Trade Republic Erfahrungen 2026: Konditionen, Stärken und Grenzen im Test

05.08.311 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 19.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Trade Republic ist der bekannteste Neobroker in Deutschland und einer der günstigsten: 1 Euro pro Order, null Euro Depotführung, kostenlose Sparpläne ab 1 Euro Rate. Dafür gibt es keine Telefonhotline, und in volatilen Marktphasen hakte die App schon mehrfach. Dieser Erfahrungsbericht ordnet alle Konditionen des Jahres 2026 ein, rechnet die realen Jahreskosten nach, erklärt Einlagensicherung und Sondervermögen und stellt den Broker Scalable Capital und eToro gegenüber.

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Das Wichtigste im Überblick

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Trade Republic im Kurzprofil

Trade Republic startete 2015 in Berlin und hat den deutschen Brokermarkt anschließend gründlich umgepflügt. Der Kern des Modells: Der Handel läuft über eine Smartphone-App, ergänzt durch eine Weboberfläche. Klassische Filialen, Berater oder Papierformulare gibt es nicht. Genau daraus entsteht die Kostenstruktur, die den Anbieter bekannt gemacht hat. Damit etablierte das Unternehmen ein neues Geschäftsmodell für moderne Broker, die sich primär an digital-affine Anleger richten.

Seit Dezember 2023 hält das Unternehmen eine Vollbanklizenz der BaFin und firmiert als Trade Republic Bank GmbH. Damit steht es unter Aufsicht der BaFin und der Europäischen Zentralbank. Das ist mehr als eine Formalie. Eine Vollbanklizenz erlaubt dem Anbieter, Kundeneinlagen selbst zu halten und Bankprodukte anzubieten, und sie unterwirft ihn schärferen Kapital- und Meldepflichten als eine reine Wertpapierfirma. Dazu gehören auch die strengen Vorgaben aus dem Geldwäschegesetz beim Girokonto, die für alle lizenzierten Institute gelten.

Vom externen Handelsplatz zur eigenen Ausführung

Lange lief praktisch jede Order über die LS Exchange, den außerbörslichen Handelsplatz von Lang & Schwarz. Das war einer der meistdiskutierten Punkte in Foren und Testberichten, weil Anleger keine Wahl hatten. Seit Juli 2026 wickelt Trade Republic Orders über eine eigene, von der BaFin autorisierte Infrastruktur ab.

Daraus sind zwei Modelle entstanden. Im Standardmodell „Best Price“ zahlst du 1 Euro pro Handelsgeschäft. Der Broker führt die Order automatisch zum besten verfügbaren Kurs unter den relevanten Börsen aus und agiert dabei selbst als Gegenpartei. Sein Ertrag steckt in der Geld-Brief-Spanne. Im Modell „Direct Price“ wählst du den Handelsplatz aus rund 30 Börsen selbst und zahlst dafür 2 Euro pro Trade. Für die meisten Privatanleger mit ETF-Fokus ändert das wenig. Wer aber gezielt an einem Referenzmarkt kaufen möchte, hat diese Option jetzt. Wie es bei American Express aussieht, fasst der Beitrag American Express Guthaben im Modehandel zusammen.

Konto und Karte gehören dazu

Zum Depot gehört ein Verrechnungskonto, das sich wie ein Girokonto nutzen lässt, inklusive Visa-Karte. Nicht investiertes Guthaben wird verzinst. Aktuell liegt der Satz bei 2,25 Prozent pro Jahr. Dieser Zins ist variabel und wurde bereits mehrfach angepasst. In der Hochzinsphase zahlten Neobroker zeitweise rund 4,00 Prozent. Wer den Zinssatz als Hauptargument für ein Konto nimmt, sollte einkalkulieren, dass er sich jederzeit ändern kann.

Was Trade Republic 2026 kostet

Die Preisliste ist kurz, und das ist die eigentliche Stärke. Trade Republic verzichtet vollständig auf eigene Orderprovisionen. Was du zahlst, ist eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro pro Handelsgeschäft. Sie ist unabhängig vom Ordervolumen. Eine Order über 200 Euro kostet genauso viel wie eine über 20.000 Euro. Eine Mindestordergröße gibt es nicht. Für Anleger, die kleinere Positionen häufiger handeln, lohnt sich der Blick auf Alternativen wie Smartbroker im direkten Vergleich, um die Kostenstruktur gegenüberzustellen.

