Goldpreis-Entwicklung: Preis pro Gramm, Historie, Faktoren

14.06.548 Aufrufe0 Mal als hilfreich markiertZuletzt geprüft: 20.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Hier findest du den aktuellen Goldpreis je Feinunze, Gramm und Kilo in Euro und Dollar, die Jahresrenditen seit 2000, Gold gegen Inflation und Aktien, die größten Goldreserven inklusive Bundesbank sowie Barren, Xetra-Gold, ETC und CFD im Steuer- und Kostenvergleich.

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Was ist der Goldpreis?

Der Goldpreis, oft auch Goldkurs genannt, ist der Marktpreis für eine Feinunze reines Gold, also 31,1034768 Gramm, und wird weltweit in US-Dollar notiert. Der wichtigste Referenzwert ist der LBMA-Goldpreis, der zweimal pro Handelstag in London per Auktion festgestellt wird. Am 2. Oktober 2026 lag er am Nachmittag bei 4.190,05 US-Dollar oder 3.714,06 Euro je Feinunze. Das entspricht 119,41 Euro pro Gramm.

Gold ist damit so teuer wie selten zuvor, aber nicht auf dem Rekordniveau: Den bisher höchsten LBMA-Preis erreichte Gold am 29. Januar 2026 mit 5.405,00 US-Dollar. In Euro lag der Rekord am 2. März 2026 bei 4.537,54 Euro. Seit Jahresbeginn 2026 hat Gold in Dollar 4,1 % verloren, in Euro steht es fast unverändert (Stand 02.10.2026). 2025 war dagegen mit +67,4 % in Dollar das stärkste Goldjahr seit 1979.

Im Finanzjargon heißt Gold XAU: Das ist der Währungscode nach ISO 4217, der Goldpreis in Dollar erscheint deshalb als XAU/USD, in Euro als XAU/EUR. Anders als eine Aktie zahlt Gold weder Zinsen noch Dividenden. Seine Rendite entsteht allein aus der Preisänderung, und diese hängt an Zinsen, Dollarkurs, der Nachfrage von Notenbanken und Anlegern und an Krisen. Was den Preis treibt, erklären wir im Abschnitt Wovon der Goldpreis abhängt.

Kursverlauf

Gold im Chart

Kursverlauf verzögert · Chart: TradingView · Kursdaten ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

Auf einen Blick

Goldpreis: die wichtigsten Kennzahlen

Live-Kurs verzögert, Daten: TradingView

Preis je Feinunze

4.087,19 US-Dollar · 3.656,14 Euro

Stand 05.11.2026, 08:04 Uhr, berechnet aus dem Kurs des goldgedeckten Tokens PAX Gold (1 Token = 1 Feinunze)

Preis je Gramm

131,41 US-Dollar · 117,55 Euro

1 Feinunze = 31,1034768 Gramm

Preis je Kilogramm

131.406 US-Dollar · 117.547 Euro

reiner Materialwert, ohne Aufschlag

Allzeithoch in US-Dollar

5.405,00 US-Dollar je Feinunze

am 29.01.2026 (LBMA-Preis nachmittags)

Allzeithoch in Euro

4.537,54 Euro je Feinunze

am 02.03.2026 (LBMA-Preis nachmittags)

Weltweite Minenproduktion 2025

3.672 Tonnen

Rekordwert laut World Gold Council (erste Schätzung)

Nettokäufe der Notenbanken 2025

863 Tonnen

2022 bis 2024 jeweils über 1.000 Tonnen

Goldreserven der Bundesbank

3.350 Tonnen

31.12.2025, Bilanzwert 395,2 Mrd. Euro

Goldpreise je Unze, Gramm und Kilo: berechnet aus PAX Gold, Umrechnung in US-Dollar mit dem EZB-Referenzkurs · Powered by CoinMarketCap

Stand 02.10.2026 · Quelle: LBMA-Goldpreis nachmittags (World Gold Council); World Gold Council (Gold Demand Trends Gesamtjahr 2025); Deutsche Bundesbank (Geschäftsbericht 2025)

📌 Good to know

Der Chart ist der laufende Spotpreis XAU/USD des Anbieters OANDA in US-Dollar, der rund um die Uhr gehandelt wird. Er weicht leicht vom LBMA-Goldpreis ab, der nur zweimal am Tag festgestellt wird. Alle Jahreswerte in diesem Artikel beruhen auf dem LBMA-Preis am Nachmittag.

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Was kostet Gold? Der Goldpreis pro Gramm, Feinunze und Kilo am 2. Oktober 2026

Ein Gramm reines Gold kostete am 2. Oktober 2026 119,41 Euro, ein Kilogramm 119.410 Euro. Die Rechnung ist einfach: Der LBMA-Preis je Feinunze geteilt durch 31,1034768 ergibt den Preis pro Gramm, mal 1.000 den Preis pro Kilo. Die Feinunze, auch Troy-Unze genannt, ist schwerer als die im Alltag bekannte Unze mit 28,35 Gramm.

Menge (Feingold)Preis in EuroPreis in US-Dollar
1 Gramm119,41 €134,71 $
1 Feinunze (31,1 g)3.714,06 €4.190,05 $
100 Gramm11.941 €13.471 $
1 Kilogramm119.410 €134.713 $

Die Werte sind reine Materialwerte für Feingold auf Basis des LBMA-Preises vom 2. Oktober 2026 am Nachmittag. Beim Kauf eines Barrens zahlst du einen Aufschlag für Prägung, Handel und Versand, beim Verkauf bekommst du einen Abschlag. Was diese Spanne kostet, rechnen wir im Abschnitt Barren, Xetra-Gold, ETC und CFD durch.

Feingehalt: Was 333er, 585er und 750er Gold wert sind

Der Feingehalt gibt an, wie viele Tausendstel eines Gegenstands aus reinem Gold bestehen. 585er Gold enthält also 585 Teile Gold auf 1.000 Teile Gewicht, der Rest sind Legierungsmetalle wie Silber, Kupfer oder Palladium, die das Material härter machen. Die Angabe in Karat teilt das Gewicht in 24 Teile: 24 Karat ist nahezu reines Gold, 18 Karat entsprechen 750 Tausendsteln. Der Materialwert pro Gramm ergibt sich, indem du den Feingoldpreis mit dem Feingehalt multiplizierst:

FeingehaltKaratMaterialwert pro Gramm in Euroin US-Dollartypisch für
333er Gold8 Karat39,76 €44,86 $günstiger Schmuck
585er Gold14 Karat69,85 €78,81 $verbreitetster Schmuck in Deutschland
750er Gold18 Karat89,56 €101,03 $hochwertiger Schmuck
916er Gold22 Karat109,38 €123,40 $Anlagemünzen wie der Krügerrand
999er Gold24 Karat119,29 €134,58 $Anlagebarren und viele Anlagemünzen

Ein Beispiel: Ein 585er Goldring mit 4 Gramm Gewicht enthält 4 × 0,585 = 2,34 Gramm Feingold. Bei 119,41 Euro je Gramm Feingold ergibt das einen Materialwert von rund 279 Euro. Ankäufer zahlen meist weniger, weil sie das Altgold einschmelzen und scheiden lassen müssen. Für die steuerfreie Umsatzsteuer-Behandlung als Anlagegold gelten eigene Grenzen: Barren brauchen mindestens 995 Tausendstel, Münzen mindestens 900 Tausendstel Feingehalt (§ 25c Umsatzsteuergesetz).

💡 Tip

Fragst du bei einem Ankäufer nach dem Preis für Altgold, rechne den Materialwert vorher selbst aus: Gewicht in Gramm × Feingehalt ÷ 1.000 × Feingoldpreis pro Gramm. So siehst du sofort, wie viel Prozent des Materialwerts dir angeboten werden, und kannst Angebote vergleichen.

Goldpreisentwicklung seit 2000: Rendite Jahr für Jahr in Euro und Dollar

Die Goldpreisentwicklung der letzten zehn Jahre in Zahlen: Der Goldpreis hat sich in den zehn Jahren von Anfang 2016 bis Ende 2025 im Schnitt um 14,4 % pro Jahr in Euro und um 15,2 % pro Jahr in US-Dollar erhöht. Aus 10.000 Euro, Anfang 2016 in Gold angelegt, wären bis Ende 2025 rund 38.250 Euro geworden, vor Kosten und Steuern. Seit 2000 waren es 10,4 % pro Jahr in Euro: Der Preis einer Feinunze stieg von 280,20 Euro Ende 1999 auf 3.712,63 Euro Ende 2025, also auf mehr als das 13-Fache.

