News·Wirtschaft & Finanzen

Signa-Gründer Benko wegen Millionenbetrugs schuldig gesprochen

6. November 2026, 10:04 Uhr26 AufrufeZuletzt geprüft: 06.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

Der österreichische Immobilienunternehmer René Benko wurde wegen schweren Betrugs verurteilt. Das Landesgericht Innsbruck sah es als erwiesen an, dass Benko einen Investor um fünf Millionen Euro geschädigt hat. Die Zusatzstrafe von zwei Jahren erweitert eine bestehende Haftstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der österreichische Immobilienunternehmer René Benko wurde vom Landesgericht Innsbruck wegen schweren Betrugs schuldig gesprochen. Das Gericht befand, dass der Gründer der Signa-Gruppe einen Investor um fünf Millionen Euro geschädigt hat. Benko erhielt eine zusätzliche Haftstrafe von zwei Jahren, die sich mit seiner bestehenden Strafe von zweieinhalb Jahren auf insgesamt viereinhalb Jahre summiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Täuschung bei Finanzierung von Sportscheck

Nach Auffassung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft benötigte Benko im November 2023 dringend finanzielle Mittel für seine Sporthandelstochter Sportscheck. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass nur durch Benkos Garantieerklärung die Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner bereit war, den Millionenbetrag zur Verfügung zu stellen. Die Anklage wertete diese Erklärung als Täuschungsmanöver ohne ernsthafte Rückzahlungsabsicht.

Aussagen vor Gericht

Benko bestritt alle Vorwürfe vor Gericht. Hans Peter Haselsteiner betonte als Zeuge die Bedeutung der Garantieerklärung und erklärte, er hätte ohne diese Zusage niemals fünf Millionen Euro bereitgestellt.

Freispruch und frühere Verurteilung

In einem weiteren Anklagepunkt wurde Benko freigesprochen: Das Gericht sah es nicht als erwiesen an, dass er ein Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro vor Gläubigern versteckt hatte.

Die vorherige Verurteilung im September umfasste eine Haftstrafe von 30 Monaten wegen Gläubigerschädigung. Benko hatte trotz kritischer finanzieller Lage seiner Signa-Firmen einen Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro für ein Anwesen in Innsbruck gezahlt. Seit Mitte Oktober darf sich Benko mit Fußfessel in einer Privatwohnung aufhalten.

Zusammenbruch des Signa-Konzerns

Gegen Benko laufen weitere Ermittlungen zum Zusammenbruch seines Unternehmens in Österreich und international, darunter auch in Deutschland. Der Signa-Konzern hatte sich über zwei Jahrzehnte als Immobilienmarke an exklusiven innerstädtischen Standorten etabliert. Der Einstieg ins stationäre Geschäft bei deutschen Kaufhausketten wie Kaufhof und Karstadt stellte eine große Herausforderung dar. Steigende Zinsen erhöhten den Druck auf die Finanzen, zunehmender Vertrauensverlust bei Banken und Managementfehler trieben das Unternehmen in die Insolvenz.

Alle News