Themen in diesem Artikel:
- Kein fester Wert: Warum ein Punkt keine Zahl ist.
- Centwerte: 0,3 bis 3,0 Cent je nach Einlöseart.
- Der Rechner: Umsatz, Rate und Gebühr in einer Zahl.
- Break-even: Ab welchem Umsatz die Gebühr drin ist.
- Verfall und Steuern: 36 Monate Frist, 256 Euro Freigrenze.
- Punkte oder Geld: Wann Startguthaben klar besser ist.
- Quellen: Alle Zahlen mit Beleg, Stand Juli 2026.
Warum ein Punkt keinen festen Wert hat
Ein Bonuspunkt ist keine Währung. Er hat keinen Kurs, keinen Nennwert und keine Garantie — er ist ein Gutschein mit variabler Einlösequote. Wie viel er wert ist, entscheidest nicht du beim Sammeln, sondern der Anbieter beim Einlösen.
Das ist der zentrale Denkfehler bei fast jeder Punktekarte. Auf dem Kontoauszug stehen 6.000 Punkte, und das Gehirn liest das als Guthaben. Tatsächlich sind diese 6.000 Punkte je nach Einlösung zwischen 18 Euro und 180 Euro wert. Derselbe Kontostand, Faktor 10 Unterschied.
Der Wert entsteht erst beim Einlösen
Die Formel dahinter ist simpel und für jedes Programm gleich: Cent je Punkt = (Barpreis der Prämie − Steuern und Gebühren) ÷ eingesetzte Punkte × 100. Du rechnest also rückwärts vom echten Gegenwert, nicht vom Werbeversprechen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Prämienflug in der Business Class kostet regulär rund 2.400 Euro und wird für 112.000 Meilen abgegeben. Das ergibt gut 2,1 Cent je Meile — ein guter Wert. Dieselben Meilen im Sachprämien-Shop eingelöst landen bei etwa 0,3 Cent. Die Meilen sind identisch. Nur die Tür, durch die du sie schickst, ist verschieden.
Warum die Anbieter das so bauen
Programme leben von zwei Effekten. Erstens vom Bruch: Punkte, die nie eingelöst werden oder verfallen, kosten den Anbieter nichts. Zweitens von der Einlöse-Steuerung: Der Prämienshop ist prominent, bequem und schlecht — der gute Kanal liegt drei Klicks tiefer und verlangt Planung.
Dazu kommt seit Juni 2025 ein Strukturbruch. Miles & More hat die festen Meilenpreise für Prämienflüge auf ein dynamisches Modell umgestellt, das sich am Ticketpreis orientiert. Feste Meilentabellen, jahrelang die Grundlage jeder Kalkulation, sind damit Geschichte. Der Meilenwert schwankt heute mit dem Tagespreis.
Für dich heißt das: Jede Zahl in diesem Artikel ist eine Größenordnung, kein Versprechen. Genau deshalb arbeitet der Rechner unten mit Bandbreiten statt mit einem einzigen „Punktewert“. Mehr Einordnung zum Kartenmarkt findest du in unseren Kreditkarten-Statistiken für Deutschland.
Punkte sind ein zinsloses Darlehen
Ökonomisch betrachtet gibst du dem Anbieter Kredit. Du erbringst die Leistung sofort — den Umsatz — und bekommst eine Gegenleistung, die du erst Monate oder Jahre später abrufen kannst. In der Zwischenzeit trägst du drei Risiken allein.
Das Abwertungsrisiko: Der Anbieter kann Prämienpreise jederzeit anheben. Dein Punktestand bleibt gleich, seine Kaufkraft sinkt. Das Verfallrisiko: Nicht eingelöste Punkte laufen ab. Das Verfügbarkeitsrisiko: Die gute Einlösung existiert nur, wenn Prämienplätze frei sind — an deinem Wunschtermin oft nicht.
Ein Euro auf dem Konto kennt keines dieser drei Risiken. Das ist der Grund, warum ein Punkt selbst bei rechnerisch gleichem Gegenwert weniger wert ist als Bargeld. Er ist ein Versprechen unter Vorbehalt, und der Vorbehalt gehört dem Anbieter.
Einlösearten und ihre echten Centwerte
Die Einlöseart bestimmt den Wert deiner Punkte — nicht die Karte, nicht die Sammelrate, nicht der Willkommensbonus. Wer 6.000 Punkte im Prämienshop verbrennt, hat schlechter gewirtschaftet als jemand mit halb so vielen Punkten und einem Prämienflug.