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Die Entwicklung des Goldkurses verlief in Schüben. Von 2001 bis 2012 stieg Gold zwölf Jahre in Folge in Dollar. Dann fiel der Preis 2013 um 27,3 % in Dollar und um 30,3 % in Euro, das schwächste Jahr seit 2000. Bis 2018 kam Gold kaum vom Fleck. Seit 2019 legte Gold in Euro sieben Jahre in Folge zu, darunter 2024 mit +34,0 % in Euro und 2025 mit +48,0 % in Euro. In Dollar brachte 2025 sogar +67,4 %, so viel wie seit 1979 nicht mehr. Allein 2025 erreichte der LBMA-Preis an 53 Handelstagen ein neues Rekordhoch.

Wertentwicklung

Goldpreis: Rendite Jahr für Jahr

Letzte 5 Jahre zusammen (2021–2025): +131,4 % · Veränderung des LBMA-Goldpreises vom letzten Nachmittagspreis des Vorjahres zum letzten des Jahres; Euro-Spalte aus dem LBMA-Preis in Euro

JahrVeränderung in US-Dollarin Euro gerechnet
2016+8,1 %+12,9 %
2017+12,7 %−1,4 %
2018−0,9 %+3,4 %
2019+18,4 %+21,1 %
2020+24,6 %+13,6 %
2021−4,3 %+3,8 %
2022+0,4 %+7,0 %
2023+14,6 %+9,8 %
2024+25,5 %+34,0 %
2025+67,4 %+48,0 %

Stand 31.12.2025 · Quelle: LBMA-Goldpreis nachmittags in US-Dollar und Euro (World Gold Council); Berechnung Finalarm

Die Tabelle zeigt die Veränderung des LBMA-Goldpreises vom letzten Preis des Vorjahres zum letzten Preis des Jahres. Gold zahlt keine Erträge, deshalb ist die Preisänderung hier die ganze Rendite. Seit 2000 gab es in Euro fünf Verlustjahre (2003, 2004, 2013, 2015 und 2017), in Dollar ebenfalls fünf (2000, 2013, 2015, 2018 und 2021). Dass es nicht dieselben Jahre sind, liegt am Wechselkurs.

Warum ist die Goldpreisentwicklung in Euro anders als in Dollar?

Gold wird in Dollar gehandelt. Der Preis in Euro ergibt sich aus dem Dollarpreis geteilt durch den Euro-Dollar-Kurs. Steigt der Euro, wird Gold für Anleger im Euroraum billiger, fällt der Euro, wird es teurer. 2025 stieg der Euro deutlich gegenüber dem Dollar, deshalb blieben von +67,4 % in Dollar „nur“ +48,0 % in Euro. 2005 war es umgekehrt: +17,8 % in Dollar, aber +35,4 % in Euro, weil der Euro schwächer wurde. Über die zehn Jahre 2016 bis 2025 lag der Unterschied bei knapp einem Prozentpunkt pro Jahr zugunsten der Dollar-Rechnung. Hintergründe zum Wechselkurs findest du im Artikel zum Devisenmarkt.

Zeitraumin US-Dollar pro Jahrin Euro pro Jahraus 10.000 wurden
2016 bis 2025 (10 Jahre)15,2 %14,4 %41.210 $ bzw. 38.250 €
2021 bis 2025 (5 Jahre)18,3 %19,3 %23.140 $ bzw. 24.180 €
2000 bis 2025 (26 Jahre)11,0 %10,4 %150.480 $ bzw. 132.500 €

Goldpreis historisch: Was eine Feinunze und ein Kilo Gold seit 2000 gekostet haben

Ein Kilo Gold kostete Ende 2015 rund 31.210 Euro, Ende September 2016 rund 37.940 Euro. Zehn Jahre später, am 2. Oktober 2026, waren es 119.410 Euro. Die folgende Tabelle zeigt den LBMA-Preis jeweils am letzten Handelstag mit Nachmittagspreis:

ZeitpunktFeinunze in US-DollarFeinunze in EuroGramm in EuroKilo in Euro
Ende 2000274,45 $295,58 €9,50 €9.503 €
Ende 2005513,00 $433,53 €13,94 €13.938 €
Ende 20101.405,50 $1.056,45 €33,97 €33.966 €
Ende 20151.060,00 $970,73 €31,21 €31.210 €
Ende 20201.887,60 $1.535,19 €49,36 €49.358 €
Ende 20254.367,80 $3.712,63 €119,36 €119.364 €
02.10.20264.190,05 $3.714,06 €119,41 €119.410 €

Was wäre aus deinem Geld seit 2000 geworden?

Mit dem Rechner kannst du ein Startjahr ab 2000 wählen und einen Einmalbetrag oder eine monatliche Sparrate eingeben. Er rechnet mit den Jahresveränderungen des Goldpreises in US-Dollar aus der Tabelle oben, ohne Kaufspanne, Verwahrkosten, Steuern und Wechselkurs. Für Euro-Anleger fällt das Ergebnis je nach Zeitraum etwas anders aus, die Euro-Spalte oben zeigt die Richtung.

Rechner

Was wäre aus Geld in Gold geworden?

Eingezahlt

–

Wert Ende 2025

–

Wertzuwachs

–

Rendite pro Jahr (Einmalbetrag)

–

Vereinfachte Rechnung mit den Jahresrenditen oben (Veränderung in US-Dollar), ohne Kosten, Steuern und Wechselkurs. Sparraten werden gleichmäßig über das Jahr angenommen. Die vergangene Entwicklung ist kein Indikator für künftige Ergebnisse. Keine Anlageberatung.

Stand 31.12.2025 · Quelle: LBMA-Goldpreis nachmittags in US-Dollar und Euro (World Gold Council); Berechnung Finalarm

Größte Goldreserven: Die 15 Notenbanken mit dem meisten Gold

Die größten Goldreserven der Welt hält die USA mit 8.133 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.350 Tonnen sowie Italien und Frankreich mit je rund 2.440 Tonnen (Stand Mitte 2026 laut World Gold Council). Alle Notenbanken zusammen besitzen nach Schätzung des World Gold Council rund 39.000 Tonnen, gut ein Sechstel allen jemals geförderten Goldes.

Zusammensetzung

Größte Goldreserven der Notenbanken

#LandGoldreservenAnteil an den WährungsreservenStand
1USA8.133 t81,40 %30.06.2026
2Deutschland3.350 t83 %31.03.2026
3Italien2.452 t77 %30.06.2026
4Frankreich2.437 t80,90 %31.03.2026
5China2.346 t8,00 %30.06.2026
6Russland2.283 tkeine Angabe30.06.2026
7Schweiz1.040 t12,40 %30.06.2026
8Indien881 t16,80 %30.06.2026
9Japan846 t8,50 %30.06.2026
10Polen632 t27,90 %30.06.2026
11Niederlande612 t72,60 %31.03.2026
12Türkei531 t56,40 %30.06.2026
13Usbekistan432 t87,50 %30.06.2026
14Taiwan424 t9,50 %31.03.2026
15Portugal383 t78,40 %31.03.2026

Länder, die verzögert an den IWF melden, stehen mit dem Stand 31.03.2026. Anteil = Gold in Prozent der gesamten Währungsreserven, bewertet zu Marktpreisen (Berechnung World Gold Council). Der Internationale Währungsfonds selbst hält 2.814 Tonnen, die Europäische Zentralbank 506,5 Tonnen.

Stand 30.06.2026 · Quelle: World Gold Council, Central Banks Dashboard auf Basis der IWF-Statistik (International Financial Statistics)

Die Spalte „Anteil an den Währungsreserven“ ist ein Maß dafür, welche Rolle Gold im Vermögen einer Notenbank spielt. In den USA, Deutschland, Italien und Frankreich macht Gold mehr als drei Viertel der Reserven aus, weil diese Länder ihre Bestände aus der Zeit fester Wechselkurse gehalten haben und der Goldpreis seither stark gestiegen ist. China, Japan oder die Schweiz halten dagegen vor allem Devisen und Anleihen, Gold macht dort nur 8 bis 12 % aus. Der Internationale Währungsfonds besitzt selbst 2.814 Tonnen und stünde damit in der Rangliste auf Platz 3, die Europäische Zentralbank hält 506,5 Tonnen.

Warum Notenbanken seit 2022 so viel Gold kaufen

Seit 2022 kaufen Notenbanken so viel Gold wie selten zuvor: In den Jahren 2022 bis 2024 waren es laut World Gold Council jeweils mehr als 1.000 Tonnen netto, mehr als doppelt so viel wie im Durchschnitt 2010 bis 2021. 2025 ging die Menge auf 863 Tonnen zurück, im ersten Halbjahr 2026 auf 345 Tonnen. Der größte Käufer 2025 und im ersten Halbjahr 2026 war Polen, das seinen Bestand bis Ende Juni 2026 auf 632 Tonnen erhöhte und damit die Türkei in der Rangliste überholte.

