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Deutsche Firmen vermehrt in ausländischer Hand

6. November 2026, 10:02 Uhr28 AufrufeZuletzt geprüft: 06.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

Deutsche Unternehmen sind bei ausländischen Investoren wieder stark gefragt: Eine KPMG-Analyse zeigt, dass das Volumen grenzüberschreitender Übernahmen deutscher Firmen von 2025 bis 2026 um 134 Prozent auf fast 129 Milliarden Dollar gestiegen ist. Besonders US-Investoren haben ein Auge auf deutsche Technologie und Exzellenz geworfen.

Das Volumen grenzüberschreitender Übernahmen deutscher Unternehmen ist zwischen dem dritten Quartal 2025 und dem zweiten Quartal 2026 um 134 Prozent auf 129 Milliarden Dollar gestiegen. Die Anzahl der Transaktionen erhöhte sich von 897 auf 926, darunter 18 Deals mit einem Volumen von jeweils über einer Milliarde Dollar. Dies zeigt eine Analyse der Beratungsgesellschaft KPMG auf Basis von Daten des Finanzdaten-Konzerns LSEG.

Treiber des ausländischen Investoreninteresses

Deutsche Unternehmen kombinieren technologische Kompetenz, industrielle Exzellenz und hochwertige Daten. KPMG-Experte Michael Buhl verweist auf vergleichsweise attraktive Bewertungen sowie geplante Milliarden-Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung als zusätzliche Anreize. Das Interesse amerikanischer Käufer erreicht ein Niveau, das zuletzt 2007 während der Privatisierung der Kabelnetze beobachtet wurde.

Beispiele abgeschlossener Übernahmen

  • EBM-Papst (Baden-Württemberg): Übernahme durch US-Konzern Madison Air für 4,8 Milliarden Euro
  • BASF Coatings (Ludwigshafen): Mehrheitsübergang des Lackgeschäfts an US-Investor Carlyle
  • Everllence (Augsburg): Mehrheitsübernahme durch Bain Capital im Schiffs- und Kraftwerksmotorenbau
  • Viessmann-Gruppe (Nordhessen): Verkauf des Wärmepumpen-Geschäfts an US-Konzern Carrier

Deutsche Auslandsinvestitionen steigen parallel

Die Anzahl der Auslandsübernahmen durch deutsche Firmen stieg im gleichen Zeitraum von 593 auf 622. Das Volumen wuchs um 15 Prozent auf 42,9 Milliarden Dollar. KPMG bewertet das ausländische Interesse nicht als Ausverkauf, sondern als Chance zur Beschleunigung des Strukturwandels in Deutschland.

Prognose für M&A-Aktivitäten bis 2028

KPMG erwartet bis 2028 einen Anstieg der Inlandsdeals um 22 Prozent. Übernahmen deutscher Firmen durch ausländische Käufer sollen um weitere 13 Prozent wachsen. Haupttreiber bleibt der Umbruch durch Fortschritte im Bereich Künstlicher Intelligenz, der zahlreiche Geschäftsmodelle revolutioniert.

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