Themen in diesem Artikel:
- Karte vor Bargeld: 54 % zahlen im Urlaub lieber bargeldlos.
- Bargeld bleibt: 37 % nehmen fast die ganze Reisekasse bar mit.
- Mobil bezahlen: 66 % haben zuletzt per Smartphone gezahlt.
- Reiseausgaben: 87,9 Mrd. Euro Rekord im Jahr 2025.
- Akzeptanz weltweit: Wo du mit Karte durchkommst.
- Gebühren und DCC: Aufschläge von 3 bis 13 % vermeiden.
Karte überholt Bargeld: Die Kernzahlen zum Bezahlen im Urlaub 2026
54 Prozent der Deutschen zahlen im Urlaub 2026 am liebsten mit Karte oder Smartphone-App — der höchste Wert, der in der norisbank-Sommerumfrage je gemessen wurde. Damit hat sich das Kräfteverhältnis auf Reisen endgültig gedreht: 2019 lag der Anteil der Kartenzahler noch bei 39,9 Prozent, 2025 bei 50,8 Prozent. Innerhalb von sieben Jahren hat die Karte im Urlaubsgepäck rund 14 Prozentpunkte gewonnen.
Die Umfrage der norisbank, durchgeführt mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT unter 1.021 Personen im März 2026, zeigt auch, womit genau bezahlt wird: 45,4 Prozent der Kartenfans greifen am liebsten zur Kreditkarte, 30,9 Prozent zur Girocard beziehungsweise Debitkarte, 10,9 Prozent zahlen bevorzugt per Smartphone-App. Die Kreditkarte ist damit das dominierende bargeldlose Zahlungsmittel auf Reisen — deutlich vor allen Alternativen.
Der Trend im Urlaub spiegelt die Entwicklung zu Hause. Nach der Zahlungsverhaltensstudie der Deutschen Bundesbank wurden 2025 erstmals 55 Prozent aller erfassten Einkäufe in Deutschland bargeldlos bezahlt. Bargeld kam noch auf 45 Prozent der Transaktionen — 6 Prozentpunkte weniger als 2023. Die Debitkarte folgt mit 26 Prozent, mobile Bezahlverfahren erreichen bereits 10 Prozent aller Zahlungen.
Alter entscheidet: Wer im Urlaub noch bar zahlt
Der Blick auf die Altersgruppen erklärt, warum der Wandel so stetig verläuft. Bei den 18- bis 34-Jährigen zahlen 57,6 Prozent im Urlaub lieber mit Karte oder Smartphone, bei den 35- bis 49-Jährigen sind es 56,9 Prozent. Nur in der Generation über 50 liegt Bargeld mit 50,6 Prozent noch hauchdünn vorn — gegenüber 49,4 Prozent Kartenzahlern. Selbst dort ist der Vorsprung also praktisch aufgebraucht.
Die Motive der Kartenzahler sind pragmatisch: 17,1 Prozent schätzen die Nachvollziehbarkeit über den Kontoauszug, unabhängig von Land und Währung. 16,9 Prozent finden Kartenzahlung schlicht unkompliziert, weil das ständige Bargeldbeschaffen entfällt. 7,1 Prozent nennen die Sorge vor Verlust oder Diebstahl von Scheinen als Hauptgrund. Wie sich diese Zahlen in den Gesamtmarkt einordnen, zeigt unsere große Übersicht der Kreditkarten-Statistiken für Deutschland.
Karte überholt Bargeld im Urlaub: norisbank-Sommerumfrage 2019 bis 2026
Bargeld bleibt Reisebegleiter: Was die Deutschen wirklich einstecken
56,4 Prozent der Deutschen zahlen im Urlaub nach wie vor gern mit Scheinen und Münzen — das ergab eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank vom Januar 2026. Die scheinbare Diskrepanz zur norisbank-Erhebung löst sich bei genauem Hinsehen auf: Gefragt wurde hier nicht nach dem bevorzugten, sondern nach allen gern genutzten Zahlungsmitteln. 39,9 Prozent nennen zusätzlich die Kreditkarte, 33,8 Prozent die Girocard. Die meisten Reisenden fahren also zweigleisig.
