Die Verbraucherpreise in den USA sind im September im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent gestiegen, nachdem die Inflationsrate im Vormonat noch bei 3,4 Prozent lag. Experten hatten im Durchschnitt lediglich eine Rate von 3,6 Prozent erwartet. Haupttreiber der Teuerung waren drastisch gestiegene Energiekosten, insbesondere bei Kraftstoffen und Heizöl.
Energiepreise: Kraftstoffe verteuern sich um 34 Prozent
Verbraucher mussten im September rund 20,4 Prozent mehr für Energie bezahlen als ein Jahr zuvor. Besonders stark fielen die Preissteigerungen bei Kraftstoffen aus:
- Benzin: Anstieg um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr
- Heizöl: Verteuerung um 74 Prozent
Die Inflation nähert sich damit dem höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Im Mai hatte die Rate während der Auswirkungen des Iran-Kriegs mit 4,2 Prozent ihren bisherigen Höchstwert erreicht.
US-Notenbank unter Druck: Leitzinserhöhung wahrscheinlich
Die Federal Reserve strebt eine Inflationsrate von etwa zwei Prozent an. Angesichts der aktuellen Entwicklung könnte eine weitere Erhöhung der Leitzinsen notwendig werden. Im September beschloss die Fed erstmals seit fast drei Jahren eine Leitzinsanhebung. Dirk Chlench, Ökonom bei der Landesbank LBBW, prognostiziert einen weiteren Anstieg der US-Inflation auf über vier Prozent innerhalb eines Jahres. Seiner Einschätzung nach wird die Notenbank auf ihrer Oktober-Sitzung wahrscheinlich keine Änderung vornehmen, eine Erhöhung bis Dezember erscheint jedoch unvermeidlich.
Politischer Druck vor Zwischenwahlen am 3. November
Die steigenden Preise setzen Präsident Donald Trump und seine Republikaner vor den bevorstehenden Zwischenwahlen zunehmend unter Druck. Trump hatte ursprünglich versprochen, die Inflation einzudämmen. Die Republikaner verfügen aktuell über eine knappe Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses, leiden laut Umfragen jedoch an Beliebtheitseinbußen, insbesondere nach den jüngsten Preiserhöhungen infolge des Iran-Krieges.