Die folgenden Werte sind typische Größenordnungen aus Erhebungen zu Miles & More und vergleichbaren Handelsprogrammen. Sie sind exakt die Werte, die im Rechner hinterlegt sind.
| Einlöseart | Cent je Punkt | Bewertung |
|---|---|---|
| Sachprämie im Prämienshop | 0,30 Cent | Schwach — bequemster und teuerster Kanal. Der Toaster kostet dich real das Dreifache. |
| Hotel- und Mietwagenbuchung | 0,40 Cent | Schwach — klingt nach Reise, rechnet sich aber wie eine Sachprämie. |
| Gutschrift auf das Kartenkonto | 0,60 Cent | Mäßig — dafür planbar, sofort verfügbar und ohne Verfallrisiko. |
| Economy-Prämienflug | 0,90 Cent | Mäßig — bei günstigen Tarifen ist der Barpreis oft die bessere Wahl. |
| Gutschein (Handel, Tanken) | 1,00 Cent | Solide — der Referenzwert. In Handelsprogrammen gilt 1 Punkt = 1 Cent fix. |
| Premium-Economy-Prämienflug | 1,40 Cent | Solide — realistischer Sweet Spot für alle ohne Business-Budget. |
| Business-Class-Prämienflug | 1,90 Cent | Gut — der Kanal, auf den das ganze Sammeln eigentlich hinauslaufen sollte. |
| First-Class-Prämienflug | 3,00 Cent | Sehr gut — verlangt aber sehr hohe Punktestände und flexible Reisedaten. |
Die Spanne von 0,30 bis 3,00 Cent ist der eigentliche Befund. Zwischen der schlechtesten und der besten Einlösung liegt der Faktor 10 — und beide Wege stehen demselben Punktestand offen.
Die drei Zonen der Tabelle
Die Werte gruppieren sich in drei klar getrennte Zonen. Unter 0,5 Cent liegt die Verlustzone: Sachprämien, Hotel- und Mietwagenbuchungen. Hier zahlst du für ein Produkt real das Zwei- bis Dreifache des Ladenpreises — nur eben in einer Währung, deren Kurs du nicht nachrechnest. Genau darauf zielt das Design des Prämienshops.
Zwischen 0,6 und 1,0 Cent liegt die Normalzone: Gutschrift und Gutschein. Kein Schnäppchen, aber ehrlich, planbar und ohne Verfallrisiko. Für die Mehrheit aller Sammler ist das die realistische Zielgröße — und die Messlatte, an der sich jede andere Einlösung schlagen lassen muss.
Über 1,4 Cent beginnt die Premiumzone: Prämienflüge ab Premium Economy. Hier entsteht der Wert, mit dem Punkteprogramme werben — aber nur unter Bedingungen, die die wenigsten erfüllen: hohe Punktestände, flexible Reisedaten und die Disziplin, nicht zwischendurch einzulösen.
Warum Economy-Flüge enttäuschen
Der Economy-Prämienflug ist die häufigste Fehlannahme. Mit rund 0,90 Cent liegt er unter dem Gutschein-Referenzwert — Fliegen mit Meilen ist also nicht automatisch die gute Einlösung. Bei den ohnehin günstigen Tarifen auf Kurz- und Mittelstrecke ist der Barpreis meist die bessere Wahl, weil Steuern und Gebühren beim Prämienticket trotzdem anfallen und den Nettowert weiter drücken.
Der Hebel liegt woanders: Prämienlogik belohnt teure Tickets. Je höher der Barpreis, den du mit Punkten ersetzt, desto höher der Centwert. Deshalb kippt die Rechnung erst in der Kabine, deren Barpreis absurd ist — und deshalb ist „Business Class statt drei Economy-Flüge“ die einzige Strategie, die den Aufwand rechtfertigt.
📌 Good to know
Der Gutschein-Wert von 1,00 Cent ist der ehrlichste Maßstab. In großen Handelsprogrammen entspricht 1 Punkt fest 1 Cent, 100 Punkte also 1 Euro. Alles, was darunter liegt, ist ein Verlustgeschäft gegenüber der einfachsten verfügbaren Einlösung.