Bemerkenswert ist das Sicherheitsempfinden: Rund 35 Prozent der Verbraucher halten Bargeld für das sicherste Zahlungsmittel im Ausland. Objektiv spricht wenig dafür — gestohlenes Bargeld ist unwiederbringlich verloren, während Karten binnen Minuten gesperrt und missbräuchliche Abbuchungen in der Regel erstattet werden. Das Bauchgefühl vieler Urlauber hinkt der Realität hier hinterher.
Die Bargeld-Falle in der Reisekasse
Mehr als ein Drittel der Reisenden (37 Prozent) nimmt so viel Bargeld mit, dass es den Großteil oder sogar alle Urlaubsausgaben decken soll. Der Bankenverband empfiehlt dagegen, höchstens ein Drittel des Reisebudgets bar mitzuführen. Wer mit mehreren hundert Euro im Portemonnaie am Strand liegt, trägt ein vermeidbares Risiko — Reiseversicherungen erstatten gestohlenes Bargeld meist gar nicht oder nur mit niedrigen Obergrenzen.
Zur Größenordnung: Deutsche Urlauber geben vor Ort im Schnitt rund 67 Euro pro Tag aus, über einen typischen Jahresurlaub summiert sich das auf etwa 1.000 Euro. Wer davon zwei Drittel auf Karte und Konto verteilt, reduziert das Verlustrisiko drastisch, ohne an Flexibilität zu verlieren.
📌 Good to know
Ab 10.000 Euro Bargeld musst du bei Reisen über die EU-Außengrenze den Betrag beim Zoll anmelden — auch innerhalb der EU können Kontrollen mit Auskunftspflicht stattfinden. Für die normale Reisekasse ist das irrelevant, bei größeren Summen drohen sonst empfindliche Bußgelder.
Interessant ist auch der Blick der Bundesbank auf die Grundhaltung: 80 Prozent der Deutschen halten den Zugang zu Bargeld weiterhin für wichtig oder unverzichtbar. Bargeld verschwindet also nicht — es wandelt sich vom Standard- zum Backup-Zahlungsmittel, im Alltag wie auf Reisen.
Dieser Rollenwechsel hat einen rationalen Kern: In vielen Reiseländern bleibt ein Grundstock an Landeswährung schlicht funktional notwendig — für Trinkgelder, Straßenmärkte, ländliche Regionen oder den Fall eines Netzausfalls am Terminal. Die kluge Reisekasse besteht deshalb nicht aus einem Entweder-oder, sondern aus einer bewussten Aufteilung: Karte als Hauptzahlungsmittel, Bargeld als kalkulierte Reserve in überschaubarer Höhe. Genau diese Mischung praktiziert die Mehrheit der Deutschen inzwischen, wie die parallelen Nennungen von Bargeld, Kredit- und Girocard in der Postbank-Erhebung zeigen.
Kontaktlos und mobil: Das Smartphone wird zur Reisekasse
66 Prozent der Deutschen haben laut Bitkom-Umfrage vom Mai 2026 in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal mit Smartphone oder Smartwatch an der Kasse bezahlt. Drei Jahre zuvor war es mit 51 Prozent nur gut die Hälfte. Rechnet man Karten dazu, zahlen inzwischen 97 Prozent der Bevölkerung zumindest gelegentlich kontaktlos — kontaktloses Bezahlen ist damit faktisch flächendeckend angekommen. Technologien wie Visas PayWave ermöglichen dieses schnelle Bezahlen per Funkchip auf Karte oder Smartphone.
Die Nutzungsintensität steigt ebenfalls: 10 Prozent zahlen mehrmals täglich mobil, weitere 22 Prozent täglich und 23 Prozent mehrmals pro Woche. Bei den 16- bis 29-Jährigen nutzen 78 Prozent Smartphone oder Smartwatch zum Bezahlen, selbst in der Generation 65 plus ist es mit 33 Prozent jeder Dritte.