Wird deine Order in mehreren Teilen ausgeführt, fällt die Pauschale trotzdem nur einmal pro Handelstag an. Das ist ein Detail, das bei anderen Brokern schon zu unangenehmen Abrechnungen geführt hat.

KostenpositionPreis 2026Anmerkung
Depoteröffnung und Depotführung0,00 Eurokeine Grundgebühr, keine Inaktivitätsgebühr
Order Best Price (Standard)1,00 Europro Handelsgeschäft, volumenunabhängig
Order Direct Price2,00 EuroHandelsplatz frei wählbar aus rund 30 Börsen
Sparplanausführung Aktien, ETFs, Krypto0,00 EuroMindestrate 1 Euro, Maximalrate 10.000 Euro
Ein- und Auszahlungen0,00 Euroüber das Verrechnungskonto
Anmeldung zur Hauptversammlung25,00 Euronur bei tatsächlicher Nutzung
Freiwilliges Steuer-Reporting25,00 EuroStandardabrechnung bleibt kostenlos
Saldenbestätigung25,00 Eurofreiwillige Zusatzleistung
Eintragung von Namensaktien2,00 Euroje Vorgang

Warum Sparpläne komplett gratis bleiben

Der Sparplan ist der Bereich, in dem das Preismodell am deutlichsten wird. Jede Ausführung kostet null Euro, unabhängig davon, wie oft du sparst und wie hoch die Rate ist. Ein Sparplan über 50 Euro monatlich verursacht also exakt dieselben Gebühren wie einer über 2.000 Euro, nämlich keine. Bei prozentualen Sparplangebühren, wie sie manche Banken mit 1,5 Prozent je Ausführung berechnen, wären es bei 2.000 Euro Rate dagegen 30 Euro pro Monat.

Auch der Sparplankauf von Aktien und ETFs bis zu einem Volumen von 5.000 Euro bleibt gebührenfrei. Für die meisten Anleger ist das eine theoretische Grenze, für Anleger mit größeren Einmalbeträgen aber ein echter Hebel: Wer eine Erbschaft oder Abfindung gestaffelt investieren will, kann das über Sparplanausführungen tun und spart sich die Ordergebühren komplett.

Die Kosten, die nicht auf der Rechnung stehen

Eine ehrliche Kostenbetrachtung endet nicht bei der Pauschale. Beim Handel entsteht immer eine Geld-Brief-Spanne, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Bei großen, liquiden ETFs lag dieser Spread typischerweise zwischen 0,05 und 0,15 Prozent. Bei einer Order über 5.000 Euro sind das rechnerisch 2,50 bis 7,50 Euro, also deutlich mehr als die sichtbare Gebühr von 1 Euro.

Dieser Punkt gilt für praktisch jeden Broker mit außerbörslicher Ausführung und ist kein Sonderfall. Wichtig ist die Konsequenz für dich: Handle möglichst zu Zeiten, in denen die Heimatbörse des Wertpapiers geöffnet ist. Dann sind die Spreads am engsten. Bei europäischen ETFs heißt das grob 9 bis 17:30 Uhr.

Tip: Führe größere Käufe nicht abends oder am Wochenende aus. Außerhalb der regulären Börsenzeiten weiten sich die Spreads spürbar, und diese versteckten Kosten übersteigen die 1-Euro-Pauschale schnell um ein Vielfaches.

Jahreskosten im Realitäts-Check

Die spannende Frage lautet nicht, was eine einzelne Order kostet, sondern was ein Anlagejahr kostet. Weil die Depotführung null Euro kostet und Sparpläne gratis ausgeführt werden, hängt die Rechnung ausschließlich an der Zahl deiner Einzelorders. Ähnlich rechnet auch flatex, weshalb sich ein Blick auf unsere Konditionen-Übersicht zu flatex lohnt, bevor du deine Orderfrequenz planst.