Nettokäufe der Notenbanken in Tonnen Gold

0 t300 t600 t900 t1.200 tDurchschnitt 2010 bis 2021: 473 Tonnen pro Jahr473 tØ 2010–20212022: 1.082 Tonnen Nettokäufe1.082 t20222023: 1.051 Tonnen Nettokäufe1.051 t20232024: 1.092 Tonnen Nettokäufe1.092 t20242025: 863 Tonnen Nettokäufe863 t2025Erstes Halbjahr 2026: 345 Tonnen Nettokäufe345 t1. Hj. 2026
Quelle: World Gold Council, Gold Demand Trends (Gesamtjahr 2023, 2024, 2025 und zweites Quartal 2026); der Verband revidiert Vorjahreswerte. Stand: 30.07.2026.

Für Notenbanken hat Gold eine besondere Eigenschaft: Es ist die einzige Reserve, die nicht zugleich die Schuld eines anderen Staates oder einer anderen Notenbank ist. Devisenreserven bestehen dagegen überwiegend aus Staatsanleihen anderer Länder. Für den Goldpreis sind die Käufe bedeutsam, weil Notenbanken ihr Gold in der Regel sehr lange halten. Sie machten 2025 rund 17 % der gesamten Goldnachfrage aus.

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Goldreserven der Bundesbank: 3.350 Tonnen an drei Lagerorten

Die Deutsche Bundesbank besaß Ende 2025 3.350 Tonnen Gold, rund 108 Millionen Feinunzen in Barren. Das ist nach den USA die zweitgrößte Goldreserve der Welt. In der Bilanz stand das Gold zum Jahresende 2025 mit 395,2 Milliarden Euro, ein Plus von 46,1 % gegenüber dem Vorjahr (270,6 Milliarden Euro). Bewertet wird es mit dem Marktpreis am Stichtag, Ende 2025 waren das laut Geschäftsbericht 3.669,11 Euro je Feinunze.

LagerstelleTonnenAnteilWert Ende 2025
Bundesbank, Frankfurt am Main1.71051,0 %201,7 Mrd. €
Federal Reserve Bank, New York1.23636,9 %145,8 Mrd. €
Bank of England, London40412,1 %47,7 Mrd. €
Gesamt3.350100 %395,2 Mrd. €

Dass ein großer Teil im Ausland liegt, hat historische Gründe. Bis 1950 besaß die Bank deutscher Länder kein Gold. Die Reserven entstanden in den 1950er- und 1960er-Jahren aus den Exportüberschüssen des Wirtschaftswunders: Unter Bretton Woods konnte die deutsche Notenbank Dollar in Gold tauschen, und Ende 1968 lag der Bestand mit 129,69 Millionen Unzen auf dem Höchststand.

2013 beschloss die Bundesbank, bis 2020 die Hälfte ihres Goldes in Frankfurt zu lagern. Die Verlagerung war schon im August 2017 abgeschlossen: Rund 374 Tonnen kamen aus Paris und rund 300 Tonnen aus New York, zusammen 674 Tonnen. Seitdem bewahrt die Banque de France kein deutsches Gold mehr auf. Verkauft hat die Bundesbank Gold nur selten: 1969 gab sie 14 Millionen Unzen an die US-Notenbank ab, seit 1999 nur kleine Mengen an den Bund für die Prägung von Goldmünzen, 2025 waren es 1,26 Tonnen. Der steigende Goldpreis erhöht den Jahresgewinn der Bundesbank nicht: Die nicht realisierten Bewertungsgewinne fließen in eine Neubewertungsreserve, die Ende 2025 bei 387,3 Milliarden Euro lag.

Was ist der LBMA-Goldpreis? Preisbildung, Angebot und Nachfrage

Der Goldpreis ist das Ergebnis des außerbörslichen Handels zwischen Banken in London und an den Terminbörsen, allen voran der Comex in New York. Den weltweit wichtigsten Referenzpreis, den LBMA Gold Price, ermittelt der Dienstleister ICE Benchmark Administration zweimal pro Handelstag in einer elektronischen Auktion, um 10:30 Uhr und um 15:00 Uhr Londoner Zeit, in US-Dollar je Feinunze. Die Preise in Euro und Pfund, die die LBMA dazu veröffentlicht, sind umgerechnete Werte.

  • Spotpreis: Das ist der Preis für sofortige Lieferung, im Interbankenhandel üblicherweise zwei Geschäftstage nach Abschluss. Er ändert sich rund um die Uhr, der Kurschart oben zeigt ihn.
  • LBMA-Goldpreis: Das ist der Auktionspreis zu festen Zeiten, früher „Goldfixing“ genannt. Notenbanken, Fonds und Händler nutzen ihn als Abrechnungs- und Bewertungsbasis.
  • Futures: Das sind Terminkontrakte auf Gold, etwa an der Comex. Ihr Preis liegt meist leicht über dem Spotpreis, weil er Zinsen und Lagerkosten bis zum Liefertermin enthält.
  • Good-Delivery-Barren: Im Großhandel wird mit Barren von 350 bis 430 Feinunzen gehandelt, rund 12,5 Kilo, mit einem Feingehalt von mindestens 995 Tausendsteln.

Angebot und Nachfrage 2025 in Zahlen

Die Goldnachfrage erreichte 2025 laut World Gold Council erstmals mehr als 5.000 Tonnen im Wert von 555 Milliarden US-Dollar. Auf der Angebotsseite stand eine Rekord-Minenproduktion von 3.672 Tonnen, dazu 1.404 Tonnen aus dem Recycling von Altgold. Der durchschnittliche LBMA-Preis lag 2025 bei 3.431,50 US-Dollar je Feinunze.

Nachfrage 2025TonnenAnteil
Schmuck (Herstellung)1.63833 %
Barren und Münzen1.37427 %
Notenbanken86317 %
Gold-ETFs und ähnliche Produkte80116 %
Technik3236 %
Gesamt (mit außerbörslichem Handel)5.002100 %

Die Tabelle zeigt, warum Investmentnachfrage den Preis so stark bewegt: Barren, Münzen und ETFs kamen 2025 zusammen auf 2.175 Tonnen und damit auf mehr als die Schmuckindustrie. Das Angebot lässt sich dagegen kaum steigern. Die Minenproduktion hat sich in den vergangenen Jahren nur langsam erhöht, von 3.650 Tonnen 2024 auf 3.672 Tonnen 2025. Die größten Förderländer waren 2025 laut der US-Behörde USGS China, Russland, Australien, Kanada und die USA, zusammen rund 41 % der Weltproduktion. Insgesamt wurden laut World Gold Council bis Mitte 2026 rund 222.600 Tonnen Gold gefördert, ein Würfel mit gut 22 Metern Kantenlänge. Davon stecken etwa 45 % in Schmuck und 21 % in Barren und Münzen.

Goldpreis historisch: von 35 Dollar bis zum Rekord 2026

Einen frei schwankenden Goldpreis gibt es erst seit Anfang der 1970er-Jahre. Im Bretton-Woods-System, das 1944 vereinbart wurde, war der Dollar an Gold gebunden: Ausländische Notenbanken konnten Dollar bei der US-Regierung zum festen Preis von 35 US-Dollar je Feinunze in Gold tauschen. Am 15. August 1971 setzte US-Präsident Richard Nixon diese Einlösepflicht aus. Bis 1973 zerfiel das System fester Wechselkurse, und der Goldpreis bildete sich fortan am Markt.

Was danach geschah, zeigt die Zeitleiste. Der Preis stieg in den 1970er-Jahren mit hoher Inflation auf 850 US-Dollar am 21. Januar 1980, fiel dann fast zwei Jahrzehnte lang und erreichte am 20. Juli 1999 mit 252,80 US-Dollar den Tiefpunkt. Danach begann ein langer Anstieg, unterbrochen von den Rückschlägen 2008, 2011 bis 2015 und 2020 bis 2022. Auch in Deutschland wurde Gold früh notiert: Seit dem 18. Juni 1968 stellte die Frankfurter Wertpapierbörse einen täglichen Preis für Kilobarren fest, den die Bundesbank bis Ende 1998 in D-Mark veröffentlicht hat.

Geschichte

Von 35 Dollar zum Rekord: Meilensteine des Goldpreises

  1. Bretton Woods 35 $

    Das Währungssystem von Bretton Woods bindet den Dollar an Gold: 35 US-Dollar je Feinunze. Deutschland tritt dem System 1952 bei.