Was das für den Urlaub bedeutet
Auf Reisen schlägt sich der Trend messbar nieder: Laut Postbank-Umfrage plant jeder Fünfte (20 Prozent), im nächsten Urlaub mit Smartphone oder Smartwatch zu bezahlen. Die Wallet auf dem Handy hat dabei handfeste Reise-Vorteile: Die physische Karte bleibt im Hotelsafe, die Kartennummer wird beim Bezahlen tokenisiert übertragen, und bei Verlust des Geräts lässt sich die digitale Karte aus der Ferne deaktivieren.
Hinter fast jeder Smartphone-Zahlung steckt übrigens eine hinterlegte Kredit- oder Debitkarte — die Konditionen der physischen Karte (Fremdwährungsentgelt, Abhebegebühren) gelten eins zu eins auch in der Wallet. Wer die passende Reisekarte sucht, findet in unserer Rubrik Kreditkarte laufend aktuelle Vergleiche und Analysen.
💡 Tip
Richte deine Wallet vor der Abreise ein und teste sie einmal im Inland. Manche Banken verlangen für die Aktivierung eine TAN-Bestätigung per SMS oder App — im Ausland mit Prepaid-SIM oder ohne Roaming kann genau das zum Problem werden.
Auch der Handel im Ausland ist weiter: Während in Deutschland laut Bundesbank bei 86 Prozent der Vor-Ort-Käufe bargeldlos gezahlt werden konnte, liegt die Akzeptanzquote in vielen klassischen Urlaubsländern — von Skandinavien über die Niederlande bis Großbritannien — praktisch bei 100 Prozent. Das Gefälle verläuft heute eher umgekehrt: Deutsche Urlauber treffen im Ausland oft auf bessere Kartenakzeptanz als daheim.
Der Frust darüber ist zu Hause messbar: 74 Prozent der Deutschen stört es laut Bitkom, wenn sie in einem Geschäft nur bar bezahlen können, und 70 Prozent wünschen sich eine gesetzliche Pflicht für mindestens eine elektronische Bezahloption. Wer im Urlaub zwei Wochen lang erlebt hat, dass selbst der Espresso am Kiosk kontaktlos funktioniert, bringt diese Erwartung mit zurück — die Reise wirkt als Beschleuniger des Wandels im Inland.
Reiseausgaben auf Rekordniveau: 87,9 Milliarden Euro für den Urlaub
87,9 Milliarden Euro gaben die Deutschen 2025 für vorab gebuchte Urlaubsreisen mit mindestens einer Übernachtung aus — ein neuer Rekord und über 5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Deutsche Reiseverband (DRV) meldet. 57,1 Millionen Menschen unternahmen längere Urlaubsreisen, die Reiseintensität lag bei 80,5 Prozent der Bevölkerung. Vier von fünf Deutschen verreisen also — und jede dieser Reisen ist auch eine Zahlungsentscheidung.
Die Reiseveranstalter setzten 43,4 Milliarden Euro um (Vorjahr: 39,8 Milliarden), allein auf Hochsee- und Flusskreuzfahrten entfielen 6,7 Milliarden Euro bei 4,2 Millionen Passagieren. Diese Summen fließen überwiegend bargeldlos: Pauschalreisen, Flüge und Hotels werden fast ausschließlich per Überweisung, Lastschrift oder Kreditkarte bezahlt — Bargeld spielt erst vor Ort eine Rolle.
Gerade bei diesen hohen Vorab-Summen zeigt die Kreditkarte einen strukturellen Vorteil: Das Chargeback-Verfahren der Kartennetzwerke erlaubt es, Zahlungen zurückzuholen, wenn eine Fluggesellschaft oder ein Veranstalter insolvent wird und die Leistung nicht erbringt. Bei einer Überweisung ist das Geld in solchen Fällen meist nur über die Insolvenzmasse zu retten — ein Grund, warum Verbraucherschützer für Reisebuchungen regelmäßig zur Kartenzahlung raten.