Jahreskosten bei Trade Republic nach Anzahl der Einzelorders

0 10 20 30 40 50 Euro pro Jahr 0 € 0 Orders 6 € 6 Orders 12 € 12 Orders 24 € 24 Orders 50 € 50 Orders Anzahl Einzelorders pro Jahr (Best-Price-Modell, 1 Euro je Order)
Berechnung auf Basis der Fremdkostenpauschale von 1 Euro je Handelsgeschäft. Sparplanausführungen sind gebührenfrei und daher nicht enthalten.

Die Rechnung ist bewusst simpel, weil das Preismodell simpel ist. Ein Anleger, der einen ETF-Sparplan über 300 Euro monatlich laufen lässt und sonst nichts tut, zahlt im Jahr null Euro an Gebühren. Bei zwölf zusätzlichen Einzelkäufen sind es 12 Euro. Selbst bei 50 Orders im Jahr bleibt es bei 50 Euro. Zum Vergleich: Eine klassische Filialbank verlangt für eine einzelne Order oft mehr als diesen Jahresbetrag.

Interessant wird der Vergleich mit Flatrate-Modellen. Ein Broker, der 4,99 Euro Monatsgebühr verlangt und dafür Trades ab 250 Euro kostenfrei stellt, kommt auf 59,88 Euro im Jahr. Rechnerisch entspricht das knapp fünf Trade-Republic-Orders pro Monat. Wer also im Schnitt weniger als fünfmal monatlich handelt, fährt mit dem Einzelpreis günstiger. Wer regelmäßig darüber liegt, spart mit der Flatrate.

Eine ausführliche Gegenüberstellung der Ausführungspreise verschiedener Anbieter findest du im Kostenvergleich der Sparplan-Anbieter.

Produktangebot: Was du handeln kannst

Die Auswahl hat sich in den vergangenen Jahren stark verbreitert. Zu Beginn war Trade Republic ein reiner Aktien- und ETF-Broker, heute deckt die App mehrere Anlageklassen ab. Anlagen in nicht-börsennotierte Unternehmen gehören jedoch nicht dazu, da diese über spezialisierte Anbieter laufen, was Seedrs Erfahrungen im Crowdinvesting verdeutlichen.

Handelbar sind derzeit rund 12.400 Aktien und ETFs. Für den langfristigen Vermögensaufbau relevanter ist die Sparplanauswahl: über 2.600 ETF-Sparpläne und über 2.700 Aktien-Sparpläne, zusammen also mehr als 5.300 sparplanfähige Wertpapiere. Alle werden ohne Ausführungsgebühr bespart. Die Mindestrate liegt bei 1 Euro, die Obergrenze bei 10.000 Euro pro Ausführung. Einen ähnlichen Ansatz bei den Sparplankosten findest du bei finanzen.net zero in unserem Test, wo ebenfalls viele Wertpapiere ohne Ausführungsgebühr bespart werden können.

Anleihen, Derivate und Krypto

Über 600 Staats- und Unternehmensanleihen stehen zur Verfügung, und zwar mit einer Besonderheit: Sie sind ab 1 Euro Stückelung handelbar. Im klassischen Anleihenmarkt liegen Mindeststückelungen häufig bei 1.000 oder 100.000 Euro, was Privatanleger faktisch ausschließt. Hier wird eine Anlageklasse zugänglich, die vorher institutionell dominiert war.

Dazu kommen rund 300.000 Derivate, also Optionsscheine, Knock-outs und Faktor-Zertifikate. Diese Produkte sind Hebelinstrumente mit hohem Verlustrisiko und richten sich an erfahrene Anleger. Ergänzt wird das Angebot durch über 50 Kryptowährungen, die sich ebenfalls als Sparplan besparen lassen.

Good to know: Die Zahl der handelbaren Titel sagt wenig über die Qualität eines Depots aus. Für einen breit gestreuten Vermögensaufbau reichen in der Praxis ein bis drei ETFs. Entscheidend ist eher, ob genau die Titel verfügbar sind, die deine Strategie braucht.

Sicherheit und Regulierung

Die häufigste Frage in Foren lautet, ob das Geld bei einem so günstigen Anbieter überhaupt sicher liegt. Die Antwort erfordert eine Unterscheidung zwischen Bargeld und Wertpapieren, denn beide sind unterschiedlich geschützt.

