapiers. Für eine Reserve, die du regelmäßig aufbauen willst, ist das eine Möglichkeit, kleine Beträge ohne Zuschlag anzulegen. Für den Verkauf gilt der Zuschlag aber wieder, wenn die Verkaufsorder unter 500 € liegt.
Spreads und Handelszeiten
Der Spread ist die Differenz zwischen dem Kurs, zu dem du kaufst, und dem Kurs, zu dem du verkaufst. Bei Geldmarkt-ETFs ist er meist schmal, weil sich der Wert des Fonds sehr genau berechnen lässt. Die Zinsseite nennt aber ausdrücklich, dass es insbesondere in den Randzeiten des Börsenhandels zu Kursschwankungen und größeren Spreads kommen kann. Handeln kannst du werktags von 7:30 bis 23:00 Uhr und samstags von 14:00 bis 19:00 Uhr. Früh am Morgen, spät am Abend und am Samstag sind die großen Börsen geschlossen, an denen sich die Preise bilden. Ein Limit schützt dich davor, zu einem ungünstigen Kurs ausgeführt zu werden.
Ablauf in der App
- Suche den Fonds über WKN oder ISIN, zum Beispiel LYX0B6 oder DBX0AN.
- Gib Betrag oder Stückzahl ein. Achte darauf, dass der Kurswert der Order mindestens 500 € beträgt, wenn du den Zuschlag vermeiden willst.
- Wähle Handelsplatz und Ordertyp. Mit einem Limit legst du fest, welchen Preis du höchstens zahlst.
- Lies die Kosteninformation vor der Order. Dort stehen Spread-Schätzung, Zuschlag und Zuwendungen.
- Prüfe, ob ein Freistellungsauftrag hinterlegt ist, damit der Sparer-Pauschbetrag berücksichtigt wird.
Wie du mit dem Verkaufserlös weiterverfährst, hängt vom Zweck ab. Willst du in ein anderes Wertpapier umschichten, bleibt das Geld im Depot. Willst du es auf dein Girokonto überweisen, musst du die Abwicklung abwarten. Wertpapiergeschäfte werden in der EU derzeit in der Regel zwei Geschäftstage nach dem Handelstag abgewickelt. Die Überweisung aufs Referenzkonto kostet laut PLV 0 €.
Schutz: Sondervermögen statt Einlagensicherung, Kursrisiko
Bei der Frage nach der Sicherheit unterscheiden sich Konto und Fonds grundsätzlich. Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist eine Einlage bei der Baader Bank. Für solche Einlagen gilt die gesetzliche Einlagensicherung nach dem Einlagensicherungsgesetz, das Einlagen bis 100.000 € je Kunde und Bank absichert. Der Anbieter nennt zusätzlich die Mitgliedschaft der Baader Bank im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Wie das im Detail funktioniert, erklärt der Beitrag zur Sicherheit bei finanzen.net ZERO.
Was ein Sondervermögen bedeutet
Ein Geldmarkt-ETF fällt nicht unter die Einlagensicherung, weil dein Geld keine Einlage bei einer Bank ist. Du besitzt Anteile an einem Fonds. Dessen Vermögen ist als Sondervermögen vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Die Zinsseite formuliert es so: In ETFs investierte Beträge sind vor dem Zugriff Dritter und im Fall einer Insolvenz der Investmentgesellschaft geschützt. Einen Maximalbetrag gibt es dabei nicht. Die Anteile liegen in deinem Depot bei der Baader Bank und gehören auch bei deren Insolvenz dir.
Welche Risiken bleiben
Das Sondervermögen schützt vor der Pleite der Fondsgesellschaft, nicht vor Kursverlusten. Die Zinsseite nennt die Risiken selbst: Der Zins ist nicht garantiert, er fällt unmittelbar mit dem €STR. Bei negativen Zinsen sind rückläufige Kurse zu erwarten. In Randzeiten können Kurse schwanken und Spreads größer werden. Und allgemein gilt für Wertpapiere, dass Kursverluste bis zum Totalverlust möglich sind. Dazu kommen Risiken aus der Konstruktion des Fonds, etwa aus dem Swap-Vertrag mit einer Gegenpartei. Die Basisinformationsblätter der beiden Fonds führen eine Risikoklasse und beschreiben diese Punkte.