Gerade bei der Kreditkartenzahlung der Reise selbst kommt ein rechtlicher Nebeneffekt hinzu, den viele unterschätzen: Geht der Veranstalter oder die Airline pleite und die Leistung wird nicht erbracht, lässt sich die Zahlung über das Chargeback-Verfahren der Kartennetzwerke zurückholen. Bei Überweisungen existiert dieser Schutzmechanismus nicht — ein handfestes Argument, größere Reisebuchungen über die Karte abzuwickeln.
Das Vor-Ort-Budget: gut 300 Euro pro Kopf für Extras
Für Restaurantbesuche, Ausflüge und spontane Extras planen die Deutschen 2026 im Schnitt 308,37 Euro pro Person zusätzlich ein. 81,4 Prozent kommen mit bis zu 500 Euro pro Kopf aus — 2025 lag dieser Anteil erst bei 64,6 Prozent. Die Nebenkosten-Budgets werden also disziplinierter geplant, was Beobachter auf den anhaltenden Kostendruck zurückführen.
Die folgende Tabelle bündelt die wichtigsten Kennzahlen zum Zahlungsverhalten im Urlaub im Überblick:
| Kennzahl | Wert | Quelle / Stand |
|---|---|---|
| Karte/App bevorzugt im Urlaub | 54 % (2019: 39,9 %) | norisbank/INNOFACT, 2026 |
| Lieblings-Zahlmittel der Kartenzahler | 45,4 % Kreditkarte, 30,9 % Girocard, 10,9 % App | norisbank/INNOFACT, 2026 |
| Zahlen gern bar im Urlaub | 56,4 % (Mehrfachnennung) | Postbank/YouGov, Januar 2026 |
| Mobil bezahlt (12 Monate) | 66 % (2023: 51 %) | Bitkom, Mai 2026 |
| Bargeldlose Zahlungen Deutschland | 55 % aller Transaktionen | Bundesbank, Studie 2025 |
| Reiseausgaben gesamt | 87,9 Mrd. Euro (+5 %) | DRV, Reisemarkt 2025 |
| Vor-Ort-Budget für Extras | 308,37 Euro pro Person | norisbank/INNOFACT, 2026 |
Kartenakzeptanz nach Reiseländern: Wo die Karte reicht — und wo nicht
Die Kartenakzeptanz unterscheidet sich zwischen beliebten Reisezielen der Deutschen erheblich. In Schweden wird nur noch etwa jede zehnte Zahlung bar abgewickelt — viele Cafés, Läden und Museen nehmen gar kein Bargeld mehr an, und ab den 2030er-Jahren will das Land nach erklärtem Ziel weitgehend bargeldlos funktionieren. Am anderen Ende der Skala stehen Ziele wie Japan abseits der Metropolen oder ländliche Regionen Südeuropas, wo Bargeld weiterhin fest zum Alltag gehört.
Als Faustregel gilt: Visa und Mastercard werden in über 200 Ländern akzeptiert, in Hotels, größeren Restaurants und im organisierten Handel praktisch weltweit. Eng wird es bei Straßenmärkten, kleinen Familienbetrieben, Taxis abseits der Apps und öffentlichen Toiletten — dort entscheidet die lokale Zahlungskultur.
