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Trumps Wahlniederlage: Auswirkungen auf die Wirtschaft

6. November 2026, 10:01 Uhr23 AufrufeZuletzt geprüft: 06.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

Die Demokraten haben bei den US-Zwischenwahlen die Mehrheit im Repräsentantenhaus und Senat gewonnen. Welche Auswirkungen hat dieser Sieg auf die Wirtschaft in den USA und Deutschland, auf Zölle, Autofahrer und Anleger? Experten sind geteilter Meinung: Während einige Veränderungen erwarten, bleibt Trumps Einfluss groß.

Die Demokraten haben bei den US-Zwischenwahlen die Mehrheit im Repräsentantenhaus und Senat errungen. Ökonomen erwarten jedoch keine Entspannung in der Handelspolitik: Die bestehende Zollpolitik dürfte nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft mindestens bis Januar 2029 bestehen bleiben. Deutsche Unternehmen müssen sich weiterhin auf Belastungen einstellen, da Zölle per Dekret am Kongress vorbei verhängt werden können.

Zollpolitik bleibt Belastungsfaktor

Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, erwartet eine verstärkte Konzentration auf Außenpolitik. Zölle und Handelskonflikte könnten wieder stärker in den Vordergrund rücken. Michael Hüther vom IW bestätigt, dass die Zollpolitik weiterhin eine Belastung für die deutsche Wirtschaft darstellen wird. Politische Unsicherheiten beim wichtigsten Handelspartner könnten den transatlantischen Handel zusätzlich beeinträchtigen.

Achim Wambach vom ZEW-Institut warnt vor falschen Erwartungen: Eine demokratische Mehrheit führe nicht automatisch zur Rückkehr des Freihandels. Abschottung sei parteiübergreifender Konsens, besonders bei Handelsmaßnahmen gegen China.

Konjunkturaussichten und Wachstumsprognosen

Holger Schmieding von Berenberg Bank prognostiziert eine Abschwächung des US-Wirtschaftswachstums auf etwa 1,5 Prozent im Jahr 2028. Faktoren sind:

  • Verlangsamtes Investitionswachstum bei Künstlicher Intelligenz
  • Dämpfende Effekte durch Einwanderungsmaßnahmen
  • Begrenzte Möglichkeiten für Konjunkturprogramme

Clemens Fuest vom Ifo-Institut erwartet weder weitere Deregulierungen noch Steuersenkungen. Europa könne nicht mit Erleichterungen im Amerikahandel rechnen.

Ölpreise und Energiemärkte

Berenberg-Ökonom Schmieding geht davon aus, dass die Republikaner Druck ausüben werden, die hohen Benzinpreise durch eine Lösung im Iran-Konflikt zu senken. Ein mögliches Abkommen könnte zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus führen. Derzeit liegt der Preis für Brent-Öl bei über 100 Dollar pro Barrel. Schmieding prognostiziert einen Rückgang auf etwa 75 US-Dollar pro Barrel bis Ende 2027 und auf durchschnittlich 65 US-Dollar bis 2028.

Auswirkungen auf Finanzmärkte

Die LBBW rechnet mit einem schwächeren Dollar sowie sinkenden Renditen bei US-Staatsanleihen. Der Euro stieg am Mittwoch fast bis zur Marke von 1,13 Dollar, dem höchsten Stand seit Anfang Oktober. Die Dollarschwäche trieb den Goldpreis über die Marke von 4.000 Dollar je Feinunze.

Gitzel warnt vor Überinterpretation kurzfristiger Börsenreaktionen: Historisch legte der S&P 500 nach Midterm-Wahlen im Durchschnitt um etwa zehn Prozent zu. Im Technologiesektor werden strengere Regulierungen erwartet, besonders im Bereich Künstliche Intelligenz.

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