  2. Rekordbestand der Bundesbank

    Durch Exportüberschüsse wächst der Goldbestand der Bundesbank bis Ende 1968 auf 129,69 Millionen Unzen. Am 18. Juni 1968 startet das Frankfurter Goldfixing.

  3. Das Goldfenster schließt

    Am 15. August 1971 setzt US-Präsident Nixon den Umtausch von Dollar in Gold aus. Bis 1973 zerfällt das System fester Wechselkurse.

  4. Rekord nach der Inflationswelle 850 $

    Am 21. Januar 1980 erreicht der LBMA-Preis 850 US-Dollar. In Frankfurt kostet ein Kilo Gold 46.530 D-Mark.

  5. Tiefpunkt und Washingtoner Abkommen 252,80 $

    Am 20. Juli 1999 fällt Gold auf 252,80 US-Dollar. Am 26. September 1999 begrenzen 15 europäische Notenbanken ihre Goldverkäufe auf rund 400 Tonnen pro Jahr.

  6. Erstmals 1.000 Dollar 1.000 $

    Am 14. März 2008 kostet eine Feinunze erstmals 1.000 US-Dollar. Bis Oktober fällt der Preis in der Finanzkrise um 28,7 %.

  7. Rekord nach der Finanzkrise 1.895 $

    Am 5. September 2011 steigt der LBMA-Preis auf 1.895 US-Dollar. Danach folgen vier Jahre mit fallenden Preisen.

  8. Bundesbank holt Gold heim

    Die Bundesbank schließt die Verlagerung von 674 Tonnen aus Paris und New York nach Frankfurt ab, drei Jahre früher als geplant.

  9. Rekord in der Corona-Krise 2.067,15 $

    Am 6. August 2020 erreicht Gold 2.067,15 US-Dollar und übertrifft erstmals das Hoch von 2011.

  10. Stärkstes Jahr seit 1979 +67,4 %

    Gold steigt um 67,4 % in Dollar, übertrifft am 18. März 2025 die Marke von 3.000 und am 8. Oktober 2025 die von 4.000 US-Dollar und erreicht an 53 Tagen ein Rekordhoch.

  11. Allzeithoch über 5.000 Dollar 5.405 $

    Am 29. Januar 2026 erreicht der LBMA-Preis 5.405 US-Dollar. Bis Mitte Juli fällt er um 26,1 %.

Quelle: LBMA-Goldpreis (World Gold Council); Deutsche Bundesbank; Federal Reserve History; Europäische Zentralbank

Die Abstände zwischen den runden Marken wurden zuletzt kurz. Über 2.000 US-Dollar lag der LBMA-Preis erstmals am 5. August 2020, über 3.000 US-Dollar am 18. März 2025 und über 4.000 US-Dollar am 8. Oktober 2025. Am 26. Januar 2026 lag er erstmals über 5.000 US-Dollar. Für den Schritt von 3.000 auf 4.000 Dollar brauchte Gold knapp sieben Monate, für den Schritt von 1.000 auf 2.000 Dollar zwölf Jahre.

Einbrüche und Erholung: Wie tief fiel der Goldpreis seit 1980?

Die Goldpreisentwicklung kennt auch lange Verlustphasen. Der tiefste Einbruch des Goldpreises begann nach dem Rekord vom 21. Januar 1980: Bis zum Tief im Juli 1999 verlor Gold 70,3 % in Dollar. Wer am Hoch gekauft hatte, sah den Preis von 850 US-Dollar erst im Januar 2008 wieder, 28 Jahre später. Gold ist also kein Wertspeicher ohne Schwankung, sondern ein Anlagegut mit langen Durststrecken.

Krisen

Wie tief der Goldpreis fiel und wie lange die Erholung dauerte

KriseHoch → TiefVerlustZurück auf altem Hoch nach
Nach dem Rekord von 198001/1980 → 07/1999−70,3 %102 Monate
Finanzkrise 200803/2008 → 10/2008−28,7 %11 Monate
Nach dem Rekord von 201109/2011 → 12/2015−44,6 %55 Monate
Nach dem Rekord von 202008/2020 → 11/2022−21,2 %13 Monate
Rückschlag 202601/2026 → 07/2026−26,1 %noch nicht erreicht

Tagespreise in US-Dollar. Verlust vom Hoch zum Tief; Monate vom Tief bis zum ersten Preis über dem alten Hoch. Nach dem Hoch von 1980 vergingen 28 Jahre bis zu einem neuen Hoch.

Quelle: LBMA-Goldpreis nachmittags in US-Dollar (World Gold Council); eigene Berechnung

Die Tabelle zeigt drei Muster. Erstens: Gold kann auch in einer Finanzkrise fallen. 2008 verlor es vom Hoch im März bis zum Tief im Oktober 28,7 %, im September 2009 übertraf es das alte Hoch wieder. Zweitens: Auf große Rekordphasen folgten lange Abwärtsphasen. Nach dem Hoch vom 5. September 2011 mit 1.895 US-Dollar dauerte es fast neun Jahre, bis Gold im Juli 2020 wieder höher stand. Drittens: Auch 2026 gab es einen kräftigen Rückschlag. Vom Rekord am 29. Januar 2026 fiel der LBMA-Preis bis zum 16. Juli 2026 um 26,1 % auf 3.993,55 US-Dollar. Am 2. Oktober 2026 lag er noch 22,5 % unter dem Hoch.

In Euro verliefen die Einbrüche teils anders. Nach 2011 lag das Hoch in Euro erst im Oktober 2012 bei 1.382,27 Euro, bis Ende 2013 fiel der Preis um 36,8 %, ein neues Hoch gab es erst im August 2019. Der Rückschlag 2020 bis 2022 fiel in Euro mit 11,6 % milder aus, weil der Dollar in dieser Zeit zulegte. 2026 verlor Gold in Euro vom Rekord am 2. März 2026 bis zum 16. Juli 2026 23,2 %.

Schützt Gold vor Inflation? Goldpreis und Verbraucherpreise seit 1991

Über lange Zeiträume hat die Goldpreisentwicklung die Inflation in Deutschland deutlich übertroffen, über kürzere oft nicht. Von 1991 bis 2025 stieg der durchschnittliche Goldpreis in Euro auf das 9,8-Fache, die Verbraucherpreise stiegen laut Statistischem Bundesamt auf das 2,0-Fache. Inflationsbereinigt hat sich der Goldpreis damit verfünffacht. Für Teilstrecken gilt das nicht: Von 1991 bis 2001 verlor Gold real 20,9 % an Kaufkraft, von 2012 bis 2018 real 22,6 %.

Goldpreis und Verbraucherpreise in Deutschland seit 1991 (Index 1991 = 100)