| Reiseregion | Kartenakzeptanz | Bargeld-Empfehlung |
|---|---|---|
| Skandinavien | Sehr hoch — nur noch rund 10 % Barzahlungen in Schweden, viele Läden ohne Bargeldannahme | Kaum nötig, kleiner Notgroschen genügt |
| UK / Niederlande / Frankreich | Sehr hoch, kontaktlos ist Standard bis in den Kleinstbetrag | Geringer Barbetrag für Märkte und Trinkgeld |
| Spanien / Italien / Portugal | Hoch in Städten und Touristenzonen; kleinere Betriebe teils bargeldorientiert | Mittlerer Barbetrag, besonders auf dem Land |
| Türkei / Balkan / Nordafrika | Solide in Hotels und Ketten; Basare, Taxis und Lokales oft nur bar | Bargeld fest einplanen, in Landeswährung |
| USA / Kanada / Australien | Sehr hoch, Kreditkarte ist Alltagsstandard (Mietwagen/Hotel oft nur mit Kreditkarte) | Wenig Bargeld, Kreditkarte Pflicht |
| Japan / Südostasien | Gemischt — Metropolen gut, ländliche Regionen und Garküchen stark bargeldgeprägt | Höherer Barbetrag, Abhebe-Strategie planen |
Wichtig für Fernreisen: In Nordamerika ist die Kreditkarte bei Mietwagen und Hotel-Deposits faktisch Pflicht, reine Debitkarten stoßen dort an Grenzen. In bargeldgeprägten Ländern wiederum entscheidet die Abhebe-Strategie über die Nebenkosten — was Automatenbetreiber je nach Land verlangen, schlüsseln wir in unserer Gebühren-Weltkarte fürs Bargeldabheben im Detail auf.
Debitkarte, Kreditkarte oder beides?
Für die Praxis hat sich eine Zweiteilung bewährt. Debitkarten moderner Direktbanken eignen sich gut fürs Abheben und Alltagszahlen, weil viele Anbieter auf Fremdwährungsentgelte verzichten. Kreditkarten mit echtem Verfügungsrahmen sind dagegen bei Kautionen unschlagbar: Mietwagenstationen und viele Hotels blockieren den Sicherheitsbetrag auf dem Kreditrahmen, statt ihn wie bei der Debitkarte tagelang vom Girokonto zu reservieren.
Dazu kommt ein oft übersehener Punkt: Einige Vermieter und Hotelketten außerhalb Europas lehnen Debitkarten für Deposits schlicht ab — erkennbar am Aufdruck "Debit" auf der Karte. Wer beide Kartentypen mitführt, umgeht das Problem vollständig und hat zugleich die vom Bankenverband empfohlene Reserve für den Verlustfall.
Kartenakzeptanz nach Reiseregionen: qualitative Einordnung
Gebühren, DCC-Falle und Sicherheit: Die teuersten Fehler im Urlaub
Der teuerste Einzelfehler beim Bezahlen im Ausland ist die dynamische Währungsumrechnung (Dynamic Currency Conversion, DCC): Wer am Terminal oder Automaten die Abrechnung in Euro statt in Landeswährung wählt, akzeptiert den Wechselkurs des Händlers oder Automatenbetreibers. Stichproben in Ländern wie Thailand, der Türkei, Australien oder Polen zeigten Kurse, die 3 bis 13 Prozent schlechter lagen als die tagesaktuellen Referenzkurse von Visa und Mastercard. Die Gegenmaßnahme kostet nichts: immer die Landeswährung wählen.
Dazu kommen die regulären Kartenkosten: Das Fremdwährungsentgelt deutscher Banken liegt typischerweise bei 1,5 bis 2,2 Prozent des Umsatzes — die Deutsche Bank Mastercard und die DKB Visa (ohne Aktivstatus) verlangen beispielsweise je 1,75 Prozent, Santander 1,5 Prozent. Reisekarten ohne Fremdwährungsentgelt sparen bei 1.000 Euro Kartenumsatz außerhalb der Eurozone rund 15 bis 22 Euro pro Urlaub — Jahr für Jahr.
📌 Good to know
DCC begegnet dir doppelt: am Geldautomaten und an der Ladenkasse. Formulierungen wie "guaranteed exchange rate" oder "pay in EUR?" sind das Warnsignal. In der EU müssen Anbieter den Aufschlag gegenüber dem EZB-Referenzkurs seit 2020 ausweisen — außerhalb Europas fehlt diese Transparenzpflicht oft.
Sicherheitsverhalten: Sperr-Notruf und Zweitkarte
Beim Sicherheitswissen gibt es Fortschritte: Mehr als jeder Zweite in Deutschland kennt inzwischen den zentralen Sperr-Notruf 116 116 — 2021 waren es erst knapp 40 Prozent. Aus dem Ausland funktioniert die Kurzwahl allerdings nicht überall zuverlässig; Reisende sollten zusätzlich die Festnetznummer +49 30 4050 4050 einspeichern, die weltweit erreichbar ist.