Guthaben auf dem Verrechnungskonto fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung. Geschützt sind bis zu 100.000 Euro pro Kunde. Die Kundengelder liegen auf Treuhandsammelkonten bei Partnerbanken. Zu diesen Partnern zählen Citibank Europe plc, Crédit Agricole CIB, die Deutsche Bank AG, HSBC Continental Europe S.A., J.P. Morgan SE, Natixis CIB und SEB AB. Der Schutz greift jeweils über die Sicherung der kontoführenden Partnerbank. Klassische Bankengruppen wie die Genossenschaftsbanken stärken ihr Sicherungssystem hingegen über institutsbezogene Schutzeinrichtungen.

Wertpapiere sind kein Teil der Insolvenzmasse

Für die Aktien und ETFs in deinem Depot gilt eine andere und für dich bessere Regel. Sie unterliegen nicht der Einlagensicherung, weil sie sie gar nicht brauchen. Wertpapiere bleiben dein Eigentum und werden treuhänderisch verwahrt, in in- und ausländischen Wertpapiersammelbanken. Im Insolvenzfall fallen sie nicht in die Masse, sondern werden herausgegeben oder auf ein anderes Depot übertragen. Bei Kryptowerten ist die Verwahrung rechtlich anders geregelt, was ein Blockchain.com Test 2026 mit Wallet & Exchange Erfahrungen verdeutlicht.

Das ist der wichtigste Punkt für alle, die sich vor einer Broker-Pleite fürchten. Ein 100.000-Euro-Depot ist nicht zu 100.000 Euro versichert, es ist schlicht deins. Nur nicht investiertes Bargeld hängt an der Einlagensicherung. Wer größere Summen zwischenparkt, sollte deshalb überlegen, Beträge oberhalb der Sicherungsgrenze zu verteilen oder zügiger anzulegen.

Kritikpunkte und Grenzen

Das schlanke Modell hat einen Preis, und er wird nicht in Euro bezahlt. Der Kundenservice ist der mit Abstand häufigste Kritikpunkt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband zählte bis Ende Oktober 2025 rund 350 Beschwerdefälle zu dem Anbieter. Das waren 75 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Grund liegt in der Struktur. Bei Fragen landest du zunächst bei einem KI-Chatbot in der App. Einfache Anliegen löst der automatisiert, komplexere Fälle übernehmen Mitarbeiter, allerdings ohne dass du direkt Kontakt aufnehmen könntest. Eine Telefonhotline gibt es nicht. Solange nichts schiefgeht, fällt das nicht auf. Wenn eine Order hängt, eine Steuerbuchung falsch aussieht oder ein Depotübertrag stockt, wird es zäh. Für das Frühjahr 2026 hat das Unternehmen neue Support-Optionen angekündigt.

Diese Zahl braucht allerdings Kontext. Der Anbieter zählt in Deutschland mehrere Millionen Kundinnen und Kunden. 350 Beschwerdefälle bei einem Verbraucherverband sind gemessen daran ein kleiner Anteil, und die Zahl erfasst nur Fälle, die überhaupt bis zu einer Verbraucherzentrale eskaliert sind. Aussagekräftig ist weniger der absolute Wert als die Richtung: ein Plus von 75 Prozent in einem Jahr, während das Unternehmen gleichzeitig neue Produkte ausrollt.

Störungen in genau den falschen Momenten

Der zweite Kritikpunkt betrifft die technische Stabilität. Im April 2026 kam es während turbulenter Börsenphasen zu Störungen in der App. Die Finanzaufsicht befasste sich mit den Ausfällen. Das Muster ist bekannt und gilt für die gesamte Neobroker-Branche: Ausgerechnet wenn viele Nutzer gleichzeitig handeln wollen, steigt die Last am stärksten.

Praktisch bedeutet das: Wenn deine Strategie darauf beruht, in einem Crash schnell reagieren zu können, ist eine App-only-Lösung ein Klumpenrisiko. Für Sparplan-Anleger, die ohnehin nichts tun sollten, wenn die Kurse fallen, ist es dagegen kaum relevant.