02004006008001.000199119962001200620112016202120251991: Goldpreis 100 · real 100 · Verbraucherpreise 100 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 308 € je Feinunze1992: Goldpreis 89 · real 85 · Verbraucherpreise 105 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 274 € je Feinunze1993: Goldpreis 99 · real 90 · Verbraucherpreise 110 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 305 € je Feinunze1994: Goldpreis 103 · real 92 · Verbraucherpreise 113 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 319 € je Feinunze1995: Goldpreis 91 · real 80 · Verbraucherpreise 115 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 282 € je Feinunze1996: Goldpreis 97 · real 83 · Verbraucherpreise 116 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 298 € je Feinunze1997: Goldpreis 95 · real 80 · Verbraucherpreise 119 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 294 € je Feinunze1998: Goldpreis 86 · real 72 · Verbraucherpreise 120 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 266 € je Feinunze1999: Goldpreis 85 · real 71 · Verbraucherpreise 120 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 261 € je Feinunze2000: Goldpreis 98 · real 81 · Verbraucherpreise 122 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 302 € je Feinunze2001: Goldpreis 98 · real 79 · Verbraucherpreise 124 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 303 € je Feinunze2002: Goldpreis 107 · real 85 · Verbraucherpreise 126 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 328 € je Feinunze2003: Goldpreis 104 · real 82 · Verbraucherpreise 127 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 321 € je Feinunze2004: Goldpreis 107 · real 82 · Verbraucherpreise 130 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 329 € je Feinunze2005: Goldpreis 116 · real 88 · Verbraucherpreise 132 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 359 € je Feinunze2006: Goldpreis 156 · real 117 · Verbraucherpreise 134 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 481 € je Feinunze2007: Goldpreis 165 · real 120 · Verbraucherpreise 137 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 507 € je Feinunze2008: Goldpreis 193 · real 137 · Verbraucherpreise 140 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 593 € je Feinunze2009: Goldpreis 226 · real 161 · Verbraucherpreise 141 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 697 € je Feinunze2010: Goldpreis 301 · real 211 · Verbraucherpreise 142 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 926 € je Feinunze2011: Goldpreis 367 · real 252 · Verbraucherpreise 145 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.129 € je Feinunze2012: Goldpreis 421 · real 284 · Verbraucherpreise 148 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.297 € je Feinunze2013: Goldpreis 345 · real 230 · Verbraucherpreise 150 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.063 € je Feinunze2014: Goldpreis 309 · real 204 · Verbraucherpreise 152 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 953 € je Feinunze2015: Goldpreis 339 · real 222 · Verbraucherpreise 153 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.044 € je Feinunze2016: Goldpreis 366 · real 239 · Verbraucherpreise 153 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.128 € je Feinunze2017: Goldpreis 362 · real 232 · Verbraucherpreise 156 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.114 € je Feinunze2018: Goldpreis 349 · real 220 · Verbraucherpreise 158 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.074 € je Feinunze2019: Goldpreis 404 · real 251 · Verbraucherpreise 161 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.244 € je Feinunze2020: Goldpreis 503 · real 311 · Verbraucherpreise 162 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.549 € je Feinunze2021: Goldpreis 494 · real 296 · Verbraucherpreise 167 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.520 € je Feinunze2022: Goldpreis 555 · real 312 · Verbraucherpreise 178 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.710 € je Feinunze2023: Goldpreis 583 · real 309 · Verbraucherpreise 189 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 1.795 € je Feinunze2024: Goldpreis 716 · real 372 · Verbraucherpreise 193 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 2.205 € je Feinunze2025: Goldpreis 983 · real 499 · Verbraucherpreise 197 (1991 = 100) · Gold im Schnitt 3.028 € je FeinunzeGoldpreis in EuroGoldpreis realVerbraucherpreise
Jahresdurchschnitte. Goldpreis: 1991 bis 1998 Frankfurter Goldfixing in D-Mark je Kilo (Deutsche Bundesbank), umgerechnet zum Kurs 1,95583 D-Mark je Euro; ab 1999 LBMA-Goldpreis nachmittags in Euro (World Gold Council). Verbraucherpreisindex Deutschland, 2020 = 100: Statistisches Bundesamt (Destatis). Realer Goldpreis = Goldpreis ÷ Verbraucherpreisindex. Berechnung Finalarm. Stand: 31.12.2025.

Der Chart zeigt drei Linien, jeweils als Index mit dem Startwert 100 im Jahr 1991. Die hellblaue Linie ist der Verbraucherpreisindex (VPI) von Destatis, er misst die Preisentwicklung eines typischen Warenkorbs privater Haushalte. Die blaue Linie ist der Goldpreis in Euro, die gestrichelte der reale Goldpreis, also der Goldpreis geteilt durch den Verbraucherpreisindex. Liegt die gestrichelte Linie über 100, hat Gold seit 1991 mehr gewonnen, als die Preise gestiegen sind. Von 1992 bis 2005 lag sie durchgehend darunter.

Der Rekord von 1980 in heutigem Geld

Am 21. Januar 1980 kostete ein Kilo Gold beim Frankfurter Fixing 46.530 D-Mark, umgerechnet 739,96 Euro je Feinunze. Nominal übertraf der Euro-Goldpreis diesen Wert erstmals im Februar 2009. Real dauerte es viel länger: Rechnet man die 739,96 Euro mit dem Verbraucherpreisindex der Bundesbank (lange Reihe auf Basis von Destatis-Daten) auf das jeweilige Jahr hoch, lag der Goldpreis erst im April 2020 wieder über dem Rekord von 1980. In Preisen von 2025 entspricht der damalige Rekord rund 1.910 Euro je Feinunze.

Für die Frage, ob Gold vor Inflation schützt, heißt das: Gold hat die Kaufkraft über Jahrzehnte erhalten und vermehrt, aber nicht in jedem Jahrzehnt und nicht bei jedem Einstiegszeitpunkt. In den Inflationsjahren 2022 und 2023, als die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt um 6,9 % und 5,9 % stiegen, legte Gold in Euro um 7,0 % und 9,8 % zu. Den Kaufkraftverlust deines Geldes kannst du mit dem Inflationsrechner nachvollziehen.

Gold oder Aktien? Der Vergleich in Euro seit 2000

Die Goldpreisentwicklung seit 2000 schlägt in Euro den US-Aktienmarkt: Gold hat seit 2000 in Euro mehr gebracht als der US-Aktienindex S&P 500: 10,4 % pro Jahr gegenüber 7,4 % pro Jahr inklusive Dividenden, beides in Euro gerechnet. Der Vorsprung hängt aber stark am Startpunkt, denn im Jahr 2000 war Gold billig und Aktien waren teuer. Über die zehn Jahre 2016 bis 2025 lagen beide fast gleichauf (Gold 14,4 %, S&P 500 14,0 % pro Jahr in Euro). In 15 der 26 Jahre seit 2000 lag Gold vorn.

Jahresrendite in Euro: Gold und S&P 500 im Vergleich

−20 %−10 %0 %10 %20 %30 %40 %50 %2016 · Gold in Euro: +12,9 %2016 · S&P 500 in Euro (mit Dividenden): +15,7 %20162017 · Gold in Euro: −1,4 %2017 · S&P 500 in Euro (mit Dividenden): +7,1 %20172018 · Gold in Euro: +3,4 %2018 · S&P 500 in Euro (mit Dividenden): +0,1 %20182019 · Gold in Euro: +21,1 %2019 · S&P 500 in Euro (mit Dividenden): +34,0 %20192020 · Gold in Euro: +13,6 %2020 · S&P 500 in Euro (mit Dividenden): +8,4 %20202021 · Gold in Euro: +3,8 %2021 · S&P 500 in Euro (mit Dividenden): +39,5 %20212022 · Gold in Euro: +7,0 %2022 · S&P 500 in Euro (mit Dividenden): −13,0 %20222023 · Gold in Euro: +9,8 %2023 · S&P 500 in Euro (mit Dividenden): +21,9 %20232024 · Gold in Euro: +34,0 %2024 · S&P 500 in Euro (mit Dividenden): +33,0 %20242025 · Gold in Euro: +48,0 %2025 · S&P 500 in Euro (mit Dividenden): +4,2 %2025Gold in EuroS&P 500 in Euro (mit Dividenden)
Gold: Veränderung des LBMA-Goldpreises in Euro (World Gold Council). S&P 500: Gesamtrendite mit Dividenden (S&P Dow Jones Indices), mit EZB-Referenzkursen in Euro umgerechnet. Berechnung Finalarm. Stand: 31.12.2025.

Der wichtigere Unterschied zeigt sich in schlechten Aktienjahren. In allen sechs Jahren seit 2000, in denen der S&P 500 in Euro Geld verlor, legte Gold in Euro zu:

JahrS&P 500 in EuroGold in Euro
2000−1,9 %+5,5 %
2001−7,0 %+6,3 %
2002−34,5 %+5,8 %
2007−5,6 %+18,0 %
2008−33,4 %+8,3 %
2022−13,0 %+7,0 %

Umgekehrt war das schwächste Goldjahr 2013 (−30,3 % in Euro) ein sehr gutes Aktienjahr (S&P 500 +26,7 % in Euro). Statistisch hängen die Jahresrenditen von Gold und S&P 500 in Euro seit 2000 kaum zusammen: Der Korrelationskoeffizient liegt bei 0,16, ein Wert von 1 wäre ein perfekter Gleichlauf. Darauf beruht die Idee, Gold als Beimischung zur Risikostreuung zu nutzen, mehr dazu im Ratgeber zur Diversifikation. Eine Garantie ist das nicht: 2008 fiel Gold zwischenzeitlich mit den Aktienmärkten.

Zwei Punkte gehören zur Einordnung. Aktien sind Anteile an Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften und Dividenden zahlen. Gold erwirtschaftet nichts, sein Wert hängt allein davon ab, was andere später dafür zahlen. Und Gold schwankt kaum weniger als Aktien: Die Standardabweichung der Jahresrenditen seit 2000 lag in Euro bei 15,7 Prozentpunkten, beim S&P 500 bei 18,5. Wie sich der US-Index zusammensetzt, erklärt unser Artikel zum S&P 500.

Wovon die Goldpreisentwicklung abhängt: 6 Faktoren

Für die Goldpreisentwicklung sind vor allem sechs Faktoren entscheidend: den Realzinsen, dem US-Dollar, der Nachfrage der Notenbanken, den Käufen und Verkäufen von Anlegern, der Schmucknachfrage und dem Angebot aus Minen und Recycling. Keiner dieser Faktoren wirkt allein, und ihr Gewicht verschiebt sich über die Jahre.