Zur Grundausstattung einer sicheren Reisekasse gehören nach übereinstimmender Empfehlung von Banken und Verbraucherschützern: zwei Karten unterschiedlicher Systeme (etwa Visa und Mastercard), getrennt aufbewahrt, dazu ein begrenzter Bargeldbestand von höchstens einem Drittel des Budgets und notierte Sperrnummern. Kartenbetrug im Urlaub ist ärgerlich, aber beherrschbar — bei unverschuldetem Missbrauch haften Karteninhaber in der EU mit maximal 50 Euro, bei unverzüglicher Sperrung in der Regel gar nicht.
💡 Tip
Prüfe nach der Rückkehr zwei bis drei Wochen lang die Kartenabrechnungen. Skimming-Schäden und doppelte Buchungen aus dem Urlaub tauchen oft mit Verzögerung auf — je früher du reklamierst, desto reibungsloser läuft die Erstattung.
Quellen und Methodik
Alle Zahlen stammen aus öffentlich zugänglichen Studien und repräsentativen Umfragen der genannten Institutionen. Wo Erhebungen unterschiedliche Fragestellungen nutzen (bevorzugtes vs. genutztes Zahlungsmittel), ist das im Text ausgewiesen. Stand: Juli 2026.
- Deutsche Bundesbank: Zahlungsverhalten in Deutschland 2025
- norisbank/INNOFACT: Sommerumfrage 2026 — So zahlen die Deutschen im Urlaub
- Postbank/YouGov: Sicher bezahlen im Urlaub (2025/2026)
- Bitkom: Zwei Drittel der Bevölkerung zahlen mit Smartphone oder Smartwatch (2026)
- Deutscher Reiseverband (DRV): Reiseausgaben 2025 auf Rekordwert von fast 88 Mrd. Euro
- Sperr-Notruf 116 116: Karten sperren aus dem In- und Ausland
Häufig gestellte Fragen
Wie bezahlen die Deutschen im Urlaub am liebsten?
54 Prozent bevorzugen 2026 Karte oder Smartphone-App, davon greifen 45,4 Prozent am liebsten zur Kreditkarte. Bargeld bleibt bei der Generation über 50 mit 50,6 Prozent knapp vorn (norisbank-Sommerumfrage 2026).
Wie viel Bargeld sollte man mit in den Urlaub nehmen?
Höchstens ein Drittel des Reisebudgets, empfiehlt der Bankenverband. Tatsächlich nehmen 37 Prozent der Deutschen so viel bar mit, dass es fast alle Ausgaben deckt — ein unnötiges Verlustrisiko, da Versicherungen gestohlenes Bargeld kaum erstatten.
Was ist die DCC-Falle beim Bezahlen im Ausland?
Bei der Dynamic Currency Conversion rechnet der Händler oder Automat direkt in Euro um — zu eigenen Kursen, die in Stichproben 3 bis 13 Prozent schlechter waren als die Visa- und Mastercard-Referenzkurse. Immer die Landeswährung wählen.
Wie sperre ich meine Karte aus dem Ausland?
Aus dem Ausland wählst du am besten die Festnetznummer +49 30 4050 4050 — sie ist rund um die Uhr und weltweit erreichbar. Die Kurzwahl 116 116 funktioniert aus dem Ausland nicht überall zuverlässig; sie bleibt die schnelle Option für Sperrungen aus Deutschland. Beide Nummern vor der Abreise im Handy speichern und zusätzlich notieren.
In welchen Ländern reicht die Karte allein?
In Skandinavien, Großbritannien, den Niederlanden sowie Nordamerika und Australien kommst du praktisch komplett ohne Bargeld aus — in Schweden ist nur noch rund jede zehnte Zahlung bar. In Südostasien, der Türkei und Nordafrika bleibt Bargeld wichtig.