Einlösearten im Vergleich: Zwischen 0,30 und 3,00 Cent je Punkt liegt Faktor 10
Meilen- und Punkte-Rechner
Der Rechner übersetzt vier Eingaben in die einzige Zahl, die zählt: deine effektive Rendite auf den Kartenumsatz. Du brauchst dafür keine Kontoauszüge, nur vier Schätzwerte.
Deine Eingaben: der Jahresumsatz, den du über die Karte laufen lässt; die Sammelrate in Punkten je 1 Euro Umsatz (bei "1 Punkt je 2 Euro" trägst du 0,5 ein); die Einlöseart aus der Tabelle oben, deren Centwert hinterlegt ist; und die Jahresgebühr deiner Karte.
Deine Ergebnisse: die Punkte pro Jahr, ihr Gegenwert in Euro, der Wert je Punkt in Cent, die effektive Rendite in Prozent auf deinen Umsatz, das Netto nach Abzug der Jahresgebühr und der Break-even-Umsatz — jener Jahresumsatz, ab dem die Gebühr wieder eingespielt ist.
Modellrechnung. Die Centwerte sind Orientierungswerte aus der Tabelle oben — bei Prämienflügen hängt der tatsächliche Wert seit Juni 2025 dynamisch am Ticketpreis und kann deutlich abweichen. Die Rendite entspricht rechnerisch Sammelrate × Centwert, der Break-even-Umsatz Jahresgebühr ÷ (Sammelrate × Centwert ÷ 100). Punkteverfall, Mindesteinlösemengen und Zuzahlungen sind nicht berücksichtigt.
Zwei Hinweise zur Bedienung. Erstens: Rechne mit der Einlöseart, die du realistisch nutzt, nicht mit der, die du dir vornimmst. Wer seit drei Jahren im Prämienshop einlöst, sollte nicht mit First Class kalkulieren. Zweitens: Der Break-even-Umsatz ist die härteste Zahl im Rechner — liegt er über deinem tatsächlichen Umsatz, zahlt die Karte drauf.
Die Sammelrate richtig eintragen
Die häufigste Fehleingabe steckt in der Sammelrate. Programme werben mit "1 Meile je 2 Euro", der Rechner will aber Punkte je 1 Euro. Aus "1 Meile je 2 Euro" wird also 0,5, aus "1 Meile je 1 Euro" wird 1,0. Wer hier die 1 aus der Werbung übernimmt, verdoppelt sein Ergebnis auf dem Papier.
Zweite Stolperstelle: Kategorie-Boosts. Erhöhte Raten gelten meist nur für einen Teil deiner Umsätze. Trage deshalb eine gewichtete Durchschnittsrate über alle Umsätze ein, nicht die Bestrate aus einer einzelnen Kategorie.
Was der Rechner bewusst weglässt
Nicht berücksichtigt sind Willkommensboni. Sie fallen einmalig an und verzerren die Rendite im ersten Jahr massiv nach oben — genau deshalb rechnet der Rechner den Dauerzustand ab Jahr zwei. Ebenfalls außen vor bleiben Versicherungen, Lounge-Zugang und ähnliche Vorteile: Sie können eine Karte tragen, sind aber keine Punkte-Rendite und gehören separat bewertet.
Ebenso ausgeklammert: der Anteil deiner Punkte, der am Ende gar nicht eingelöst wird. Der Rechner unterstellt eine Einlösequote von 100 Prozent und zeigt damit den Bestfall. Wer ehrlich kalkulieren will, zieht von seinem Ergebnis die Punkte ab, die erfahrungsgemäß liegen bleiben oder verfallen.
Sammelrate, Jahresgebühr und der Break-even
Die effektive Rendite folgt einer erstaunlich schlanken Formel: Rendite in Prozent = Sammelrate × Centwert. Bei 0,5 Punkten je Euro und 1,0 Cent je Punkt sind das 0,5 Prozent. Mehr Mathematik steckt nicht dahinter — und genau deshalb sind die Größenordnungen so ernüchternd.
Was am Markt üblich ist
Die verbreitetste Sammelrate deutscher Meilenkarten liegt bei 1 Meile je 2 Euro Umsatz, also 0,5 Punkte je Euro. Business-Varianten derselben Programme sammeln oft doppelt, nämlich 1 Meile je 1 Euro. Die Jahresgebühren bewegen sich von 0 Euro bei Einsteigerkarten über rund 66 Euro bei Standardkarten bis etwa 138 Euro bei Gold-Varianten.
