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Studie: 81% der Menschen besorgt um finanzielle Sicherheit

1. September 2026, 12:29 Uhr119 AufrufeZuletzt geprüft: 07.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die aktuelle Diskussion um Sozialreformen in Deutschland sorgt für Unsicherheit und könnte den wirtschaftlichen Aufschwung gefährden. Eine Studie zeigt, dass viele Menschen besorgt sind und ihre Ausgaben einschränken. Experten warnen vor politischen Risiken und fordern die Regierung zum Handeln auf.

Eine aktuelle Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt erhebliche Verunsicherung in der deutschen Bevölkerung: 81 Prozent der Befragten sorgen sich um ihre finanzielle Zukunftssicherung. Die Untersuchung basiert auf einer Online-Befragung von rund 4.000 Personen im Alter von 18 bis 75 Jahren, die im Juni und Juli durchgeführt wurde.

Konsumverhalten: 42 Prozent reduzieren Ausgaben

Die Sorgen um die finanzielle Sicherheit haben konkrete Auswirkungen auf das Konsumverhalten: 42 Prozent der Befragten geben an, ihre Ausgaben aufgrund dieser Ängste zu reduzieren. Bei Personen mit besonders ausgeprägten Sorgen steigt dieser Anteil auf 71 Prozent. Im Zentrum der Verunsicherung stehen mögliche Sozialreformen, darunter eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, Leistungskürzungen in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Streichung der Entgeltfortzahlung am ersten Krankheitstag.

Ablehnung geplanter Reformmaßnahmen

Drei Viertel der Umfrageteilnehmer sprechen sich entschieden oder eher gegen die diskutierten Reformmaßnahmen aus. Die Studienautoren Jan Behringer, Sebastian Dullien und Lukas Endres warnen vor den wirtschaftlichen Folgen: Solche Reformdiskussionen könnten wichtige konjunkturelle Impulse entziehen und das Wirtschaftswachstum gefährden.

Risiko für konjunkturelle Erholung

Experten sehen die Gefahr einer langfristigen Veränderung im Ausgabeverhalten privater Haushalte. Eine anhaltende Unsicherheit könnte dazu führen, dass Verbraucher vorsichtiger planen und weniger konsumieren, was die erhoffte konjunkturelle Erholung bremsen würde. Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz betont die Bedeutung sozialer Sicherheit als verbindendes Element der Gesellschaft und fordert Kanzleramt und Finanzministerium auf, Verantwortung zu übernehmen und Kürzungen im Gesundheits- oder Pflegesektor zu vermeiden.