Weitere Einschränkungen

Drittens bleibt die Ausführung im Standardmodell außerbörslich. Du bekommst einen Preis vom Broker, nicht das Orderbuch einer Referenzbörse. Wer das nicht will, zahlt im Direct-Price-Modell 2 Euro und wählt selbst. Viertens ist der Funktionsumfang bewusst reduziert. Tiefe Analysewerkzeuge, umfangreiche Ordertypen oder Research-Berichte findest du hier nicht. Fünftens läuft die Steuerabrechnung zwar automatisch, weil Trade Republic als deutsche Bank Kapitalertragsteuer abführt. Bei Sonderfällen wie ausländischen Dividenden oder Verlustverrechnung solltest du die Abrechnungen dennoch prüfen.

Trade Republic im Vergleich zu Scalable Capital und eToro

Ein Broker lässt sich nur im Wettbewerbsumfeld bewerten. Die drei bekanntesten Anbieter im deutschsprachigen Raum verfolgen unterschiedliche Preismodelle, was den direkten Vergleich interessant macht.

MerkmalTrade RepublicScalable Capital (Free)eToro
Depotführung0,00 Euro0,00 Euro (Prime+: 4,99 Euro/Monat)0,00 Euro
Order Aktien und ETFs1,00 Euro pauschal0,99 Euro (Xetra 3,99 Euro plus 0,01 Prozent)Aktienhandel gebührenpflichtig
ETF-Sparpläneüber 2.600, alle 0,00 Euroüber 2.700, alle 0,00 Euroüber 700, 0,00 Euro
Mindestsparrate1 Euro1 Euro25 Euro
Maximale Sparrate10.000 Euro5.000 Eurokeine Angabe
Zinsen auf Guthaben2,25 Prozent p. a.variabel 2,50 Prozent3,55 Prozent für in Deutschland registrierte Konten
Einlagensicherung100.000 Euro100.000 Euro plus freiwillig mind. 750.000 Eurobis 100.000 Euro möglich
Währungsumrechnungentfällt im Euro-Handelentfällt im Euro-Handel0,75 Prozent

Bei den Ordergebühren trennt die Anbieter fast nichts. 1,00 Euro gegen 0,99 Euro ist kein Argument. Relevanter sind die Randbedingungen. Scalable bietet mit dem Prime+-Modell für 4,99 Euro monatlich eine Flatrate für Trades ab 250 Euro, was ab etwa fünf Orders im Monat rechnerisch aufgeht. Trade Republic hat dagegen den höheren Sparraten-Deckel von 10.000 Euro und punktet bei Anlegern, die größere Einmalbeträge über Sparpläne einsteuern. Wie sich das Prime+-Modell in der Praxis schlägt, erfährst du in unserem Test zu Scalable Capital.

Beim Zins liegt eToro mit 3,55 Prozent für in Deutschland registrierte Konten vorn, verlangt aber eine Mindestsparrate von 25 Euro und 0,75 Prozent für Währungsumrechnungen. Wer dort in Dollar notierte Titel kauft, zahlt diesen Aufschlag mit. Eine breitere Übersicht über das Anbieterfeld liefert der große Neobroker-Vergleich. Eine detaillierte Zwei-Wege-Analyse findest du im direkten Duell der beiden Marktführer.

Über das Trio hinaus zeigt der Markt eine große Spreizung bei den Zinsen. Manche Anbieter zahlen null Prozent auf das Verrechnungskonto, andere liegen bei 3,50 Prozent. Bei 10.000 Euro Cash-Bestand sind das 350 Euro Unterschied im Jahr, also ein Vielfaches dessen, was die Ordergebühren je ausmachen werden. Dabei konkurrieren die Broker-Zinsen direkt mit Angeboten reiner Tagesgeldkonten, wie etwa dem Barclays Tagesgeld 2026, dessen Zinsen im Test eine eigene Kategorie bilden.

Für wen sich Trade Republic eignet

Die Konditionen sprechen eine deutliche Sprache, wenn man sie auf Anlegertypen überträgt. Zu Trade Republic passt am besten, wer langfristig und regelmäßig investiert. Ein oder zwei ETF-Sparpläne, ein paar Einzelkäufe im Jahr, ansonsten Ruhe: Für dieses Profil ist ein Kostenniveau von null bis 20 Euro jährlich schwer zu unterbieten. Auch für den Einstieg mit kleinen Beträgen taugt das Modell, weil die Mindestrate bei 1 Euro liegt und keine Fixkosten anfallen. Wer die ETF-Auswahl vollständig automatisieren möchte, findet eine Alternative in digitalen Vermögensverwaltungen, wie der Robo Advisor Vergleich 2026 zeigt.

