Der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada hat sich nach gescheiterten Verhandlungen verschärft. Die USA haben Zölle von bis zu 50 Prozent auf kanadische Produkte im Wert von rund 20 Milliarden Dollar verhängt. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte Gegenmaßnahmen ab dem 8. September an, die sich auf Stahlproduktion, Milchprodukte, landwirtschaftliche Ausrüstung und Elektrogeräte konzentrieren.
US-Zölle treffen kanadische Exportgüter im Wert von 20 Milliarden Dollar
Präsident Donald Trump hatte im Juli neue Abgaben in Höhe von 50 Prozent auf ausgewählte kanadische Produkte angekündigt. Betroffen sind Waren wie Hockeyschläger, Möbel und Wein. Die ursprünglich für Mittwoch geplante Einführung wurde zunächst aufgeschoben, um weitere Verhandlungen zu ermöglichen. Nach dem Scheitern der nächtlichen Gespräche traten die Zölle jedoch in Kraft.
Verhandlungen scheitern trotz diskutierter Kompromisse
Während der intensiven Verhandlungen wurden mehrere Kompromissvorschläge erörtert:
- Wiederaufnahme des Pipeline-Projekts Keystone durch Kanada
- Aufhebung des Verkaufsstopps für US-amerikanischen Alkohol in kanadischen Provinzen
Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, durch kurzfristige Forderungen eine Einigung verhindert zu haben. Carney kritisierte die wechselnden Begründungen der USA für die Zölle, die von Fentanyl-Importen über Waldbrände bis zu Steuerfragen gegen US-Tech-Unternehmen reichten.
Gegenseitige Eskalation ohne neue Gesprächstermine
Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte, die USA hätten Kanada bessere Bedingungen angeboten als jedem anderen bedeutenden Handelspartner. Washington arbeite bereits an Maßnahmen gegen die angekündigten kanadischen Zölle. Neue Gesprächstermine sind derzeit nicht angesetzt, was auf einen längeren wirtschaftlichen Konflikt zwischen beiden Nationen hindeutet.