| Merkmal | Verrechnungskonto ZERO | Tagesgeldkonto (allgemein) | Geldmarkt-ETF |
|---|---|---|---|
| Zinsweitergabe | keine, 0 % | Zins legt die Bank fest | €STR + Aufschlag − Kosten, täglich |
| Schutzmechanismus | gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € | gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € | Sondervermögen, keine Einlagensicherung |
| Kosten | 0 € | in der Regel keine Kontoführung | 0,10 % p. a., Spread, ggf. 1 € unter 500 € |
| Verfügbarkeit | sofort für Orders | laut Kontobedingungen | Verkauf zu Handelszeiten, Abwicklung danach |
| Kursrisiko | keines | keines | ja, bis zum Totalverlust möglich |
| Steuer | entfällt mangels Zins | Abgeltungsteuer auf Zinsen | Abgeltungsteuer, Vorabpauschale |
Die Tabelle wertet nicht. Sie zeigt, dass die drei Wege unterschiedliche Dinge leisten. Ein Konto bei einer Bank trägt das Ausfallrisiko dieser Bank, abgefedert durch die Einlagensicherung. Ein Fonds trägt Marktrisiken, dafür ohne Betragsgrenze beim Insolvenzschutz der Fondsgesellschaft.
Hinweis zu Wertpapieren
Keine Anlage- oder Steuerberatung, keine Empfehlung. Wertpapiere können an Wert verlieren, bis hin zum Totalverlust. Frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Du entscheidest eigenverantwortlich.
Steuern: Abgeltungsteuer und Vorabpauschale
Erträge aus Geldmarkt-ETFs sind Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Einkommensteuergesetz. Die Baader Bank führt die Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag ab, zusammen 26,375 %, bei Kirchenmitgliedern zusätzlich Kirchensteuer. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 €, bleiben Kapitalerträge steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt.
Keine Teilfreistellung
Bei Aktienfonds bleibt ein Teil der Erträge steuerfrei. Diese Teilfreistellung nach § 20 Investmentsteuergesetz gilt nur für Aktien-, Misch- und Immobilienfonds. Ein Geldmarkt-ETF gehört zu keiner dieser Gruppen. Sein Ertrag ist deshalb in voller Höhe steuerpflichtig, genau wie ein Bankzins.
Die Vorabpauschale
Weil thesaurierende Fonds nichts ausschütten, sieht das Gesetz eine jährliche Mindestbesteuerung vor, die Vorabpauschale nach § 18 Investmentsteuergesetz. Sie errechnet sich aus dem Wert des Fonds zu Jahresbeginn, multipliziert mit 70 % des Basiszinses, den das Bundesfinanzministerium jedes Jahr im Januar bekannt gibt. Gedeckelt ist sie auf den tatsächlichen Wertzuwachs des Jahres. Die Steuer darauf wird in der Regel Anfang des Folgejahres vom Verrechnungskonto eingezogen. Liegt dort kein Guthaben, solltest du für Deckung sorgen.
Beim Verkauf wird der gesamte Gewinn besteuert, die bereits versteuerten Vorabpauschalen werden dabei abgezogen. Doppelt zahlst du also nicht. Bei einem Geldmarkt-ETF liegt der jährliche Wertzuwachs nah am Geldmarktzins. Ein großer Teil des Ertrags wird deshalb schon über die Vorabpauschale Jahr für Jahr erfasst, der Rest beim Verkauf.
Ein Rechenbeispiel
Angenommen, dein Sparer-Pauschbetrag ist bereits ausgeschöpft, und du zahlst keine Kirchensteuer. Bringen 10.000 € rechnerisch 242,40 € im Jahr, gehen davon 63,93 € Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag ab. Es bleiben 178,47 €. Ist der Pauschbetrag noch frei, bleiben die 242,40 € steuerfrei, solange deine gesamten Kapitalerträge im Jahr unter 1.000 € liegen. Wie Zinsen auf einem Konto behandelt werden, erklärt der Beitrag Tagesgeld-Zinsen versteuern. Was bei finanzen.net ZERO für Freistellungsauftrag, Verlustverrechnung und Jahressteuerbescheinigung gilt, steht im Beitrag zu den Steuern bei finanzen.net ZERO.
Keine Steuerberatung
Die Beispiele zeigen das Prinzip und ersetzen keine Steuerberatung. Deine persönliche Lage, etwa Kirchensteuer, Günstigerprüfung oder andere Kapitalerträge, kann zu anderen Ergebnissen führen.
Einordnung: Fragen vor der Entscheidung
Ob ein Geldmarkt-ETF, ein Konto bei einer Bank oder das Verrechnungskonto für dein Geld passt, hängt nicht vom höchsten Prozentwert ab, sondern davon, wofür das Geld da ist. Ein paar Fragen helfen bei der Einordnung, ohne eine Antwort vorzugeben.
Wie lange bleibt das Geld liegen?