Das Rechenbeispiel: 12.000 Euro Jahresumsatz, Sammelrate 0,5 Punkte je Euro, Jahresgebühr 66 Euro. Das ergibt 6.000 Punkte pro Jahr.
| Einlöseart | Gegenwert | Rendite | Netto nach Gebühr | Break-even-Umsatz |
|---|---|---|---|---|
| Sachprämie (0,30 ct) | 18,00 € | 0,15 % | −48,00 € | 44.000 € |
| Hotel/Mietwagen (0,40 ct) | 24,00 € | 0,20 % | −42,00 € | 33.000 € |
| Gutschrift (0,60 ct) | 36,00 € | 0,30 % | −30,00 € | 22.000 € |
| Economy-Flug (0,90 ct) | 54,00 € | 0,45 % | −12,00 € | 14.667 € |
| Gutschein (1,00 ct) | 60,00 € | 0,50 % | −6,00 € | 13.200 € |
| Premium Economy (1,40 ct) | 84,00 € | 0,70 % | +18,00 € | 9.429 € |
| Business Class (1,90 ct) | 114,00 € | 0,95 % | +48,00 € | 6.947 € |
| First Class (3,00 ct) | 180,00 € | 1,50 % | +114,00 € | 4.400 € |
Lies die vierte Spalte genau. Bei 12.000 Euro Jahresumsatz und 66 Euro Gebühr ist die Karte in fünf von acht Einlösearten ein Minusgeschäft. Erst ab Premium Economy dreht das Vorzeichen. Wer im Prämienshop einlöst, müsste 44.000 Euro im Jahr über die Karte schieben, nur um die Gebühr auszugleichen.
Die Rendite ist niedriger als gedacht
Selbst im Bestfall der Tabelle — First Class, perfekte Einlösung — liegt die Rendite bei 1,50 Prozent. In der realistischen Mitte, also bei Gutschein-Einlösung, sind es 0,50 Prozent. Auf 12.000 Euro Umsatz entspricht das 60 Euro im Jahr, brutto, vor Gebühr. Nach 66 Euro Jahresgebühr bleibt ein Minus von 6 Euro.
Das ist der unbequeme Kern: Eine Standard-Punktekarte mit durchschnittlicher Sammelrate und durchschnittlicher Einlösung ist bei durchschnittlichem Umsatz ein Nullsummenspiel. Sie funktioniert nur an den Rändern — bei sehr hohem Umsatz, bei doppelter Sammelrate oder bei konsequenter Premium-Einlösung.
Die drei Stellschrauben
Sammelrate verdoppeln: Business-Varianten sammeln oft 1 Meile je 1 Euro statt je 2 Euro. Das halbiert jeden Break-even-Wert in der Tabelle — aus 13.200 Euro werden 6.600 Euro. Gebühr senken: Bei 0 Euro Jahresgebühr existiert kein Break-even mehr, jede Einlösung ist Gewinn. Einlösung verbessern: Der Wechsel vom Prämienshop zur Business Class steigert die Rendite um mehr als das Sechsfache — ohne einen Euro Mehrumsatz.
Die dritte Schraube ist die stärkste und die einzige, die dich nichts kostet. Sie verlangt nur, dass du vor dem Einlösen einmal rechnest statt klickst.
💡 Tip
Der Break-even-Umsatz ist der schnellste Kartencheck überhaupt: Jahresgebühr ÷ (Sammelrate × Centwert ÷ 100). Liegt das Ergebnis über deinem realistischen Jahresumsatz, trägt sich die Karte allein über Punkte nicht — dann muss der Rest über Versicherungen oder andere Vorteile kommen.
Beispielrechnung: In fünf von acht Einlösearten ist die Karte ein Minusgeschäft
Verfall, Inaktivität und die Steuerfrage
Punkte sind verderbliche Ware. Prämienmeilen sind bei Miles & More 36 Monate ab dem Sammelereignis gültig und verfallen dann zum nächsten Quartalsende. Jede Meile trägt ihr eigenes Verfallsdatum — dein Konto hat kein einheitliches Ablaufdatum, sondern eine Kette davon.
Verfall ist eine Renditefrage
Wer 6.000 Punkte verfallen lässt, hat nicht "nichts verloren", sondern die gesamte Sammelrendite auf 12.000 Euro Umsatz vernichtet — und die Jahresgebühr trotzdem gezahlt. Aus 0,95 Prozent Rendite werden minus 0,55 Prozent. Verfall ist damit teurer als jede schlechte Einlöseart — selbst der verachtete Prämienshop mit 0,30 Cent schlägt die Null noch deutlich. Die schlechteste Einlösung ist immer noch besser als keine.