  1. Realzinsen: Der Realzins ist der Zins einer sicheren Anlage abzüglich der Inflation. Gold bringt keinen Zins. Steigen die Realzinsen, wird es teurer, Gold zu halten, weil dir der sichere Zins entgeht, das sind die Opportunitätskosten. Sinken sie, fällt dieser Nachteil weg. Dieser Zusammenhang gilt als wichtigster Einzeltreiber, ist aber kein Naturgesetz: 2022 hob die US-Notenbank ihren Leitzins kräftig an, und Gold blieb in Dollar trotzdem nahezu unverändert (+0,4 %).
  2. US-Dollar: Gold ist in Dollar notiert, deshalb wird es bei einem schwachen Dollar für Käufer außerhalb der USA billiger, was die Nachfrage stützt. Für dich als Euro-Anleger zählt zusätzlich der Wechselkurs, wie der Abschnitt zur Entwicklung in Euro und Dollar zeigt.
  3. Notenbanken: Zentralbanken haben 2022, 2023 und 2024 laut World Gold Council jeweils mehr als 1.000 Tonnen Gold netto gekauft, mehr als doppelt so viel wie im Schnitt der Jahre 2010 bis 2021 (473 Tonnen). 2025 waren es 863 Tonnen, im ersten Halbjahr 2026 345 Tonnen, der niedrigste Wert für ein erstes Halbjahr seit 2022.
  4. Anleger: Barren, Münzen und Gold-ETFs machten 2025 mit 2.175 Tonnen den größten Teil der Nachfrage aus, davon 801 Tonnen über ETFs. Fondszuflüsse und -abflüsse können den Preis kurzfristig stark bewegen. Gold gilt in Krisen als sicherer Hafen, also als Anlage, in die Kapital flüchtet, wenn Aktien, Anleihen oder Währungen unter Druck stehen.
  5. Schmuck und Technik: Die Schmuckindustrie verarbeitete 2025 rund 1.638 Tonnen Gold, die Technik, vor allem die Elektronik, 323 Tonnen. Schmuckkäufer reagieren auf hohe Preise oft mit Zurückhaltung, das dämpft Preisanstiege.
  6. Angebot: Minen förderten 2025 laut World Gold Council einen Rekord von 3.672 Tonnen, dazu kamen 1.404 Tonnen aus Recycling. Die US-Behörde USGS schätzt die Förderung methodisch bedingt niedriger, auf 3.300 Tonnen. Das Minenangebot reagiert nur über Jahre auf höhere Preise, weil neue Minen lange Vorlaufzeiten haben.

Wichtig sind außerdem Ereignisse, die sich nicht in einer Kennzahl fassen lassen: Kriege, Sanktionen, Handelskonflikte oder Zweifel an der Stabilität des Finanzsystems. Solche Ereignisse wirken meist über die oben genannten Kanäle, etwa über mehr Käufe von Notenbanken und Anlegern. Warum der Preis an einem bestimmten Tag steigt oder fällt, lässt sich deshalb selten an einer einzigen Ursache festmachen.

Goldpreis-Prognose 2026: Szenarien statt Kursziel

Eine verlässliche Goldpreis-Prognose für 2026 und die Jahre danach gibt es nicht, und Finalarm veröffentlicht keine eigene. Auch Kursziele von Banken geben wir bewusst nicht wieder: Sie unterscheiden sich stark, werden laufend angepasst und lagen in der Vergangenheit oft deutlich neben dem tatsächlichen Preis. Wer nach einer Goldpreis-Prognose sucht, findet deshalb hier keine Zahl. Hilfreicher ist die Frage, unter welchen Bedingungen sich der Preis in welche Richtung bewegen kann. Die folgenden Szenarien beschreiben Zusammenhänge, keine Erwartungen.

SzenarioWas passieren müssteTypische Wirkung auf den GoldpreisHistorisches Beispiel
Sinkende Realzinsen, schwacher DollarNotenbanken senken die Zinsen schneller als die Inflation fällt, der Dollar verlierteher stützend2019 und 2020: +18,4 % und +24,6 % in Dollar
Steigende Realzinsen, starker DollarZinsen steigen deutlich über die Inflation, Kapital fließt in verzinste Dollar-Anlageneher belastend2013: −27,3 % in Dollar, das Jahr, in dem die US-Notenbank die Drosselung ihrer Anleihekäufe beschloss
Anhaltende Käufe der NotenbankenNotenbanken bauen ihre Goldreserven weiter aufeher stützend2022 bis 2024 jeweils mehr als 1.000 Tonnen Nettokäufe (World Gold Council), parallel stieg Gold in Dollar um 0,4 %, 14,6 % und 25,5 %
Nachlassende Nachfrage nach einem RekordlaufAnleger nehmen Gewinne mit, Fonds verkaufen, Notenbanken kaufen wenigereher belastend, teils heftig2026: −26,1 % in Dollar vom Rekord im Januar bis Mitte Juli
Akute FinanzkriseAnleger brauchen kurzfristig Liquidität, später Flucht in sichere Häfenerst fallend, dann oft steigend2008: −28,7 % bis Oktober, neues Hoch im September 2009

Die Tabelle zeigt auch, warum jede Prognose für den Goldkurs so unsicher ist: Die Faktoren wirken gleichzeitig und teils gegeneinander. Wer Gold kauft, sollte deshalb nicht auf ein bestimmtes Szenario setzen, sondern sich fragen, welche Rolle Gold im eigenen Vermögen spielen soll und welchen Rückgang er aushalten kann. Die Tabelle im Abschnitt Einbrüche und Erholung zeigt, dass Rückgänge um 20 bis 45 % mehrfach vorkamen.

Barren, Xetra-Gold, ETC oder CFD: Was ist steuerfrei, was kostet wie viel?

Ob ein Goldgewinn steuerfrei ist, hängt davon ab, was du rechtlich besitzt: Gold selbst oder einen Anspruch auf Gold ist nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei, ein reiner Geldanspruch nicht. Barren, Münzen sowie Wertpapiere mit Lieferanspruch wie Xetra-Gold und EUWAX Gold II fallen unter die einjährige Haltefrist für private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 Einkommensteuergesetz). Gewinne aus CFDs und aus Gold-Papieren mit reinem Geldanspruch unterliegen dagegen immer der Abgeltungsteuer.

MerkmalBarren und MünzenXetra-Gold, EUWAX Gold IIGold-ETC ohne LieferanspruchCFD auf Gold
Was du besitztGold als EigentumSchuldverschreibung mit Anspruch auf Lieferung, voll durch Gold gedecktbesicherte Schuldverschreibung, Gold liegt beim VerwahrerVertrag mit dem Broker über die Preisdifferenz, kein Gold
Steuer auf Gewinnenach 1 Jahr steuerfrei, davor persönlicher Steuersatz (§ 23 EStG), Freigrenze 1.000 € im Jahrwie Barren (BFH VIII R 35/14, VIII R 4/15)Abgeltungsteuer 25 % plus Soli, unabhängig von der Haltedauer, wenn nur ein Geldanspruch besteht (§ 20 Abs. 2 Nr. 7 EStG)Abgeltungsteuer 25 % plus Soli als Termingeschäft (§ 20 Abs. 2 Nr. 3 EStG)
Mehrwertsteuerkeine bei Anlagegold (§ 25c UStG)keine (Wertpapier)keine (Wertpapier)keine
Laufende KostenLagerung, Schließfach, VersicherungXetra-Gold: keine Verwaltungsgebühr, Depotgebühr der Bank; EUWAX Gold II: 0 %0,11 bis 0,12 % pro Jahr bei großen AnbieternFinanzierungskosten für jede Nacht, in der die Position offen ist
Spread (Kauf zu Verkauf)Händlerspanne, abhängig von Barrengröße und HändlerXetra-Gold: im Schnitt 0,1 %, höchstens 1 % (Emittent); EUWAX Gold II: 0,59 % Einstieg und 0,30 % Ausstieg (Basisinformationsblatt)z. B. rund 0,03 % (Angabe Invesco)Spread des Brokers, Hebel vervielfacht Gewinn und Verlust
AuslieferungsofortXetra-Gold ab 1 kg, EUWAX Gold II ab 1 gfür Privatanleger in der Regel nichtnein

Die Haltefrist für Wertpapiere mit Lieferanspruch hat der Bundesfinanzhof (BFH) 2015 in zwei Urteilen zu Xetra-Gold bestätigt (VIII R 35/14 und VIII R 4/15). 2018 entschied er, dass auch die Auslieferung des Goldes keine steuerpflichtige Veräußerung ist (IX R 33/17), 2020 übertrug er die Linie auf ein Papier, bei dem Anleger statt Gold auch Geld verlangen konnten (VIII R 7/17). Das Bundesfinanzministerium wendet diese Rechtsprechung inzwischen an (BMF-Schreiben vom 14. Mai 2025, Randziffer 57). Bei Gold-ETCs, deren Bedingungen Privatanlegern keinen Lieferanspruch geben, ist die Einordnung weniger eindeutig: Entscheidend sind die Emissionsbedingungen und die Behandlung durch deine Depotbank. Gold-Fonds sind keine Lösung für die Haltefrist: Gewinne aus einem Gold-ETF sind laut BFH Kapitaleinkünfte (VIII R 15/18).