Weniger gut passt der Anbieter zu drei Gruppen. Vieltrader mit mehr als fünf Orders im Monat rechnen bei Flatrate-Modellen günstiger. Anleger, die Wert auf Börsenhandel an einem Referenzmarkt legen, zahlen entweder den Aufpreis für Direct Price oder sind woanders besser aufgehoben. Und wer bei Problemen jemanden am Telefon braucht, wird mit einem Chatbot-Support nicht glücklich. Auch Anleger mit einem Fokus auf den CFD-Handel finden bei spezialisierten Anbietern andere Konditionen, wie die Capital.com Erfahrungen für 2026 zeigen.

Was du vor der Eröffnung prüfen solltest

Prüfe erstens, ob deine Wunsch-ETFs sparplanfähig sind. Zweitens, wie hoch dein durchschnittlicher Cash-Bestand ist, denn beim Zins liegen zwischen den Anbietern mehrere Prozentpunkte. Drittens, ob du einen Depotübertrag planst, und wie der Anbieter damit umgeht. Und viertens, ob dein Anlagestil überhaupt viele Einzelorders erfordert. Ein direkter Broker-Vergleich wie JustTRADE vs. Smartbroker+ für 2026 hilft dabei, diese Punkte systematisch zu bewerten.

Wichtiger Risikohinweis: Dieser Artikel ist ein sachlicher Erfahrungsbericht und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Geldanlagen in Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen und können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Vergangene Wertentwicklungen erlauben keine Rückschlüsse auf künftige Ergebnisse. Alle genannten Konditionen entsprechen dem Stand August 2026 und können sich jederzeit ändern. Prüfe vor einer Anlageentscheidung stets die aktuellen Angaben des Anbieters und beziehe deine persönliche Situation ein.

Häufig gestellte Fragen

Ist Trade Republic sicher?

Der Anbieter hält seit Dezember 2023 eine BaFin-Vollbanklizenz und steht unter Aufsicht von BaFin und Europäischer Zentralbank. Guthaben ist bis 100.000 Euro pro Kunde gesetzlich geschützt, Wertpapiere bleiben dein Eigentum.

Was kostet Trade Republic im Jahr wirklich?

Wer ausschließlich Sparpläne bespart, zahlt null Euro. Jede Einzelorder kostet 1 Euro im Standardmodell. Bei zwölf Orders im Jahr sind es 12 Euro, bei 50 Orders 50 Euro. Die Depotführung bleibt immer kostenlos.

Was passiert mit meinen Wertpapieren bei einer Insolvenz?

Wertpapiere gehören dir und werden nur treuhänderisch verwahrt. Sie fallen nicht in die Insolvenzmasse und unterliegen deshalb auch nicht der Einlagensicherung. Nur nicht investiertes Bargeld ist über die Sicherung geschützt.

Wie erreiche ich den Kundenservice ohne Telefonnummer?

Der Support läuft über einen KI-Chatbot in der App. Komplexere Anliegen übernehmen Mitarbeiter, allerdings ohne direkten Rückkanal. Genau das ist der häufigste Kritikpunkt. Neue Support-Optionen wurden für das Frühjahr 2026 angekündigt.

Was unterscheidet Best Price von Direct Price?

Best Price kostet 1 Euro. Der Broker sucht automatisch den besten verfügbaren Kurs. Direct Price kostet 2 Euro und lässt dich den Handelsplatz aus rund 30 Börsen selbst auswählen. Beide Modelle stehen seit Juli 2026 zur Verfügung.

Für wen lohnt sich Trade Republic nicht?

Für Vieltrader mit mehr als fünf Orders im Monat, für Anleger mit Fokus auf Börsenhandel an Referenzmärkten und für alle, die bei Problemen eine telefonische Ansprechperson erwarten. Für diese Profile passen andere Modelle besser. Für einen solchen Anbieterwechsel ist ein Depotwechsel ohne Verkauf der Wertpapiere die steuerlich neutrale Lösung.