In Deutschland nutzen nur noch 61 Prozent der Menschen ein Festnetztelefon zu Hause. Das entspricht einem Rückgang von 10 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr 2025, wie eine Umfrage des Vergleichsportals Verivox zeigt. 39 Prozent der Befragten gaben an, überhaupt keinen stationären Telefonanschluss mehr zu verwenden. Von dieser Gruppe besitzen etwa 19 Prozent zwar einen Festnetzanschluss über ihren Internetvertrag, nutzen ihn jedoch nicht aktiv.
Altersabhängige Nutzungsmuster
Die Umfrage des Marktforschungsunternehmens Innofact erfasste 1.000 Personen zwischen 18 und 79 Jahren. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen:
- 18- bis 29-Jährige: 42 Prozent nutzen regelmäßig ein Festnetztelefon
- 70- bis 79-Jährige: 89 Prozent greifen auf das klassische Telefon zurück
- Tägliche Nutzung: nur etwa jeder zehnte Befragte
Mobilfunk-Flatrates als Hauptursache
Flatrate-Tarife für Mobiltelefone haben die Kostenvorteile des Festnetzes beseitigt. Telefongespräche über das Handy verursachen keine höheren Kosten mehr als über einen Festnetzanschluss. Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox, nennt zudem das große monatliche Datenvolumen bei Smartphone-Tarifen als entscheidenden Faktor. Nutzer können problemlos über Chatdienste Audio- oder Videogespräche führen, ohne dass das Datenvolumen schnell erschöpft ist.
Verbesserte Netzabdeckung und wirtschaftliche Faktoren
Die Netzabdeckung für Mobilfunk hat sich erheblich verbessert. Es gibt kaum noch Regionen in Deutschland ohne stabilen Handyempfang. In Zeiten finanzieller Unsicherheiten verzichten immer mehr Menschen auf einen separaten Festnetzanschluss und erledigen ihre Kommunikationsbedürfnisse über das Smartphone.