Rechenbeispiel: 10.000 € in Gold, Preis steigt um 20 %

Angenommen, du legst 10.000 € an und der Goldpreis steigt bis zum Verkauf um 20 %. Für den Barren nehmen wir 2 % Aufschlag beim Kauf und 1 % Abschlag beim Rückverkauf an, zusammen also 3 % Spanne. Für Xetra-Gold rechnen wir mit dem vom Emittenten genannten durchschnittlichen Spread von 0,1 %, für EUWAX Gold II mit den Kosten laut Basisinformationsblatt, für den ETC mit 0,12 % laufenden Kosten und 0,03 % Spread. Ordergebühren, Depotgebühren und Lagerkosten lassen wir weg. Der persönliche Steuersatz von 35 % ist eine Annahme, der Sparer-Pauschbetrag gilt als ausgeschöpft.

WegWert beim VerkaufGewinn vor SteuernSteuer bei Verkauf nach 11 MonatenSteuer bei Verkauf nach 13 MonatenGewinn nach 13 Monaten nach Steuern
Goldbarren11.647 €1.647 €576 €0 €1.647 €
Xetra-Gold11.988 €1.988 €696 €0 €1.988 €
EUWAX Gold II11.893 €1.893 €663 €0 €1.893 €
Gold-ETC ohne Lieferanspruch11.981 €1.981 €522 €522 €1.458 €

Zwei Ergebnisse stechen heraus. Erstens kostet die Spanne beim Barren hier rund 340 € gegenüber Xetra-Gold, weil sie zweimal anfällt und auf den gesamten Betrag wirkt. Bei einer Gesamtspanne von 3 % muss der Goldpreis um 3,1 % steigen, bevor du überhaupt im Plus bist, bei 5 % schon um 5,3 %. Zweitens entscheidet die Haltefrist über mehrere Hundert Euro: Wer Barren oder Xetra-Gold zwei Monate länger hält, zahlt in diesem Beispiel keine Steuer, beim ETC ohne Lieferanspruch fallen die rund 520 € unabhängig von der Haltedauer an. Die Werte sind gerundet und gelten nur unter den genannten Annahmen.

Die Freigrenze von 1.000 € im Jahr für private Veräußerungsgeschäfte ist kein Freibetrag: Liegt der Gesamtgewinn aus solchen Geschäften im Kalenderjahr bei 1.000 € oder darüber, ist er komplett steuerpflichtig. CFDs eignen sich nicht für das Halten über Monate: Für jede Nacht fallen Finanzierungskosten an, und der Hebel sorgt dafür, dass schon kleine Preisbewegungen das eingesetzte Kapital aufzehren können. Wie Xetra-Gold und EUWAX Gold II sich im Detail unterscheiden, zeigt unser Vergleich Xetra-Gold vs. EUWAX Gold II.

So lässt sich in Gold investieren

Der direkte Weg in Gold sind Barren und Münzen, der bequemere sind Wertpapiere im Depot, etwa Xetra-Gold, EUWAX Gold II oder Gold-ETCs, die es bei vielen Depotanbietern auch als Sparplan gibt. Daneben gibt es Hebelprodukte wie CFDs, Futures und Zertifikate. Die Wege unterscheiden sich in Kosten, Steuern und Risiko:

  • Barren und Münzen: Du besitzt das Gold selbst und trägst die Verantwortung für Lagerung und Versicherung. Anlagegold ist von der Mehrwertsteuer befreit. Barren ab 1 Gramm und Münzen wie Krügerrand, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker sind verbreitet, mehr dazu in den Ratgebern zu Goldbarren und Goldmünzen sowie zum physischen Goldkauf.
  • Xetra-Gold und EUWAX Gold II: Inhaberschuldverschreibungen, die zu 100 % durch eingelagertes Gold gedeckt sind und einen Anspruch auf Auslieferung verbriefen. Ein Stück entspricht einem Gramm Gold.
  • Gold-ETCs: Exchange Traded Commodities sind börsengehandelte Schuldverschreibungen, die mit physischem Gold besichert sind. Anders als ETFs sind sie kein Sondervermögen. Wie ETCs funktionieren, erklärt unser Ratgeber zu ETCs.
  • Sparplan: Das sind regelmäßige Käufe von Gold-Wertpapieren ab kleinen Beträgen, angeboten von vielen Depotanbietern. Der Durchschnittskosteneffekt glättet den Einstiegskurs, schützt aber nicht vor Verlusten.
  • CFD: Das ist ein Differenzkontrakt mit Hebel auf den Goldpreis, ohne Besitz von Gold und ohne Haltefrist-Vorteil.

Die folgende Tabelle zeigt große, mit Gold besicherte Wertpapiere, die in Deutschland gehandelt werden. Die Auswahl ist keine Empfehlung, sie zeigt Produkte mit unterschiedlicher Bauweise:

ProduktISINKosten pro JahrLieferanspruchGold gelagertBestand / Volumen
Xetra-GoldDE000A0S9GB0keine Verwaltungsgebühr, Depotgebühr der Bankja, ab 1 kgüberwiegend Deutschland176,8 t (01.10.2026)
EUWAX Gold IIDE000EWG2LD70 % (Kosten im Spread)ja, ab 1 gDeutschland36,3 t (01.10.2026)
iShares Physical Gold ETCIE00B4ND36020,12 %nein, nur autorisierte HandelsteilnehmerLondon278,4 t, 40,8 Mrd. USD (31.08.2026)
Invesco Physical Gold ETCIE00B579F3250,12 %eingeschränkt, nur auf ein Goldkonto in LondonLondonüber 28 Mrd. USD (31.12.2025)
Amundi Physical Gold ETCFR00134167160,12 %keine Angabe für PrivatanlegerVerwahrer HSBC13,8 Mrd. USD (28.08.2026)

Alle Angaben stammen von den Emittenten (Stand jeweils in Klammern). Die Kosten pro Jahr entsprechen der Gesamtkostenquote (TER), die Handelskosten hängen zusätzlich vom Handelsplatz und vom Depotanbieter ab. Gold-Wertpapiere und Gold-CFDs bieten unter anderem Online-Broker an. CFD-Handel ist mit besonderen Risiken verbunden: CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Zwischen 74 % und 89 % der Kleinanlegerkonten verlieren beim Handel mit CFD Geld (anbieterspezifische Angaben). Du solltest überlegen, ob du verstehst, wie CFD funktionieren, und ob du es dir leisten kannst, das hohe Risiko einzugehen, dein Geld zu verlieren.

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Vorteile

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  • Demokonto mit 100.000 $ virtuell
  • CopyTrader-Funktion
  • Kryptowährungen handelbar

Nachteile

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  • Aktien: 1 oder 2 $ Provision je Order
  • 5 $ Gebühr bei Auszahlung vom USD-Konto

Buzzmatic GmbH & Co. KG übernimmt keine Haftung. Auch kann keine Gewähr für die Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Maßgeblich sind die Bedingungen des Anbieters.

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Nachteile

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  • Ohne Premiumpartner 4 € je Order
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Eine verbreitete Faustregel für die Größe der Goldposition gibt es nicht. Wie hoch der Anteil sein soll, hängt von deinem Vermögen, deinem Anlagehorizont und deiner Risikobereitschaft ab. Hilfreich ist ein Blick auf die Schwankungen: Ein Rückgang um ein Viertel, wie zwischen Januar und Juli 2026, sollte deine Finanzplanung nicht gefährden. Mehr zu CFDs und ihren Risiken findest du im CFD-Ratgeber.

Steuern auf Gold in Deutschland: Wann ist der Gewinn steuerfrei?

Gewinne aus physischem Gold sind in Deutschland steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Verkaufst du früher, ist der Gewinn ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 Einkommensteuergesetz und wird mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert, nicht mit der Abgeltungsteuer. Das gilt auch für Xetra-Gold und EUWAX Gold II.