Es gibt zwei belastbare Schutzmechanismen. Bei Statuskunden (Frequent Traveller, Senator, HON Circle) ist der Verfall für die Dauer der Statuszugehörigkeit ausgesetzt. Und bei einer aktiven Programm-Kreditkarte gilt: Wer die Karte seit mindestens drei Monaten hält und mindestens einen meilenfähigen Umsatz pro Monat tätigt, dessen Prämienmeilen sind unbegrenzt gültig. Bereits verfallene Meilen lassen sich dadurch allerdings nicht reaktivieren.
Steuern: privat meist unkritisch
Privat gesammelte Bonuspunkte sind in der Praxis selten ein Steuerthema. Boni, Prämien und Rückvergütungen bleiben unproblematisch, solange sie zusammengenommen im Jahr unter 256 Euro liegen. Wichtig: Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag — bei 256 Euro oder mehr wird der gesamte Betrag als sonstige Einkünfte erklärungspflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.
Die Freigrenze gilt zudem anbieterübergreifend. Wer im selben Jahr Punkte aus mehreren Programmen, einen Willkommensbonus und eine Wechselprämie kassiert, kommt der Grenze schneller nahe als gedacht — die Einzelbeträge sind harmlos, die Summe entscheidet.
Anders liegt der Fall bei dienstlich gesammelten Punkten, die privat eingelöst werden. Sie zählen grundsätzlich zum Arbeitslohn. Zur Vereinfachung gilt hier ein Freibetrag von 1.080 Euro im Jahr für Sachprämien aus Kundenbindungsprogrammen — als Jahreswert über alle Programme zusammen. Oberhalb dieser Grenze ist jede weitere Sachprämie zu versteuern.
📌 Good to know
Bei den typischen Größenordnungen aus dem Rechner — 18 bis 180 Euro Gegenwert im Jahr — bleibt privates Punktesammeln klar unter der 256-Euro-Freigrenze. Relevant wird die Grenze erst, wenn mehrere Programme, Willkommensboni und Zinsprämien im selben Jahr zusammenkommen.
Punkte oder schlichtes Startguthaben?
Für die meisten Kartennutzer schlägt eine simple Rückvergütung das Punktesammeln — und zwar deutlich. Übliche Erstattungsraten liegen in Deutschland bei 0,5 bis 1 Prozent des Umsatzes, ohne Einlöseaufwand, ohne Verfallrisiko, ohne Prämienshop-Falle.
Der direkte Vergleich bei 12.000 Euro Jahresumsatz: Eine Rückvergütung von 1 Prozent bringt 120 Euro — verlässlich. Die Punktekarte bringt zwischen 18 Euro (Prämienshop) und 180 Euro (First Class). Punkte schlagen die Rückvergütung also nur im obersten Segment, und nur bei perfekter Einlösung.
Die ehrliche Entscheidungsregel
Punkte lohnen sich unter drei Bedingungen gleichzeitig: Du fliegst regelmäßig Langstrecke, du löst tatsächlich in Prämienflügen ein (nicht in Sachprämien), und du bist bei Reisedaten flexibel genug, um Prämienverfügbarkeit zu nutzen. Fehlt auch nur eine dieser Bedingungen, ist Startguthaben die nüchtern bessere Wahl.
Der Grund ist psychologisch, nicht mathematisch. Punkte erzeugen eine Sammel-Illusion: Der wachsende Kontostand fühlt sich nach Vermögen an, obwohl er ein zinsloses Darlehen an den Anbieter ist. Rückvergütung dagegen ist am Tag der Abrechnung erledigt und kann nicht verfallen.
Dazu kommt ein Effekt, den kein Rechner abbildet: Punktekarten verleiten zu Mehrumsatz. Wer Punkte jagt, schiebt Zahlungen über die Karte, die sonst nicht stattfänden. Bei 0,5 Prozent Rendite kostet jeder zusätzlich ausgegebene Euro dich 99,5 Cent — ein Geschäft, das sich nie rechnet.