Bei wenigen Tagen zwischen zwei Käufen lohnt sich kaum ein Umweg, der Ertrag ist zu klein. Bei Monaten sieht die Rechnung anders aus. Je länger die Haltedauer, desto weniger fallen Spread und ein möglicher Mindermengenzuschlag ins Gewicht.
Wie schnell brauchst du es?
Ein Geldmarkt-ETF muss erst verkauft werden, danach folgt die Abwicklung. Sonntags ist kein Handel möglich. Geld, das in jeder Lage sofort verfügbar sein soll, etwa ein Notgroschen, hat andere Anforderungen als eine Reserve, die im Depot auf eine Kaufgelegenheit wartet.
Welches Risiko willst du tragen?
Ein Konto bei einer Bank unterliegt der Einlagensicherung, ein Fonds nicht. Dafür hat der Fonds keine Betragsgrenze beim Insolvenzschutz der Fondsgesellschaft, trägt aber Kursrisiken. Was dir wichtiger ist, kann nur deine eigene Abwägung beantworten.
Wie viel Aufwand ist dir das wert?
Der Geldmarkt-ETF bleibt im selben Depot. Du brauchst kein zweites Konto, keine Überweisung und keinen Wechsel, wenn eine Bank den Zins senkt. Dafür musst du kaufen und verkaufen, Kosten und Spread im Blick haben und Steuern über die Vorabpauschale berücksichtigen. Die Zinsseite des Anbieters nennt als Vorteil, dass Konto-Hopping entfällt und kein befristetes Aktionsangebot im Spiel ist.
Wie reagierst du auf Zinsänderungen?
Ein Geldmarkt-ETF gibt Zinserhöhungen sofort weiter, Zinssenkungen aber auch. Wenn du die Entwicklung verfolgen willst, reicht ein Blick auf den €STR der EZB. Die Grafik oben zeigt, wie stark er sich innerhalb eines Jahres bewegt hat: Von Oktober 2025 bis Mai 2026 blieb er nahezu unverändert, danach stieg er in zwei Stufen.
Gut zu wissen
Die Zinsangabe auf der Anbieterseite trägt ein Datum. Für einen aktuellen Wert nimmst du den neuesten €STR der EZB, addierst 0,085 Prozentpunkte und ziehst 0,10 Prozentpunkte laufende Kosten ab.
Mehr zum Broker selbst, zu Angebot, Handelsplätzen und Kosten findest du im Gesamtüberblick zu finanzen.net ZERO.
Häufig gestellte Fragen
Bekomme ich bei finanzen.net ZERO Zinsen auf mein Guthaben?
Nein. Laut Preis-Leistungsverzeichnis Wertpapiere V13 beträgt der Guthabenzins auf dem Verrechnungskonto 0 %. Ein Tagesgeldkonto bietet der Broker nicht an. Auf seiner Zinsseite stellt er stattdessen zwei Geldmarkt-ETFs vor.
Hat finanzen.net ZERO ein Tagesgeldkonto?
Nein. Unter dem Stichwort Zinsen nennt finanzen.net ZERO Geldmarkt-ETFs als Alternative zum Tagesgeld. Das sind Wertpapiere, keine Bankeinlagen, mit Kursrisiko und ohne Einlagensicherung.
Welche Geldmarkt-ETFs listet finanzen.net ZERO?
Den Amundi EUR Overnight Return UCITS ETF Acc (LYX0B6) und den Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C (DBX0AN). Beide sind thesaurierend und kosten 0,10 % pro Jahr. Die Nennung ist keine Empfehlung.
Was bringt ein Geldmarkt-ETF nach Kosten?
Den €STR plus 0,085 % Indexaufschlag minus 0,10 % laufende Kosten. Mit dem €STR vom 08.10.2026 sind das rechnerisch rund 2,42 % pro Jahr vor Steuern und Spread. Der Wert ist nicht garantiert und ändert sich mit dem €STR.
Fällt beim Kauf eines Geldmarkt-ETFs eine Gebühr an?
Über gettex oder außerbörslich kostet die Order 0 € netto zuzüglich Spread. Unter 500 € Kurswert kommt 1 € Mindermengenzuschlag hinzu, beim Kauf und beim Verkauf. ETF-Sparpläne sind vom Zuschlag ausgenommen.
Sind Geldmarkt-ETFs durch die Einlagensicherung geschützt?
Nein. Sie sind Sondervermögen und damit bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt, ohne Betragsgrenze. Vor Kursverlusten schützt das nicht. Die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € gilt für das Guthaben auf dem Verrechnungskonto.