  • Freigrenze: Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben steuerfrei, wenn sie im Kalenderjahr zusammen weniger als 1.000 € betragen. Ab 1.000 € ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.
  • Verluste: Verluste aus Goldverkäufen innerhalb eines Jahres sind nur mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechenbar, auch im Vorjahr oder in späteren Jahren, nicht aber mit Aktiengewinnen.
  • Zehn Jahre statt einem: Erzielst du mit dem Gold Einkünfte, etwa indem du es gegen Zinsen verleihst, verlängert sich die Haltefrist laut § 23 EStG auf zehn Jahre.
  • Mehrwertsteuer: Anlagegold ist von der Umsatzsteuer befreit, Barren ab 995 Tausendstel Feingehalt und Münzen ab 900 Tausendsteln, die nach 1800 geprägt wurden, gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und höchstens 80 % über dem Goldwert gehandelt werden (§ 25c UStG). Für Silber gilt diese Befreiung nicht.
  • Papiere ohne Lieferanspruch, Gold-Fonds und CFDs: Abgeltungsteuer von 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, unabhängig von der Haltedauer. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung) gilt hier. Die frühere Grenze von 20.000 € für die Verrechnung von Verlusten aus Termingeschäften wie CFDs ist gestrichen und auf alle offenen Fälle nicht mehr anzuwenden (§ 52 Abs. 28 EStG).

Beim Kauf gegen Bargeld gilt eine Grenze aus dem Geldwäschegesetz: Ab 2.000 € müssen Edelmetallhändler die Identität des Kunden feststellen (§ 10 Abs. 6a GwG). Anonyme Barkäufe, auch Tafelgeschäfte genannt, sind also nur unterhalb dieser Schwelle möglich. Eine Obergrenze dafür, wie viel Gold du als Privatperson kaufen darfst, gibt es nicht.

Was sind die Risiken einer Anlage in Gold?

Die größten Risiken einer Goldanlage sind lange Phasen fallender oder stagnierender Preise, Wechselkursschwankungen für Anleger in Euro und Kosten, die bei physischem Gold für Spanne und Lagerung anfallen.

  • Preisrisiko: Nach dem Rekord von 1980 fiel Gold um 70,3 % und brauchte 28 Jahre bis zu einem neuen Hoch. 2026 verlor es vom Rekord bis Mitte Juli 26,1 % in Dollar.
  • Keine laufenden Erträge: Gold ist ein Anlagegut ohne Zinsen und Dividenden. Die Rendite entsteht nur, wenn jemand später mehr dafür zahlt.
  • Währungsrisiko: 2025 kostete der stärkere Euro Anleger in Deutschland rund 19 Prozentpunkte Rendite gegenüber der Dollar-Rechnung (+48,0 % statt +67,4 %).
  • Kosten und Spannen: Bei kleinen Barren und Münzen ist die Spanne zwischen Kauf- und Rückkaufpreis höher als bei börsengehandelten Gold-Wertpapieren.
  • Lager- und Diebstahlrisiko: Gold zu Hause ist nur begrenzt versichert, ein Schließfach kostet Gebühren.
  • Produkt- und Emittentenrisiko: Gold-Wertpapiere sind Schuldverschreibungen. Die Deckung durch Gold mindert das Risiko eines Ausfalls des Emittenten, beseitigt es aber nicht vollständig. Bei CFDs kommt das Hebelrisiko hinzu.

📌 Good to know

Dieser Artikel dient der Information und ist keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Kurse schwanken, Verluste bis zum Totalverlust sind möglich. Die vergangene Entwicklung ist kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Quellen und Methodik

Alle Goldpreise sind LBMA-Goldpreise am Nachmittag (LBMA Gold Price PM) in US-Dollar und Euro, abgerufen über die Datenbank des World Gold Council, Stand 02.10.2026. Die D-Mark-Preise vor 1999 stammen aus dem Frankfurter Goldfixing, veröffentlicht von der Deutschen Bundesbank. Verbraucherpreise: Statistisches Bundesamt (Destatis), Verbraucherpreisindex für Deutschland, 2020 = 100. Goldreserven der Länder, Nachfrage und Angebot: World Gold Council (Central Banks Dashboard auf Basis der IWF-Statistik, Gold Demand Trends). Bundesbank-Gold: Geschäftsbericht 2025 der Deutschen Bundesbank. Produktdaten von den Emittenten, Steuerrecht aus den Gesetzestexten und Urteilen des Bundesfinanzhofs.

Methodik: Jahresveränderung = letzter Nachmittagspreis des Jahres geteilt durch den letzten Nachmittagspreis des Vorjahres, minus 1. Die Euro-Werte beruhen direkt auf dem LBMA-Preis in Euro. Durchschnittliche Renditen sind geometrische Mittel. Inflationsbereinigung: Jahresdurchschnitt des Goldpreises geteilt durch den Jahresdurchschnitt des Verbraucherpreisindex. Die Jahreswerte haben wir mit Schlusskursen des Gold-Futures an der New Yorker Comex gegengeprüft, die Abweichungen lagen bei höchstens 1,7 Prozentpunkten.

Häufig gestellte Fragen

Q

Was kostet 1 g Gold aktuell?

Ein Gramm Feingold kostete am 2. Oktober 2026 nach dem LBMA-Preis am Nachmittag 119,41 Euro oder 134,71 US-Dollar. Das ist der reine Materialwert. Beim Kauf eines 1-Gramm-Barrens zahlst du deutlich mehr, weil Prägung und Handel bei kleinen Barren anteilig teuer sind.

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Q

Wie viel Euro bekomme ich heute für 100 g Gold?

Der Materialwert von 100 Gramm Feingold lag am 2. Oktober 2026 bei rund 11.941 Euro. Ein Händler zahlt beim Ankauf eines 100-g-Barrens etwas weniger als den Materialwert, wie viel, hängt vom Händler und vom Zustand des Barrens ab.

Q

Was kostet 1 kg Gold vor 10 Jahren?

Ende September 2016 kostete ein Kilogramm Gold rund 37.940 Euro, Ende 2015 rund 31.210 Euro. Am 2. Oktober 2026 waren es 119.410 Euro, also gut das Dreifache.

Q

Was bekomme ich heute für 1 g 585 Gold?

585er Gold enthält 58,5 % Feingold. Der Materialwert lag am 2. Oktober 2026 bei 69,85 Euro pro Gramm. Ankäufer von Altgold zahlen in der Regel weniger, weil sie das Gold einschmelzen und scheiden lassen müssen.

Q

Wie viel Gold darf ich als Privatperson kaufen?

Eine Obergrenze gibt es nicht. Bei Barzahlung ab 2.000 Euro muss der Händler aber deine Identität feststellen (§ 10 Abs. 6a Geldwäschegesetz). Wer per Überweisung oder Karte zahlt, wird ohnehin identifiziert.

Q

Wann war der Goldpreis am höchsten?

Den bisher höchsten LBMA-Preis erreichte Gold am 29. Januar 2026 mit 5.405,00 US-Dollar je Feinunze. In Euro lag der Rekord am 2. März 2026 bei 4.537,54 Euro. Inflationsbereinigt lag der Rekord von 1980 in Preisen von 2025 bei rund 1.910 Euro und wurde in Euro erst 2020 übertroffen.

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Q

Warum steigt der Goldpreis?

Gründe für einen steigenden Goldpreis sind meist mehrere Faktoren zugleich: sinkende Realzinsen, ein schwächerer Dollar, Käufe von Notenbanken und Anlegern sowie Unsicherheit an den Finanzmärkten. Eine einzelne Ursache lässt sich selten benennen.

Q

Soll man 2026 noch in Gold investieren?

Das hängt von deinen Zielen, deinem Zeithorizont und deinem übrigen Vermögen ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Gold ist 2026 stark geschwankt: vom Rekord im Januar bis Mitte Juli um 26,1 % in Dollar. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung, Finalarm veröffentlicht keine Kursprognosen.

Q

Kann Gold völlig wertlos werden?

Dass Gold völlig wertlos wird, ist sehr unwahrscheinlich, weil es weltweit als Schmuck, in der Industrie und von Notenbanken nachgefragt wird. Hohe Verluste sind aber möglich: Nach 1980 fiel der Preis um 70,3 %. Bei Gold-Wertpapieren und CFDs kommen Emittenten- und Hebelrisiken hinzu.

Q

Ist Gold in Euro oder in Dollar gestiegen?

In beiden Währungen, aber unterschiedlich stark. 2025 stieg Gold um 67,4 % in Dollar und um 48,0 % in Euro, weil der Euro zulegte. Von 2016 bis 2025 waren es 15,2 % pro Jahr in Dollar und 14,4 % pro Jahr in Euro.

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