Der Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst warnt vor einer Abschwächung einheitlicher Kontrollstandards in der Lebensmittelüberwachung. Verbandspräsidentin Birgit Bienzle befürchtet, dass geplante Änderungen bei der Risikobeurteilung von Betrieben zu unterschiedlichen Kontrollhäufigkeiten in den Bundesländern führen könnten.
Einheitliche Risikobewertung als Grundlage
Die Lebensmittelüberwachung in Deutschland arbeitet derzeit nach bundesweit einheitlichen Kriterien für die Risikobewertung von Betrieben. Dieses System stellt sicher, dass Restaurants und Gaststätten in allen Bundesländern nach denselben Maßstäben kontrolliert werden. Bienzle betont, dass ein Imbissbetrieb in Brandenburg nicht einer grundlegend anderen Kontrollhäufigkeit unterliegen sollte als ein vergleichbarer Betrieb in Baden-Württemberg.
Gefahr für Kontrollqualität durch Sparmaßnahmen
Sollten Vorgaben zur Risikobeurteilung und Probenplanung entfallen, drohen laut Bienzle Einbußen bei Qualität und Quantität der Kontrollen. Die Verbandspräsidentin warnt davor, dass finanzielle Engpässe in vielen Kreisen nicht zu Lasten des gesundheitlichen Verbraucherschutzes gehen dürfen. Das Thema wird unter dem Motto „Schlanker Staat – eine Herausforderung für die Lebensmittelsicherheit“ bei der Verbandstagung in Potsdam diskutiert.
Aufgabenspektrum der Lebensmittelchemiker
Die Mitarbeiter der Lebensmittelchemie untersuchen in Laboren Produktproben aus verschiedenen Bereichen:
- Lebensmittel aus Restaurants und Gaststätten
- Verbrauchernahe Produkte wie Kosmetika und Geschirr
- Kleidung und Spielzeug
- Tabakerzeugnisse
Die Verbraucherschutzministerkonferenz wird derzeit von Brandenburg geleitet, was den Austausch über bundesweite Standards in der Lebensmittelüberwachung in den Fokus rückt.
