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Unicredit strebt Mehrheit an Commerzbank an – Bundesregierung zeigt Widerstand

9. Juli 2026, 10:06 Uhr374 AufrufeZuletzt geprüft: 20.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die Unicredit nähert sich der Übernahme der Commerzbank, hat jedoch die Mehrheit knapp verfehlt. Trotz offener Gespräche bleibt die Bundesregierung skeptisch gegenüber dem Vorgehen der Italiener. Während behördliche Genehmigungen ausstehen, wächst der Druck auf die Commerzbank, eine Lösung zu finden.

Die italienische Großbank Unicredit hat nach Ablauf ihres Übernahmeangebots am 3. Juli insgesamt 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien erworben. Zusammen mit den zuvor gehaltenen 26,77 Prozent steigt ihr Anteil auf 44,37 Prozent. Zusätzlich besitzt Unicredit Kaufoptionen für weitere 3,22 Prozent der Aktien, womit sich der Anteil auf maximal 47,59 Prozent erhöhen könnte. Die Bundesregierung bezeichnet das Vorgehen als inakzeptabel. Aufgrund der politischen Dimension traf der Unicredit-Chef Klingbeil zu Gesprächen über die Commerzbank-Zukunft.

Anteilsaufbau seit September 2024

Unicredit begann ihr Engagement bei der Commerzbank im September 2024. Im Mai unterbreitete die Bank ein Umtauschangebot von 0,485 eigenen Aktien je Commerzbank-Papier. Durch diese Konstruktion umging Unicredit die gesetzliche Pflichtangebotsgrenze von 30 Prozent, die ein vollständiges Übernahmeangebot an alle Aktionäre ausgelöst hätte.

Commerzbank fordert einvernehmliche Lösung

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp betont die Notwendigkeit eines konstruktiven Dialogs mit Unicredit-Chef Andrea Orcel. Die Bank erklärt, dass sich Synergien aus einem Zusammenschluss nur durch eine einvernehmliche Lösung unter Einbeziehung aller relevanten Parteien erreichen lassen. Dazu zählen die Unternehmensführung, Arbeitnehmervertreter und die Bundesregierung als zweitgrößter Aktionär. Orlopp wehrt sich seit fast zwei Jahren gegen die Übernahmeversuche. Konflikte um Unternehmensführungen wie diesen verfolgst du am besten mit einem verlässlichen Broker im Blick, wie unser Testbericht zu Libertex beschreibt.

Zweifel an Transparenz der Annahmequote

Die Commerzbank-Führung äußert Zweifel am hohen Maß der Zustimmung zum Übernahmeangebot. Nach internen Informationen hätten sowohl professionelle als auch private Investoren weniger als zwei Prozent ihrer Anteile angedient. Die angebotenen Aktien stammten überwiegend aus Kreisen nahestehender Banken oder Partnerinstitutionen in Italien. Unklar bleibe, in welchem Umfang geliehene Wertpapiere involviert seien. Erreicht ein Bieter eine hohe Beteiligungsschwelle, kann ein Squeeze-out zum Zwangsausschluss von Minderheitsaktionären folgen.

Aufsichtsrechtliche Hürden für weitere Schritte

Für eine vollständige Übernahme der 156 Jahre alten Commerzbank benötigt Unicredit Genehmigungen der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission. Weitere Aktienkäufe sind theoretisch möglich, unterliegen jedoch aufsichtsrechtlichen Bestimmungen europäischer Institutionen.

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