Der Umsatz-Schwellenwert
Die Bundesbank-Studie zum Zahlungsverhalten ordnet das Ganze ein: 2025 wurden erstmals mehr Einkäufe bargeldlos als bar bezahlt — 55 Prozent aller Zahlungen. Die Kreditkarte bleibt darin aber ein Nischeninstrument mit kleinem Umsatzanteil. Realistische Jahresumsätze liegen bei den meisten Haushalten im niedrigen fünfstelligen Bereich — also dort, wo der Break-even in unserer Tabelle noch nicht erreicht ist.
Ein weiterer Punkt zugunsten der Rückvergütung: Sie ist unabhängig von Programmänderungen. Die Umstellung auf dynamische Meilenpreise hat Meilenbestände über Nacht neu bewertet, ohne dass Sammler etwas dagegen tun konnten. Weitere Karten und Bonusmodelle findest du in unserem Bereich Kreditkarte.
💡 Tip
Führe den Test mit deinen echten Zahlen: Nimm den Punktestand, den du im letzten Jahr tatsächlich eingelöst hast — nicht den, den du gesammelt hast. Die Differenz zwischen beiden ist dein persönlicher Bruch, und er verschiebt die Rendite fast immer Richtung Startguthaben.
Quellen und Methodik
Stand: Juli 2026. Die Centwerte je Einlöseart sind typische Größenordnungen aus öffentlichen Erhebungen zu Miles & More und großen Handels-Bonusprogrammen; sie sind bewusst als Bandbreiten-Mittelwerte gewählt und mit den im Rechner hinterlegten Werten identisch. Alle Beispielrechnungen basieren auf 12.000 Euro Jahresumsatz, 0,5 Punkten je Euro und 66 Euro Jahresgebühr und wurden nachgerechnet. Da Prämienpreise seit Juni 2025 dynamisch am Ticketpreis hängen, sind die Werte Orientierung, keine Garantie.
- Miles & More: Wie lange sind meine Prämienmeilen gültig? (36-Monats-Regel)
- Miles & More: Kein Meilenverfall mit Kreditkarte — Bedingungen
- PAYBACK: Wie viel sind die Punkte wert? (1 Punkt = 1 Cent)
- Bundesministerium der Justiz: § 22 Nr. 3 EStG — Freigrenze von 256 Euro für sonstige Einkünfte
- Bundesministerium der Justiz: § 3 Nr. 38 EStG — Sachprämien aus Kundenbindungsprogrammen bis 1.080 Euro
- Deutsche Bundesbank: Zahlungsverhalten in Deutschland 2025
Häufig gestellte Fragen
Wie viel ist ein Kreditkarten-Punkt wert?
Ein Punkt liegt je nach Einlöseart zwischen 0,30 Cent im Prämienshop und rund 3,00 Cent beim First-Class-Prämienflug. Der Gutschein-Wert von 1,00 Cent ist der brauchbare Referenzmaßstab. Einen festen Wert gibt es nicht — er entsteht erst beim Einlösen.
Ab welchem Umsatz lohnt sich eine Karte mit Jahresgebühr?
Der Break-even folgt aus Jahresgebühr geteilt durch Sammelrate mal Centwert. Bei 66 Euro Gebühr, 0,5 Punkten je Euro und Gutschein-Einlösung sind das 13.200 Euro Jahresumsatz. Bei Business-Class-Einlösung sinkt die Schwelle auf rund 6.950 Euro.
Wann verfallen gesammelte Meilen?
Prämienmeilen sind 36 Monate ab dem Sammelereignis gültig und verfallen zum nächsten Quartalsende. Jede Meile hat ein eigenes Verfallsdatum. Statuskunden sind ausgenommen; mit einer aktiven Programm-Kreditkarte und monatlichem Umsatz bleiben Meilen unbegrenzt gültig.
Muss ich Bonuspunkte versteuern?
Privat gesammelte Boni bleiben unproblematisch, solange sie im Jahr zusammen unter 256 Euro liegen — eine Freigrenze, kein Freibetrag. Dienstlich gesammelte und privat eingelöste Sachprämien zählen zum Arbeitslohn, hier gilt ein Jahresfreibetrag von 1.080 Euro über alle Programme.
Sind Punkte besser als eine einfache Rückvergütung?
Für die meisten Nutzer nicht. Übliche Rückvergütungen von 0,5 bis 1 Prozent bringen bei 12.000 Euro Umsatz bis zu 120 Euro ohne Aufwand und Verfallrisiko. Punkte schlagen das nur bei konsequenter Einlösung in Premium-Prämienflügen — sonst landen sie darunter.



